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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Nur ein kleiner Schritt
Eingestellt am 01. 12. 2000 10:07


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 115
Kommentare: 81
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Die S45 fuhr ein. Auf den Schienen der Station Bromfelde kreischte Eisen auf Eisen. Die T├╝ren ├Âffneten sich jedoch nicht. Die Bahn verweilte einige Zeit, aber die Fahrg├Ąste blieben auf ihren Sitzen und besch├Ąftigten sich mit Kleinigkeiten und sei es nur mit stupiden Schauen aus den fahrtwindschmutzigen Fenstern. Dann fuhr der Zug anstandslos weiter. Das ├╝bliche, unangenehm schrille Intervallpfeifen blieb den Insassen erspart.
Am Ende des Bahnsteiges sa├č eine junge Frau. Sie trug einen hellen Herrenmantel und zwischen ihren F├╝├čen stand eine lederne Tasche. Sie hatte dort bereits gesessen, als die Bahn eingefahren war. Der Zugf├╝hrer hatte sie durch sein Schiebefenster mit einem befremdlichen Blick gemustert und erwartet, da├č sie nun aufstehen und in seine Bahn steigen w├╝rde, doch sie hatte still und regungslos weiterhin die drei Monitore angestarrt. Sie hatte sich dazu umdrehen m├╝ssen, da sie hinter ihr hingen. Nebeneinander an die Decke montiert zeigten sie in schwarzwei├čen Bildern, was die ├ťberwachungskameras beobachteten.
Die Station war so aufgeteilt, da├č nicht die Schienen die Bahnsteige trennten, sondern dieser in der Mitte lag und die Bahnen rechts und links an ihm vorbeifuhren. Der geflieste Boden war verschmutzt und verstaubt. Zur Zeit wurde auf diesem Teil der Strecke nur ein Gleis genutzt. Die Schienen Richtung Vorderloh waren durch Baustellenverkehr blockiert und die Z├╝ge konnten daher nur auf einem Bahnsteig einfahren. Der Fahrplan war deshalb extra umgestellt worden. Die Kameras und die Monitore, die den Zugf├╝hrer der aus Vorderloh kommenden Bahnen zeigten, wann sie die T├╝ren schlie├čen konnten, waren herumgedreht und so ausgerichtet worden, da├č sie nun ausschlie├člich den befahrenen Bahnsteig beobachteten.
Noch vor wenigen Monaten hatte sich in unmittelbarer N├Ąhe der Haltestelle Bromfelde ein Hochhaus befunden. Aber ein Feuer hatte gro├čen Schaden angerichtet. Nun war es abgerissen und noch nicht wieder aufgebaut worden. Seitdem die n├Ąhere Umgebung eine Gro├čbaustelle war und ein Gro├čteil der Leute, die in dem Hochhaus gewohnt hatten, nicht mehr da waren, war auch die S-Bahn-Station nun meistens verwaist. Die Z├╝ge fuhren aber zur Endstelle Vorderloh unvermindert h├Ąufig hier durch. Jedoch konnte man die Fahrg├Ąste, die momentan am Tag in Bromfelde ein- oder ausstiegen, an zwei H├Ąnden abz├Ąhlen. Der Bahnsteig lag meist unbenutzt und wie ausgestorben da. Laut Bauleitung sollte sich das auch noch eine ganze Zeit nicht ├Ąndern.
Die junge Frau lauschte auf das leise Sirren der sich entfernenden Bahn. Sie wu├čte, das die n├Ąchste S45 aus der entgegengesetzten Richtung in f├╝nfzehn Minuten kommen w├╝rde. Der Zeiger der wei├čen Uhr knarrte eine schwarzen Strich weiter. Einige Zeit noch starrte sie die Monitore an. Die Bilder waren die gleichen wie vor zwei Minuten. Auf den Mattscheiben war nichts zu sehen, au├čer den regungslosen, etwas unscharfen Bilder des leeren Bahnsteigs, aus drei verschiedenen Blickwinkeln gefilmt von simplen Kameras, die an drei Punkten an der Decke festmontiert waren. Einer der Bildschirme zeigte eine junge Frau, die auf den Plastiksitzen sa├č. Sie trug einen hellen Herrenmantel und zwischen ihren F├╝├čen stand eine lederne Tasche. M├╝de hing der Blick der junge Frau auf den Monitoren. Sie beobachtete die Frau auf dem Bildschirm, aber die r├╝hrte sich nicht und schaute nur an ihr vorbei, als k├Ânne sie sie nicht sehen.
