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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Mund voll
Eingestellt am 20. 05. 2012 15:07


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Eberhard Schikora
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Registriert: Apr 2012

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Mund voll
oder
So versteht man sich besser

Teebaumöl ist Ihnen kein Begriff? Wie ein Teebaum aussieht, weiß ich auch nicht, aber ich kann Ihnen zumindest die Nützlichkeit des daraus gewonnenen und in jeder Apotheke erhältlichen Extrakts erklären.
Ich beschränke mich auf das Wesentlichste, nämlich auf die hervorragende Wirkung gegen schädliche Mundbakterien, die u.a. für Zahnfleischentzündungen verantwortlich sind. Die Anwendung von Teebaumöl – 4 Tropfen auf ein Glas Wasser genügen – macht weitgehend das Zähneputzen überflüssig. Man muss nur einen kräftigen Schluck lange genug im Mund umwälzen. Unter 10 Minuten hat das Ganze keinen Sinn.

Zeit ist aber kostbar, die eifrige Hausfrau hat viel zu tun, auch Regieanweisungen an den Gatten gehören dazu, wie z.B. „Hm, hm, hm, hm“. Wovon jener sonst kaum Notiz nimmt, wird in dieser Form glatt akzeptiert. Das bedeutete also „Mach die Tür zu“. Aber auch längere Wortfolgen, die der schwerhörige und unaufmerksame Gatte sonst ignoriert, werden so auf angenehme Weise verständlich.
Neulich, als sie sich gerade die Locken eindrehte und ich mir die Fingernägel kürzte, mümmelte sie: „Hm, hm, hm, hm? – Hm, hm, hm, hm, hm“. Hier die Übersetzung: „Drückst du mal drauf? – Es hat geklingelt“.
Natürlich hatte ich es gehört, aber man muss ja nichts überstürzen. Ich drückte also drauf, auf den automatischen Gartentüröffner. Der Postmann stand da, mit einer schon lange erwarteten Sendung – eine Bluse vom Versandhaus Klingel. Mit noch immer zugekniffenem Mund prüfte sie sofort den Sitz der Bluse und „fragte“: „Hm, hm, hm, hm?“
Ja, sie gefiel mir wirklich. Dann waren die 10 Minuten um.
Schade, wir hatten uns gerade so gut verstanden.

__________________
schi

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