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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Liebesdrama II
Eingestellt am 15. 08. 2002 16:29


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Angel┬┤s Geheimnis
Teil II

...Ich liege in meinem Bett, kann nicht schlafen und f├╝hle mich wie eine Brausetablette. Wie soll ich Ivano morgen nur entgegentreten? Wie soll ich mich ihm gegen├╝ber verhalten? Was werden meine Mitsch├╝ler davon halten? Und ├ťberhaupt , wie soll es weitergehen? Es hilft wohl alles nichts, ich werde wohl bis morgen fr├╝h warten m├╝ssen um eine Antwort zu bekommen.
V├Âllig ├ťberm├╝det komme ich dann am n├Ąchsten Morgen in der Schule an, es hat schon lange zum Unterricht geklingelt, als Ivano den Klassenraum beritt. Er reicht Frau Jakopsen einen Zettel und setzt sich auf seinen Platz. Nicht einen Blick wirft er mir zu, schweigend sitzt er auf seinem Platz, den Kopf auf die Arme gelehnt. Als es zur Pause klingelt verlassen alle das Klassenzimmer, nur Ivano nicht. Ich gehe zu ihn und lege meine Hand auf seine Schulter, doch er streift meine Hand von sich und sagt leise: „Nicht hier!“ „Wieso nicht?“ frage ich, Ivano richtet sich auf und nimmt seine Tasche: „Ich will es nicht, OK?“ schnell verl├Ąsst er den Raum. V├Âllig in Gedanken gehe ich zu Sarah und Deven, die schon eine ganze weile auf dem Schulhof stehen. „Wo warst du denn?“ fragt Sarah und ich antworte ihr: „Ich hatte noch was im Klassenzimmer vergessen!“ In dem Moment geht Ivano an uns vorbei und Deven ruft ihm zu: „ Hey Iv, kommst du eigentlich auch mit zur Klassenfahrt?“ doch Ivano antwortet nicht. „Ich denke nicht!“ sagt Sarah anst├Â├čig. „Sarah, nicht!“ sag ich leise zu ihr.
Gleich nach der Schule mache ich mich auf den weg nach Hause, sattele Gletscher und reite zum Strand. Wie soll ich Ivano┬┤s verhalten interpretieren? War der Kuss nur so, oder soll es was ernstes sein? Ich sitzt auf einem Stein und schaue aufs Wasser. Pl├Âtzlich steht jemand hinter mit, ich will mich umdrehen, doch er sagt: „Dreh dich nicht um.“ „Ivano?“ „Ja!“ Er legt mir seine Jacke ├╝ber die Schultern und legt seinen Kopf auf meine Schulter. „Es tut mir leid, Joon!“ sagt er leise, wehrend er mir durchs Haar streift. „Was tut dir leid?“ „Ich h├Ątte dich nie K├╝ssen d├╝rfen!“ Verdutzt drehe ich mich um und schaue ihn an, er schaut zu Boden. „Was?“ frage ich ungl├Ąubig. „Ich h├Ątte es nie machen d├╝rfen, in dem Moment war ich einfach zu egoistisch!“ Ich stehe auf und sag leise vor mir her: „Das glaub ich jetzt nicht! Was hat das mit Egoismus zu tun?“ „Joon, es darf einfach nicht sein!“ „Wieso nicht ? Ich will es doch auch!“ sage ich verzweifelt. Doch diesmal sagt er nichts, er geht einfach. „Ivano!“ ruf ich ihm nach, aber er reagiert nicht. Solls das schon gewesen sein? Der eine Kuss? Ich bin verwirrt, verletzt und geschockt in einem! Was meinte er mit ┬┤es darf nicht sein`? Ich sitze noch sehr lange auf dem Stein am Stand und ├╝berlege, doch ich komme zu keinem Ergebnis. Langsam reite ich wieder nach Hause, v├Âllig in Gedanken. Es ist bereits dunkel, als ich auf dem Hof ankomme, alles ist ruhig. Im Stall sehe ich noch ein schwaches licht brennen, als ich n├Ąher komme h├Âre ich eine stimme. Es ist die von Ivano, er scheint mit seiner Stute zu sprechen. Ich gebe es nur sehr ungern zu, aber ich lausche eine weile: „Hab nur noch eine Woche geduld, Luna, dann hohl ich dich wieder zu mir, versprochen!