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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Liebesdrama
Eingestellt am 11. 08. 2002 13:44


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Ghostwriter
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Angel┬┤s Geheimnis
Teil I

Es ist ein wundersch├Âner Tag, die Sonne scheint und eine k├╝hle Brise streift durch das Feld. Ein Ausritt ist das beste, was man nach einer anstrengenden Schulwoche machen kann. Langsam reite ich nach Hause und genie├če die Ruhe. Als ich zu Hause ankomme sehe ich einen Pferdetransporter auf dem Hof stehen. Neugierig, wie ich nun mal bin gehe ich in den Stall und schaue mich nach dem neuen Pferd um. Schnell stelle ich mein Pferd Gletscher in seine Box und schaue mich weiter um. Nur zwei Boxen weiter steht es, ich finde es immer sehr aufregend, wenn ein neues Pferd in unseren Stall kommt. Und es ist dieses mal wirklich ein h├╝bsches Tier, eine rabenschwarze Stute mit einem gro├čen wei├čen Stern auf der Stirn. Sie ist anmutig, temperamentvoll und zugleich sanft und geheimnisvoll. Unruhig geht sie in der Box hin und her, schaut immer wieder zur T├╝r. Die Stute ist auch nicht besonders gro├č, einen kleinen Kugelbauch hat sie, aber ansonsten ist sie eine recht S├╝├če. Wehrend ich Gletscher putze ├Âffnet sich die Stallt├╝r und mein Vater und zwei mir unbekannte Leute kommen in den Stall. Das m├╝ssen die Besitzer der schwarzen Stute sein. Der Junge, er muss etwa in meinem Alter sein, geht in die Box und streichelt der Stute ein paar mal ├╝ber die Stirn. Dann verabschieden sie sich von meinem Vater und gehen. Wenig sp├Ąter kommt mein Vater zu mir und sagt: „So Jooana, ich kenne dein hohes Interesse, was neue Pferde bei uns im Stall betrifft. Der Besitzer der Stute dort vorne w├╝nscht, das niemand in die Box seiner Stute geht und sie auch nicht auf die Koppel bringt, es sei denn es ist ein Notfall. Das gilt auch f├╝r dich!“ „Wieso denn das?“ Frage ich, aber mein Vater antwortet nur: „Halte dich einfach an deine Anweisung!“ Ich schaue durch die Gitterst├Ąbe in Richtung der Stute. Es ist wirklich s├╝├č, wie sie ihren Kopf nach vorne streckt und an der Boxt├╝r schnuppert. Als ich am Abend in meinem Bett liege denk ich noch mal an den Jungen. Eigentlich ist er ja ganz niedlich, es ist nur ein wenig komisch, das keiner an sein Pferd rann darf. Nun ja, jetzt ist auch schon wieder Montag, was f├╝r ein Horror. Wie ich diesen Tag hasse, da hat man die ganze Schulwoche noch vor sich. M├╝de sitze ich an meinem Platz und warte auf Sarah, meine beste Freundin. Dann sehe ich v├Âllig unverhofft den Jungen, den ich am Wochenende im Stall gesehen habe in den Klassenraum kommen. Er scheint sich nicht gerade wohl hier zu f├╝hlen und wirkt sehr unsicher. Es sind schon fast alle im Raum und nur noch vorne in der ersten Reihe ist eine Bank frei. Er z├Âgert ein wenig, setzt sich dann aber an die freie Bank. Dann Klingelt es zum Stundenbeginn und Deven kommt wie immer erst jetzt in den Raum und st├╝rmt auf seinen Platz. Frau Jakopsen, unsere Klassenlehrerin ermahnt ihn wieder mal, bevor sie uns endlich den neuen Sch├╝ler vorstellt.