Sie war schon recht lange hier. Vor einer guten Stunde war sie zusammen mit ungew├Âhnlich vielen Leuten die Treppe herabgekommen. Aber als die Bahn in Richtung Innenstadt eingefahren war und die anderen Leute sich ins Innere des Abteils begeben hatten, war sie auf dem Bahnsteig geblieben. Die Bahn war ohne sie weitergefahren. Sie hatte stumm auf die Schienen geschaut und gewartet, bis wieder Stille war. Dann war sie einmal den Bahnsteig entlang gegangen, hatte sich am anderen Ende in eine der Plastiksitzschalen gesetzt, ihre Tasche zwischen die Beine gestellt und hatte gewartet. Dies war nun schon die dritte Bahn gewesen, die seitdem hier durchgefahren war und es war nichts weiter geschehen.
Nichts weiter. Bis jetzt.
"Hallo."
Sie hatte nicht gefl├╝stert. Auch nicht gerufen. Sie hatte nur gesprochen. Niemand antwortete. Es war niemand da, der h├Ątte antworten k├Ânnen. Sie winkte kurz zu den Monitoren hinauf, aber die Frau, die dort in dem einen, in dem linken Bild sa├č, schien sie nicht zu beachten. Im Gegenteil. Sie winkte in diesem Moment auch, aber wohl nicht zu ihr, sondern an ihr vorbei in eine andere Richtung, zu jemanden, den die junge Frau nicht sehen konnte.
"Hallo." Der zerbrechliche Klang hallte nur wenig in dem gro├čen Raum und in dem schwarzen Maul des Tunnels. Die junge Frau lauschte, wie ihre Stimme in der Stille versiegte. "Ich ... ich w├╝rde mich gern beschweren", sprach sie in die einsame Luft. Sie lauschte, als erwartete sie, da├č ihr jemand antwortet.
"Ich wollte schon l├Ąngst zu Hause sein. Meine Mutter wird sich Sorgen machen. Ich war heute morgen im Einkaufszentrum Bahlefeld." Sie l├Ąchelte. "Ich habe mir einen neuen Bluse gekauft. - Synthetik", f├╝gte sie etwas schuldbewu├čt hinzu. "Aber runtergesetzt. Auf f├╝nfzig Mark. In wei├č und ein bi├čchen durchsichtig, aber ich kann ja was drunterziehen."
Sie griff nach ihrer Tasche, hielt dann aber inne, winkte kurz ab und lehnte sich wieder zur├╝ck. Ihr heller Mantel rauschte leise.
"Ich wollte eigentlich noch weiter gucken, aber ich mu├čte zur├╝ck. Meine Mutter wartet. Sie wird immer schnell ungeduldig und es ist besser, sie nicht warten zu lassen. Als ich zur├╝ckgefahren bin, hielt die Bahn an der Haltestelle N├Âllingen. Da wo die gro├če Plakatwerbung von der Telekom an der Wand ist. Mit diesem Rennfahrer drauf. Aber die Bahn wartete lange. Sie blieb einfach weiterhin stehen.
Mir gegen├╝ber sa├č ein Mann. Er war schon ├Ąlter, hatte d├╝nne Haare und viel Stirn und so. Der las Zeitung. Eine Sonderausgabe zum Millennium war mit dabei. Manchmal las ich von der anderen Seite mit. Aber nicht viel. Mir wird immer ├╝bel, wenn ich beim Zugfahren lese. Ich kann auch nicht mit dem R├╝cken in Fahrtrichtung sitzen. Da wird mir auch immer schlecht. Ich stehe dann schon lieber, wenn nichts in Fahrtrichtung frei ist. Der Mann wurde schon unruhig, weil es so lange dauerte und die Bahn immer noch nicht weiterfuhr. Er nuschelte auch irgendetwas, was ich nicht verstand und guckte immer auf seine Uhr und schaute hinter sich, ganz bedrohlich, als ob es dort etwas zu sehen oder zu bedrohen g├Ąbe, au├čer die Leute die auch warteten, da├č es weiterging.
Aber der Zug blieb stehen, trotzdem sich der alte Herr mit seiner Zeitung immer ├Âfter umdrehte und bedrohlich guckte.
