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Leselupe.de > Erzählungen
Klingender Abschied
Eingestellt am 15. 02. 2010 23:32


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wieselchen
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Die Nachmittagssonne hatte bereits gewaltig an Kraft verloren, ein diffuser Nebel lag, einem Organzatuch gleich √ľber ihr und tauchte den Friedhof in ein unwirkliches Licht, als sie ihn zu seiner letzten Ruhest√§tte brachten.
Mariana lief gesittet hinter der kleinen Prozession her, den Kopf gesenkt, ihre F√ľ√üe hielten sich zur√ľck und hielten den gemessenen Trauerrhythmus ein. Hier war kein Sturmschritt, keine Eile geboten, und so hing sie auf dem Weg zum Grab ihren Gedanken nach, Gedanken, die einer Witwe nicht gut zu Gesicht st√ľnden, h√§tte sie jemand erforschen k√∂nnen.
Der Schweinehund war endlich tot, und sie war nach der Trauernacht eine freie Frau, das hatte der Landvater Maximus der jungen Witwe versprochen. Ein ganzes Jahr hatte sie Zeit, sich um einen Nachfolger zu k√ľmmern, erst dann w√ľrde er einen passenden Kandidaten aussuchen. Dass sie ihm in der vergangenen Zeit zu Diensten gewesen war, hatte sicherlich dazu beigetragen.
Mariella war immer noch eine attraktive Frau, und der kleine Hof w√ľrde sein √úbriges dazu tun, dass sie sich f√ľr den Rest ihres Lebens einen angenehmeren Bettgenossen aussuchen konnte. Schon jetzt hatten einige Interessenten bei ihr vorgesprochen und ihr Beileid bekundet, und der eine oder andere sagte ihr schon zu. Der Sturm im vergangenen Winter hatte besonders die Frauen getroffen, da der Gro√üteil der M√§nner beim Ti-Ing in der H√∂hle von Leyghuargh weilte, als die B√∂en die D√§cher der H√§user ergriffen und hinfort schleuderten. M√ľtter und Kinder wurden von herumfliegenden Dachbalken erschlagen, holten sich das Lungenfieber oder wurden einfach fortgeweht bei dem Versuch, sich in den Sturmkeller zu retten. Die alte Maithani hatten sie im Wipfel eines hohen Baumes gefunden. Tagelang hing sie dort in den leergefegten Zweigen, wie ein Mahnmal der Windg√∂tter, die mit ihrem Schlag gegen die Bewohner des Leyghriddid ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen wollten. Und mit der alten Maithani hatten sie das rechte Opfer gew√§hlt, war sie es letzthin, die stets gegen die G√∂tter gewettert hatte, davon herum spann, dass es nur einen einzigen Allm√§chtigen geben w√ľrde und dass dieser eine Gott die Ungl√§ubigen an ihrem Lebensende in Gut und B√∂se aufteilen w√ľrde.
Wie irrsinnig diese Behauptungen waren, wusste jeder. Niemand war nur gut oder nur b√∂se, zumindest nicht in der Region, in der sie lebten. Hier machten alle mal Fehler, aber niemand war absichtlich und ohne Grund so. Ein einfacher Bann lie√ü die meisten der B√ľrger schnell wieder zur Besinnung kommen, denn es war nicht einfach, in einer Gemeinschaft zu leben und von ihr nicht beachtet zu werden: Niemand half in Notlagen, der Gebannte konnte nichts einholen, selbst in Gespr√§chen wurde er ausgegrenzt, und das f√ľr eine Mindestzeit von 7 Sonnenaufg√§ngen.
Das alles aber wies Maithani weit von sich, und in ihrer unerbittlichen Beharrlichkeit schaffte sie es mit der Zeit, eine gewisse Klientel als Anh√§ngerschaft zu werben. Die G√∂tter aber lie√üen sich nicht an die Seite schieben, und wer das alte Weib dort h√§ngen sah, schlug sich ein Aufbegehren gegen \"Sie\" schnell wieder aus dem Kopf. Die Landesv√§ter √ľbersahen geflissentlich die Notwendigkeit, die schaurige Gestalt aus dem Baum zu holen, bis sich letztendlich einer erbarmte und heimlich des Nachts den Baum erklomm und Matihani aus den Zweigen l√∂ste.
Die Ankunft am Grab riss Mariella nur halb aus ihren Gedanken, und sie erledigte mechanisch die Rituale, die von ihr gefordert wurden.
Sie band das Klingelseil um seinen Zeh, legte ihm den √ľblichen Haselzweig auf die Brust, legte das bemalte Seidentuch √ľber sein Gesicht und murmelte dabei die erforderlichen Worte: \" Im ewigen Sein erwartest du mich, das Tuch wird unser Erkennen sein. Der Haselstrauch wird deine Nahrung sein. Das Seil zieh straff, wenn Du noch unter uns weilst.\"