„Ihr habt sicher schon mitbekommen, das wir einen neuen Sch├╝ler in unser Runde begr├╝├čen d├╝rfen. M├Âchtest du dich nicht lieber selbst der Klasse Vorstellen?“ fragt sie. „Eh... ja... hm... also, ich bin Ivano Belfore und komme aus R├╝cksbrunnen.“ Sagt er leise, als pl├Âtzlich ein lautes Krachen von hinten kommt. Die ganze Klasse lacht. Deven muss beim Kippeln wohl nach hinten gekippt sein. Hecktisch steht er wieder auf und fragt laut: „Iv?“ Der Junge schaut zu Deven und sagt: „Oh nein, las das bitte nicht wahr sein.“ „So, jetzt ist aber wieder gut. Deven, setz dich wieder und las uns endlich mit dem Unterricht beginnen!“ Als die erste Stunde endlich zuende ist geht Deven nach vorne und fragt wieder: „Iv... bist du das wirklich?“ „Eh, las mich in ruhe, OK? Ich bin nicht sonderlich scharf auf deine Gesellschaft.“ setzt Ivano ihm entgegen. Deven sieht sehr verwirrt aus und wendet sich ab. Wer h├Ątte gedacht, das ich Deven mal sprachlos erleben darf. Nach der Schule sitzen Sarah, Deven, Johannes und ich zusammen und reden ├╝ber Ivano. Ich frage Deven neugierig: „Sag mal, woher kennst du den neuen?“ „Ich komme doch auch aus R├╝cksbrunnen. Iv, sein Bruder Ali und ich waren damals die dicksten Freunde. Leider sind meine Eltern und ich dann weggezogen und wir haben den Kontakt verloren. Ich hatte ihn erst gar nicht erkannt. Er war doch fr├╝her immer so pummelig.“ erz├Ąhlt Deven. „Und wieso will er jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben, wenn ihr doch so dicke Freunde gewesen sein sollt?“ fragt Johannes gespannt. „Keine Ahnung, ich bin auch noch ein wenig irritiert. Vielleicht, weil unser Kontakt damals so schnell abbrach.“„Kann gut sein.“ Meint Sarah. „Ist Ivano fr├╝her auch schon geritten ?“ frage ich, doch Deven schaut mich nur verwundert an: „Iv und reiten? Wie kommst du denn darauf ?“ „Sein Pferd steht bei uns auf dem Hof, da liegt es doch nahe das er reitet, oder ?“ „Iv und ein Pferd?“ „Ja, ehrlich, eine schwarze Stute. Ist eine ganz h├╝bsche.“ „Wie kommt er denn zu so was?“ „Keine Ahnung, sie scheint ihm aber sehr viel zu bedeuten. Er will nicht, das irgend jemand auch nur in die n├Ąhe seines Pferdes kommt.“ „So ein Schwachsinn.“ Meint Sarah und sch├╝ttelt nur mit dem Kopf. Als ich dann am sp├Ąten Nachmittag nach Hause komme sehe ich Ivano, wie er seine Stute putzt. Sanft streift er mit der B├╝rste ├╝ber ihr Fell. Ihr schwarzes Fell gl├Ąnzt in der Fr├╝hlingssonne und die M├Ąhne weht, genau wie der Schweif leicht hin und her. Die beiden passen wirklich gut zusammen, Ivano┬┤s schwarzen Haare gl├Ąnzen genauso wie das Fell seiner Stute. Wenig sp├Ąter, nach dem ich mich umgezogen habe und Gletscher geputzt und gesattelt ist f├╝hre ich ihn aus den Stall, wo ich Ivano auf der Stute sitzen sehe. Er scheint ins Gel├Ąndereiten zu wollen. Ich schaue den beiden noch ein wenig nach. Also, ich w├╝rde mich nicht wundern, wenn die Stute ein Fohlen bekommt, denn ihr Bauch ist ganz sch├Ân dick. Das k├Ânnte auch der Grund daf├╝r sein, das keiner in ihre Box darf. Dann reite