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Ninive
„Mein Schoß ist gut gewässertes Ackerland, bereit, den Samen zu empfangen. Süße Düfte entsteigen den Tiefen, betören die Sinne der brünstigen Stiere, dieses Feld zu bestellen. Du trägst die Hörnerkrone, du bist der Auserwählte, Gemahl deiner Göttin zu werden. Meine Brüste sind prall und erwarten deine Berührung, mein Leib sei dir hingegeben zu einer göttlichen Vereinigung.“
Die junge Priesterin ist gleichermaßen berauscht wie erregt. Sie kniet mit weit gespreizten Beinen auf einem Stein, prächtig geschmückt mit Bändern und Federn, der Körper bemalt mit rituellen Symbolen und doch ist sie unendlich nackt und ihre Reize unbedeckt.
Das Licht vieler Fackeln erhellt den Tempel, erfüllt ihn aber auch mit Rauch und Wärme. Auf dem Altar neben ihr stehen Schalen, in denen duftende Essenzen köcheln.
Um den Altar herum, auf kleineren Steinen und eine jede von Kerzen und Fackeln beleuchtet knien weitere Priesterinnen, ebenso geschmückt und nackt wie die Hohepriesterin.
Zum Altar hinauf führen sieben Stufen.
Vor diesen Stufen steht der König und blickt zu ihr auf. Er sieht die junge, erwartungsvolle Frau, die er begatten wird. Er trägt die Hörnerkrone, das Symbol der Assyrer, das Königen und Göttern vorbehalten ist. Ein schweres Amulett liegt um seinen Hals. Der Lendenschurz, der seine Erregung und Erwartung kaum verdecken kann, ist schmucklos. Auch sein Körper ist mit ritueller Bemalung geschmückt, die jedoch die Narben und Male seiner Verletzungen aus zahlreichen Kämpfen nicht zu verbergen trachtet, sondern zur Zierde seiner Erfolge macht.
Mit seinen Gefolgsleuten hat er Bier getrunken. Sie alle sind angetrunken und entschlossen. Sie stehen hinter ihrem König, ebenso, wie in den zahlreichen Schlachten. Diese ganz besondere Schlacht werden sie ebenfalls mit ihm bestreiten.
„Meiner Lenden Kraft will ich dir schenken, dir dienen und dich bedienen, meine Göttin!“ tönt seine sonore Stimme, auch seiner Sprache die Schwere der Zunge anzuhören.
Im hinteren Teil des Tempels drängen sich die Menschen, die der Zeremonie beiwohnen dürfen. Sie stehen dicht gedrängt und verharren in atemlosem Schweigen.
In der ersten Reihe stehen weitere Gefolgsleute, aber pikanterweise sind auch die Ehefrauen und Konkubinen des Königs und der engen Gefolgsleute dabei. Sie alle werden zusehen und miterleben, wenn der König die Vereinigung mit der Göttin vollzieht.
Sie alle werden auch miterleben, wie die Gefolgsleute des Königs es ihm gleich tuen mit den anderen Priesterinnen.
Spannung und Erwartung erfüllen den Raum, nur das Knistern der Flammen ist zu hören. Flinke Dienerinnen wie huschende Schatten tauschen verlöschende Fackeln immer wieder gegen frisch brennende aus.
Ihr Leib mag längst schmerzen, die Haltung unbequem sein. Aber die Feuchtigkeit ihres Geschlechtes läuft, vielleicht vermischt mit Schweiß, der in feinen Tropfen auf ihrem ganzen Körper steht an ihren Schenkeln herab. Die Hohepriesterin wusste längst, was geschehen wird. Auf diesen Tag, auf diesen Augenblick hatte sie zusammen mit den anderen sich lange vorbereitet.
Sie ist schließlich auserwählt worden, heute stellvertretend für Inanna sich dem König hinzugeben.
