Jeden Tag gehe ich mit meinem Bruder und Mama auf den Spielplatz.
Heute bin ich mit Mama alleine dort, mein Bruder ist krank und muss bei Oma bleiben.
Mama sagt, dass ich drei Jahre bin. Wenn mich jemand fragt, zeige ich immer den Daumen, einen Finger und noch einen Finger.
Also, Mama und ich spielen im Sandkasten mit den Förmchen und dem Schüppchen.
Plötzlich ist da ein Mädchen und will mit mir spielen. Ich will aber nicht, will mit Mama alleine spielen. Das Mädchen ist ohne ihre Mama auf dem Spielplatz. Sie hat eine Rotznase. Mama hat ihr schon einmal die Nase geputzt. Das gefällt mir gar nicht. Mama gehört mir.
Als sie nun meine Förmchen nimmt, bin ich sauer. Ich gucke sie ganz scharf an, und mache meine Augen ganz groß. Mama sagt, dass ich sie fast hyposiert habe. Doch das Mädchen lässt sich von meinen hyposierten Augen nicht erschrecken. Sie bleibt einfach sitzen. Ich überlege. Dann sage ich:“ Geh weg, ich bin ein böser Polizist!“ Nichts geschieht. Ich überlege noch einmal und sage: “Geh weg, ich bin ein böser Zahnarzt!“ Die bleibt und schaufelt Sand mit meinem Schüppchen in meine Förmchen. Was nun? Dann fällt mir was ganz Schreckliches ein, das muss sie einfach vertreiben. Ich mache meine Augen wieder ganz groß und schreie:“ Geh endlich weg, ich bin der bööööse Polizistenzahnarzt!!!“ Das Mädchen schaufelt noch immer Sand mit meinem Schüppchen in meine Förmchen.
Ich gucke Mama an und sehe, dass Mama sich halbtot lacht. Warum? Ich gebe auf und lass das Mädchen schaufeln.
Am nächsten Tag habe ich die Erkältung, auch so eine Rotznase wie das Mädchen auf dem Spielplatz.
Bin ich froh, dass ich nicht zum Spielplatz muss.
ich finde die Geschichte an sich auch herzig. Nur, weiß ich ehrlich gesagt nicht, soll es jetzt eine Kinder- oder eine Erwachsenengeschichte sein. In jedem Fall würde dann etwas fehlen.
Da du aus der Ich-Perspektive einer Dreijährigen schreibst, noch dazu im Präsens, würde das m. M. n. eher für eine Kindergeschichte sprechen. Da ist dann aber die Erzählsprache nicht durchgängig gehalten, die ist stellenweise einfach unpassend für eine Dreijährige.
Für eine Erwachsenengeschichte meine ich, stimmt dann eben die Perspektive und das Präsens so nicht. Da wäre m. M. n. passender, aus Sicht des erwachsenen Ich in Form eines Rückblicks als Erinnerung an ein Kindheitserlebnis zu schreiben.
Insgesamt kann ich die Begeisterung meiner Vorposter leider nicht teilen.
Nichts für Ungut, lieben Gruß
eisblume
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suzah
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hallo marie-luise,
die geschichte an sich ist hübsch, aber aus der sicht des kindes erzählt ist die erzählsprache unpassend - wie schon eisblume sagte -, denn eine 3jährige spricht nicht so ein "schriftdeutsch" wie z.b.
"ich wäre drei ...", "merke, wie meine Augen ganz groß werden.","schaufelt ungerührt Sand", sätze mit "also" beginnen, etc.
die drohung mit polizist und zahnarzt ist ok, auch das schwere fremdwort als "hyposiert", mich stört jedoch: übernächster finger. ich meine, dass eine 3jährige sich nicht so ausdrückt sondern entweder sagt: daumen, ein finger, noch ein finger, oder meist sogar schon richtig an den fingern abzählt: ein, zwei, drei.
du sagst, die geschichte hätte sich genau so abgespielt. kann es sein, dass sie später in der erinnerung in diesem stil erzählt wurde?
liebe grüße suzah
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