ich r├╝ber zum Platz und springe ein wenig mit Gletscher. So Ganz in Gedanken reite ich vor mir hin. Es w├╝rde bestimmt lustig aussehen, wenn Ivano und ich als Duo irgendwo auf einem Turnier reiten w├╝rden. Gletscher ist n├Ąmlich fast schneewei├č. Bei diesen vielen, eigentlich unsinnigen Gedanken merke ich gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Die Sonne geht schon unter, als Ivano von seinem Ausritt wiederkommt. Er scheint nicht zu merken, das ich in der Box von Gletscher bin, weil er leise mit der Stute spricht. Sie scheint ihm mit leisem Schnauben zu antworten. Dann legt er seinen Kopf an ihren Bauch. Ja, jetzt bin ich mir sicher, die Stute bekommt ein Fohlen. Mit einem kurzen r├Ąuspern mache ich auf mich aufmerksam. Ivano schrickt kurz auf. „Hi, ich bin Jooana, ich gehe auch in deine Klasse.“ Sage ich freundlich. „Sch├Ân f├╝r dich!“ antwortet er mir in einem seltsamen Ton, unfreundlich w├╝rde ich fast sagen. „Ich wollte doch nur... ein Gespr├Ąch mit dir anfangen, mehr nicht.“ „Ich hab kein Bock auf Gespr├Ąche, jetzt las mich in ruhe.“ Das ist komisch, wieso ist er so, wie soll ich sagen, unfreundlich, abweisend? Leicht anges├Ąuert gehe ich in mein Zimmer. Ich schaue aus dem Fenster, wehrend ich wieder ein wenig in meiner Phantasie schwebe. Naja, aber er scheint meine Freundschaft und die der anderen nicht zu wollen, was echt super schade ist. Auch die folgenden Tage h├Ąlt sich Ivano sehr zur├╝ck, lediglich beim Unterricht arbeitet er konzentriert mit. Doch in dieser Woche, es ist bereits Mittwoch, fehlt er in der Schule. Am Montagmorgen im Stall war er doch noch Kerngesund. Wer wei├č, auch ein Mustersch├╝ler hat mal keine Lust auf Schule. Als ich am Nachmittag dann wieder im Stall bin steht die Stute ganz unruhig in ihrer Box, ob Ivano in den Stall kommt? Ich bin am ├╝berlegen, ob ich die Stute nicht auf die Koppel bringen soll, aber mein Vater hatte es mir ja verboten. Egal, denke ich mir und ├Âffne leise die Boxt├╝r. Ich bin noch nicht einmal ganz in der Box drin als pl├Âtzlich die Stute ihre Ohren anlegt und steigt. So schnell wie m├Âglich schlie├če ich die Boxt├╝r wieder und weiche mit rasenden Herzschlag zur├╝ck. Die Augen der Stute sind weit aufgerissen und die N├╝stern stark aufgeplustert, mit immer noch angelegten Ohren schaut sie mich an. Ich atme tief ein und sage zu mir selbst: „Dann eben nicht!“ Mit zittriger Hand greife ich nach den Halfter von Gletscher und gehe zu ihn. Sanft streichle ich ihm ├╝ber die Stirn und fl├╝stere ihm zu: „Was f├╝r ein b├Âsartiges Tier, dabei wollte ich ihr nur was gutes tun. Komm Gletscher, ich bringe dich auf die Koppel.“ Als ich von der Koppel zur├╝ck komme sehe ich die Frau , die mit dabei war als die Stute neu in unseren Stall kam, in den Stall gehen. Wahrscheinlich ist sie Ivano┬┤s Mutter. Ich gehe ihr nach und als ich dann im Stall ankomme und sie mich sieht sagt sie freundlich: „Guten Tag!“ und geht in die Box der Stute. Mit angelegten Ohren schaut die Stute schnell zu ihr und die Frau sagt: „Ruhig Luna, was ist denn los?