Nun traten die M√§nner zu ihr hin und reichten ihr den Witwengroschen, mit dem sie dann den Totengr√§ber zahlen sollte, sofern das Grab wieder ge√∂ffnet werden musste. Die wenigen Frauen, die dem Begr√§bnis beiwohnten, brachten Mariella eine warme Decke und Speisen und Getr√§nke f√ľr die Trauernacht. Zu guter Letzt reichte der Landesvater ihr eine Laterne, die die Dunkelheit aussperren sollte. So war es Brauch in der Gemeinschaft: Alle sorgten f√ľreinander, und in der Trauernacht zogen sich alle zur√ľck um die Hinterbliebene in ihrem Schmerz nicht zu st√∂ren.

Die Trauernacht selbst hatte zwei wichtige Funktionen: Zum Einen sollte den Hinterbliebenen die Zeit gegeben werden, sich in Ruhe von dem geliebten Menschen zu verabschieden, sich mit den Gottheiten auszusöhnen um dann, am folgenden Morgen, den Weg ohne Ballast weiterzugehen.

Zum Anderen wachten die am Grab Trauernden dar√ľber, ob der Verstorbene auch wirklich dahingegangen sei. Manchmal wachte ein Toter noch einmal auf, wenn die G√∂tter ihm gn√§dig gestimmt waren, und dann musste jemand zur Stelle sein, der das Grab √∂ffnete und ihm so den Zugang zu den Lebenden wieder m√∂glich machte. Daf√ľr war auch das Klingelseil gedacht: Wenn der Mensch schon unter der Erde weilte, hatte er keine M√∂glichkeit, sich noch verst√§ndlich zu machen. Wackelte er aber mit dem Zeh, erklang oben auf dem Grab ein kleines Gl√∂ckchen, und so konnten die Hinterbliebenen schnell reagieren und den Totengr√§ber rufen.

Die Trauernacht war wichtig, unaufschiebbar und bewies einmal mehr die F√ľrsorglichkeit der Gemeinschaft untereinander.

Im Anschluss an das Zeremoniell verlie√üen die wenigen Beteiligten den Ort der letzten Ruhe und lie√üen die junge Witwe allein am Grab zur√ľck. Mariella sank auf die Knie um die G√∂tter um Beistand f√ľr die Nacht anzurufen, sie wusste, dass noch einige Zaung√§ste eifrig darauf achten w√ľrden, wie sie sich verhalten w√ľrde. Und so √ľberlie√ü sie sich wieder ihren Gedanken an die M√§nner, die in den letzten Tagen bei ihr anklopften.

Da war der fromme Joshua, ein lieber Kerl mit dem Herz am rechten Fleck. Arbeitsam, gut aussehend, h√∂flich. Sein Hof warf genug f√ľr eine ganze Familie ab. Der perfekte Kandidat, oder besser gesagt, er w√§re es, w√§re da nicht seine Mutter, die unerbittlich das Szepter schwingen w√ľrde und jedes Weib mit eigener Meinung gleich vom Hof jagen w√ľrde. Mariella wusste genau, dass sie das Probequartal nicht √ľberstehen w√ľrde, ja, sie gab sich selbst noch nicht einmal eine Woche, dann w√§re eine von ihnen beiden tot oder sie wieder in ihrer Kate. Fast musste sie schmunzeln bei diesen √úberlegungen. Das Gute, was sie ihrem Sohn beigebracht hatte, gereichte ihm auch zum Nachteil, denn er war unf√§hig, sich gegen seine Mutter durchzusetzen. Die einzige Hoffnung, die er hatte war, dass seine Mutter irgendwann das Zeitliche segnete, und das nach M√∂glichkeit bevor ihn keine vern√ľnftige Frau mehr nehmen wollte.

Sie verwarf den Gedanken an Joshua und √ľberlegte weiter. Michaelis war sehr anziehend, und fast k√∂nnte sie schwach werden beim Gedanken an ihn. Jedoch war er ein Trunkenbold, Haus und Hof verkamen, seit seine Gattin im Winter von einem Scheunentor erschlagen wurde. Er war zu der Zeit mit den anderen M√§nnern in der H√∂hle, aber seine Interessen hatte er wie immer nicht auf dem Ti-Ing wahrgenommen. Oder besser gesagt, er war nur seinem Hauptinteresse nachgekommen und lag bezecht auf seinem Lager. Keine Option f√ľr sie also.

