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Leselupe.de > Humor und Satire
Mein Atomkraftwerk
Eingestellt am 04. 01. 2012 15:30


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Inken B.
Wird mal Schriftsteller
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Mein Atomkraftwerk
Irgendwie kann ich die ganze Diskussion um den Ausstieg aus der Atomenergie nicht verstehen. Und was w√§ren die Folgen? G√§be es dann nur noch sauteuren Strom aus Braunkohlekraftwerken? W√ľrde ich dann bald im Dunkeln sitzen - ohne Licht, Computer, ohne funktionierende Kaffeemaschine und Mikrowelle?
Nein, soweit durfte es nicht kommen - zumindest bei mir nicht. Bei den Benzinpreisen kam ein Stromaggregat auch nicht in Frage. Woher als g√ľnstigen Strom nehmen wenn die Staatsratsvorsitzende Angela Merkel uns unsere sch√∂nen AKWs wegnahm? Nur weil bei den Russen mal so ein Ding in die Luft geflogen war hie√ü es gleich "Zu gef√§hrlich!" oder "Wohin mit dem Atomm√ľll?" Alles Unsinn! Mir war letzte Woche mein Staubsauger explodiert und trotzdem denke ich nicht √ľber einen Ausstieg aus der Staubsaugertechnologie nach. Und die vollen Staubsaugerbeutel haue ich einfach in die M√ľlltonne vom Nachbarn.
W√§hrend ich so √ľber die Energiefrage nachgr√ľbelte kam mir eine grandiose Idee: Es konnte doch eigentlich gar nicht so schwierig sein sich selbst ein Atomkraftwerk zu bauen!
Gesagt getan. Flugs fuhr ich meinen Computer hoch und lie√ü mir per Internet den Aufbau eines AKWs erkl√§ren. Erstaunt stellte ich fest, dass mit ein bisschen handwerklichem Geschick so ein Ding f√ľr den Hausgebrauch gar nicht so kompliziert zu bauen war.
Blieb nur ein Problem: Ich brauchte Uranbrennst√§be. Dass es die nicht in jedem Dorfladen gab war mir klar, also fuhr ich voller Tatendrang in den n√§chsten Baumarkt und fragte den netten Kundenfachberater ob die Uranbrennst√§be im Regal f√ľr Elektrobedarf oder dem f√ľr Sanit√§rartikel lagen.Irgendwie hat er mich wohl falsch verstanden und fragte mich ob ich ihn verarschen will. Ich war schneller aus dem Baumarkt raus als mir lieb war.
Was also tun? Und schon kam mir die n√§chste grandiose Idee. Bei mir um die Ecke gab es einen iranischen Gem√ľseh√§ndler - Machmuth. Der konnte eigentlich alles besorgen, warum nicht auch ein paar Brennst√§be? Erst k√ľrzlich hatte er mir zugefl√ľstert dass, wenn ich mal eine ferngelenkte Boden-Luft-Rakete br√§uchte, er die mir zum Schn√§ppchenpreis besorgen k√∂nne.
Aber erstens habe ich bei mir zu Hause keinen Platz f√ľr eine Boden-Luft-Rakete und zweitens sind die Gelegenheiten so ein Ding einzusetzen bei mir √§u√üerst selten. Also kaufe ich weiterhin mein Gem√ľse bei Machmuth und vorerst keine ferngelenkte Boden-Luft-Rakete.
Aber sicher konnte Machmuth auch Brennst√§be besorgen! Dieser Gedanke befl√ľgelte mich derart, dass ich mich sofort auf den Weg zu ihm machte.
Machmuths erste Reaktion auf mein Anliegen war, dass er sich nachdenklich seinen mit schwarzen Locken bewucherten Kopf kratzte. Sicher w√§re da was zu machen mit Uranbrennst√§ben, aber nicht mehr heute und morgen. Schlie√ülich w√ľchsen solche Teile nicht auf B√§umen - aber n√§chste Woche h√§tte er welche da! Na bitte - gute Beziehungen sind eben alles! Begeistert von Machmuths Hilfsbereitschaft kaufte ich ihm noch zwei Kilo M√∂hren ab und eilte nach Hause.
Als erstes √ľberlegte ich mir wo mein Atomkraftwerk stehen sollte. Der Garten schien mir ungeeignet, da w√ľrden die Nachbarn blo√ü neidisch und im ung√ľnstigsten Fall w√ľrden irgendwann militante Atomkraftgegner vor meinem Gartenzaun demonstrieren und sich vielleicht daran festketten.
Kurzerhand fuhr ich meinen 16 Jahre alten Fiat Uno aus der Garage und sah mich in dem so frei gewordenen Raum um. Perfekt! Die alte Mistkarre konnte ruhig drau√üen stehen, die Garage w√ľrde zuk√ľnftig mein AKW beherbergen.
Zunächst einmal musste ich mir einen Atommeiler bauen - selbstverständlich mit so einer schicken runden Sicherheitskuppel wie sie die großen Atomkraftwerke haben.
Dieses Unterfangen erwies sich schwieriger als gedacht. Unter Verwendung von alten Ziegelsteinen und jeder Menge Mörtel gelang es mir nach dem vierten Versuch eine einigermaßen ansehnliche Sicherheitskuppel zu mauern. Sie sah zwar aus wie das halbe Ei eines prähistorischen Sauriers und war auch nicht ganz symmetrisch - aber sie stand, und das allein zählte.
