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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Knucklehead Teil 2
Eingestellt am 04. 12. 2003 16:45


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bluesnote
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Ruff dachte, die Welt geh├Âre ihm und er brauche nur zu bestimmen, was gespielt wird. Alle w├╝rden zu ihm aufsehen und darauf warten, welche Spielregeln und Eins├Ątze er ausrief.
Schon am Morgen erfuhr Rufus von einem Informanten von der Polizeiaktion im Clubhaus und er schlo├č daraus, das sie ihn wahrscheinlich holen w├╝rden. Aber das war nicht sein einziges Problem, in letzter Zeit liefen immer mehr fremde Pferde auf seiner Bahn. Das Konkurrenz ihn angreifen k├Ânnte und ihm seinen Rang streitig machen w├╝rde, daran hatte er oft gedacht. Das ein Machtkampf zwischen ihm und einer rivalisierenden Organisation derma├čen eskalieren k├Ânnte, daran glaubte er bisher nicht. Er sa├č auf der Hauptwache im B├╝ro eines Inspektor Goldingers und seines Kollegen, der im Augenblick guter Polizist spielte und Kaffee besorgte.

Renner, Goldingers langj├Ąhriger Kollege war auf dem Weg zur├╝ck vom heiligen Kaffeeautomaten. Er geh├Ârte mit zur Sonderkommission, die noch in der Nacht gebildet wurde, direkt, als sie vom Tatort aus dem Gewerbegebiet kamen. Der Kommissar ereichte die T├╝r, die ins Verh├Ârzimmer f├╝hrte, wo sein Partner einem zwielichtigen Gesch├Ąftsmann und mutma├člichen Chef einer Bande hoffentlich inzwischen einige wichtige Details entlocken konnte.
Renner ├Âffnete die T├╝r und ging einen Schritt hinein, er sah auf den R├╝cken des ma├čgeschneiderten Anzugs von Edgar Rufus, dann in das Gesicht seines Kollegen. Beide sa├čen an einem nackten Tisch jeweils an den Stirnseiten.
> Herr Rufus! Ich m├Âchte ihnen jetzt eine Frage stellen. < Der Befragte nickte langsam.
> Haben sie einen Mord in Auftrag gegeben? <
> Nein! <
Renner hielt die Hand noch immer auf die Klinke der offenen T├╝r und sch├╝ttelte innerlich den Kopf. Was f├╝r Fragen sein Kollege stellen konnte. Er wu├čte, das dieser Mann f├╝r sie eine harte Nu├č darstellte, die es zu knacken galt.
Der Polizist wandte sich um, sah noch einmal in den leeren Flur, dann schlo├č er die T├╝r.

Ihr Gl├╝ck war es, auf dieser Party nicht erschienen zu sein.
Die sechs hatten beschlossen, ihren Traum vom S├╝den endg├╝ltig wahr zu machen und auf Tournee zu gehen, wie sie sich ausdr├╝ckten. Die M├Ąnner hatten noch an dem Morgen ihres Freiheitsschwures ausgemacht, an welchen Orten sie sich zur ausgemachten Zeit Mann f├╝r Mann einsammelten. Es war nicht n├Âtig, und ganz und gar nicht in der N├Ąhe des Hauptquartiers, da├č sie auff├Ąllig in der Rotte fuhren.
Ihr Gl├╝ck war es weiterhin, das sie Rufus f├╝r einen Bericht nicht aufsuchen sollten, ein vom Pr├Ąsidenten eingesetzter Beobachter war aus der Entfernung bei der Tat dabei. Das war sicherer und brachte keinen mit irgend jemanden in Verbindung.
Sie konnten die Zeit f├╝r ein paar Stunden Schlaf nutzen und um Geld und Campingausr├╝stung zu besorgen.
Tom w├Ąhlte einen Platz, um auf die anderen zu warten, an dem er ihr ganzes Viertel ├╝bersehen konnte. Hinter einem Fenster ging ein sanftes Licht an. Er kniete im Gras am oberen Rand einer Senke, welches ihr Viertel einschlo├č. Hinter ihm begann das wilde Buschland. Sein Blick ruhte auf das milde Licht seines Elternhauses, wo Sie jetzt wie immer in der K├╝che das Abendessen herrichtete.
> Mutter <, fl├╝sterte er, > Mutter. <
> He! Willst du dort anwachsen oder mit uns auf Tournee? <
Sie waren ├╝ber einen Feldweg gekommen, den er vorher auch genommen hatte. Er war in Gedanken so mit Ihr besch├Ąftigt, das er Will und Bons KnuckleheadÔÇÖs nicht mal kommen h├Ârte. Tom erhob sich, drehte dem Heim seiner Eltern den R├╝cken zu. Er ging zu den anderen Jungs, die mit laufenden Motoren auf ihn warteten.
Ich hoffe, ihr passiert nichts, dachte er, als er auf seine Maschine stieg, startete und mit den beiden anderen hinter aufgew├╝hlten Dreck in den k├╝hlen Abend verschwand.

