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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Knucklehead Teil 3
Eingestellt am 05. 12. 2003 17:06


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bluesnote
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Rufus faltete die Zeitung zusammen, nahm die frische Tasse Kaffee, lehnte sich zurĂŒck und schlug bequem die Beine ĂŒbereinander. Er saß in seinem Club am Ende der Strasse. Der PrĂ€sident drehte sich nach einer halb nackten Tabledance – Queen um, die ihm ein gestohlenes Handy reichte, an dessen Ende jemand zur vereinbarten Zeit mit Informationen wartete. Er erfaßte den schlanken Arm des MĂ€dchens und mit leichten Schwung landete sie auf seinem Schoß.
> Ist der Adler gelandet? < Ruff lauschte mit dem GerÀt am Ohr.
> Ja! Auf seinem Flug hat er ein Nest geplĂŒndert. <
> Ist sein scharfes Auge blind? <
> Blind und ahnungslos! <
Edgar Rufus informierte sich ĂŒber Weg und Richtung der Verfolgten. Dann legte er auf mit dem Hinweis, das er genĂŒgend seiner Leute fĂŒr die Jagd entsenden wĂŒrde. SpĂ€ter wollte er sich dann wieder melden. Zwischen den niedlichen Titten der TĂ€nzerin hindurch sah er auf das Handy, als könne er auf dem Display die Verfolgung bildlich sehen.
Er begann zu schwitzen, aber nicht, weil die Kleine ihre festen BrĂŒste in sein Gesicht drĂŒckte. Ihm wurde bewußt, er hatte gerade den Fehler eines blutigen AnfĂ€ngers begangen.

Sie machten sich bereit fĂŒr die Suche nach Tom’s Kutte. Da ihr Rastplatz nun verraten war, rĂ€umten sie ihr Campingzeug zusammen, jeder packte sein Zelt gerollt hinter dem Sattel. Mick war als erster fertig und ging noch einmal weit hinein den Wald. > He, was rennst du so weit zwischen den BĂ€umen, willst du einen See anlegen? < Die MĂ€nner lachten.
Als Mick zurĂŒck kehrte, waren ihre Maschinen lĂ€ngs gestartet. Alle waren bereit fĂŒr ein neues Abenteuer.

Bonnie wußte, sie mußte auf dem sandigen Feldweg vorsichtig fahren.
Die Hija wĂŒrde mit der erbeuteten Kutte bei Carmen Ehre einlegen und die Chefin damit ĂŒberzeugen, das sie nun ein vollwertiges Mitglied der Töchter der Strasse war.
Die Hijas del Camino legten Wert auf Mut, aber auch auf Vorsicht. Die Regeln waren klar, eine davon war, selbst das hĂŒbscheste Gesicht unter einem Helm zu verbergen. Jegliche Schminke war verpönt, langes Haar mußte unter der Lederjacke verborgen werden. Sie trugen ihr Wappen auf der Haut, als TĂ€towierung auf der linken Schulter: die schwarze Lilie gepaart mit einem Schlangenkopf. Auch Bonnie war soweit, das Jahr der PrĂŒfung war um, sie wollte endlich unter der Nadel der Zeremonienmeisterin. Nur, wenn Carmen, Lilith’s erste Tochter ihr Ok gab und der blutige Odem der Göttin auf ihrer Schulter brannte, erst dann war sie eine von ihnen.
Eine echte Hija del Camino.

