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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Mehr als nur Abenteuer / Teil 2
Eingestellt am 27. 11. 2003 14:19


Autor
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Kelly Cloud
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

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Wieder einen Tag mehr, wo er m├╝de, ausgelaugt und vor allem unmotiviert ins B├╝ro gehen w├╝rde, um f├╝r die Firma die Buchhaltung zu f├╝hren.
Sie hatte ihn verlassen wegen diesem Gouder, einem Europ├Ąer, einem 2,10m Muskelmonster. F├╝r Geoffrey v├Âllig unverst├Ąndlich, denn schliesslich war seine Martina nur zierliche 1,60. Eigentlich waren sie ein gut zusammenpassendes Paar gewesen. Sie hatten gemeinsame Hobbies. Beide sportlich aktiv und mit vielen gemeinsamen Freunden dauernd unterwegs. Geoffrey konnte nicht begreifen, was Martina an diesem Kollos so anziehend fand.
Schliesslich war der Typ ja beinah doppelt so gross wie sie, dachte Geoffrey zerm├╝rbt, als sein Wecker klingelte. Das Klingeln machte seine Situation auch nicht besser. Wie konnte man sich dazu ├╝berwinden, aufzustehen? Am liebsten h├Ątte er sich jetzt den verdammten Baccardi intraven├Âs einfl├Âssen lassen. Er setzte sich st├Âhnend auf. Wenigstens als anwesend sollte er sich im B├╝ro schon melden. Wasser ins Gesicht und den nasskalten Lappen durch die Achselh├Âhlen ziehen, musste f├╝r heute reichen.


Mo┬┤s Erinnerungen nach der erfolgreichen Besteigung

Da lagen sie nun in ├╝ber 300 Meter ├╝ber der jordanischen W├╝ste auf der Plattform des Sandsteinfelsens. Gl├╝cklich und todm├╝de von der anspruchvollen, anstrengenden Kletterei schliefen sie im windgesch├╝tzten Biwak ein.
Mo, der jordanische IKRK-Mitarbeiter konnte vor Stolz, diese jungfr├Ąuliche Wand durchstiegen zu haben, kaum einschlafen. Dank Gouder und seinen Freunden aus Neuseeland hatte er es nun endlich geschafft.
Mohamed Abdul Ben Sabban war ein begnadeter Bergsteiger. Er kannte alle Felsen in der jordanischen W├╝ste. Die meisten davon hatte er mit Haken best├╝ckt und somit der kommerziellen Kletterei zugef├╝hrt. Er und seine Familie lebten davon, die ausl├Ąndischen Klettertouristen auf diese Sandsteingipfel zu f├╝hren. Und das Gesch├Ąft lief gut. Jordanien war dank seinem liberalen K├Ânigshaus das favorisierte Reiseziel der westlichen Nahostreisenden. Auch der Lebenstandart war vergleichsweise hoch und die Infrastruktur dementsprechend akzeptabel f├╝r die Kapitalisten aus Europa und den Vereinigten Staaten.
Die Lebensbedingungen zwischen Jordanien und beispielsweise Irak waren wie Tag und Nacht. Schon vor dem ersten Golfkrieg, als der Irak noch von den USA finanziell unterst├╝tzt wurde, gab es nur eine kleine Bev├Âlkerungsschicht, der es wirklich gut ging. Und nach dem ersten Golfkrieg, als dann das Embargo verh├Ąngt wurde, wurden die Lebensbedingungen noch viel schlimmer. Mit dem Stoppen der Erd├Âlexporte wurde die Existenz vieler Bagdad- unabh├Ąngigen Regionen zunichte gemacht. Das Regime hatte sich nat├╝rlich nie um die erd├Âlexportabh├Ąngige Bev├Âlkerung gek├╝mmert. Schuld an der Misere und der steigenden Armut war nat├╝rlich nur der b├Âse Feind USA.
Was die ganzen Jahre geheim bleiben musste, war die Tatsache, dass die irakischen Nachbarl├Ąnder, wie Saudi-Arabien und Jordanien gute Erd├Âlgesch├Ąfte mit den irakischen Grenzregionen machten. Die Iraker durften sehrwohl das Schwer├Âl zum Eigenbedarf raffinieren und so war es naheliegend, dass man die Tanklastz├╝ge, die praktisch f├╝r nichts, ausser stupiden Androhungen seitens des Regimes, das Landesinnere beliefern mussten, nach deren R├╝ckkehr nochmals beluden wurden und in Nacht- und Nebel-Aktionen f├╝r sehr viel mehr Gewinn noch das nahe (bis zu 1000 Km entfernte) Ausland belieferten. So kam es nicht selten vor, dass die Fahrer, die von allen Seiten in ihrer finanziellen Notlage ausgenutzt wurden, rund um die Uhr hinter dem Steuer sassen.
Diese Situation machten sich in den Neunzigern nat├╝rlich auch einige Jordanier und Saudis zunutzen. Da es nicht selten vorkam, dass beladene Tanklastz├╝ge infolge ├ťberm├╝dung in Flammen aufgingen, fing man an, aus dem benachbarten Ausland mit Tanklastz├╝gen ebenfalls nachts in den Irak zu fahren, um sich gegen Barzahlung die Tanks f├╝llen zu lassen. Im Gegensatz zu den Irakern waren die Saudis und Jordanier nicht ├╝berm├╝det unterwegs und daher die Ankunft in der Heimat gesicherter. Es gab immer noch sehr viel Restrisiko, denn die ├╝berm├╝deten Iraker waren immer noch auf den W├╝stenpisten unterwegs und da diese Transporte illegal waren, musste man immer lichtlos unterwegs sein.
Mo geh├Ârte auch zu den jungen wilden Jordaniern, die sich einen Tanklastzug anschafften, um in halsbrecherischen Nachtfahrten etwas dazuzuverdienen. Jetzt beim IKRK war er auch als LKW- Fahrer angestellt. Die Zeiten seiner illegalen Irakfahrten waren l├Ąngst Vergangenheit und das Gesch├Ąft mit der Kletterei lief ganz ordentlich. Die Arbeit beim IKRK machte er, wie auch seine neuen Kletterfreunde, als Freiwilliger aus Idealismus und Hoffung auf eine bessere Zukunft in der Region.


Mo erz├Ąhlt Gouder aus seiner Vergangenheit

Vor kurzem im Fahrzeugpark des IKRK Jordanien erz├Ąhlte Mo dem Gouder, der hier auch als freiwilliger Fahrer figurierte, folgende Geschichte: ÔÇ×Die westirakische Raffinerie, die wir dreimal w├Âchentlich anfuhren, lag 600 Km von Amman entfernt. Wir fuhren immer drei Stunden vor der endg├╝ltigen Dunkelheit im Erd├Âllager von Az Zarqa los, um bestimmt erst bei v├Âlliger Finsternis die Grenze zum Irak zu ├╝berqueren. Wir waren zu Beginn dieses Unternehmens im Jahr 94 acht Tanklastz├╝ge. Um von den Amerikanern, die die Grenzen fl├╝chtig kontrollierten, nicht entdeckt zu werden, fuhren wir immer nur in der Leermondwoche unsere drei Touren...

Soll die Geschichte weitergehen?

__________________
kelly cloud

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klaragabel
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ich hoffe doch!!!!

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo kelly cloud,

soll ich mal am titel was ├Ąndern? zwei beitr├Ąge mit dem gleichem titel sind etwas unsch├Ân ; ich schreibe einfach teil 2 dahinter, okay?


viele gr├╝├če

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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