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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Lass die Leute reden!
Eingestellt am 17. 01. 2009 17:18


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Klatschmohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2009

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Wir saßen beim Kaffeetrinken. Nachdem wir unsere Wege erledigt haben. Ich nahm gerade einen großen Schluck von meiner heißen, frisch aufgeschĂ€umten Honigmilch, als sich die TĂŒr des Ladens öffnete und Kenny hineingerannt kam. „Hallo“, strahlte er uns begeistert an. „Hallo, komm setz dich“, luden wir ihn zu uns an den Tisch. „Papa kommt auch gleich“. NatĂŒrlich. Thorsten. Und ich freute mich darauf, ihn nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Er nahm am Tisch Platz, bestellte sich einen Kaffee und seinem Sohnemann einen heißen Kakao und eröffnete das GesprĂ€ch mit der Frage: „Wohnst schon hier?“ „Nee, noch nicht. Aber die Woche bin ich hier. Da habe ich Zeit mich mal umzuschauen!“ Er selber sei gerade auf Kurzarbeit. Und nachdem wir allesamt ein bißchen geredet hatten, fragte er meinen Liebsten, ob er eine Rauchen gehen wollte. Draußen. Nö, ihm war nicht danach. Aber der Junge schnappte das Wort Rauchen auf. Er muss wohl irgendwann im Zusammenhang mit diesem Wort das Synonym KIFFEN aufgeschnappt haben. Und rief nun quer durch den ganzen Laden: „Ihr wollt KIFFEN?“ Die Leute um uns herum taten so, als hĂ€tten sie das nicht gehört. Aber das hatten sie, sie konnten sich gar nicht verhört haben. Sein Vater, derartige Vater-Sohn-Situationen offensichtlich gewöhnt, bemĂŒhte sich zuerst einmal, ihm den Unterschied zwischen Rauchen und Kiffen zu erklĂ€ren. Da zeigte der lachende Junge mit dem ausgestreckten Finger auf seinen Vater und schrie freudestrahlend: „Freilich kiffst du. Hat dich doch neulich der Olli gefragt ...!“ Oh je. Wenn die GĂ€ste um uns herum beim ersten Mal vielleicht noch glaubten, sich verhört zu haben, so war das jetzt eindeutig. Die Ă€ltere Dame am Tisch hinter uns schaute sich uns um. Ihr Blick traf den meinen. Ihr Gesicht verzog sich zu einer abfĂ€lligen Miene. „Die Leute“, flĂŒsterte ich Thorsten ketzerisch zu. „Sind mir scheißegal.“ Mein Liebster stimmte zugleich in die Melodie des Liedes „Lass die Leute reden“ (von den Ärzten) ein. Und ich kam aus dem Lachanfall nicht mehr heraus. Mein Lachen stachelte den Jungen weiter an. Er ahnte nicht, was er angerichtet hatte, bemerkte aber wohl, dass es das Wort KIFFEN gewesen sein muss, dass die Erwachsenen um ihn herum in diese Situation gebracht hatte. Und so nahm er das Wort noch einige Male in den Mund, bis sein Vater schließlich zu ihm durchdrang, und ihm seelenruhig und pĂ€dagogisch wertvoll erklĂ€rte, dass KIFFEN so was wie Drogennehmen ist. Und das wĂŒrde er, sein Papa, ja ganz gewiss nicht machen. Autsch. Der Junge war sichtlich getroffen. „Ich wusste doch nicht!“ Nun begriff selbst er, warum alle um ihn so seltsam reagierten. Ich lachte noch immer. Ich lachte auch noch, als wir kurz darauf den Laden verließen.

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