“ h├Âre ich ihn sagen, ganz leise. Vorsichtig f├╝hre ich Gletscher noch eine runde im Hof umher, bevor ich ihn in den Stall f├╝hre. Kein Ton weicht ├╝ber meine Lippen, auch Ivano sagt kein Wort. Doch nach einer weile kann ich es nicht mehr aushalten und gehe zu Ivano: „Ivano, so kann es doch nicht weiter gehen!“ „Joon... bitte!“ „Ich verstehe das nicht, wieso machst du das ?“ „H├Âr auf, Joon, mach’s mir nicht noch schwerer!“ Wortlos stehe ich vor ihm, was meint er mit noch schwerer? Ivano sch├╝ttelt leicht den Kopf und geht an mir vorbei, ohne ein Wort. „Ivano, du kannst nicht immer vor allem davon rennen, h├Ârst du?“ rufe ich ihm nach, doch er geht weiter, ohne sich umzudrehen. In dieser Nacht kann ich mich kaum beruhigen, fast die ganze Nacht bin ich nur am Weinen, versuche Antworten zu finden. Doch ich finde keine einzige, noch nicht einmal einen hauch von einer Antwort. Ich bin ja selbst schuld, wieso verliebe ich mich ja auch in ihn? In der Schule versuche ich es so gut wie m├Âglich zu verbergen, doch jedes mal, wenn ich Ivano sehe k├Ânnte ich laut los heulen. Schnell geht die Woche vorbei und als ich eines abends nach Hause komme ist Luna┬┤s Box immer noch leer. Doch als ich n├Ąher komme sehe ich, das kein einstreu mehr in der Box ist. Schnell gehe ich zu meinen Vater, der gerade dabei ist die Pferde zu f├╝ttern. „Dad? Wieso ist die Box der neuen Stute nicht mehr eingestreut?“ frage ich hektisch und er sagt ganz gelassen: „Wei├čt du das nicht? Der Besitzer hat sein Pferd heute Mittag abgeholt.“ „Was, wieso denn das? Wohin hat er es gebracht?“ „Er hat sich einen eigenen Stall hinter seinem Haus gebaut!“ leise sag ich zu mir selbst: „Na super, das hat er sich ja toll eingerichtet.“ „Wie bitte?“ fragt mein Vater, der zum gl├╝ck nichts verstanden hat. „nichts“ antworte ich und gehe wieder zu Gletscher. Das meinte Ivano also mit ┬┤dann hohl ich dich wieder zu mir`! In den n├Ąchsten Wochen sehe ich Ivano nur in der Schule. Die Klassenfahrt r├╝ckt immer n├Ąhr und ich frage mich, ob Ivano ├╝berhaupt mitf├Ąhrt. Sehns├╝chtig schaue ich im Unterricht immer zu ihm r├╝ber und hoffe, das er irgendwann mal zu mir schaut. Tja, und dann ist der Tag der Klassenfahrt endlich gekommen. Es ist 10 vor 8 Uhr Morgens, um 8 Uhr soll der Bus zum Harfen abfahren. Fast alle sind schon da, bis auf Deven und Jannes, die sowieso immer auf den letzten dr├╝cker kommen. Ja und Ivano, der fehlt auch noch. Wir sitzen bereits im Bus, als ich Ivano kommen sehe. Er wirkt nicht gerade freudig erregt, als er in den Bus steigt. Wortlos schaut er sich nach einen freien Platz um. Zwei reihen schr├Ąg vor mir setzt er sich und stellt seinen Rucksack auf seinen Scho├č. Die ganze Busfahrt ├╝ber sitzt er fast Bewegungslos da und schaut aus dem Fenster. Ich h├Âre gerade ┬┤My all` von Mariah Carey ├╝ber meinen Walkman, als Ivano seinen Kopf kurz zur Seite dreht und ich fast zu heulen beginne. Immer und immer wieder muss ich an den Kuss denken, jedes mal, wenn ich dieses Lied h├Âre ganz besonders! „Du fehlst mir!“ fl├╝stere ich ganz leise, Sarah, die neben mir sitz hat es Gott sei dank nicht geh├Ârt, weil sie selbst Walkman h├Ârt. Nach gut zwei Stunden fahrt kommen wir endlich am Harfen an und stehen jetzt vor dem Schiff, auf dem wir gut zwei Wochen eine Kreutzfahrt machen wollen. Frau Jakopsen teilt uns in die Zimmer ein, gleich gehen schon die ersten beschwerden los. Johannes ist kaum zu beruhigen, als er erf├Ąhrt, das er die ganzen zwei Wochen mit Ivano in einem Zimmer verbringen soll. Innerlich sage ich mir, das ich liebend gerne mit ihm tauschen w├╝rde, leider sind gemischte Zimmer nicht erlaubt und ├╝berhaupt, Ivano w├╝rde es sowieso nicht wollen!