“ doch als sie die Frau erblickt spitzt sie ihre Ohren wieder und schnaubt entspannt. Behutsam b├╝rstet sie die Stute ab. Sie ist nicht lange da, schnell sagt sie zu mir noch „Ciao!“ und f├Ąhrt dann vom Hof. Zwei Tage sp├Ąter in der Schule, Sarah und ich sitzen schon auf unseren Platz und unterhalten uns. Als ich zur T├╝r sehe, sehe ich Ivano langsam und mit gesenktem Kopf in den Raum kommen. Ich beobachte ihn ein weile, doch pl├Âtzlich h├Âre ich Sarah sagen: „Hallo? In welcher Welt bist du denn gerade?“ „Sorry“ sage ich kurz und wende mich wieder zu Sarah. Nach einer weile kommt Deven zu uns und fragt: „Habt ihr Lust heut Abend mit in die Scheune zu kommen?“ „Klar, wer kommt noch alles mit?“ fragt Sarah „Johannes und Maik wollten auch kommen, ich wollte auch Ivano fragen, vielleicht hat er sich ja ein wenig beruhigt.“ „Ivano kommt bestimmt nicht mit, schau ihn dir doch mal an!“ Deven schaut zu Ivano und geht zu ihn. „He Ivano! Wieder gesund?“ „Kann dir doch egal sein!“ sagt er zu Deven und wendet sich ab. W├╝tend schl├Ągt Deven auf den Tisch und schreit ihn an: „Ich wollte nur ganz normal mit dir reden...schei├če...was hat dich so ver├Ąndert?“ Ivano springt auf und schreit Deven ins Gesicht: „Man, bist du so bl├Âd oder tust du nur so? Ich habe keinen Bock auf deine Gesellschaft oder auf die Gesellschaft von irgend jemand anderen hier, ist das jetzt endlich klar?“ Ivano greift nach seiner Tasche und will gehen, doch in dem Moment steht Frau Jakopsen in der T├╝r. „Was ist denn hier schon wieder los? Setzt euch auf eure Pl├Ątze und seit endlich still.“ Die Stimmung in diesem Raum ist bis aufs ├äu├čerste gespannt. So schnell ist Deven noch nie ausgerastet. In der Pause kommen Johannes und Deven zu Sarah und mir an den Tisch, Deven ist immer noch v├Âllig aufgel├Âst. „Was war denn mit dir los, Deven? So kennen wir dich gar nicht!“ sage ich zu ihn und er sagt ganz leise: „Der bringt mich zur Wei├čglut, ich kann das nicht nachvollziehen, er hat sich vollkommen ge├Ąndert.“ „Ach dann vergess’ den Kerl doch!“ sagt Johannes, der von der ganzen Situation so wieso voll genervt ist. „Last uns das Thema wechseln“ meint Sarah, die auch schon leicht genervt ist. Es ist schon heftig, wie die ganze Sache Deven an die Nerven geht. Selbst bei meinem Ausritt komme ich nicht auf andere Gedanken. Im gem├Ąchlichem Schritt reite ich zu der Lichtung, wo ich fr├╝her immer hin geritten bin um meine ruhe zu haben. Doch bereits auf dem kleinen Waldweg dorthin h├Âre ich ein fernen Schrei: „AAAAHHH...“ Schnell galoppiere ich zu der Lichtung, wenige Meter vorher bremse ich doch wieder und steige von Gletscher. Ich gehe zu Fu├č weiter. Als ich an der Lichtung ankomme verstecke ich mich hinter einem Baum. Ich sehe Ivano w├╝tend gegen einen umgekippten Baumstamm treten. Die schwarze Stute steht nur wenige Meter hinter ihm, die Ohren leicht nach hinten gedreht. Dann sinkt er zu Boden und schl├Ągt mit der geballten Faust auf den Boden. Seine Stute stupst ihn kurz mit dem N├╝stern an , schnappt nach seiner Jacke und zieht ihn nach hinten. „He, Luna. Muss das jetzt sein?