Dann kam pl├Âtzlich eine Durchsage. Der Lautsprecher sagte, der Zug k├Ânne hier nun auf unbestimmte Zeit nicht mehr weiterfahren, da es auf der Strecke einen ..." Sie runzelte die Stirn und dachte kurz nach. "... einen Personenschaden gegeben habe. Ja. Und der Lautsprecher bat um Verst├Ąndnis." Sie nutzte eine Pause um mit einem der losen Kn├Âpfe an dem hellen Herrenmantel, den sie trug, zu spielen. "Personenschaden. Ja. So hat der Lautsprecher es genannt. Personenschaden." Der Knopf, der nur noch an wenigen F├Ąden hing, ri├č ab. Die Frau hob nur kurz die Brauen und steckte den Knopf dann in eine Innentasche.
"Alle Fahrg├Ąste st├Âhnten genervt auf. Einige nahmen sofort ihre Jacken oder Taschen und verlie├čen w├╝tend das Abteil. Der alte Herr mir gegen├╝ber zeterte irgendetwas sehr, sehr ... Abf├Ąlliges ├╝ber die Deutsche Bahn. Das das ja immer schlimmer werden w├╝rde und so. Aber nicht nur das. Er sagte noch mehr.
Ich machte mir Sorgen um meine Mutter. Nun w├╝rde ich ohne Zweifel viel zu sp├Ąt kommen und sie w├╝rde sich wiederum Sorgen um mich machen. Meine Mutter macht sich immer Sorgen um mich, aber ich glaube, da├č sie sich die nur deshalb macht, weil sie meint, da├č es ihre Aufgabe ist, sich Sorgen zu machen. Sie ermahnt mich oft und viel. Da kann ich ihr noch so oft sagen: Mutter, sage ich oft, du brauchst dir keine Sorgen um mich ... na ja. - Sie ist halt meine Mutter." Wie um sich zu entschuldigen hob sie kurz die Schultern.
"Ich stieg dann auch raus. Und da sah ich, da├č einige der Leute zu dem Fahrer nach vorne gegangen waren. Der lehnte aus seinem Fenster und sprach mit ihnen. Der alte Herr war mit mir ausgestiegen und ging nach vorne. Da bin ich dann einfach hinterhergegangen. Ich war ja auch neugierig, was da wohl geschehen sein mochte. Danach fragte der alte Mann auch und der Fahrer - ein freundlicher Mann, mu├č ich ja sagen, ganz ruhig war der und l├Ąchelte - der jedenfalls beruhigte den alten Herrn, der sehr aufgebracht war und schimpfte. Der Fahrer sagte zu ihm, er solle sich doch bitte nicht so aufregen, er, also der Fahrer, k├Ânne doch auch nichts daf├╝r. Da habe wohl irgendwo wieder einer auf den Schienen gelegen und die Bahn war dr├╝bergefahren. Und jetzt m├╝├čten erstmal die Leute, die Polizei und die alle da nunmal kommen und gucken m├╝├čten, die m├╝ssen jetzt erstmal alle rauskommen und die Reste wieder wegr├Ąumen. Reste, das hat der Fahrer gesagt. Und dann hat er noch breit gegrinst und gesagt, schlie├člich k├Ânne man da jetzt nicht so einfach ├╝ber einen halben Menschen dr├╝berfahren. Einige der Leute lachten und sogar der alte Herr schmunzelte und da sagte der Fahrer noch, och, er k├Ânne schon, aber man lie├če ihn sicher nicht. Daraufhin lachten wieder alle. Ich auch. Er hatte so etwas Komisches in der Stimme, soda├č man einfach lachen mu├čte. Ja, ja, sagte da der alte Herr, das k├Ąme nun zum Jahrtausendwechsel sicher recht h├Ąufig vor, oder? Er h├Ątte das eben noch in der Zeitung gelesen. Man bef├╝rchte nun, sagte er, je n├Ąher die Tage zum Jahresende r├╝cken, da├č es da ganz viele Selbstmordf├Ąlle geben k├Ânnte. Weil alle Angst haben, es k├Ânne dann sowieso zu Ende sein, sagte er, und alle w├╝rden das bef├╝rchten, und w├╝rden jetzt schon vorzeitig Sylvester machen. So sagte er das: Die machen jetzt alle schon vorzeitig Sylvester und lassen's knallen. Ja. Und der Fahrer sagte dann, aber er lachte da nicht mehr und seine Stimme klang auch nicht mehr so komisch, da├č es hie├če, da├č jeder Zugf├╝hrer, also laut Statistik, da├č da jeder Zugf├╝hrer schon einen Selbstm├Ârder auf den Schienen ├╝berfahren habe. Und weil er nicht lachte, lachten auch die anderen, die da standen, nicht. Tja, so sagte er dann auch noch und grinste wieder und zuckte mit den Schultern, tja, da sei er ja wohl mal wieder zu sp├Ąt gekommen. Jetzt h├Ątte er erstmal Pause und der Bernd aus der S56 vor ihm h├Ątte sich wohl seinen Platz in der Statistik weggeschnappt. Das k├Ânne jetzt noch ganz sch├Ân dauern. Da lachten dann wieder alle.