Der dicke Baudino kam gar nicht in Frage. Ebenso wenig der d√ľrre Hanthal, der hatte einen Buckel und ein arg verschlagenes Grinsen. Beim Anblick dieser Beiden lief ihr ein Schauder √ľber den R√ľcken, das Bett k√∂nnte sie nie mit ihnen teilen, so f√ľrsorglich sie sich auch in den letzen Wochen um sie und ihren Hof gek√ľmmert hatten.

Während die Sonne hinter den Bäumen am Friedhofende langsam versank, ging Mariella jeden einzelnen auf ihrer Liste durch, bedachte ihre Vor- und Nachteile, wohl wissend, dass sie immer noch von neugierigen Augen umgeben war.

Dann endlich, als die Nacht hereinbrach, war sie sicher, dass auch der letzte der Trauerg√§ste sich heim an seinen warmen Kamin begeben hatte, entspannten sich ihre Gesichtsz√ľge und Mariella g√∂nnte sich ein gutes Nachtmahl. Alles a√ü sie nicht auf, sie war sich im Klaren dar√ľber, dass die Nacht noch lang werden w√ľrde, und am Morgen schlafend aufgefunden werden, nein, das war undenkbar. Ihr Ruf w√ľrde dadurch einen irreparablen Schaden nehmen, die selbstst√§ndige Suche nach einem neuen Gatten w√§re damit beendet, bevor sie richtig begann. Also kuschelte Mariella sich in die Decke und bewahrte ein paar energiereiche Happen f√ľr sp√§ter auf.

Die Stille des Friedhofs war etwas, das sie begr√ľ√üte. Kein geistloses Geplapper der Landfrauen, keine zweideutigen Anspielungen ihrer Ehem√§nner, denen sie mit Vorsicht antworten musste - sie und ihre Zukunftspl√§ne hatten nun endlich Zeit f√ľreinander. Den Gr√§bern schenkte Mariella keine Beachtung, die kleine und zierliche Frau war sich v√∂llig dar√ľber im Klaren, dass hier keine Geister hausten. Einzig der Wind lie√ü die Bl√§tter und Zweige rascheln, und sie musste an sich halten, nicht laut zu singen, um dieser beruhigenden Melodie zu widerstehen.

Aber auch so sank Mariella langsam in einen D√§mmerzustand. Die W√§rme der Decke, die Dunkelheit und das gute Essen lie√üen es nicht zu, dass sie einen wirklich klaren Gedanken fassen konnte. Namen zogen an ihr vor√ľber, Gesichter, die nicht zu passen schienen, und fast w√§re sie trotz aller guten Vors√§tze eingenickt, w√§re da nicht dieses st√∂rende Klingeln gewesen, das sie von ihren Traumwegen weglocken wollte...

Mit einem Schlag war sie wieder wach. Ein Klingeln, hier am Ort der letzten Ruhe? Das konnte doch nur eines bedeuten...

\"Nein....\" Sie st√∂hnte verhalten auf, die Stimme heiser durch das lange Schweigen, und so erschrak sie vor dem fremdartigen Klang. Sie r√§usperte sich, versuchte es noch einmal, noch leiser. \"Das kann nun nicht wahr sein... du bist tot!\" Sie fl√ľsterte ihren ganzen Unmut der Klingel zu, die da so munter und lebendig in ihrer Halterung auf und abh√ľpfte.

Das war so typisch f√ľr ihn. Immer, immer wieder durchkreuzte er ihre Pl√§ne, wenn sie kurz vor ihrer Beendigung standen. So oft war sie voller Hoffnung gewesen, dass sie sich das eine Mal durchsetzen konnte, und er wartete bis zum letzten Moment, lauerte, passte den Moment ab, in dem sie sich in Sicherheit wiegte, um dann um so grausamer zuzuschlagen, alle Tr√§ume und Pl√§ne machte er dann mit einem einzigen Hieb zunichte - und sie stand einmal mehr da, hilflos, mutlos, mit den Scherben in der Hand.

Und selbst jetzt, in ihrer letzten Nacht, die sie mit ihm verbringen musste, wollte er ihr einen Strich durch die Rechnung machen... Es war in den letzten Jahrzehnten nie vorgekommen, dass jemand wieder von den Toten erwachte. Nur er, er allein brachte das fertig, nur um es ihr zu zeigen... Sie w√ľrde erneut dastehen, mit nichts in der Hand, den nichtsnutzigen Kerl an ihrer Seite, und vorbei w√§re es mit all den sch√∂nen Pl√§nen von Wohlstand und einem ruhigen Leben.