Sie brauchten nicht lange zu suchen, sie wurden gefunden.
Die MĂ€nner wagten es und fuhren in die Stadt ein. Sie bewegten sich durch die Viertel, versuchten, sich zu orientieren, einen ersten Anhaltspunkt zu finden. Biker treffen sich ĂŒberall wieder, jemand fuhr ihnen mit einer gut gepflegten Braker entgegen, hob die Hand und grĂŒĂŸte sie. Sie grĂŒĂŸten zurĂŒck.
> Sie zeigen keine Flagge. Man erkennt sie nicht ohne weiteres <, sagte ihnen Mick. Sie achteten auf Chopper und kamen dabei an das Ende einer Strasse. Weit hinter ihnen am anderen Ende tauchten in ihren RĂŒckspiegeln plötzlich MotorrĂ€der auf. Die Fremden standen dort, beobachteten sie nur.
> Wir fahren um den HĂ€userblock und versuchen in ihren RĂŒcken zu kommen<, rief Will. Sie brauchten es nicht mehr zu tun, um die Biegung herum erschienen vor ihnen Maschinen.
Die MÀnner fuhren in eine Nebenstrasse, jetzt verfolgt von ungefÀhr zwanzig Maschinen. Sie bemerkten, sie wurden geleitet. Sie bogen ab, sobald vor ihnen Ledernacken auftauchten und fuhren so eine Weile die Strassen entlang, bis ihre Fahrt in einem von HÀusern umschlossenen Hinterhof endete.
Sie hielten endgĂŒltig inmitten des großen Hofes auf dem Kopfsteinpflaster. Hinter ihnen kamen unter dem Torbogen eines Reihenhauses an die hundert Chopper hindurch. Die Hijas stellten sich unter dem Gedröhne ihrer Maschinen im Halbrund hinter ihnen auf. Die im Karree gebauten mehrstöckigen HĂ€user warfen den Widerhall der donnernden Motoren immer und immer wieder zurĂŒck.
Die MĂ€nner wußten, das, was jetzt zĂ€hlte, war Ruhe bewahren. Also stand ihnen jetzt nur zu, abzuwarten, was sich vor ihnen abspielen wĂŒrde.
Der Hof besaß einen Umfang von Hundert mal hundert Metern, in dreißig Metern Entfernung vor ihnen standen einige verrostete eiserne Tore, an denen bunte WĂ€scheleinen hingen. Rechts daneben hatte man mit Paletten eine behelfsmĂ€ĂŸige BĂŒhne aufgebaut, belegt war sie mit einem verschlissenen Perser-Teppich. Links und rechts davon standen einige FĂ€sser, deren unterer Rand durchlöchert war, provisorische Öfen fĂŒr die kĂ€ltere Jahreszeit. Alles sah aus, als wenn es schon ewig dort stehen wĂŒrde, Wind blies zwischen den HĂ€usern und ĂŒber den Hof, Staub erhob sich vom Boden, fegte in kleinen Wirbeln davon.
Auf der BĂŒhne stand ein Pult, daneben ein Fahnenmast. Aus einer HintertĂŒr erschienen zwei Frauen in Leder, eine davon hielt ein BĂŒndel aus dunklem Stoff. Die Frauen gingen zu dem Mast, falteten das BĂŒndel auseinander, kurz darauf hißten sie die Flagge der Hijas.
Der Hintergrund ein tiefblaues Samt, in der Mitte des Stoffes ein Kreis aus hellem Blau, darin eine schwarze Lilie, umschlungen vom Körper einer Schlange, der scheinbar im Nichts begann.
Der Kopf des Reptils war auf die umstehenden Bandenmitglieder gerichtet, mit glĂŒhenden Augen wurden sie beobachtet.
Das Maul der Schlange war weit aufgerissen, von einem der GiftzÀhne rannen einige Tropfen roten Blutes.
Das Zeichen der Hijas del Camino.