Eine halbe Stunde bevor wir Ablegen treffen wir uns alle im Caf├ę des Schiffes und ├╝berpr├╝fen nochmals die Anwesenheit. Und dann legen wie endlich ab.
Langsam verschwindet die Sonne am Horizont und belegt das dunkelblaue Meerwasser mit einem roten Schimmer, als ich Ivano an der Reling des Schiffes stehen sehe. Ich gehe zu ihm und stelle mich neben ihn. „Ich h├Ątte nicht gedacht, das du mit f├Ąhrst!“ sage ich leise, wehrend ich aufs Meer hinaus schaue. „Wenn es nach mir gegangen w├Ąre, w├╝rde ich jetzt nicht hier stehen!“ sagt er in einem strengen Ton zu mir und geht. Ich hebe meine Arme ein wenig zur Seite und rufe ihn hinterher: „Was habe ich falsch gemacht?“ Ivano bleibt stehen und senkt den Kopf. „Kannst du nicht einfach diesen Abend vergessen?“ fragt er, dreht sich aber nicht zu mir um. „Nein, kann ich nicht!“ Ivano geht weiter und verschwindet in einer T├╝r. Die Tage vergehen, ich habe viel spa├č mit meinen Freunden. Wir springen in den Pool, sonnen uns, und lachen viel. Nur Ivano ist nie dabei, er streunt immer durchs Schiff und ist nur bei den Malzeiten zu sehen. Ganz einsam sitzt er immer an seinem Tisch, isst sein essen und verschwindet dann gleich wieder. In dieser Nacht sitzen wir wieder alle im Caf├ę, ich gehe nur mal kurz raus, weil ich noch etwas im meinem Zimmer vergessen hatte. Wassergepl├Ątscher macht mich neugierig und ich gehe zum Pool. Ich sehe Ivano am Pool sitzen, seine F├╝├če planschen in Wasser und sein Kopf zum Boden gerichtet. Einen weile schaue ich ihm zu, doch als er aufsteht gehe ich wieder. Wieso wendet er sich nur so stark von der Klasse ab? Er hat uns ja noch nicht einmal eine Change gegeben gute Freunde zu werden! Auf dem weg zur├╝ck ins Caf├ę sto├če ich pl├Âtzlich mit jemanden zusammen, als ich um die Ecke gehe. Ich schaue hoch, genau in seine Augen. „Ivano“ sage ich leise, wehrend er mich mit seinen starken Armen festh├Ąlt. „Sorry, hab wohl gerade nicht aufgepasst!“ mit einem traurigen Blick schaut er mich an. „Alles OK bei dir?“ frage ich, Ivano dreht seinen Kopf zur Seite und sagt leise: „Ja!“ dann geht er weiter. Sehns├╝chtig schaue ich ihm nach, er h├Ąlt sich mit der linken Hand den Hinterkopf. Vorsichtig folge ich ihm und er scheit es nicht zu bemerken. Ivano bleibt pl├Âtzlich stehen und kramt in seiner Tasche. Eine kleine Schachtel kommt zum Vorschein, er ├Âffnet sie und steckt sich etwas in den Mund. Ich kann nicht genau erkennen, was es ist aber er scheint schwer daran zu schlucken. „Ivano?“ ruf ich ihm leise zu. Er erschrickt und versteckt die Schachtel hinter seinem R├╝cken. „Was?“ fragt er gereizt. „Ich wollte nur fragen, ob du nicht mal mit zu uns kommen m├Âchtest.“ „Nein!“ „Na gut, fragen kostet ja nichts, oder?“ sage ich leise und schaue ihn traurig an. Ivano schaut mir in die Augen. Nach einer weile kommt er auf mich zu und legt seine Hand auf meine Wange: „Es tut mir leid. Ich bin im Moment nur etwas gereizt.“ „Wieso?“ Er schaut weg, atmet tief ein und wieder aus. „Wieso machst du das?“ fragt er leise. „Was mach ich, Ivano?“ Wieder schaut er mich an, pl├Âtzlich K├╝sst er mich. Ich bin total ├╝berrascht und sto├če ihn von mir. Wortlos stehen wir uns gegen├╝ber. „Nein, so nicht Ivano, nicht schon wieder!