Mariella sah sich um. Sie war sich sicher, dass sie allein war, mit ihm. Sie w√ľrde den Totengr√§ber holen m√ľssen, sie allein war nicht in der Lage, das Grab wieder aufzuschaufeln.

Aber... musste sie ihn denn rufen? Was wäre denn, wenn sie...

Noch einmal schaute sie sich gr√ľndlich um, das feine Klingeln des Grabgl√∂ckchens im Bewusstsein.

\"Nein. Diesmal bekommst du deinen Willen nicht, Angus McPherson!\" Mit ruhigen Händen strich sie ihren dunklen Rock glatt und zog die Decke enger um sich. Das Glöckchen schien heftiger zu schaukeln. Konnte er sie hören oder bildete sie sich das nur ein?

\"All die Jahre vergeudet an einen Taugenichts, und nun willst du mir weismachen, dass du noch lebst? Soll ich dir sagen, was ich gerade höre? Das Quaken eines Frosches, es ist so laut, dass nichts anderes mehr zu meinen Ohren dringen kann... \"

Mariella rief sich in Erinnerung, wie alles begonnen hatte, das ganze Elend, was sie bis heute nun hatte ertragen m√ľssen. Dass sie ihn nicht ausstehen konnte, interessierte Angus McPherson nicht. Er warb um sie, und als sie ihn ablehnte, ging er einfach zum Landvater und lie√ü sich dort die Erlaubnis geben, sie zu ehelichen. Ein Mitspracherecht hatte sie dadurch nicht, und ihre Eltern waren froh, eines der vielen hungrigen M√§uler loszuwerden.

\"Ich hatte Angst vor dir, alter Mann. Ich ekelte mich davor, dir auch nur die Hand geben zu m√ľssen - aber dich hat das alles nicht interessiert, nein. Ich erinnere mich noch genau an Deine Ansprache in der Hochzeitsnacht: Tags√ľber eine billige Arbeiterin - nachts im Bett eine Hure, das war es, was du von mir verlangtest. Und in jeder Nacht kamst du √ľber mich, bis ich bei dem alten Kr√§uterweiblein um Hilfe bettelte. Das einzige Mal, dass du mir nicht dahinter kamst... Du warst abends m√ľde und deine Manneskraft schwand.... So blieb mir wenigstens erspart, deine B√§lger auszutragen!\"

In ihrer Aufregung wurde Mariella fast laut, und erschrocken hielt sie inne.

Das Glöckchen klingelte beharrlich.

Sie √ľberlegte, aber nur kurz.

\"All die Abende, in denen ich dich aus dem Gasthaus holen musste... Vor allen anderen hast du meine Br√ľste freigelegt, bezecht wie du warst. Sie seien schuld, dass du nicht mehr deinen ehelichen Pflichten nachkommen k√∂nntest, hast du gerufen... Und du hast nicht die begehrlichen Blicke der anderen Mannsbilder gesehen, und nicht bemerkt, wie alle √ľber dich lachten - ein betrunkener Narr, der sich eine Bl√∂√üe gab, indem er den Busen seiner Frau entbl√∂√üte! Am Ende sah schon keiner mehr hin, sie warteten nur noch auf den Anblick meiner blanken Haut und wandten sich dann wieder ihrem Whiskey zu... Nur du, du hast es nicht begriffen. Selbst als Lachnummer taugtest du nicht mehr!\"

Angus war am Ende fast jeden Abend im Gasthaus gewesen und hatte getrunken, Streit angefangen, und war dann irgendwann, zu angeschlagen zum laufen, am Tisch eingeschlafen. Der Wirt hatte ein gutes Herz, und er wusste, dass er Mariella eine Pause verschaffte, wenn er ihn dort schlafen lie√ü. Fing er aber an zu schnarchen oder zu randalieren, lie√ü er sie rufen, und ihr Martyrium begann. Erst die Dem√ľtigung im Wirtshaus, dann der Weg heim, wo sie ihn mehr schleppen als halten musste, am Ende dann immer wieder der Versuch, doch noch einen Geschlechtsakt durchzuf√ľhren. Er riss ihr die Kleider vom Leib, schlug sie, riss sie an den Haaren in die Knie und zwang sie, ihm zu Willen zu sein. Es klappte nie, die Kr√§uter waren einfach zu gut.