Ich ging zur├╝ck und schaute auf den Fahrplan. Aber das bringt ja nichts, dachte ich mir da, wenn das Gleis ja sowieso durch diese Bahn besetzt ist. Man kann die Bahn ja nicht so einfach von den Schienen runterheben. - Und man kann ja nicht so einfach ├╝ber einen halben Menschen dr├╝berfahren. Der Fahrer, nun ja, er k├Ânnte schon, aber man lie├č ihn ja nicht.
Da waren Telefonzellen an der Haltestelle. Ich hatte aber keine Karte. M├╝nzen h├Ątte ich gehabt, aber die nutzen einem ja nichts mehr. Ich wollte meine Mutter anrufen und ihr sagen, da├č ich sp├Ąter komme. Sie macht sich immer so schnell Sorgen. Ich sah, wie dieser nette Rennfahrer mich mit seinem Handy anl├Ąchelte. Aber ich hatte ja kein Handy. Das h├Ątte ich nun gerne gehabt. Mobil ins Millennium. Dar├╝ber h├Ątten die Leute sicher auch lachen k├Ânnen. Tja."
In einem Kasten, der in der Mitte der Station an die Decke montiert war, flappte es und die Frau schaute hin. Die Anzeigetafel k├╝ndigte die Bahn Richtung Innenstadt an. In einem der Felder stand, wann sie zu erwarten war. In 5 Min. Gleis 2. Es ging nur auf Gleis 2.
Die junge Frau stand auf und ging langsam den Bahnsteig entlang. Die lederne Tasche lie├č sie bei den Sitzen stehen.
"Ich mu├čte mir dann eine Alternativverbindung suchen und eine ├Ąltere Dame half mir dabei. Es war eine komplizierte Verbindung mit Busse und Stra├čenbahnen und mit drei Mal umsteigen und einigem Warten. Ich habe es mir aufschreiben m├╝ssen. Ich kann mir sowas schlecht merken. Das konnte ich noch nie." Sie kramte beil├Ąufig in ihrer Jackentasche und holte einen zerknitterten Kassenbon heraus. "16:30 mit dem 462er nach Holsterfing in die Hallinger Stra├če, da dann in die U79 nach ... hm ..." Der Kassenbon wurde zerkn├╝llt und in einen Beh├Ąlter geworfen, auf dem Ascher stand. Die Anzeigetafel flappte kurz und noch einmal, als die junge Frau endlich am anderen Ende des Bahnsteigs stand. 2 Min.
Den ganzen Weg ├╝ber hatte sie die Monitore, die auf dieser Seite hingen, nicht aus den Augen gelassen. Sie hatten einige junge Frauen gezeigt, die langsam durch die Bilder schlenderten. Nun wandte sie den Bildschirmen den R├╝cken zu. Ihre Schuhspitzen grenzten ganz knapp an der Bahnsteigkante.
"Es ist nur ein kleiner Schritt, nicht wahr? Ich denke oft daran, wenn ich an einer Haltestelle warte und auf die fortgeworfenen Zigarettenkippen schaue. Und ich mu├č oft an Haltestellen warten. Ich habe kein Auto. Ich durfte keinen F├╝hrerschein machen. Zu gef├Ąhrlich, sagten die ├ärzte. Aber der Gedanke kommt mir oft. Es ist nur ein ganz kleiner Schritt. Man braucht nicht einmal hinzusehen."
Nachdenklich schaute sie in den Tunnel Richtung Vorderloh, der etwa f├╝nfzig Meter von ihr entfernt in einem undurchdringlichen Dunkel verschwand. Die Wand drumherum sah gelangweilt aus, als ob sie g├Ąhnte.