“ sage ich noch v├Âllig verwirrt, aber Ivano steht immer noch regungslos da. Eine ganze weile schweigen wir uns an, Ivano atmet tief. „und jetzt, Ivano?“ „Ich kann nicht ohne dich!“ antwortet er leise, ich sage nichts! „Es ist die art, wie du dich bewegst, wie du sprichst, wie du dir durch dein Haar f├Ąhrst! Egal wo ich bin, du bist meistens in meiner n├Ąhe.“ fragend schaue ich Ivano an. „Ich kann mich nicht mehr dagegen wehren!“ f├╝gt Ivano noch hinzu. Ich bin noch immer sprachlos, Ivano dreht sich weg und geht. Ganz allein stehe ich nun da, wogegen kann Ivano sich nicht mehr wehren? Ich habe mich schon innerlich dazu entschlossenen zu Ivano┬┤s Kabine zu gehen, als pl├Âtzlich Sarah hinter mir steht. „Hi, wo bleibst du den?“ Ich wollte gerade...!“antworte ich gerade, als Sarah weiter spricht: „Und ├╝berhaupt, was stehst du hier so dumm rum? Komm endlich!“ „Ja!“ Wenig sp├Ąter, ich spiele zusammen mit Deven, Johannes, Sarah und Jannes Mau Mau! „Und Jo, wie ist es jetzt mit Iv in einem Zimmer?“ fragt Deven schadenfroh. „Nun ja, der ist schon voll komisch. Nachts ist er eigentlich kaum da und Vormittags liegt er nur im Bett.“ Johannes macht eine kurze Pause, redet dann aber weiter: „...Und wisst ihr was noch komisch ist?“ „Nein, nun spann uns nicht so auf die Folter!“ sagt Jannes neugierig. „Der hat die ganze Schublade voller Tabletten!“ „Jetzt erz├Ąhlst du uns Mist!“ sagt Sarah doch Johannes wiederspricht ihr: „Ich hab’s doch selbst gesehen, als er seine Tasche ausgepackt hat, hab ich gesehen das er eine T├╝te in die Schublade gelegt hat...“ „...Und das hat dich nat├╝rlich neugierig gemacht?“ sage ich leise zu ihm und er nickt mit dem Kopf: „Ja, ich dachte ich sehe nicht richtig, als ich die T├╝te ├Âffnete. Mindestens 7 Packungen von Schmerz-, normalen Kopfschmerz- bis Schlaftabletten!“ Ich muss sagen, ich bin etwas geschockt, genau wie die anderen. So gegen 1Uhr machen sich alle wieder auf den Weg in ihre Kabine. Sarah schl├Ąft schnell ein, doch ich kann einfach nicht. Mir geht Johannes┬┤ aussage nicht mehr aus dem Kopf. Wozu braucht Ivano so viele Tabletten? Es ist so gegen 2Uhr, als ich wieder Aufstehe und ein wenig auf dem Deck spazieren gehe. Nachts ist es ganz sch├Ân k├╝hl hier drau├čen! Ich glaube unbewusst mache ich mich sogar auf die suche nach Ivano. Und pl├Âtzlich steht er vor mir. „Joon? Was machst du denn so sp├Ąt noch hier?“ fragt er ├╝berrascht. „Ich...ich konnte nicht schlafen! Und du?“ „Nachts ist die einzige Tageszeit, wo ich meine Ruhe habe.“ Antwortet er leise und dreht seinen Kopf zu Seite. Ich wei├č schon gar nicht mehr warum, aber pl├Âtzlich ├╝berkommt mich das verlangen Ivano zu K├╝ssen... und ich tu’ es einfach. Langsam legt Ivano seine Arme um mich und der Kuss wird immer Leidenschaftlicher. Es ist so wundersch├Ân, wenn er mich so umarmt, er ist so sch├Ân warm und mein Herz schl├Ągt bis zum Hals! Im ganzen f├╝hle ich mich wie eine Brausetablette, die gerade in ein Glas mit Wasser geworfen wurde. „Lass mich nie wieder los...