Die blauen Flecken, die zerrissenen Kleider sahen allerdings alle. Durch seine Zecherei, die Spielerei und die etlichen Schlägereien, die einen Schadenersatz forderten, war sein Hof bald verschuldet, und die zerfetzten Kleider mussten von Mariella geflickt werden. Eines Abends schnitt er ihr vor lauter Wut die Haare ab, weil sie den Wirt gebeten hatte, ihm nichts mehr zu geben.

\"Rind f√ľr Rind, Schwein f√ľr Schwein mussten wir in Zahlung geben, dabei h√§tte es gereicht, das einzige wirkliche Schwein vom Hof zu entfernen! Deine Amouren h√§tte ich dir geg√∂nnt - h√§ttest du sie nicht aushalten m√ľssen, damit sie √ľberhaupt bei dir blieben... Und ich wei√ü, dass es viele waren, UND ich wei√ü auch, dass sie alle √ľber dich redeten. Sie lachten √ľber dich und erz√§hlten sich, dass du eh nicht Manns genug f√ľr eine leidenschaftliche Nacht w√§rst, und so nahmen sie dich aus wie eine Weihnachtsgans... das Geld f√ľr den Tierarzt, f√ľr die Steuern, ja selbst das Begr√§bnisgeld f√ľr deine Mutter hast du verspielt, versoffen und verhurt!\"

Fast unmerklich wurde das Klingeln zögerlicher. Sie betrachtete es genau, sah weg und dann nach kurzer Weile wieder hin, um sicher zu gehen - aber es WURDE weniger. Mariella grinste böse.

Das war ein Ende, das seiner w√ľrdig war. Gefangen unter der Erde, im v√∂lligen Dunkel aufwachen und feststellen, das er allein war - und die einzige Verbindung zur lebenden Welt ein Gl√∂ckchen, dass immer d√ľnnere T√∂ne von sich gab...

\"Und dann der Haushalt! Mit deinen Kumpanen hieltest du so oft hier Einkehr, ihr zerschlugt Teller und Tassen, wenn ihr Streit miteinander hattet. Und meine einzige Aussteuer, das Schmuckkästchen mit der Tänzerin auf dem Deckel, hast du einfach versetzt - ich sah es vor kurzem erst bei Prudence, sie hat es dem Pfandleiher aus der Tasche gezogen - und wirklich geholfen hat es auch nicht, letztendlich stehe ich hier vor dem Nichts.\"

Das K√§stchen.... ein Geschenk ihrer Freundin, die schon fr√ľh sterben musste. Im harten Leben der Bergbauern ging sie einfach unter, verging wie eine Blume, die im harten Winter zu fr√ľh ihren Kopf aus der Winterdecke steckte.... Der raue Wind dort machte ihrer Lunge zu schaffen, lie√ü ihr keine Gelegenheit Luft zu holen.

Wie Lizzy an das K√§stchen gekommen war - das war bis heute zweifelhaft, selbst Mariella gegen√ľber schwieg sie sich aus. Fest stand nur, dass sie es bis zur Geburt ihrer kleinen Tochter nicht hatte - und ein wenig sp√§ter stand es auf ihrem Nachttisch, als h√§tte es dort schon immer gestanden: handgearbeitet, mit einer wundervollen Schnitzerei versehen, ein kleines M√§dchen, das auf einer Sommerwiese stand und tanzte. Das Haar flog sichtlich, und der kurze Rock wirbelte um sie herum, dass man die Bewegungen des M√§dchens sichtbar sp√ľren konnte. Es war ein wundersch√∂nes K√§stchen, und als Lizzy es an Mariella weitergab, bat sie darum, dass ihre Freundin es immer in Ehren halten w√ľrde.

Und nun war es fort, in den Händen einer nichtsnutzigen Edelmannstochter gelandet, die ihr Stickzeug darin aufbewahrte.

Mariella wandte sich noch mal an das immer schwächer klingende Glöckchen.

\"Geht dir die Luft da unten aus? Hoffentlich nicht so schnell, denn ich werde dir noch von meinen Pl√§nen erz√§hlen, die ich nun endlich durchf√ľhren werde, denn ohne dich werde ich alles erreichen! Du wirst mir keine Kn√ľppel mehr zwischen meine Beine werfen. Ich bin gestrauchelt, aber nicht gefallen. Du hast mich gestoppt, aufhalten kannst du mich nicht... \"

Und sie erz√§hlte Angus, dass sie den Hof wieder auf die Beine stellen w√ľrde. Dass sie seinen √§rgsten Widersacher, James Alexander ehelichen w√ľrde. Gerade weil dieser kein eigenes Gut hatte, weil sie dann schalten und walten k√∂nnte, wie sie es immer vorgehabt hatte. Weil sie dann endlich einen Hof h√§tte, ohne Verwandtschaft im Nacken, mit einem Mann an der Seite, der sie verehrte.