Die Anzeige flappte. 1 Min.
"Aber ob der Schwung der Bahn wohl noch reichen w├╝rde? Wenn sie hier hereinf├Ąhrt bremst sie doch schon. Wahrscheinlich wird man zwar ├╝berfahren, aber man lebt dann noch. Das w├Ąre peinlich. Nichts ist peinlicher, als ein mi├čgl├╝ckter Selbstmordversuch. Man wacht im Krankenhaus auf, mit Verb├Ąnden an allen Gliedma├čen, die Ger├Ąte, an denen man angeschlossen ist, fiepen leise und man sieht nur noch Gesichter, in denen Mitleid leuchtet wie die Buchstaben einer Au├čenwerbung." Sie drehte sich um und sah die Monitore an. Die junge Frau war aus ihren elektronischen Blicken verschwunden. Ihre Schuhabs├Ątze lie├čen etwas Staub in den Schienengraben rieseln.
"Aber es kann funktionieren", sprach sie zu den Monitoren hoch. "Es w├Ąre nur ein ganz kleiner Schritt. Bei dem Menschen heute hat es auch funktioniert. Der war schlau. Hat sich auf offener Strecke ├╝berfahren lassen, wo die Z├╝ge am schnellsten und gr├╝ndlichsten sind. Gar nicht so dumm. - Hier bringt es wohl nicht viel. Die Bahn w├Ąre zu langsam. W├╝rde nur peinlich werden, wenn es nicht klappt.
Man m├╝├čte dort hinten stehen, gleich nebehn dem Tunnelausgang, wo die Bahn noch genug Tempo hat und der Fahrer nicht richtig in die Station sehen kann. Ein ganz kleiner Schritt nur. Aus der Bewegung heraus. Ganz nah. Ohne gro├čen Aufwand, ohne viel Nachdenken. Einfach ein weiterer Schritt und schon ist man im Jenseits. Ich denke sehr oft daran, wenn ich an Haltestellen stehe. Es ist als ob die Zigarettenstummel dort zwischen den Schwellen einen rufen."
In diesem Moment ert├Ânte ein leises Sirren. Auf der Anzeigetafel erschien ein Sofort! Noch war das Sirren entfernt, kam aber rasch heran. Die junge Frau lie├č den Blick nicht von den drei Monitoren. In dem Linken wallte Licht in dem schwarzen, gelangweilt g├Ąhnenden Fleck auf. Zwei helle Augen schauten um eine in der Dunkelheit liegende Biegung. Dann schob sich der Zug aus dem Tunnel.
"Er bremst schon", fl├╝sterte die junge Frau. "Und jetzt doller." Ein Kreischen von Eisen auf Eisen war zu h├Âren. "Zehn, neun, ..."
Die Bahn erschien im zweiten Bildschirm.
"... acht, sieben, sechs ..."
Der Triebwagen durchfuhr den dritten Monitor.
"... f├╝nf, vier, drei ..."
Die Frau trat einen Schritt vor.
"... zwei, eins ..."
Die S45 hielt.
"Null."
Die Bahn verweilte einige Zeit, doch die T├╝ren ├Âffneten sich nicht. Die Fahrg├Ąste blieben auf ihren Sitzen und besch├Ąftigten sich mit Kleinigkeiten und sei es nur mit stupiden Schauen aus den fahrtwindschmutzigen Fenstern. Der Zugf├╝hrer warf einen Blick aus seinem Schiebefenster und musterte die junge Frau, die vor ihm auf dem Bahnsteig stand mit einem befremdlichen Blick, als erwarte er, da├č sie in seinen Zug einsteigt.
"Wollen Sie mit?" fragte er.
"Es ist nur ein kleiner Schritt, ich wei├č", sagte die Frau. "Meine Mutter wird mich sicher ermahnen."
Der Zugf├╝hrer blinzelte irritiert. "Na, dann schaun Sie mal, da├č Sie nach Hause kommen. Es ist schon dunkel. Die Sorge ihrer Mutter ist berechtigt."
"Die Sorge meiner Mutter ..." Die junge Frau kicherte ein bitteres Lachen und sch├╝ttelte den Kopf. "Nein, noch nicht. - Guten Rutsch ins neue Jahrtausend. Kommen Sie mobil ins Millennium."