“ Ivano liegt am Boden und schaut zu der Stute hoch, die an seiner Jacke herum knappert. Ich lasse ihn jetzt besser allein, nachdem, was er heute in der Schule gesagt hatte ist es wohl besser, wenn er mich nicht hier sieht. Ich reite zur├╝ck zum Hof. Die Sonne geht bereits unter, als Ivano auf dem Hof ankommt. Sandro, unser Stalljunge und Ich sind gerade beim F├╝ttern, als Ivano seine Stute in die Box f├╝hrt. Er ignoriert uns vollkommen, schnell aber behutsam reibt er sie trocken und geht relativ schnell. „Komischer Kauz.“ sagt Sandro leise zu mir und ich nicke nur kurz. Am n├Ąchsten Morgen kommt Sarah schon ziemlich fr├╝h zu mir in den Stall, die Stute war schon l├Ąngst nicht mehr im Stall. Sarah und Ich satteln unsere Pferde und beschlie├čen ein wenig auszureiten. Es ist ein sch├Âner Vormittag, Sarah und ich lachen viel und tratschen ├╝ber alles m├Âgliche. Wir reiten gerade einen breiten Waldweg entlang, als aus heiteren Himmel jemand an uns vorbei jagt. Gletscher springt zur Seite, genau in Sarahs Pferd Sanox. Ich bekomme ihn aber relativ schnell wieder unter Kontrolle. Wir schauen ihm nach und ich erkenne ihn, es ist Ivano. Sarah regt sich nat├╝rlich gleich wieder voll auf. Leicht verwirrt sage ich vor mir hin: „Das kann nicht sein, wenn er ein wenig Pferdeverstand hat tut er so was nicht!“„Was meinst du, Jooana?“ fragt Sarah und ich sage zu ihr: „Ivano┬┤s Stute ist hochtr├Ąchtig, normalerweise...“ „Was? Das darf doch nicht war sein, dem m├╝sste man das Pferd wegnehmen!“ „Sarah, nicht...wir wissen doch nicht was da vorgefallen ist, vielleicht ist sie ja auch durchgegangen!“ „Ach Quatsch, das glaubst du doch selbst nicht!“ Ich muss zugeben, so ganz sicher bin ich mir nicht. Gegen 14 Uhr sind Sarah und ich wieder auf dem Hof, nach dem Essen holen wir die beiden Ponys von der Koppel und albern ein wenig mit ihnen auf dem Reitplatz herum, lassen sie ├╝ber kleine Hindernisse springen und versuchen ihnen kleine Tricks beizubringen. Es ist schon Abend, Sarah will sich bereits auf dem Heimweg machen, als uns Ivano entgegen kommt. Es war so klar wie nichts anderes, das Sarah ihre Klappe nicht halten kann und sagt lautstark: „Oh Gott, ein hoch tr├Ąchtiges Pferd hetzt man doch nicht so durch den Wald! Dir m├╝sste man das Pferd wegnehmen.“ Ivano schaut sie entsetzt an, doch Sarah spricht weiter: „Du hast wohl ├╝berhaupt keine Ahnung, wie man mit Pferden umgeht!“ „Sarah, nein, halt endlich deine vorlaute Klappe!“ sage ich leise zu ihr, pl├Âtzlich steigt Ivano ab und kommt ohne Worte auf uns zu. Ganz nahe stellt er sich vor Sarah und schaut sie mit einem w├╝tenden Blick an. Es dauert eine weile bis Ivano endlich was sagt. „Die einzige, die hier von nichts eine Ahnung hat bist du! Und an deiner Stelle w├╝rde ich mich sehr zur├╝ck halten!“ man merkt es Ivano wirklich an, das er sich wirklich stark zur├╝ck h├Ąlt, aber Sarah scheint das in keinster weise zu interessieren und buttert noch mal nach: „Was willst du mir denn eigentlich?“„Auch wei├čt du, vergi├č es einfach. Ich kommuniziere nicht mit Menschen, die mir geistig unterlegen sind.“ Sagt Ivano, dreht sich weg und geht. „Wie soll ich denn das verstehen?