“ sage ich ganz leise, wehrend ich mich an seine Schulter schmiege. Ivano sagt nichts, er dr├╝ck mich nur fest an sich. Vorsichtig f├Ąhrt er mir mit seiner Hand durch die Haare, er atmet tief, ich f├╝hle sein Herz schlagen und schlie├če meine Augen. „Ivano?“ frage ich ganz leise. „Ja?“ „darf ich dich mal was fragen?“ „Tust du das nicht schon?“ sagt er leicht spa├čig und ich muss kurz l├Ącheln: „... es ist... Ich wei├č nicht wie ich fragen soll!“ Ivano schaut mich fragend an. „Wieso hast du mich damals, nach dem ersten Kuss so abgewiesen?“ Er schaut zur Seite: „Muss ich heute darauf antworten?“ „Wieso machst du aus deinem Leben so ein Geheimnis?“ Ivano schweigt, „Ich nehme dich doch so wie du bist!“ fl├╝stere ich ihm zu. „Ich werd die alles erz├Ąhlen, irgendwann, nicht heute...“ Wir setzten uns auf eine Bank, die ganz in der n├Ąhe steht. Meine Hand wandert ├╝ber seine Brust. Ich sp├╝re etwas hartes, eine Kette vielleicht, und hohle es aus seinem T-Shirt hervor. Eine silberne Panzerkette glitzert im fahlen licht der Lampe an Deck, zwischen den Gliedern ist ein silbernes Pl├Ąttchen gefasst. In dem schwachen Licht ist kaum zu lesen, was darauf geschrieben steht. Ich bewege die Kette hin und her. „Angel“ steht in verschn├Ârkelter Schrift drauf geschrieben. Leise wiederhole ich dieses Wort mehrmals. „So hat mich schon lange keiner mehr genannt.“ sagt Ivano leise und schaut aufs Meer hinaus. „Dein Spitzname?“ „...so hatte meine Mutter mich damals immer genannt, von ihr hab ich auch die Kette.“ „Damals? Jetzt nicht mehr?“ Ivano senkt den Kopf: „Schon lange nicht mehr, seit Alain...“ Ivano spricht nicht weiter. „Alain ist dein Bruder, oder?“ „War!“ fl├╝stert er ganz leise. Mir l├Ąuft es kalt den r├╝cken runter. Es muss schrecklich f├╝r Ivano gewesen sein, als Deven immer und immer wieder nach diesen Ali gefragt hat. Dicht an Ivano gekuschelt muss ich dann wohl irgendwann eingeschlafen sein, am n├Ąchsten Morgen wache ich in meinem Bett wieder auf. Sarah steht vor mir und fragt: „Sag mal, was ist denn mit dir los? Seit wann schl├Ąfst du mit Schuhen und Jacke im Bett?“ Ich schaue an mir hinunter, Ivano muss mich wohl in mein Bett gebracht haben. „Oh“ sag ich und grinse Sarah an. „Ja beeile dich, sonst bekommen wir kein Fr├╝hst├╝ck mehr!“ sagt Sarah und zehrt mich aus dem Bett. Noch relativ m├╝de sitze ich am Fr├╝hst├╝ckstisch und stochere vertr├Ąumt in meinem M├╝sli. „Deven, bring Jooana mal einen ┬┤Hallo wach Kaffee` mit, wenn du beim Kaffee vorbei kommst!“ h├Âre ich Jannes sagen, als Deven Aufsteht. „Sag mal, was hast┬┤n du gestern Nacht noch getrieben, Jooana?“ fragt Johannes mit einem dicken grinsen. „Nichts, hab nur etwas schlecht einschlafen k├Ânnen!“ Den ganzen Vormittag, kann ich Ivano nirgends erblicken, normal? Ich wei├č nicht, aber ich kann es nicht abwarten bis ich ihn endlich wiedersehe. Endlich, als wir alle schon am Mittagstisch sitzen und unsere Spagetti essen sehe ich ihn in die Kantine kommen. Doch etwas f├Ąllt mir sofort auf, Ivano wirkt irgendwie benommen und taumelt ein wenig. Kaum zwei schritte sp├Ąter bricht er dann zusammen, alle schauen. Ich springe auf und renne zu ihm. „Angel, wach auf, Angel!“ dann kommt auch Frau Jakopsen dazu, die nicht weit vom geschehen am Lehrertisch sa├č. Eine andere Lehrerin l├Ąuft sofort los und holt einen Arzt. „Ivano, Ivano mach die Augen auf!