W√§hrend sie erz√§hlte, stellte sie sich vor, dass ihr Nichtsnutz von einem Gatten jedes Wort h√∂ren konnte, dass er dort unten lag und in hilfloser Wut versuchte, aus dem Sarg zu entkommen. Es w√ľrde ihm nichts nutzen, √ľberlegte sie k√ľhl. W√ľrde er den Sargdeckel einschlagen, w√ľrden die Erdmassen auf ihn rutschen und ihn begraben - die Erde w√ľrde sich in seinen Mund graben, die Lungen festsetzen, ihm die Brust tonnenschwer zerdr√ľcken. Sollte er sich nicht schon den letzten Funken Verstand fortgetrunken haben, w√ľrde er wissen, dass seine einzige Chance das Gl√∂ckchen war, die einzige M√∂glichkeit, andere auf sich aufmerksam zu machen.

Behutsam, fast liebevoll nahm Mariella das Gl√∂ckchen in die Hand, um es am Klingeln zu hindern. Sie sp√ľrte die Zuckungen in ihrer Hand, und l√§chelnd streichelte sie √ľber das kalte Metall, mit sich und der Welt vers√∂hnt.

Die Gerechtigkeit, die Jahre des Elends und der Bitterkeit, sie steckten alle dort, in diesem kleinen filigranen Laut, der nun nur noch t√∂nern zu h√∂ren war, ged√§mpft von der schlanken kleinen Hand, die es festhielt. Und mit jedem schw√§cher werdenden Beben zog mehr Ruhe in ihr Herz, verdichtete sich die Gewissheit, dass dieser Plan nicht vereitelt werden w√ľrde.

Sie w√ľrde ihren Weg gehen.

Ohne ihn.

Endlich.

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Herbstblatt
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Hallo Wieselchen,

ich muss gestehen - ich w√ľnschte es ihm genauso!!

Habe deinen Text mit wachsendem Interesse gelesen und finde ihn ziemlich gut. Nur ein paar winzige Kleinigkeiten haben mich stolpern lassen: du beschreibst sehr eindeutig die Praxis des Klingelseils. Nun bleibt sie aber allein am Grab zur√ľck - wer also kann das Klingelseil kontrollieren au√üer ihr? Zumindest ist das grenzwertig. Was aber nun garnicht mehr passt, ist der Sarg! Das solltest du √§ndern, im Sarg kann er erst recht nicht klingeln.
F√ľr mein Empfinden spielt deine Geschichte in weit vergangenen Zeiten. Das durchbrichst du einerseits mit dem Sarg, andererseits mit dem Wirtshaus. Vorher war von einer H√∂hle die Rede. Das passt dann nicht zusammen.

Diese Kleinigkeiten in der Plausibilit√§t kannst du ja noch √ľberarbeiten. Ansonsten: gute Geschichte!

LG Herbstblatt

P.S. Wer zum Geier hat dir diese Analphabeten-Einschätzung verpasst????
__________________
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wieselchen
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hmm...

Hallo Herbstblatt,

danke Dir f√ľr Deine Worte.

Dass sie allein das Klingelseil bewacht, ist in dem Brauch erklärt. Einerseits ist es der letzte "Liebesdienst" der hinterbliebenen Ehefrau, dass sie auf das Glöckchen achtet und zum Zweiten soll ihr die Gelegenheit gegeben werden, in Ruhe und ohne Störung Abschied vom Ehegatten zu nehmen. Es geht ja niemand davon aus, dass jemand tatsächlich nicht den Totengräber ruft.
Ausserdem w√ľrde die ganze Geschichte nicht diesen Verlauf nehmen k√∂nnen, wenn noch andere Leute mit am Grab wachen w√ľrden. Sie h√§tte ja keine andere Wahl als den Totengr√§ber zu rufen.

Die erwähnte Höhle ist ein Ort, an dem die Männer sich im Winter zu einem Ti-Ing treffen. Es ist eine Art Ratsversammlung, zu der nur die Herren zugelassen sind. Der Grund, warum sie in einer Höhle stattfindet, ist einfach nur ein Brauchtum. Die Versammlung fand immer dort statt, und daher wird dieser Ort weiter genutzt. Das hätte ich wirklich näher erläutern können.

Den Brauch des Klingelseils gab es tats√§chlich im Mittelalter, und dort gab es auch schon einfache S√§rge. W√§ren die Toten einfach so verscharrt worden, w√§ren sie sofort durch die sie versch√ľttende Erde erstickt worden, da h√§tte dann nie eine Grabklingel Sinn gehabt.

