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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Liebste Schwester
Eingestellt am 19. 02. 2004 15:43


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Tochter des Ozeans
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2003

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Wie ein leichte Sommerbrise haucht sie mir die lieblichen Worte ins Ohr. Es kitzelt und ich ziehe den Kopf ein. Ich lache leise, sp├╝re ihre Finger im Haar. Ich rolle mich zur Seite, blicke auf die kahle, weise Wand. Eigentlich ist sie gar nicht mehr wei├č. Reste alter Klebestreifen haben sich auf dem wei├č-grauen Unterton der Tapete festgesetzt, L├Âcher an deren Ende die Tapete eingerissen ist, erinneren an die N├Ągel oder Schrauben die einst Bilder befestigten. Ich sp├╝re ihre Fingerspitzen an meinem nackten Hals. Ihre Finger wickeln sich um meine Nackenhaare. Die W├Ąrme ihres Atems an meinem Ohr durchflutet meinen ganzen K├Ârper.
Ich schlie├če die Augen, vertraue ihr. Ich merke wie sie sich fallen l├Ąsst. Ihr Hand streift langsam von mir ab, ber├╝hrt mich nicht mehr. Sie gibt seltsame Ger├Ąusche von sich, erinnern mich an ein tr├Ąumendes, friedliches Baby. Ich drehe meinen Kopf zu ihr, sehe ihre weichen, geschmeidigen Haare, die sich am Ende leicht kr├Ąuseln und die sich auf dem wei├čen Lacken verteilen. Ihr Oberk├Ârper hebt und senkt sich regelm├Ą├čig, ihre Taille liegt unter der Decke eingeh├╝llt. Nun drehe ich mich ganz auf die Seite, schiebe meine H├Ąnde unter meinen Kopf, blicke ├╝ber ihren K├Ârper aus dem Fenster. So liegen wir eine Weile da. Ich starre nach drau├čen, sie atmet ruhig und ausgeglichen. Meine F├╝├če reiben aneinander, ber├╝hren ihre nicht. Ich genie├če es, hier neben ihr im Bett zu liegen. Ich f├╝hle mich wohl.
Vorsichtig schiebe ich meine Hand unter die Decke, lege sie auf ihr Becken. Sie kriecht zur├╝ck, schmiegt sich an meinen Oberk├Ârper. Drau├čen wird gelacht und geweint, drau├čen vor den Scheiben und T├╝ren. Wir h├Âren Stimmen, Automotoren und Kindergeschrei. Sanft k├╝sse ich ihre Nackenhaut. Die Treppe knarrt, mein Vater ruft nach seiner Frau. Ein, zwei, f├╝nf Stufen. Sie antwortet.
Leise beginnt meine Schwester ein altes Lied zu singen. "Erinnerst du dich?," fragt sie nach einigen Versen. „Nein“, antworte ich. Ich rolle sie auf den R├╝cken, lege meinen Kopf auf ihren Bauch. „Aber nicht kitzeln.“, bittet sie mich. „Aber nein.“ Meine Kopf hebt sich mit ihrem Ein- und Ausatmen auf und ab. „Wei├čt du nicht mehr? Das Lied damals, das wir bei Herrn Kurz lernten und es euch vorgesungen haben?“ „Meinst du das Fastnachtslied?“ frage ich sie und erinnere mich an das Schulfest vor sieben Jahren. „Ja.“ antwortet sie knapp.
Behutsam legt sie meinen Kopf auf die Decke. Ich lache. Sie steht auf, klettert ├╝ber mich. „Lass dich blo├č nicht fallen. Ich will deinen Po nicht im Gesicht haben!“ warne ich sie. Das Bettende erreicht, steht sie auf und streckt mir ihren Hintern entgegen. Ich gebe ihr einen Klaps. Sie lacht, h├╝pft durch den Raum und setzt sich vor ihr Bild. Skeptisch sieht sie es an. Ich ahne ihre Unzufriedenheit. Vier Stunden malt sie bereits an dem Bild. Ich find es l├Ąngst perfekt, aber sie stellt hohe Anspr├╝che an sich. Sonst werde aus ihr nichts, meint sie. Unverst├Ąndlich murmelt sie etwas vor sich hin. Sie ist ganz bei sich, in ihr Bild versunken und doch nimmt sie mich wahr.
Das Sonnenlicht huscht ├╝ber ihr Gesicht, hebt ihre nat├╝rliche Sch├Ânheit hervor. Sie ist so rein, so zerbrechlich und stark, denke ich. Ihre bunten Finger fliegen ├╝ber das Blatt.
Geschirr klappert, Rufe und T├╝rknallen, Klosp├╝lungen.... wir h├Âren es, nehmen es nicht wahr. Ich krieche aus dem Bett, setze mich an ihren Schreibtisch. Ich h├Âre die Pinselstriche, das leise Fluchen wenn die Farbe auf den Teppich kleckert, oder wenn die Formen nicht ihrer Idee entsprechen. Ich f├╝hle mich wohl. Sie malt, ich bin bei ihr. Ich bin ruhig und f├╝hle mich wohl.


***Ps. Ich war mir unsicher ob das in diese Kategorie passt und bitte um Entschuldigung, falls es das nicht tut***

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
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Hallo, Tochter des Ozeans,

der Text w├Ąre eigentlich eher f├╝r das Tagebuch geeignet, kann von mir aus aber auch stehenbleiben.

Du solltest den Text noch auf Logik pr├╝fen. Nimm nur mal den ersten Absatz:

Wie ein leichte Sommerbrise haucht sie mir die lieblichen Worte ins Ohr. Es kitzelt und ich ziehe den Kopf ein. Ich lache leise, sp├╝re ihre Finger im Haar. Ich rolle mich zur Seite, blicke auf die kahle, wei├če Wand. Eigentlich ist sie gar nicht mehr wei├č. Reste alter Klebestreifen haben sich auf dem wei├č-grauen Unterton (?)der Tapete festgesetzt, L├Âcher an deren Ende (L├Âcher haben keine Enden. H├Âchstens R├Ąnder.)die Tapete eingerissen ist, erinneren an die N├Ągel oder Schrauben Komma die einst Bilder befestigten. Ich sp├╝re ihre Fingerspitzen an meinem nackten Hals. Ihre Finger wickeln sich um meine Nackenhaare. (Die Finger wickeln sich? Wie geht das denn?) Die W├Ąrme ihres Atems an meinem Ohr durchflutet meinen ganzen K├Ârper.


Gru├č,
Gabi

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