“ fragt Sarah mich, doch ich schaue nur Ivano nach. „Also, ich geh jetzt. Bis Montag Jooana, ciao!“ „Ciao Sarah!“ Langsam gehe ich in denn Stall und stelle mich vor die Boxt├╝r von Ivano┬┤s Stute. „Es tut mir leid, wegen Sarah!“ sage ich leise zu ihn, er schau mich an und meint: „Wieso entschuldigst du dich f├╝r ihr verhalten?“ „Sie ist halt manchmal sehr voreilig und sieht viele dinge nur schwer ein, ich wollte nicht, das du das irgendwie falsch verstehst.“ „Ich denke, bei ihrer aussage gibt es nichts falsch zu verstehen. Ihr habt euch ja schon eine Meinung ├╝ber mich gebildet, was soll ich dagegen sagen?“ „Ist das nicht verst├Ąndlich nach deinem Auftritt in der Schule?“ er schaut mich an. „Ich wei├č, das du auch eine andere Seite hast! Wieso zeigst du sie denn nicht?“ frage ich und schaue ihm in die Augen. „Woher willst du das wissen? “fragt Ivano kritisch. „Ich hab oft genug gesehen, wie du mit deiner Stute umgehst. wieso bist du uns gegen├╝ber so anders?“ „Ich geh jetzt, hab noch bessere Sachen zu tun, als mich hier ├╝ber unwichtige dinge zu unterhalten.“ „Egal ob unwichtig oder nicht, wenigstens Unterhalts du dich mal mit jemanden.“ Ivano kommt dichter und sagt ganz langsam und leise zu mir: „Wenn du w├╝sstest, wie schei├č egal mir das ist!“ Wortlos stehe ich vor ihm. F├╝r ein paar Sekunden ist absolute stille im Stall und Ivano und ich schauen uns in die Augen. In schwachem Licht der Stalllampe wirken seine Augen schwarz wie die Nacht. Ruckartig dreht er sich weg und geht. Ich atme tief durch, was soll ich denn noch probieren, ich will doch nur, das er nicht so alleine ist! In dieser Nacht schlafe ich sehr schlecht, sind wir ihm denn wirklich so egal? Seine schwarzen Augen wirkten so gef├╝hllos, als sie mich vorhin ansahen. Es bewegt mich noch bis zum n├Ąchsten Abend, ich sitze auf der Futterkiste und beobachte die Pferde. Ivano┬┤s Stute stand den ganzen tag in der Box, schon komisch, das Ivano heut noch nicht da war. Dann ├Âffnet sich die T├╝r, ganz langsam kommt Ivano rein. Er h├Ąlt sich an den Gitterst├Ąben der Boxen fest und scheint mich nicht zu bemerken. „Ivano? Was machst du denn so sp├Ąt noch hier?“ fl├╝stere ich leise. Er schaut zu mir, sagt aber kein Ton. „Ist alles OK mit dir?“ frag ich und gehe zu ihm. Pl├Âtzlich stolpert er und f├Ąllt zu boden. Ganz benommen liegt er da, ich beuge mich zu ihm runter und frage noch mal: „Bist du OK?“ „Lass mich!“ sagt er, w├Ąhrend er wieder versucht sich aufzurichten. Mein erster verdacht ist, das er vielleicht betrunken ist, aber er richt nicht nach Alkohol! „Ich muss mich nur kurz setzen, dann geht’s gleich wieder!“ sagt Ivano leise. Ich schaue ihn an, er weicht meinen Blicken aus und sagt in einem Lauten Ton: „H├Âr auf mich so anzuschauen!“ „Reg dich ab, ich will dir doch nichts!“ „Ich mag es nicht, wenn man mich so anschaut, also geh!“ Langsam kommt in mir eine art von Wut auf und ich sag zu ihm: „Kannst du nicht einmal einfach nur nett sein? Ist das so schwer?