Du säuselst mir ins Ohr mit Deiner Macht
Und saugst aus mir die Kraft und das Gesunde.
Ich zögere nicht eine Schrecksekunde,
Wie gern verderbe ich in Dir ganz sacht.
Du träufelst mir den Seim in offne Wunde:
Die Süße lässt sie schwären Tag und Nacht.
Am Ende hast Du mich so umgebracht,
Und ich genoss dabei noch jede Stunde.
Du kräuselst leicht die stolz geschwungne Braue,
Und gleich vergehe ich in kalter Angst.
Wenn ich Dir in die grünen Augen schaue,
Erfühle ich sofort, was Du verlangst:
Du herrschst im Schloss, das ich für Dich erbaue,
Weil Du mit Deiner Liebe mich bezwangst.
Ich dachte zunächst an eine schwere Krankheit.
Dann sah ich: Es ist die Liebe.
Beim Schreiben der ersten beiden Sätze erkannte ich: sie ist hier die Krankheit, die gar mit dem Tod endet, wörtlich oder im übertragenen Sinne.
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Copy-Left, samisdada
in der Tat wird eine durchaus problematische Unterwürfigkeit thematisiert, die man vielleicht auch als Hörigkeit auffassen könnte. Auch im Dienen kann Erfüllung und Seligkeit sein - auch wenn das hier durchaus zwiespältig ist und auch so beschrieben wird.
Danke fürs Ausgraben!
LG W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"
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