“ sagt die und schl├Ągt Ivano mit der Hand ins Gesicht, doch er reagiert nicht. In diesem Moment kommt auch schon der Arzt und ich weiche zur├╝ck. Dann sehe eine kleine Schachtel auf dem Boden liege, ich hebe sie auf und stecke sie mir, ohne sie genauer anzuschauen in meine Hosentasche. Regungslos stehe ich hinter dem Arzt und schaue zu Ivano, der immer noch bewusstlos am Boden liegt. Mit Hilfe eines Mitarbeiters der Kantine bringt der Arzt ihn auf die Krankenstation. Alle reden dar├╝ber, langsam gehe ich in mein Zimmer und lege mich auf mein Bett. Ich greife in meine Hosentasche und hohle die Schachtel heraus. Ein silbernes Sch├Ąchtelchen mit der Gravur „Angel“! Vorsichtig ├Âffne ich sie und finde 3 Tabletten darin. „Was war das denn eben, Jooana?“ fragt Sarah, die pl├Âtzlich hinter mir steht. Schnell schlie├če ich das Sch├Ąchtelchen wieder und verstecke es hinter meinem R├╝cken: „Ich hab dich gar nicht kommen h├Âren“ „Alles OK?“ „Ja...“ „Du sag mal, hab ich da irgendetwas verpasst zwischen dir und Ivano?“ Ich schaue sie an. „Na dein ┬┤Angel` kam ziemlich eindeutig r├╝ber!“ „Vielleicht?“ „Also l├Ąuft zwischen euch was! Wie lange schon?“ Ich zucke mit den Schultern: „Musst aber nicht gleich allen auf die Nase binden, OK?“ „Klar, bleibt unter uns!“
Als ich mich ein paar Stunden sp├Ąter vor der T├╝r zur Krankenstation stehe, h├Âre ich Stimmen: „Ich muss hier nicht rumliegen, mir geht’s wieder gut!“ „Da bin ich anderer Meinung!“ In dem Moment geht die T├╝r auf und Ivano kommt mir entgegen. „Joon, was machst du denn hier?“ „Ich hatte mir sorgen gemacht!“ „Mir geht es gut!“ Der Arzt und Frau Jakopsen stehen hinter ihm und der Arzt sagt streng: „Wenn sie jetzt gehen, gehen sie auf eigene Gefahr!“ Ivano schaut mir noch mal in die Augen und geht dann. „Ich werde jetzt die Mutter des Jungen benachrichtigen.“ Sagt Frau Jakopsen und geht ebenfalls. Langsam mache ich mich auf den Weg zu Ivano┬┤s Kabine. Ich klopfe an die T├╝r und warte. Keine antwort. Ich Klopfe noch einmal und ├Âffne vorsichtig die T├╝r. Ivano sitzt auf seinem Bett. „Ivano? Darf ich reinkommen?“ Er nickt kurz, ich trete ein und schlie├če die T├╝r hinter mir. Auf Knien sitze ich jetzt vor ihm: „Hi!“ sagt ich leise und streife ihm durch schwarze Haar. Ivano schaut mich an und fl├╝stert: „Joon“ „Du hast heut Mittag was verloren!“ ich hohle das Sch├Ąchtelchen aus meiner Tasche und zeige sie ihm. Er will sie greifen, aber ich ziehe sie wieder weg. „Was ist heut Mittag mit dir Passiert?“ „Mir wurde halt einfach schwarz vor Augen!“ Jetzt lege ich ihm das Sch├Ąchtelchen in seinen Hand. „Es kam von den Tabletten, oder?“ „Schwachsinn!“ antwortet er jedoch sofort und packt das Sch├Ąchtelchen schnell in seine Tasche. Mein blick f├Ąllt auf die Schublade in dem Nachtschrank und ├Âffne sie. „Was soll das?“ fragt Ivano gereizt und schiebt sie schnell wieder zu. Der Augenblick reichte mir jedoch um die von Johannes beschriebenen Tabletten zu erblicken. „Findest du das noch normal?“ Ivano steht auf und sagt laut: „Ich muss mich vor dir nicht Rechtfertigen!“ ....

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