Ermutigt von diesem Erfolg baute ich weiter. Wasserzufluss, Wasserabfluss, eine altert√ľmliche LKW-Lichtmaschine als Turbine, ein veru√ütes Ofenrohr als K√ľhlturm (dazu musste ich allerdings einen Durchbruch durchs Garagendach schaffen), die Stromleitung bis ins Haus und eine Schaltzentrale die aus zwei ausgedienten Wasseruhren und einem Transformator von meiner M√§rklin-Modelleisenbahn bestand. Na also! Mein Atomkraftwerk war fast fertig - es sah zwar aus als w√§re ein Raumschiff in meiner Garage verungl√ľckt - aber - es war meine grandiose Erfindung in Sachen Stromselbstversorger.
Jetzt fehlten nur noch die Brennstäbe und mein AKW konnte an MEIN Netz gehen.
Die Tage vergingen und ich konnte vor Aufregung kaum schlafen. Endlich: an einem Dienstagnachmittag rief Machmuth an. Mein Brennst√§be w√§ren da, 50 Euro das St√ľck, inclusive Mehrwertsteuer.
Voller Vorfreude sprang ich in meinen Fiat Uno und hielt nur wenig sp√§ter mit quietschenden Reifen vor Machmuths Gem√ľseladen.
Machmuth strahlte mich an. Der gute Kerl freute sich immer wenn er helfen konnte. Er f√ľhrte mich in seinen Lagerraum und zeigte mir die Brennst√§be. Das waren tolle Dinger, d√ľnn wie ein Besenstiel aber leider viel zu lang f√ľr den Transport in einem italienischem Kleinwagen.
Wahrscheinlich kann Machmuth sogar Gedanken lesen. Noch w√§hrend ich √ľberlegte wie ich die Dinger nach Hause kriege, stand mein Gem√ľseh√§ndler schon mit einer Eisens√§ge neben mir. Ritsch, Ratsch, und die Brennst√§be waren in transportfreundliche L√§ngen zers√§gt. Dabei rieselte zwar etwas Uran heraus aber Machmuth meinte das w√§re kein Problem. Mit dem Uranstaub w√ľrde er seine Kartoffeln haltbar machen, das w√§re in den Gro√üm√§rkten nicht anders.
Die abges√§gten, und nun offenen Enden meiner Brennst√§be verschlossen wir mit Knetmasse, ich z√§hlte Machmuth das Geld f√ľr die St√§be hin, verlud sie in mein Auto und fuhr strahlend vor Gl√ľck nach Hause. Schon w√§hrend der Heimfahrt sp√ľrte ich so ein seltsames Prickeln in meinen Eierst√∂cken - was sicherlich einer gewissen Vorfreude geschuldet war und meine Libido in bis daher nicht gekannte H√∂hen jagte.
Fast die halbe Nacht baute ich an meinem ersten eigenen Atomkraftwerk. Brennst√§be in den Atommeiler einf√ľhren, Wasser einlassen und meinen so entstandenen Reaktor hochfahren.
Wie groß war meine Freude als mein erster selbsterzeugter Strom floss! Fernseher, Mikrowelle, Haarfön, Schreibtischlampe, PC - alles gespeist von meinem umweltfreundlichem AKW! Toll! Nie wieder brauchte ich den Stromkonzernen mein Geld in den Rachen zu werfen!
Und falls meine Brennelemente eines Tages ausgebrannt waren - kein Problem. Machmuth hat sich bereit erkl√§rt neue zu besorgen. Die alten Brennst√§be sollte ich einfach im Garten vergraben, meinte Machmuth. Das w√§re gut f√ľr die Karotten und den Salat, die w√§ren dann weniger anf√§llig f√ľr Sch√§dlinge.
Konnte es noch besser kommen? Nein!
So sitze ich Abend f√ľr Abend vor meinem Atommeiler und kann mich an dem Meisterwerk kaum satt sehen.
Der K√ľhlturm raucht, im letzten Monat hat meine Katze Junge bekommen von denen jedes sechs Beine und vier Ohren hat, mir sind vor Freude alle Haare ausgefallen und neuerdings leuchtet meine Nasenspitze im Dunkeln.
Ein Leben ohne mein Atomkraftwerk? Ist nicht mehr vorstellbar! Strahlend gehe ich in jeden neuen Tag - hoch lebe die Atomkraft!
__________________
Inken B.

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jon
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Der Anfang ist ‚Äď entschuldige bitte! ‚Äď inakzeptabel. Da geht es inhaltlich-logisch und bei den Zeitform ziemlich durcheinander. Nach "‚Ķ unsere sch√∂nen AKWs wegnahm? " flie√üt es dann prima (da fallen nur die Kommafehler deutlich ins Gewicht) ‚Äď um so mehr st√∂rt der grausige Start.

"‚Ķ fragte den netten Kundenfachberater ob die Uranbrennst√§be im Regal f√ľr Elektrobedarf oder dem f√ľr Sanit√§rartikel lagen."
Das LyrIch ist ziemlich schräg, schon klar, aber Uranbrennstäbe bei Sanitärartikeln?????

"Mein Brennst√§be w√§ren da, 50 Euro das St√ľck, inclusive Mehrwertsteuer. "
‚Ķ is' ja preiswert! Und das f√ľr St√§be, die so lang sind, dass sie nicht ins Auto passen!

"Der K√ľhlturm raucht"
Da sollte LyrIch unbedingt mal nachsehen! K√ľhlt√ľrme sollten bestenfalls dampfen!
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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