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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Kurzromanausug
Eingestellt am 05. 11. 2005 06:55


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Treblegne
???
Registriert: Oct 2005

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Ich habe an den ersten paar seiten schon ziemlich rumgefeilt und wĂŒrde mich ĂŒber stilistische Tips und Anregungen freuen.

Eine kleine Geschichte des langsamen Sterbens

Es war noch fast ganz dunkel in dem Zimmer. Aus seiner Position konnte Michael noch nicht mal die TĂŒr sehen. Er versuchte sich ein wenig aufzurichten, aber die breiten Lederriemen, die ihn an Armen, Beinen und Brust am Bett fixierten, hinderten ihn daran, seine Lage auch nur ein wenig zu verĂ€ndern. Er konnte gerade mal seinen Kopf ein wenig zur Seite drehen, das war aber auch schon alles. Michael, oder Mitch, wie ihn alle nannten, die ihn etwas besser kannten, ließ seinen Kopf wieder matt in das seiner Meinung nach viel zu dĂŒnne Kissen zurĂŒcksinken. Seine Zunge fĂŒhlte sich pelzig an und er hatte riesigen Durst. In seinem Kopf war so ein undefinierbares, dumpfes GefĂŒhl, alles schien ihm gleichgĂŒltig zu sein. Er war auch nicht richtig wach, meinte er. „Irgendwie muss ich mich bemerkbar machen, dass ich etwas zu trinken bekomme“, dachte er noch, aber dann war er auch schon wieder eingeschlafen.
Viel zu grelles Licht schlug ihm ins Gesicht. Es tat richtig weh und bohrte sich tief in seinen so schon schmerzenden SchĂ€del. Vorsichtig versuchte er seine Augen zu öffnen. Es tat noch mehr weh und er beschloss sie wieder zu schließen. Nach einiger Zeit dann der zweite Versuch. Etwas besser. Er war immer noch ans Bett gefesselt, im wahrsten Sinne des Wortes und konnte sich somit immer noch nicht bewegen. Seltsamerweise war ihm das ziemlich egal.
„Herr vom Bourg, sind sie jetzt endlich wach?“ waren die ersten menschlichen Worte die er, seit dem sie ihm diese wahnsinnig schmerzhafte Spritze in seinen GesĂ€ĂŸmuskel stachen vernahm. Er versuchte zu antworten, aber es kamen nur seltsam lallende Laute ĂŒber seine spröden Lippen. „Mein Gott hilf mir,“ schoss es ihm durch den Kopf, „ich kann nicht mal richtig sprechen, wie soll ich denen sagen, dass ich durst habe?“
Eine Frau in einem weißen Gewand, wie es Krankenschwestern dieser Klinik in der Bezirkshauptstadt zu tragen pflegen, hielt ihm ein Glas an die Lippen, wĂ€hrend sie ihm mit der anderen Hand dem Kopf ein wenig anhob. Er versuchte zu trinken, aber das Meiste floss ihm wieder links und rechts aus seinen Lippen auf seinen Hals und dann seitlich auf das Laken unter seinen Schultern. „Können die jetzt meine Gedanken lesen?“ schoss es ihm durch den Kopf. „Chab b bee iii hhhhhhhhhh“ war alles was ĂŒber seine Lippen kam als er mĂŒhsam versuchte zu fragen, wie lange er geschlafen habe. Nichts funktionierte mehr richtig. „Was haben die mir da nur gespritzt?“ war das Letzte, das er noch denken konnte, dann war er wiederum eingeschlafen.
Die Sonne schien unertrĂ€glich durch das vergitterte Fenster und heizte Michaels Körper unertrĂ€glich auf. Er war gerade wieder aufgewacht und verspĂŒrte schon wieder großen Durst. Niemand schien sich außer ihm in dem Zimmer aufzuhalten und so versuchte er sich ein wenig umzusehen, was ihn wieder schmerzhaft daran erinnerte, dass er am Bett festgeschnallt war. Fixiert, wie sie das nannten. „Warum?“ dachte er, „warum bin ich hier festgeschnallt?“ Er versuchte sich krampfhaft zurĂŒckzuerinnern, wie er in diese Lage gekommen ist. Schleierhaft war da etwas, wie vier Krankenpfleger die ihn am Boden festhielten und auf ihn einredeten, vor seinem geistigen Auge. Aber warum hielten sie ihn Fest? Nichts, gar nichts weiter fiel ihm dazu ein. Ein Black-out, wie er es schon so oft erlebt hatte. Das erste Mal damals, er war gerade erst 18 Jahre geworden und hatte versucht mit Rohypnol und Alkohol in ein „besseres“ Leben abzuhauen. Damals ist er erst nach zweieinhalb Tagen in einer Ă€hnlichen Lage in einem Krankenhaus aufgewacht. Zwar war er da nicht fixiert, dafĂŒr waren ĂŒberall an seinem Körper Kabel und SchlĂ€uche und rings um ihn herum piepsende Monitore gewesen. Er brauchte fast eine Woche, bis er das erste Mal aus dem Bett aufstehen konnte und da auch nur, um zum Krankenwagen zu gehen, der ihn dann in die psychiatrische Klinik brachte. Damals fing seine traurige, endlos lange Kariere in der Psychiatrie an. Das war jetzt fĂŒnfzehn Jahre her und dauerte immer noch an. Wenn er sich recht besann, war er in dieser Zeit jedes Jahr mindestens drei Mal in irgendeiner Klinik.