Sie fuhren in einen Sonnenuntergang, der staubig violett vor ihnen am Horizont stand. Die Maschinen donnerten ├╝ber den Asphalt.
Die M├Ąnner hatten inzwischen zusammengefunden. Es blieb ruhig in der Gruppe, bis auf einen Zwischenfall.
Auf einer Nebenstrasse fuhr ein Cabriolet von hinten heran. Der Fahrer ├╝berholte Will und kam an den wild geordneten Pulk nicht sofort vorbei. Laut hupend dr├Ąngte er sein Fahrzeug zwischen die Biker, was ein Fehler war. Bon fuhr neben den Wagen, packte den jungen Mann in den Nacken, hob ihn fast m├╝helos ein St├╝ck vom Sitz und stie├č ihn nach vorn. Der Fahrer war nicht angeschnallt und schlug mit der Stirn auf die Kante der vorderen Scheibe seines Wagens. Das Auto rollte nach rechts aus, bis es an eine Laterne stie├č. Blutend sackte der Mann auf seinem Sitz zusammen. Bon setzte nach, hielt und zog ein Stilett aus dem Schaft einer seiner Stiefel und stach in den Vorderreifen.
Bevor es zu weiteren Schwierigkeiten f├╝r den Mann im Wagen kam, war Will heran, > es ist gut jetzt! <

Einige seiner besten Jungs waren auf und davon, hatten mit ihrer Loyalit├Ąt gegen├╝ber ihm gebrochen. Ruff war schon lange nicht mehr der Meinung, seine M├Ąnner w├╝rden f├╝r ihn alles tun, bis in den Tod hinein. Um keine Revolte aufkommen zu lassen, setzte er ausgesuchte Spione ein. Einer davon meldete ihm die Flucht sechs seiner bew├Ąhrtesten M├Ąnner. Er f├╝hlte sich in seiner Eitelkeit als Pr├Ąsident der Perros gekr├Ąnkt. Sie waren abgehauen und hatten ihn somit verraten. Mit der Flucht seiner Leute f├╝rchtete er, das der Respekt, den man ihn entgegenbrachte, br├Âckelte. Noch ein Problem, das seine Angst n├Ąhrte, die Perros zu verlieren. Die Gang, welche er von seiner Jugend an f├╝hrte und bis zur heutigen Organisation mit all ihren Gesch├Ąften aufbaute.