“ Ich lasse ihm keine Change zu antworten, so schnell wie m├Âglich gehe ich. Am n├Ąchsten morgen in der Schule, Ivano kommt gerade ins Klassenzimmer, legt seine Tasche auf seinen Platz und schaut zu mir r├╝ber. Als ich in seine Richtung schaue dreht er sich jedoch schnell wieder weg. Nach der gro├čen Pause sehe ich dann einen kleinen wei├čen Zettel neben meinen B├╝chern liegen, unauff├Ąllig nehme ich ihn und lese ihn durch: „Es tut mir leid wegen gestern Abend, ich stand wohl ein wenig neben mir!“ es steht kein Name drauf , aber ich wei├č sofort das er von Ivano sein muss. Ich entscheide mich ihm zur├╝ckzuschreiben: „Ist schon OK, darf man fragen wieso du gestern neben die standest?“ Ich erwarte nicht wirklich, das er mir auf diese frage antwortet, aber probieren kann man’s ja. Ich lege den Zettel neben seine Federtasche und beobachte dann seinen Platz. Als er in den Raum kommt klingelt es bereits zum Unterricht, er scheint den Zettel nicht zu sehen. Erst nach einer ganzen weile sehe ich ihm einen kleinen Zettel zerkn├╝llen. Ohne Reaktion l├Ąsst er ihn neben sich auf dem Tisch fallen. Gut, hab ich mir gedacht, wieso sollte er mir auch antworten? Als ich dann am Nachmittag in den Stall komme Ist die Stute schon nicht mehr da, wie immer. Gro├č ausreiten will ich heut aber auch nicht, was auch gut ist, denn in diesem Moment f├Ąngt es an zu regnen. Nach gut einer viertel Stunde h├Âre ich Hufger├Ąusche, das d├╝rfte Ivano sein, der vom Regen vermutlich ├╝berrascht wurde. Tropfnass f├╝hrt er seine Stute in den Stall. „Hallo Ivano!“ sage ich freundlich, Ivano schaut mich an und sagt: „Hallo Joon!“ Ich schaue ihn verdutzt an, mich hatte noch nie jemand Joon genannt, „Es ist doch OK, wenn ich dich Joon nenne, oder?“ f├╝gt Ivano noch hinzu „Klar, wieso auch nicht?“ Stillschweigend beobachte ich Ivano, wie er seine Stute behutsam Trocken reibt und ihr dann eine Decke ├╝berlegt. Ich sitze die ganze zeit auf der Futterkiste. Langsam kommt Ivano auf mich zu und setzt sich zu mir. Ich sp├╝re f├Ârmlich, wie er mich anschaut, er macht mich ganz nerv├Âs. Mein Herz schl├Ągt bis zum Hals, als ich pl├Âtzlich seine Hand an meiner Wange sp├╝re. Ivano kommt immer n├Ąhr und seine schwarzen Augen schauen mich an. Ich habe das Gef├╝hl zu zerplatzen, als er mich schlie├člich K├╝sst. Bis zum letzten Augenblick genie├če ich diese Situation. Dann schau er mich wieder an und sagt ganz leise zu mir: „Ich muss gehen!“ langsam steht er auf und geht zur Stallt├╝r. Ich sitze noch wie versteinert auf der Futterkiste, als Ivano noch mal zu mir r├╝ber schaut und dann im regen verschwindet...

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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hallo Ghostwriter,

Eine wunderbare Geschichte, die eine Fortsetzung haben m├╝sste.

liebe Gr├╝├če
anemone

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Ghostwriter
Hobbydichter
Registriert: Aug 2002

Werke: 2
Kommentare: 1
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Hi Anemone!
selbstverst├Ąndlich wird in der n├Ąchsten zeit eine vortsetzung folgen... sie ist nur noch nicht ganz fertig geschrieben!
gru├č
G-writer

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