So weit in der Vergangenheit ist der Text also nicht anzusiedeln.

Aber Du hast Recht, genau diese Punkte setzte ich als gegeben voraus, und sie lassen Dich als Leser allein stehen.

Ich arbeite dran

LG

vom Wieselchen

PS: Analphabet? Ich kenne mich nun noch gar nicht richtig hier aus, vielleicht ist das ja gemeint?

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Ralph Ronneberger
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Hallo wieselchen,

Die Grundidee deiner Geschichte finde ich gut. Ein armes, geplagtes Weib darf endlich ihren ungeliebten Ehemann zu Grabe tragen bzw. tragen lassen. W√§hrend ihrer Totenwache meldet sich pl√∂tzlich der Gatterich √ľber einen am (gro√üen?) Zeh angebrachten Faden, der mit einem, neben dem Grab angebrachten Gl√∂ckchen verbunden ist. Madame hat von dem Knaben aber die Schnauze so gestrichen voll, dass sie dieses Lebenszeichen tapfer ignoriert und den Burschen elendiglich verrecken l√§sst. Als das geschehen, darf sie in eine freundliche Zukunft blicken.

Soviel zum Plot, den ich sehr originell finde und der meines Erachtens einen guten Stoff f√ľr eine nicht minder gute Kurzgeschichte abgeben d√ľrfte. Ich sch√§tze mal, dass du den Text unter ‚ÄěErz√§hlungen‚Äú eingestellt hast, weil er dir als Kurzgeschichte vielleicht zu lang erschien. Ja ‚Äď gemessen an der tats√§chlichen Handlung ist der Text wirklich sehr lang. Da wird eine Menge Ballast mit herum geschleppt, der das Ganze nur aufbl√§ht, f√ľr die Kernhandlung aber v√∂llig irrelevant ist.
Beispiele:
- Die (ziemlich unglaubw√ľrdige) Sache mit dem Sturm, der die arme Frau einfach in die Krone eines Baumes pustet, wo sie elend umkommt.

- Die ausf√ľhrliche Aufz√§hlung all der M√§nner, die f√ľr Mariella als k√ľnftige Ehem√§nner nicht in Frage kommen. Wozu? Sie hat sich doch bereits f√ľr James Alexander entschieden. Da kann man doch die anderen Typen und deren ausf√ľhrlich geschilderten Eigenschaften einfach weglassen. Die Namen hat man ohnehin sofort wieder vergessen.

- Die Sache mit dem Lizzys-K√§stchen ‚Äď eine knappe Erw√§hnung, wenn es sein muss ‚Äď ja. Aber wie Lizzy lebte und woran sie starb ‚Äď was hat das mit der eigentlichen Geschichte zu tun?

Ich denke, wenn man das Ganze strafft, wird eine knackige Geschichte daraus. Allerdings‚Ķ Hm‚Ķ was die Zeit angeht, in der sich die Handlung abspielt, da bin ich mehr als irritiert. Das Mittelalter erfreut sich ja seit einiger Zeit gro√üer Popularit√§t in der Belletristik. Doch das Mittelalter war lang (etwa 6. Bis 14. Jahrhundert). Da kann man nicht einfach die Jahrhunderte durcheinander w√ľrfeln. Da ist Recherche angesagt. Durch die vielen (oft unn√∂tigen) Informationen stellst du dir gerade im Bereich der historischen Glaubw√ľrdigkeit selbst ein Bein. Da ist zum Beispiel das M√ľtterchen, das (f√ľr die Geschichte ohne Belang) in den Baum gepustet wird. Da sie als Einzige den neuen Glauben verk√ľndet, sagt sich der Leser ‚Äě Aha ‚Äď das spielt in einer Zeit, bevor die Zwangschristianisierung einsetzte. Also ‚Äď fr√ľhes Mittelalter.‚Äú
Dass sich die Jungs zum Thing (es gibt verschiedene Schreibweisen, aber Ti-Ing ist mir noch nie untergekommen ‚Äď klingt wie eine Abk√ľrzung f√ľr ‚ÄěTiefbauingenieur‚Äú) l√§sst auf einen germanischen Volksstamm schlie√üen. Aber dann kommen die lustigen Namen wie: James Alexander, Mariella, Maximus, Joshua, Michaeli, Baudino, Hantha, Angus McPherson, Lizzy, Maithani ‚Äď na sehr germanisch klingt das nicht. Bist du sicher, dass die alle in ein und derselben Gegend wohnen?