Tom, Will und die anderen vier fuhren ihre zu Choppern umgebauten KnuckleheadÔÇÖs mit original 47er Rahmen. W├Ąhrend Tom mitten im Pulk fuhr, fuhr Will ganz hinten, dabei sah er oft in die Spiegel und suchte die Strasse in ihrem R├╝cken nach Verfolgern ab. Die Bullen selber w├╝rden sie so nicht entdecken, falls sie von der Polizei gesucht wurden, dann w├╝rde eine Stra├čensperre vor ihnen auf sie warten.
Du nimmst die n├Ąchste Kurve, schon sind sie da und erwarten dich!
Will gab Gas und fuhr an der Rotte vorbei, mit Handzeichen bedeutete er den Fahrern, das sie ihm nach rechts auf einen Parkplatz folgen sollten.
Es war fr├╝h, sie waren die Nacht durchgefahren. Das erste Licht des neuen Tages w├╝rde noch eine Weile auf sich warten lassen.
Das ist gut so, fand Will. Er stieg von seinem Motorrad und legte den Helm ab. Die M├Ąnner wu├čten, er hatte was vor und sie kannten ihn gut genug, er w├╝rde sich kaum von seinem Vorhaben abbringen lassen. Was immer es auch war, er w├╝rde sein Ding durchziehen, stumm sahen sie ihn nach, als er den Weg zur Tankstelle nahm.
Will betrat den Raum vor dem Schalter, es war ruhig so fr├╝h. Der Kassierer sa├č an seinem Platz hinter der Zahltheke und bl├Ątterte in einer Zeitschrift. Er war an das Aussehen verschiedenster Kunden gew├Âhnt, auch an den Anblick von Bikern in ausgebleichter Lederkleidung. Der T├╝rgong verklang, er schaute wieder in sein Magazin.
Niemand, der nicht auffallen wollte, betrat mit einem Helm ein Gesch├Ąft. Will vermied es, die eventuell eingerichtete Videokamera zu suchen, um nicht unbedingt sein Gesicht als Vollbild zu zeigen.
Er baute sich dicht an der Theke vor dem jungen Mann auf.
> Jetzt kassier ich<, er kam sofort zu seinem Anliegen. Der J├╝ngling vor ihm sprang von seinem Hocker, seine H├Ąnde gerieten aus WillÔÇÖs Blickfeld.
> Ach bitte, keine Tricks! < Will sprach und zog dabei einen 38er Chief Special ein St├╝ck weit aus der Jacke hervor. Der Kassierer kapierte sofort und h├Ąndigte ihm ein B├╝ndel Geldscheine aus, die er aus der ge├Âffneten Kasse entnahm. Zufrieden sammelte Will ein, > jetzt gehen wir beide ein St├╝ck spazieren! < Er schob den Kassierer vor sich in Richtung Hinterausgang. Sie gingen einen kurzen Flur entlang, passierten eine Eisent├╝r und standen mitten im Gr├╝nen. Hinter der Station gab es keine weitere Bebauung, nur ein h├╝geliges Gel├Ąnde, einige Dutzend Meter weiter begann ein Wald. > Na los, gehen wir noch ein St├╝ck! < Der junge Mann vor ihm wagte nicht, sich umzudrehen, er ging einfach weiter hinein in das wilde Land und dachte dabei an seine junge Familie. Er dachte daran, das seine Frau ihn geraten hatte, diesen Job nicht anzunehmen und er hoffte, sie und das Baby wiederzusehen.
Noch einen Schritt, und noch einer, und immer so weiter. Die Unsicherheit, was hinter ihm war, machte ihn nerv├Âs und der Gedanke daran, das er leben wollte, egal wie... .
Keine Chance im Moment, irgendeine Deckung in den R├╝cken zu bekommen, die Schonung war einfach noch zu weit weg. So ging er weiter auf wackeligen F├╝ssen.

Ein lauter Knall ri├č die M├Ąnner aus ihrer starren Anspannung.
> Du wirst dich eines Tages tot pissen! <
Sie maulten Mick an, der die T├╝r eines Dixie ÔÇô WCÔÇÖs zuschmiss, das am Rand einer Baustelle stand. Will erschien aus dem R├╝cken der Tankstelle. Er kam zu ihnen zur├╝ck mit einem B├╝ndel Geldscheinen in der Hand.
Schweigend setzte er seinen Helm auf, alle starteten ihre Maschinen. Jeder von ihnen hatte vor ihrer Abreise f├╝r gen├╝gend Geld gesorgt. Es war nicht richtig gewesen, durch diesen ├ťberfall Aufsehen zu riskieren. Doch der Rest der Bande wu├čte, knappe Finanzen spielten hierbei keine Rolle. Will wollte fortan als erster vorne fahren, ihnen anzeigen, das er den Gangleader machte.
Einzig und allein dieser Grund ÔÇô ich bin der Boss, da├č war es gewesen, was er ihnen anzeigen wollte, mehr nicht.
Sie fuhren ein St├╝ck weiter die Landstrasse entlang, bald bogen sie ab, alles blieb hinter ihnen zur├╝ck. Unbehelligt erreichten sie am Abend ihr erstes Etappenziel, einen See mit einem Wald davor. Der S├╝den war ihre Richtung und nicht weit entfernt von ihrem Rastplatz lag eine gro├če Stadt.