Fortsetzung folgt (Vermutlich hier)
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Alles beeinflusst alles und wird von allem beeinflusst (Inka Weisheit)

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Inu
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Hallo Treblegne

Das ist gut und klar geschrieben. Mich interessiert die Geschichte Deines Protagonisten und ich wĂŒrde gern mehr darĂŒber lesen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Inu

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Jens Traumgang
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2005

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Hi Treblegne

Deine EinfĂŒhrung des Protagonisten bewirkt, dass ich gerne mehr lesen wĂŒrde - sowohl einen RĂŒckblick, was ihn dorthin gebracht hat, als auch, was ihm noch widerfĂ€hrt. Dieses Interesse kam aber erst auf, nachdem ich mich durch den ersten Teil des Textes "durchgezwungen" habe. Dieser wirkt leicht abgehakt - ich kam nicht richtig in einen Lesefluss. Am deutlichsten wird das in dem Bereich, den ich hier ausgeschnitten habe, war aber fĂŒr mich auch abgeschwĂ€cht in anderen Teilen des Textes vorhanden.
Des weiteren solltest du meiner Meinung nach Aussagen wie "nach einiger Zeit" ersetzen/ ergĂ€nzen durch eine Beschreibung, was passierte, da diese sonst zu leicht ĂŒberlesen/ ĂŒbergangen werden, ohne dass es die Wirkung hat, die du vermutlich im Sinn gehabt hast. Ich habe das so verstanden, dass er aus Schmerz und Erschoepfung wieder in einen halbbewussten Daemmerzustand zurĂŒcksinkt, bis er es erneut versucht. Versuch doch mal zu beschreiben, was er in diesem Zustand noch wahrnimmt. Z. B.:"wie lange er brauchte um sich erneut zu sammeln, wusste er nachher nicht mehr. Nur das Klappen der ZimmertĂŒren und geschĂ€ftige Quitschen von Birkenstocklatschen auf dem Linoleum- Boden drangen gedĂ€mpft wie durch Watte zu ihm durch, ohne dass er sie aber bewusst wahnahm."

quote:

Viel zu grelles Licht schlug ihm ins Gesicht. Es tat richtig weh und bohrte sich tief in seinen so schon schmerzenden SchĂ€del. Vorsichtig versuchte er seine Augen zu öffnen. Es tat noch mehr weh und er beschloss sie wieder zu schließen. Nach einiger Zeit dann der zweite Versuch. Etwas besser. Er war immer noch ans Bett gefesselt, im wahrsten Sinne des Wortes und konnte sich somit immer noch nicht bewegen. Seltsamerweise war ihm das ziemlich egal.
„

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