In dem Augenblick, als der Wind die Flagge entfaltete, betrat das obere Ende einer steinernen Treppe, welche die oberen Wohnungen erschloß, eine hoch gewachsene Frau. Ein Raunen ging durch die Menge der umstehenden Hijas, die PrĂ€sidentin betrat die BĂŒhne.
Hier, in ihrer Burg ließ sie ihr langes rotbraunes Haar seine Freiheit. Allen war es gestattet, hinter den Mauern ihrer Festung ihre Weiblichkeit zu zeigen. Auf die BĂŒhne begleitet wurde sie von zwei Mitgliedern der Bande, von der eine Toms Kutte hoch empor hielt, die andere eine brennende Fackel.
Die PrĂ€sidentin trat an das Pult, im letzten ersterbenden Gedröhne der Motoren hob sie beide HĂ€nde. Bei ihrer GrĂ¶ĂŸe sah das erhaben aus und als Ruhe herrschte, sprach sie.
> Es sieht so aus, als hÀtten wir hier ein paar Pisser, die nicht lesen können! < Bei diesem Satz sah sie die MÀnner an.
> Also, gut. Machen wir es ihnen auf eine andere Weise deutlich, was wir von ihren Besuch halten! < Allgemeines GelÀchter der Frauen ringsum, die erste Hija nahm die Fackel und kam damit Toms Kutte bedrohlich nahe.
> It’s your burnin’ Chapter <, hörte Tom eine der weiblichen Biker sagen, die mit dem Finger direkt auf ihn zeigte und ihn lĂ€chelnd dabei zuzwinkerte. Er schloß aus ihrer englischen Aussprache, das die Hijas nicht nur in dieser Gegend vertreten waren.
Tom hing an das KleidungsstĂŒck, es bedeutete ihm ein Teil seiner Freiheit. Blitzschnell zog er zwischen Hose und GĂŒrtel eine versteckte Beretta mittleren Kalibers hervor, > der Adler köpft die Schlange! <
Die Hijas im Halbrund hinter ihnen reagierten als erste, metallisches Knacken von HĂ€mmer und das Ratschen von Schlitten verschiedenster Schußwaffen war zu hören. Alle Fenster der HĂ€user waren mit den Töchtern besetzt, Handfeuerwaffen, darunter auch etliche Gewehre, zielten auf die kleine Gruppe. Irgend eine Mutter rief, > Kind! Nicht! <
Staunten die Perros vorher schon ĂŒber die Menge der eintreffenden Töchter, so wurde ihnen jetzt in vollem Umfang bewußt, wieviel grĂ¶ĂŸer ihr möglicher Gegner war. An vielen Fenstern standen gleich drei oder vier Hijas. Nach einem zweiten Überblick schĂ€tzten sie die Bande auf etwa vierhundert anwesende Mitglieder.
> Mach keinen Mist, Tom <, Will warnte.
Was sie jetzt brauchten, war Diplomatie, doch das brauchte Zeit.

Bevor es zu Verhandlungen kam, nahm eine andere Aktion ihren Lauf. Angestiftet von den Perros selbst, aber den Perros, welche jetzt ihre Feinde waren.
Alle waren sie im Hof und an den Fenstern versammelt. Niemand achtete auf den Eingang, die HausunterfĂŒhrung, welche den hauptsĂ€chlichen Zugang in das Innere des Quadrats ermöglichte.
Einige Blendgranaten flogen auf sie zu. Beim Aufschlag wurde vorerst allen die Sicht vernebelt, dann wurde geschossen.
> Abhauen! Los, abhauen! <
Will schrie. Die Jungs um ihn begriffen sofort, das sie vorerst zu Fuß die Flucht durch die HintertĂŒren der HĂ€user antreten mußten. WĂŒrden sie versuchen, mit ihren MotorrĂ€dern durch das Portal zu fliehen, wĂŒrden sie in das Feuer des Gegners hinein fahren und gleichzeitig von den Hijas hinterrĂŒcks erschossen werden; die sofort wĂŒtend auf den Eingang schossen.
Die Töchter der Strasse blieben dort stehen, wo sie standen, viele duckten sich und gingen in die Combat-Stellung, zielten und schossen mit ihren Waffen ins Blinde hinein.
Im dritten Stock eines der HĂ€user ĂŒberrumpelten die Outlaws eine aufgebrachte Familie und besetzen einige Fenster, die eine gute Sicht auf den Hinterhof ermöglichten. Ob sie wollten oder nicht, sie hatten nun einen stillen Pakt mit den Hijas, waren VerbĂŒndete im Kampf.
Die erste Idee war die lebensrettende gewesen.
Kaum besetzten sie die Fenster, hörten sie mindestens eine automatische Schnellfeuerwaffe, eine tschechische Skorpion oder eine Uzi. > Wartet, bis der Nebel verfliegt, jeder Schuß ein Treffer! < Wieder war es Will, der den Befehl gab, der Nebel hob sich und wurde licht.
> Könnt ihr was sehen <, Tom wartete auf eine Antwort, die Hijas waren nun hinter der BĂŒhne und in den KellereingĂ€ngen in Deckung gegangen. Alle schafften es nicht, wagten nicht mehr, ihren Standort mitten auf dem Hof zu verlassen, aus Angst, dem Gegner einen Moment zu lang den RĂŒcken zu kehren.
> Die Schweine halten einfach die LĂ€ufe in den Eingang und schießen blind! < Tom machte die anderen darauf aufmerksam, ein glĂŒcklicher Umstand fĂŒr alle, die mitten im Hof standen. Bisher lagen nur einige Verletzte am Boden, Bonnie wurde angeschossen. Sie humpelte und versuchte, irgendeine Deckung zu erreichen.
Tom sah es. Er konnte sich nicht darĂŒber freuen, die Diebin so getroffen zu sehen.