Der Bahnf├╝hrer runzelte die Stirn, l├Ąchelte verkniffen und schob dann sein Fenster zu. Der Zug fuhr weiter. Das ├╝bliche, unangenehm schrille Intervallpfeifen blieb den Insassen erspart. Nach einer Weile verlor sich das Sirren, immer leiser werdend, in der finsteren Tiefe des Tunnels.
"Sie hat sich nie wirklich Sorgen gemacht", sagte die junge Frau zu den Monitoren hinter ihr. "Es waren ja zuerst nur Schnitte. Nicht weiter gef├Ąhrlich. Mit dem Rasiermesser in den Oberarm." Sie kn├Âpfte ihren Mantel zu. "Es ist kalt nachts um diese Jahreszeit. Wenn man nichts anhat." Schmunzelnd steckte sie die H├Ąnde in die Taschen. "Mein Gott, was war ich dumm. Ich dachte, ich k├Ânnte erfrieren und sp├Ąter, in einem neuen Jahrtausend, wieder aufwachen. H├Ątte ich mir doch denken k├Ânnen, da├č das auffallen mu├čte. So einfach nackt durch die Stadt zu laufen ..." Sie kicherte. "Das macht man doch nicht. Und dann der verr├╝ckte Gedanke, es k├Ânnte klappen, wenn man einfach die Luft anh├Ąlt. - Aber ich war ja noch jung. Peinlichkeiten heilen."
Die junge Frau schlenderte zur├╝ck zu den Sitzen, wo ihre Tasche stand. Sie nahm sie an den ledernen Riemen hoch und ging zu einem der Sitze, die dem anderen, dem zur Zeit nicht befahrenen Gleis zugewandt waren. Dabei kramte sie im Inhalt des Beutels und holte schlie├člich ein Paket Taschent├╝cher hervor. Sie wischte mit einem Tuch ├╝ber die verstaubte Sitzfl├Ąche und die R├╝ckenlehne, bis das chlorgebleichte Wei├č schmutzig grau war, warf dann das Tuch ordentlich in den Abfalleimer neben den Sitzen und setzte sich. Die Ledertasche hatte sie sich wieder zwischen die F├╝├če gestellt.
Ihr Blick wanderte zu den umgedrehten Monitoren an der Decke. Es war kaum etwas zu sehen. Leere Gleise. Und eine Frau, die den rechten Bildschirm zierte. Aber sie schaute an der Frau, die auf den Sitzen sa├č, vorbei, als w├╝rde sie sie nicht sehen k├Ânnen.
Die junge Frau blickte nachdenklich nach oben. Pl├Âtzlich stand sie wieder auf und zog ihren hellen Mantel aus und legte ihn ├╝ber den Sitz. Dann streifte sie den flusigen Pullover, den sie darunter trug, ├╝ber den Kopf. Dann ein wei├čes T-Shirt. Darunter trug sie einen einfachen BH. Sie nahm ihre Umh├Ąngetasche und holte ein wei├čes Kleidungsst├╝ck heraus. Es war eine Bluse. Ein mit Rotstift ├╝bermaltes Preisschild hing am Kragen. Die junge Frau kn├Âpfte die neue Bluse auf und wollte sie sich gerade ├╝berziehen, da verharrte sie.
Einen Moment. Zwei.
Sie schaute zu den Monitoren. Auch die Frau dort hatte sich entkleidet. Sie legte den Kopf schief und betrachtete sie.
Einen weiteren Moment. Zwei weitere.
Daraufhin legte sie die Bluse auf ihre anderen Kleidungsst├╝cke und griff hinter sich, um den Verschlu├č ihres BHs zu ├Âffnen. Sie merkte, wie ihre kleinen Knospen sich in der K├Ąlte zusammenzogen. Dann zog sie sich die Bluse an, kn├Âpfte sie sorgf├Ąltig zu und schaute wieder empor zu den Bildschirmen. Das Kameraauge lie├č die kleinen dunklen Flecke ihrer Br├╝ste unter dem d├╝nnen, wei├čen Stoff nur schemenhaft erkennen.
