Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5313
Themen:   88556
Momentan online:
165 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
Liebessonett I
Eingestellt am 12. 04. 2012 09:44


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2171
Kommentare: 10573
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebessonett I

Ich liebe dich nicht, wie ich eine Rose aus Salz lieben w├╝rde
Pablo Neruda


Nicht liebe ich dich wie eine Kartoffel im Topf
oder wie das Flie├čen des Wassers aus der Traufe,
ich liebe dich, wie die Schwarze Seele, die pocht
an die T├╝re, die einzig verbotene im ganzen Hause.

Ich liebe dich wie den Schwan, der fortflog,
als ich die Weite durchschritt, das Verbot missachtend,
du flogst ├╝ber die sieben magischen Seen ins Nirgendwo,
an eisernen Stiefel, dir folgend, zertrete ich siebzig Paare.

Ich wei├č nicht, wo du bist, aber der Flug der Feder
weist mir den Weg in das Land meiner Kindertage,
finde dich sicher, dein Lockruf als Schwan hallt ├╝ber die Berge.

Du ziehst das Schwanenkleid aus am Teich in der Nacht,
und ich verbrenne alle die Federn, missachte Verbote,
schlie├če die Augen, hinter Vorh├Ąngen bist du verborgen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 12. 04. 2012 09:44
Version vom 12. 04. 2012 14:32

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2171
Kommentare: 10573
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die urspr├╝nglichen italienischen Sonette hatten eine feste Silbenzahl, es war keine festgelegte Taktzahl, weil die Sprache anders funktionierte, als zum Beispiel Deutsch.
Als Sonette ins Deutsche ├╝bertragen wurde, geschah es zun├Ąchst in Alexandrinerform - 6 Takte, sp├Ąter vorrangig mit f├╝nf Takten.
Dabei wurden in Deutsch m├Ąnnliche und weibliche Endungen verwendet - hierdurch wurde eine andere Silbenzahl erreicht als bei durchg├Ąngig weiblichen Endungen.

Ich berufe mich aber gar nicht auf diese alten Ereignisse, zumal die Reimschemen noch sehr streng waren.

Sp├Ąter wurden die Reimschemen aufgeweicht, vor Allem beim ├ťbersetzen Franz├Âsischer Sonette.
Rilke zum Beispiel betrachtete es als wesentlicher, die Bilder korrekt zu ├╝bertragen und eine entsprechende Stimmung zu erreichen.

Im 20. Jahrhundert wurde der Inhalt wesentlich erweitert.

Au├čerdem wurde das Reimschema noch weiter aufgeweicht, hin zu halbreimen und gar keinen Reimen.

Die SIlbenzahl oder eine feste Taktzahl wurde teilweise ebenfalls aufgegeben.

Mein Sonett hat meist vier oder f├╝nf Hebungen, 6 Hebungen kommen nur ausnahmsweise vor. Es n├Ąhert sich Prosadichtung und soll eine der Grenzen ausloten. Expressive Bilder, keine Reime, eine offene, aber sehr genaue Rhythmik, bei der unterschiedliche Silbenzahlen innerhalb eines Taktes vorkommen k├Ânnen.
Ich habe hier durchg├Ąngig Halbreime statt Reime verwendet.


Sonette gibt es auch mit drei oder vier Hebungen, sogar mit nur einer Hebung pro Vers.

Das sind aber Ausnahmen.

Die Anregung f├╝r mein Sonett bildete eines von Pablo Neruda, das ich oben erw├Ąhnte und ebenfalls keine Reime hat.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Feste Formen Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!