> Ich muß auf den Hof! < Noch ehe jemand protestieren konnte, drehte Tom sich um und rannte die Treppen hinunter auf den Platz zu Bonnie. Er umfaßte sie mit einem Arm, zog sie zu den HĂ€usern zurĂŒck. Dabei beobachtete er den Eingang, in dem jetzt ein Schatten erschien. Die Waffen der Hijas vor ihnen schwiegen im Moment, um sie nicht zu treffen, aber von oberhalb aus den Fenstern hörten sie SchĂŒsse. Der Schatten fiel, Tom’s Leute gaben ihnen Feuerschutz. Plötzlich stĂŒrmten mehrere Leute den Eingang, sie feuerten dabei aus automatischen Waffen. Er erkannte ihren eigenen Clan – Perros.
Sie wurden nicht getroffen, da die Angreifer zu sehr damit beschĂ€ftigt waren, die Gefahr von oben möglichst klein zu halten. Tom konnte Bonnie endlich in einen der KellergĂ€nge zerren, nebenbei bemerkte er, das seine Kutte nun endgĂŒltig brannte.
Frauen bedeuteten ihnen nicht mehr, als Sex und Vorzeigeobjekt. Die MĂ€nner tĂ€tigten alle GeschĂ€fte unter sich, Frauen teilten ihr Leben nur insofern, das sie fĂŒr Verpflegung und Sex zustĂ€ndig waren, mehr nicht. Tom dachte darĂŒber nicht anders, war er doch in dieser Gemeinschaft erwachsen geworden, die wie verschiedene Völker in verschiedenen LĂ€ndern auch ihren eigenen Kult und ihre Rituale besitzen.
Nun war es jedoch anders, Tom erkannte den von außen erzwungenen Pakt der beiden Gruppen an und somit waren die Hijas fĂŒr ihn ebenbĂŒrtige KĂ€mpferinnen und Eidgenossen.
Von unten vom Kellereingang her sahen sie den letzten sich verflĂŒchtenden Nebel, dafĂŒr lag jetzt der Rauch der heißen WaffenlĂ€ufe ĂŒber ihnen und die Luft war geschwĂ€ngert von dem stickigen Geruch öliger Magneten. > Ich muß nachladen <, sagte Bonnie zu Tom.
> Du brauchst einen Arzt <, erwiderte Tom. Eine Kugel hatte ihre linke Wade durchbohrt, ein glatter Durchschuß.
> Tut mir leid, das mit deiner Kutte. <
Tom zuckte mit den Achseln, > ist halt Kult! Nicht mehr zu Ă€ndern, ist aber jetzt auch nebensĂ€chlich. ZunĂ€chst mĂŒssen wir hier rauskommen. < Weiter kam ihre Unterhaltung nicht, Tom half mit, eine blutende, vor Schmerz schreiende Hija festzuhalten.
Die Angreifer schafften es jetzt auch, trotz der Masse der Hijas den Hof zu stĂŒrmen.
Die Verteidiger griffen daher nun zu einer anderen List, sie gingen durch die Flure der HĂ€user und versuchten den Feind von außen anzugreifen. Im Keller nahmen sie bereit gestellte Molotow-Cocktails mit. Oben schaffte es Will, seine Chief Special gegen ein Repetiergewehr von einer der Hijas zu tauschen. Er zog den BĂŒgel nach unten, eine leere HĂŒlse fiel aus, dann wieder nach oben. Anlegen, Schießen, Laden, Anlegen, Schießen, Laden, Anlegen, Schießen, Laden. Bei jedem Schuß fiel auf dem Hof ein Mann.