"Steht ihnen gut. - Meinen Sie? - Doch, wirklich. - Ist es nicht ein bi├čchen eng obenrum? - Nein, finde ich nicht. D├╝rfte gar nicht kleiner sein. K├Ânnen Sie sogar noch was drunterziehen. Brauch aber nicht. K├Ânnen Sie sich doch leisten. Wollen Sie's gleich anlassen? - Ja, bitte. - M-hm. Ja, dann kommen Sie doch bitte mit zur Kasse. Ist auch runtergesetzt. Nur f├╝nfzig Mark. Wollen Sie f├╝r Ihre anderen Sachen eine Tasche habe?"
Sie schaute auf den Pullover und das T-Shirt, die sie ├╝ber die ges├Ąuberte Sitzlehne gehangen hatte, wobei sie peinlich darauf geachtet hatte, sie nicht mit der dreckigen Umgebung in Ber├╝hrung kommen zu lassen.
"Nein. Die lasse ich hier."
Pullover und Shirt stopfte sie in die Plastikt├╝te des M├╝lleimers. Auch den BH. Den Herrenmantel zog sie sich wieder ├╝ber. Es war kalt in der winterlichen Station und sie zitterte, doch kn├Âpfte sie den Mantel nicht zu.
"Mutti wird staunen", sagte die junge Frau als sie sich setzte. "Sie ermahnt mich h├Ąufig, ich solle mir doch mal endlich was Neues kaufen. Die ganzen, alten gammeligen Sachen von Papa solle ich doch mal endlich wegwerfen. Man m├╝sse ja von uns denken, wir seien arm. Und jetzt zu Weihnachten w├Ąre doch eine gute Gelegenheit, sich auch mal selbst was zu schenken. Es ist etwas besonderes, dieses Jahr. Es ist das letzte dieses Jahrtausends. Das ist ein gro├čer Schritt. Und doch nur ein kleiner, weiterer. Wie aus der Bewegung heraus. Man w├╝rde ihn kaum bemerken, wenn er nicht so gefeiert werden w├╝rde. Solch einen kleinen, gro├čen Schritt mu├č man feiern."
Sie wartete. Eine Weile betrachtete sie stumm die Frau auf dem Bildschirm, die dort einfach sa├č, die H├Ąnde in den Scho├č gelegt.
Die Anzeigetafel flappte.
"Ob es wohl etwas besonderes ist, den kleinen, weiteren Schritt genau zum Jahrtausendwechsel zu machen? Das w├Ąre doch eine Feier. Da mu├č sicherlich etwas ganz Au├čergew├Âhnliches geschehen. Die Letzte des Jahrtausends. Die Erste des neuen Millenniums. Man macht das Licht hinter allen anderen aus und knipst es doch vor allen anderen wieder an. In einem neuen Raum.
Aber wo fahren zu diesem Zeitpunkt welche Z├╝ge? Und fahren sie dann ├╝berhaupt noch. Das stand auch in der Zeitung des alten Herrn. Das stand in einem der kurzen Artikel, die ich auf der R├╝ckseite gelesen habe. Aber ich konnte dann nicht weiterlesen, weil mir sonst schlecht geworden w├Ąre. Es sei nicht sicher, stand da, da├č dann ├╝berhaupt noch etwas funktioniert. Es k├Ânnte sein, da├č dann alles still steht. Aber warum, das konnte ich nicht mehr lesen. Zu dumm. Das w├Ąre ja peinlich. Wieder ├╝berall Mitleidsgesichter."
Wieder erklang das leise klappende Ger├Ąusch. Doch die Frau lie├č ihren Blick nicht von den Monitoren. Das Ger├Ąusch k├╝ndigte auch die n├Ąchsten Minuten an. Schlie├člich war wieder das leise Sirren einer sich n├Ąhernden Bahn zu h├Âren. Doch niemand war gekommen, in sie einzusteigen.
"Ich mag diesen Anblick. Die Z├╝ge sind wie eiserne W├╝rmer, die sich durch die Fernseher fressen. Von links nach rechts, in einer Bewegung. Wenn sie den linken durchfressen haben, knabbern sie sich in das n├Ąchste Bild. Und ihre Augen leuchten dabei ganz hungrig. Es sind f├╝r sie nur kleine Schritte. Sie fressen schnell und werden satt und tr├Ąge, je weiter sie kommen und brauchen l├Ąnger f├╝r einen Fernseher." Sie nickte zu dem linken Monitor hoch. "Da kommt er. Er bremst. Guten Appetit."
Kreischen von Eisen auf Eisen.