Ohne die v√∂llig nebens√§chlichen Hinweise auf ‚ÄěThing‚Äú und die‚Äú G√∂tter‚Äú h√§ttest Du die Handlung locker in einer Zeit ansiedeln k√∂nnen, wo man schon Geldwirtschaft kannte (der Witwengroschen kann also gar nicht auftauchen), wo es vielleicht schon Gasth√§user gab (wo man allerdings auf den 1736 erstmals erw√§hnten Whiskey wohl noch verzichten musste), wo sich auch Bauern unter Umst√§nden ein Seidentuch leisten konnten und wo man vielleicht schon einen Pfandleiher kannte.

Ob sich eine mittelalterliche B√§uerin ein (mehr jugendstilartig beschriebenes) Schmuckk√§stchen ausgerechnet auf einen ‚ÄěNachttisch‚Äú zu stellen vermochte und darin ihr Geld verwahrte, um unter anderem den ‚ÄěTierarzt‚Äú zu bezahlen, wage ich allerdings zu bezweifeln.
F√ľr v√∂llig unzeitgem√§√ü halte ich auch solche Begriffe, wie: Organzatuch, B√ľrger (hier geht es um Bauern!), warmen Kamin (wer hatte den schon), energiereiche Happen, Lachnummer (eine sehr moderne Wortsch√∂pfung), Weihnachtsgans u. √§.

Mir hat, ehrlich gesagt, diese historische Gemengelage ein wenig den Spa√ü am Lesen verg√§llt. Nat√ľrlich bin ich auch √ľber einige S√§tze und Wendungen gestolpert, die verbessert werden k√∂nnten. Aber dar√ľber sollte man reden, wenn der Text entschlackt und die Handlung historisch (einigerma√üen) passend ist.

Zum Schluss noch eine Passage, die ich inhaltlich nicht begriffen habe:

"Vor allen anderen hast du meine Br√ľste freigelegt, bezecht wie du warst. Sie seien schuld, dass du nicht mehr deinen ehelichen Pflichten nachkommen k√∂nntest, hast du gerufen... Und du hast nicht die begehrlichen Blicke der anderen Mannsbilder gesehen‚Ķ‚Äú
Seit wann sind die Br√ľste einer Frau Schuld an m√§nnlicher Impotenz? Ich w√ľrde eher auf das Gegenteil tippen. Und sooo h√§sslich oder gar absto√üend k√∂nnen die Dinger ja nicht sein, wenn sie die ‚Äěbegehrlichen Blicke der anderen Mannsbilder‚Äú auf sich ziehen. Ich habe es so verstanden, dass der Alte seine Angetraute mit dieser Handlung erniedrigen will. Nur das macht Sinn. Dass er sich damit letztlich wiederum selbst blo√ü stellt, ist nachvollziehbar beschrieben.

Zusammengefasst ‚Äď in meinen Augen noch eine Menge Arbeit, die sich aber durchaus lohnen k√∂nnte, denn der Grundgedanke hat was.

Gruß Ralph

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wieselchen
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Vielen Dank

f√ľr die ehrliche Kritik, Ralph.

Du hast mir eine Menge Punkte aufgezeigt, an denen ich noch arbeiten muss.
Die ganzen M√§nner zeigte ich auf, um einerseits die Zeitspanne bis in die Nacht zu f√ľllen, zum anderen aber auch um das Denken der damaligen Zeit und um den Charakter der Frau herauszuarbeiten. Dieses pragmatische Denken f√ľhrt letztendlich ja mit zu ihrer Entscheidung.
Mit der Zeit habe ich es mir zu einfach gemacht, die ganzen Ungereimtheiten waren mir nicht so bewusst, da muss ich tatsächlich noch mal in die Recherche und nacharbeiten.
Was das K√§stchen betrifft: Es entstehen gerade eine Reihe Geschichten, in denen das Schmuckk√§stchen auftaucht, begonnen mit der Entstehungsgeschichte - bis irgendwann einmal das K√§stchen zerbirst oder wieder in der Familie der Nachkommen des Erstellers landet. F√ľr mich machte es also durchaus Sinn, dieses K√§stchen hier auch als einen entscheidenden Punkt einzubauen, aber das wird - Verzeihung - erst dann klar, wenn man den Hintergrund kennt.
Die Passage mit den Br√ľsten stand tats√§chlich f√ľr eine der vielen Szenen, in denen Marianas Mann versuchte, sie zu dem√ľtigen, das hast Du schon sehr richtig erkannt.
Alles in Allem habe ich nun eine Menge zu tun...

Vielen Dank noch mal

LG

vom wieselchen

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