> Halt endlich still! <
Brian kniete mit dem R├╝cken zu Will, als ob in dieser Wildnis jeden Moment Englands Queen auftauchte, um ihn zum Ritter zu schlagen.
Will hielt das Gewehr erneut im Anschlag. Dabei legte er den Lauf der Waffe auf Brians breiter Schulter.
> Ruhig, Junge, ruhig. Jetzt halt doch endlich still, verdammt noch mal! <
> Wenn du mit deiner Zielerei nicht bald fertig wirst, werden wir sowieso vor Hunger eingehen <, sagte Brian.
> Wenn du nicht so zappeln w├╝rdest, h├Ątten wir schon l├Ąngs was im Bauch! <
Will nahm erneut Ma├č durchs Zielfernrohr, dabei suchte er mit dem Finger vorsichtig den Druckpunkt.
Auf einer Lichtung im Morgengrauen standen einige Rehe und ├Ąsten.
Kurz vor dem Schu├č und Brians Erl├Âsung brach Will ab. Er l├Âste den Finger vom Abzug und nahm den Lauf von Brian.
> Ich kann nicht! <
> Was ist? <
> Sieh selbst. <
Brian nahm Will das Gewehr ab und sah selbst durch das Zielfernrohr.
> H├╝bsche Kerlchen! < Eines der Rehe hatte mit dem Abweiden der Wiese inne gehalten und sah zu ihnen mit seinen gro├čen Augen hin├╝ber. Die Ohren des Tieres waren nach vorne gerichtet und lauschten. Im n├Ąchsten Moment tauchte ein Kitz aus einem sicheren Geb├╝sch auf. Brian sagte zu Will, > etwas weiter hab ich vorhin rammelnde Karnickel gesehen. Schie├čen wir lieber die ├╝berÔÇÖn Haufen! <

W├Ąhrend Will und Brian auf eine andere Seite des Waldsaumes gingen, beschlossen die ├╝brigen M├Ąnner ein Bad zu nehmen.
Sie zogen ihre Kleidung aus und liefen zu einem nahen T├╝mpel. Sie verscheuchten einige Enten, die laut schnatternd flohen, als sie sich in das eiskalte Wasser warfen.
Die Sonne kam kaum noch ├╝ber die hohen Wipfel der B├Ąume, die dicht am Rande des kleinen Sees standen. Bon stie├č sich den Kopf an einem faulenden Baumstumpf, der aus dem Wasser ragte. Die anderen spotteten, er solle sich gef├Ąlligst einen Helm aufsetzen.
Nach dem Bad betrachtete er angewidert seinen linken Arm, > mach das weg, mach das weg <, rief er.
Die anderen schauten fasziniert, zwei Blutegel hatten sich an seiner Haut festgesaugt. >Ok<, sagte Tom, > komm mit zum Lager, dort schneiden wir sie von deiner Haut los. <
Der L├Ąrm eines Motorrades lie├č sie aufhorchen. > Schei├če, einer von uns h├Ątte als Wache bei den Zelten bleiben m├╝ssen! <
Nackt und in aller Eile rannten sie einen moosbewachsenen Hang hinauf, > He! Und was ist mit mir? < Bon blieb als einziger stehen und sah ihnen nach.
Am Lager angekommen, sahen sie, das ihr Zeug durchw├╝hlt war. Sie h├Ârten noch immer das Motorenger├Ąusch. Wahrscheinlich kam der Fl├╝chtende nicht so schnell weg auf dem sandigen Feldweg.
Eilig zogen sie ihre Sachen an, > verdammt, meine Weste ist weg. Dieses Schwein hat meine Kutte geklaut! < Tom waren die anderen nicht schnell genug. Nur mit seiner Hose bekleidet sprang er barfu├č auf die Knucklehead, startete und nahm die Verfolgung auf.
Wie ein Irrer jagte er den Weg entlang, die Maschine brach st├Ąndig nach links und rechts aus. Er sah den Verfolgten, der mit seiner vorsichtigeren Fahrweise schneller vorankam, den Rand der Strasse erreichen. Und er sah, das der Dieb auf seiner Kutte sa├č, dessen Aufschl├Ąge links und rechts vom Sattel hingen und im Fahrtwind flatterten. Gl├╝hend vor Wut drehte er den Gasgriff auf, die Maschine machte einen Satz, dann lag Tom auf der Seite im Staub.
Der Motor erstarb, er rieb sich die Augen frei, ein Schatten fiel auf ihn. Als er aufschaute, sah er ein verwittertes, h├Âlzernes Schild.

WARNING!

AREA OF

HIJAS DEL CAMINO

ÔÇŽ it is better
you disappears from here!

Die anderen tauchten neben ihm auf und lasen das gleiche. Keiner sagte etwas, nur Mick begann zu lachen und hieb sich dabei mit der Hand auf den Schenkel.
> Sieht aus, als h├Ątte dich eine Tochter der Strasse beklaut! Ich hab von ihnen geh├Ârt. Und nichts gutes! <

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