Seit Wochen war ihre Haut gesalbt, hatte sie besondere Speisen bekommen und war sie für diesen Tag vorbereitet worden. Mit speziellen Kräutern ist die monatliche Blutung so verschoben, dass nun die fruchtbaren Tage bestehen: sie soll heute einen neuen Gott empfangen.
Dann schließlich erklingt der tiefe Gong: das Zeichen zum Beginn des Rituals.
Die Männer steigen die Stufen hinauf und stellen sich hinter die knienden Priesterinnen. Sie greifen nach den erwartungsvollen Körpern und fühlen die samtweiche Haut der Frauen.
Unter ihren Lendenschurzen entblößen sie ihr gierendes Geschlecht und durchbrechen beinahe gleichzeitig die Jungfernhäutchen der Priesterinnen, entlocken einigen von ihnen kurze Schmerzschreie.
Wildes Kopulieren folgt, Stöhnen und weitere Laute der Lust, klatschende Geräusche von Haut auf Haut erfüllen die Halle.
Der König hat sein Geschlecht in den feuchten Schoß der Hohepriesterin versenkt und stößt immer wieder tief in sie hinein. Der wilde Stier hat seine Bestimmung gefunden, erfüllt die göttliche Pflicht.
Der erste Schmerz ist vergangen und lustvolle Erregung breitet sich in milden Wellen durch ihren Körper aus.
Menschen sollen den Göttern dienen. Das allein ist die Bestimmung der Menschen.
Doch hier paart sich ein gottähnlicher Mensch mit seiner Göttin, stellvertretend für sie die junge Priesterin.
Immer wieder dringt sein Glied in ihren Körper, lässt sie äußerlich und innerlich erbeben. Sie ergibt sich der Besitznahme, sie verschenkt ihren Körper, ihre Sinne sind auf ihn gerichtet und sein in ihr sein.
Sie fühlt längst keinen Schmerz mehr, sondern eine unbändige Gier nach jedem weiteren Stoß, Lust darauf, ihn in sich zu spüren, tief, tief, ganz tief.
Sie schenkt alle diese Empfindungen der Göttin Inanna, deren bedingungslose Dienerin und Priesterin sie ist. Aber sie erlebt auch selbst die Lust, die der Geschlechtsakt in ihren Körper zaubert.
Zischend entströmt ihr Atem, keuchend und unfähig, stillhalten zu können bäumt sie sich ihm entgegen, jeder Bewegung, jedem Stoß seines harten Geschlechts in ihr.
Rhythmisch klatschen ihre Körper gegeneinander, wieder und wieder.
Seine Hände haben sich seitlich in ihre Hüften gekrallt, ziehen sie ihm entgegen, wieder und wieder.
Im Grund ihrer Zunge beginnt eine unwirkliche Taubheit, breitet sich aus, über die Augen, über die Kopfhaut, an den Armen entlang bis in ihre Fingerspitzen, spannt ihre Brüste und spannt ihren Bauch, wird zu einer wilden, unkontrollierten Zuckung in ihrem ganzen Körper.
Ihr ganzer Unterleib beginnt zu pulsieren, heftig, unkontrolliert und doch unendlich schön. Sie möchte sein Geschlecht melken mit diesen Zuckungen, sie denkt aber nicht, sie fühlt und spürt nur noch die Wellen der Lust. Stoßweise und laut ist ihr Atem.
„Inanna - alles ist Dein!“ denkt sie nur, schreit ihre Lust.
Dann entlädt er sich in sie, stöhnt.
Das Zucken seiner Entladung tief in ihren Körper spürt sie, will es fühlen, will es für immer behalten und nie wieder vergessen.
Sie schmiegt sich ihm entgegen, will jeden Hauch seiner Entladung haben, will alles, alles, alles!
„Ja!“ flüstert sie.
„Ja.“ ist fast unhörbar seine Antwort.
Die Göttin hat ihren Gemahl empfangen.
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Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)
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