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Leselupe.de > Feste Formen
Liebessonett 2
Eingestellt am 23. 04. 2012 10:12


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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Du bist wie die Erde,
die auf vier Elefanten ruht,
du bist wie das Wasser,
das am Weltrand nach unten fließt,

du bist wie die Schildkröte,
die langsam weiter schleicht,
wie eine Truhe aus Birnenholz,
die nach meinem Mantel schnappt.

Wie den Gnom im Inneren
des Fotoapparates
liebe ich dich,

wie die Magie
der unsichtbaren UniversitÀt
liebe ich dich.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Bernd
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Ich möchte noch eine Anmerkung zur Form machen.
Vor wenigen Wochen hÀtte ich das vorliegende Gedicht auf keinen Fall als Sonett bezeichnet.
Vor allem dank der Diskussion mit Gitano, dem ich fĂŒr zahlreiche Hinweise danken möchte, habe ich mich aber nun intensiv mit der Form beschĂ€ftigt und begonnen, sie nach allen Richtungen hin auszuloten, die in der Literatur beschrieben oder verwendet werden.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war der Reim obligatorisch und zwar mit Vierfachreim in den Quartetten, mit Ausnahme bei den Shakespeare-Sonetten, die nur Zweifachreim hatten, dafĂŒr aber drei Quartette.

Im 19. Jahrhundert gab es dann bereits im deutschen Bereich Assonanzen anstelle der Reime.

SpÀtestens mit dem Expressionismus wurden inhaltliche EinschrÀnkungen aufgehoben. Aber bereits im 19. Jahrhundert gab es eine Reihe komischer oder satirischer Sonette, die damals scharf kritisiert wurden. Deshalb habe ich sie gefunden.

Und es gab dann auch völlig ungereimte Sonette.
Vielleicht entstanden sie zunĂ€chst aus Übersetzungen.

Sonette hatten dann auch nicht mehr unbedingt 5 oder sechs Hebungen, gingen zu freiem Rhythmus ĂŒber.

Pablo Neruda schrieb eine Reihe solcher Sonette, bei denen ich in der deutschen Übertragung eine erhabene Stimmung in freier Rhythmik und ohne Reime erkennen kann.
(Im Original sind sie ebenfalls nicht gereimt, aber ich kenne die Sprache nicht und kann deshalb zur Betonung nichts sagen).

Diese letzte noch mögliche Abwandlung in der einen Richtung wollte ich hier ausloten.

Dabei sind 14 Zeilen natĂŒrlich nötig, sonst wĂ€re es ein völlig form-freies Gedicht.

14 Zeilen sind andererseits nicht nötig, wenn man die strengen Reimformen Petrarcas einhÀlt.

Als Motiv habe ich Motive aus Terry Pratchetts Scheibenwelt gewÀhlt.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Kaleidoskop
???
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Hallo Bernd,

ein mutiges Sonett.

Mir gefÀllt das Bild im ersten Quartett.
Den Geliebten zu vergleichen mit der alten Vorstellung,
die man frĂŒher von der Erdkugel hatte, finde ich interessant. Was heißt das? Ist LD antiquiert, nicht von dieser Welt, sondern ein Wesen, dass schon lange widerlegt wurde?

Im zweiten Quartett dann, lese ich die BestÀndigkeit, die UnverÀnderlichkeit, das Bewahren alter Werte heraus, die am geliebten Menschen geschÀtzt werden. So gehört Birnenbaumholz sicher zu den strapazierfÀhigen, langlebigen Gehölzen. Dass die Truhe nach dem Mantel schnappt, ist ein gelungenes Bild.

Bei den Terzetten ist das erste sehr versponnen, kindlich. Das zweite nicht plastisch oder greifbar. "Die Magie der unsichtbaren UniversitĂ€t" ist im Gegensatz zu den sehr plastischen Bildern in den Quartetten ziemlich abstrakt und greift deshalb bei mir nicht richtig. WĂŒrde ich eine solche LiebeserklĂ€rung erhalten, wĂŒrde ich erst einmal grĂŒbeln, was diese denn zu bedeuten hat. Aber das ist nicht Sinn einer solchen, oder?

Auf jeden Fall aber, finde ich dein Sonett inspirierend.

lg,
kalei

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