Abgelegen vom Portal zum Hof standen die Maschinen des Gegners. Die Wache war schnell ĂŒberwĂ€ltigt, brennende Sprit-Cocktails landeten in den Haufen geparkter Bikes und steckten die meisten davon in Brand.
Mit den schwarzen Rauchwolken kam eine ĂŒberwĂ€ltigende Wut ĂŒber die Töchter der Strasse. Die Stecher der Waffen hĂ€mmerten im Akkord, Kugel um Kugel verließ die LĂ€ufe. Im tödlichen Hagel dieses Straßenkampfes mußte der Gegner aufgeben und die Flucht zu Fuß antreten, wer noch fliehen konnte. Die restlichen Cocktails flogen ihnen hinterher, einige liefen noch ein StĂŒck weit als lebende Fackel, bevor sie sich auf den Boden wĂ€lzten und verzweifelt versuchten, die Flammen zu ersticken. Doch die Flammen waren seit der ersten Kugel entfacht und brennendes Benzin ist eine furchtbare Waffe. Aus der Ferne ertönten erste Sirenen.
In diesem Reigen aus Alarmsirenen, schreienden Menschen, Pulverdampf und dem Geruch nach blutigen Eisen dröhnte aus dem Portal heraus der Sound von ĂŒberdrehten Motoren. Will’s Gang nutzte die letzte Gelegenheit, um auf ihren Choppern zu fliehen. Tom hatte den Anschluß gefunden, aus der Menge von kĂ€mpfenden, zwischen Verletzten und Toten hindurch mußten sie abhauen.
Den brennenden, schmorenden Asphalt unter die RĂ€der nehmen. Wieder hatten sie der Allgemeinheit einen Grund gegeben, sie zu hassen.

Er fand, er war ein Idiot. Ruff konnte seinen Informanten nicht erreichen, das gestohlene Handy hatte die Nummer des SpĂ€hers nicht gespeichert. Er versuchte es noch mal, drĂŒckte auf MenĂŒauswahl, wĂ€hrend er mit der linken Hand die schwere Limousine steuerte. Nichts! Leer.
Dem Informant wurde die Nummer des GerĂ€tes mitgeteilt, als er vom Club aus startete. Doch niemand dachte an die Funktion, Telefonnummern bei Bedarf nicht anzeigen zu lassen. Und es gab keine Notiz ĂŒber die Nummer des SpĂ€hers. Niemand merkt sich heutzutage mehr eine Telefonnummer, Speicher und Notizfunktionen haben das menschliche GedĂ€chtnis ersetzt.
Scheiße, Ruff’s einziger Gedanke im Moment.
Er konnte auch seinen Fahrer nicht erreichen, also fuhr er selbst.
Er war auf die Schnelle abgereist. Ruff fragte sich, wann war er das letzte Mal Motorrad gefahren?
Egal, der starke, schnelle Wagen wĂŒrde ihn rechtzeitig hinbringen. Sie waren auf Landstrassen gefahren, um Fluchtmöglichkeiten nutzen zu können, er und seine JĂ€ger nahmen Autobahnen.
Rufus fĂŒhlte sich allein, sein einziger Trost; neben ihm auf dem Sitz lag ein stĂ€hlerner Buchhalter aus Chicago. Ruff wĂŒrde die Sache selbst in die Hand nehmen.
Es war zudem ein Fehler gewesen, die FlĂŒchtenden so lange am Leben zu lassen. Rufus konnte sich nicht mehr auf diese MĂ€nner verlassen. Er fragte sich, wann wĂŒrden sie singen, sollten die Bullen sie zuerst fassen
In dieser Situation versuchte er ein letztes Mal seinen Chauffeur ans Handy zu bekommen. Er nahm sich vor, wenn er ihn zu Gesicht bekam, wĂŒrde er mit einer Kugel dafĂŒr sorgen, das er auf dem anderen Bein auch noch hinkte.

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