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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Marie ( I )
Eingestellt am 21. 01. 2007 08:53


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Jörg
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2001

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Das Loiretal hat einen Keller. Und der zieht sich 1.500 Kilometer durch das Tuffgestein hin und viele Trendsetter an. Denn es ist schick, im Untergrund zu leben und zu schmausen.

Tuffstein ist etwa 100 Millionen Jahre alt und der Stoff, aus dem die Schlösser sind. Jahrhundertelang holte man im Mittelalter den beigefarbenen Kalktuff als Baumaterial aus der Erde. ZurĂŒck blieben unzĂ€hlige SteinbrĂŒche und Aushöhlungen - die höchste Höhlenkonzentration Frankreichs. Das Zentrum des modernen Souterrainlebens liegt im westlichen Loiretal, rund um die Weinstadt Saumur.

Im 12. Jahrhundert dienten die Höhlen als WohnrĂ€ume fĂŒr Bauern, spĂ€ter als Verstecke wĂ€hrend der Nachrevolutionskriege. Heute werden sie als schicke Wohnung oder als Galerie reaktiviert. Man nutzt sie fĂŒr die Champignonzucht oder als Weinkeller

( wikipeda)


SpĂ€tsommer 1998. Eine Woche wohnen wir bei Michelle und Armand im Loiretal. Michelle ist KĂŒnstlerin, ein Multitalent : Sie zeichnet, malt, töpfert, gestaltet RĂ€ume - ihr umgebautes alte Bauernhaus, das diese Woche nun uns gehört, ist ein Traum.
Die Götter wohnen in Frankreich und die Götter sind mit uns. Bei Bilderbuchwetter radeln wir von Schloß zu Schloß, genießen die Haute cousine und trinken Armands Wein.
Vive la France! Bis zum letzten Tag...

Die Tuffsteinhöhlen bei Aumur stehen auf unserem Programm. Genauer gesagt, die berĂŒhmte Champignonaufzucht in ihren Höhlen. An diesem frĂŒhen Nachmittag scheinen wir die einzigen Besucher zu sein. Entsprechend gelangweilt die Gesichter der zwei Studentinnen, die in den Semesterferien die Kasse der Champignonshöhlen betreiben.
« Deux adulte, s`il vous plait », Mein Französisch reicht nicht, um ihre Antwort zu verstehen. Sie lachen. Ich versuche es auf Englisch, zuletzt Deutsch. Vergebens. „Le grande nation“ spricht französisch und wer mit ihr kommunizieren möchte, bediene sich gefĂ€lligst ihrer Sprache! Die MĂ€dchen lachen, wir gehen mit den Eintrittskarten die 300 Meter bis zum Höhleneingang. Von der Tafel, die an der TĂŒr hĂ€ngt, verstehen wir soviel, dass es 35 km HöhlengĂ€nge sind, man achte auf die Richtungspfeile.
So wandern wir eine Stunde, oft geduckt, durch die Höhlen, in denen die unterschiedlichsten Champignons aufwachsen. Arten, die wir vorher noch nie sahen. Unvorstellbar, dass man so etwas essen kann! Schade, dass Michelle nicht mit konnte, das hÀtte sie interessiert.
Ja schade, nicht nur wegen der Champignons, denn jetzt plötzlich geht die Beleuchtung aus...
es ist stockdunkel! Wir fassen uns an den HĂ€nden, jetzt nur sich nicht verlieren! Ich rufe, Keine Antwort. Tausend Gedanken gehen in Bruchteilen von Sekunden durch den Kopf :

- Wir hatten gut gefrĂŒhstĂŒckt, eine Weile wĂŒrden wir es aushalten.
- Sie werden uns sicher gleich suchen kommen!
- Keine Panik aufkommen lassen, ruhig bleiben!
- Mit dem Rauchen zu zeitig aufgehört! Jetzt hÀtten wir wenigstens ein Feuerzeug, Streichhölzer.

Nach gefĂŒhlten hundert Ewigkeiten geht plötzlich das Licht wieder an. Durch einen der zahllosen DurchgĂ€nge sehen wir weit entfernt Leute rennen, schreien : „ Out! out!“
Doch bevor ich auch nur einen Schritt tun kann, wird es wieder stockdunkel. Ich stolpere ĂŒber eine dieser ChampignonsbĂ€nke, greife in den pilzigen Matsch. Wir werden doch nicht fĂŒr den Schaden aufkommen mĂŒssen? Dann stoße ich mit dem Kopf an die Wand. Es hat keinen Sinn, völlig orientierungslos mitten und tief im Berg kommen wir von allein nicht heraus.
Sie werden uns schon holen! Wir sagen es uns immer wieder. Wenn nur nicht diese dummen Gedanken sich plötzlich aufdrÀngten :
Warum kicherten die MĂ€dchen an der Kasse so? Wollten sie uns sagen, dass sie bald schließen? Womöglich ist heutige der letzte Tag der Saison, Wiedereröffnung im FrĂŒhjahr?
Sie haben gar keine Kontrolle, wer noch in den Höhlen ist! Niemand stand am Eingang und kontrollierte, wer hineinging, wer wieder herauskam. Und schließlich : Wie lange kann man von rohen Champignons leben? Genug waren ja da...

SpĂ€ter werden wir darĂŒber reden, wie lange wir gewartet haben, bis ein heller, starker Lichtstrahl uns traf. War es mehr als eine halbe Stunde? FĂŒr mich war es endlos lang und ich gestehe die anfangs schweißnassen HĂ€nde und das rasend klopfende Herz, dass sich erst nach und nach beruhigte. In einer Situation zu sein, in der man selbst nichts tun kann, vollkommen auf die Außenwelt angewiesen ist, nur die Ruhe bewahren muss, das muss gelernt sein! Dann der befreiende Ruf „ Allo ! Somebody is here?” „Hallo – here we are!” Jetzt sprachen auch die Franzosen Englisch.
Uns eng an den HöhlenfĂŒhrer und seiner Taschenlampe haltend sind wir nach einer weiteren halben Stunde wieder am Tageslicht. GegenĂŒber dem Höhleneingang das Bistro „ Chez Marie“. Und bei Marie trinken wir erst mal einen großen Calvados! Wir sind nicht die einzigen. War dieses aventure im Preis der Eintrittskarte inbegriffen und wir verstanden es nur nicht? Maries Bistro schien gut zu laufen... und sind die beiden MĂ€dchen an der Kasse ihr nicht wie aus dem Gesicht geschnitten? Marie, meine Gedanken möglicherweise erratend, zwinkert mir zu.
Französisch in der Volkshochschule!
Im nÀchsten Semester bin ich dabei.
Vive la France!

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HFleiss
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Registriert: Jan 2006

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Marie

Nein, es ist keine ErzÀhlung. Ganz besonders störend am Anfang der Exkurs in die Tuffsteinberge. Es ist nichts gestaltet, kein Charakter, das Ganze hat auch keine Story. Dass da im Berg das Licht ausgeht - nun ja. Der Text wÀre wohl besser bei Kurzprosa untergebracht, denke ich. Oder vielleicht auch bei Tagebuch.

Liebe GrĂŒĂŸe
Hanna

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