"Zehn, neun, acht ... in den zweiten ... sieben, sechs, f├╝nf, vier ... in den dritten ... drei, zwei, eins ..."
Die angekommene S45 hielt hinter der Frau auf dem Bildschirm.
"Null. - Sch├Ân, dich zu sehen."
Das Fenster der Bahn wurde zur Seite geschoben. Auf dem Monitor konnte die Frau einen schemenhaften Kopf erkennen, der durch den schwarzen Fleck blickte.
"Hallo! Junge Frau!" h├Ârte sie eine Stimme hinter sich. "Junge Frau, das Gleis an dem sie da sitzen, wird zur Zeit nicht befahren. Wenn Sie nach Vorderloh m├Âchten, dann m├╝ssen Sie hier einsteigen."
"Ich wei├č", sagte sie, ohne sich umzudrehen. "Ich m├Âchte auch nicht nach Vorderloh. Ich mu├č in die Innenstadt. Zu meiner Mutter. Sie wartet auf mich."
"Ah", machte die Stimme hinter ihr und sie sah, wie der helle Fleck in dem dunklen Loch die Schultern zuckte. "Na, dann ist ja gut."
Wenig sp├Ąter verschwand das Motorenrauschen der Bahn hinter der Biegung im Tunnel und das Sirren verebbte in der Finsternis. Die Frau war wieder allein. Sie sa├č da und beobachtete die Monitore und die Frau auf dem Bildschirm, die schweigend die H├Ąnde in den Scho├č hielt und an ihr vorbeischaute. Die junge Frau fand, die junge Frau auf dem Bildschirm sehe sehr nachdenklich aus. Einige Zeit verging.
"Meine Mutter schreibt Kriminalromane." Ihre Worte kamen pl├Âtzlich. H├Ątte sich au├čer ihr jemand in der S-Bahn-Station befunden, w├Ąre er sicher vor Schreck zusammengezuckt. "Sie ist eine kluge Frau. Eigentlich. Man lobt sie immer, da├č sie eine gro├čartige Art habe, alles sehr detailliert zu beschreiben. Da├č eine Menge Leben in den Geschichten w├Ąre, was grotesk sei, denn dies mache es den Lesern fast unertr├Ąglich, durch das gespannte Verfolgen der Handlung dieses Leben auf so grausame Weisen ins Jenseits zu schicken.
Siebzehn Romane hat Mutti bisher geschrieben. In jedem Jahr nach der Scheidung einen. Und immer waren es M├Ąnner, die in den Romanen starben. Mit jedem Buch wurden die Leichen auch immer ein Jahr ├Ąlter. Sie hat in den Geschichten nie komplett beschrieben, wie diese M├Ąnner aussahen. Nur immer einzelne Kleinigkeiten. Das sei ein Stilmittel, sagt sie. So sollen die Leser sich selbst ein Bild von den Figuren machen. Aber eigentlich glichen sie sich alle. Seine Brille, seinen kleinen vorstehenden Papabauch ..." Sie kicherte in Erinnerungen. "Sein Haaransatz, der von Buch zu Buch h├Âher und graumelierter wurde. Seine drollige Art, sich zu kleiden. Die flusigen Pullover, die ausgelatschten Schuhe, die langen M├Ąntel ... Aber sie beschrieb das alles nie so, wie es wirklich war. Die Figuren in ihren B├╝chern haben immer auch etwas Verabscheuungsw├╝rdiges. Niemand mag die Ermordeten. Niemandem tut es leid, wenn sie umgebracht werden. Und immer sind es Frauen, die Papa umbringen. Aber er hat sich nie bei Mutti beschwert. Vielleicht hat er ihre B├╝cher aber auch nie gelesen. Er hat sich nie besonders viel darum gek├╝mmert.
Man hat mich damals gefragt, zu wem ich wollen w├╝rde. Zu Papa oder Mama. Aber Papa wollte nicht. Trotzdem er mich doch immer sehr gern ... na ja ... so lieb gehabt hat." Sie winkte lapidar ab. "Ich will nicht davon erz├Ąhlen. Das w├╝rde zu lange dauern. Ich mu├čte es verstehen. Er h├Ątte doch so viel zu tun und Ursula, seine Neue, mochte keine Kinder. Ich werde das schon noch verstehen, sagte er. Ich sei ja noch jung.
Ich gab mir M├╝he. Wirklich.
Mama sagte dann sp├Ąter, verr├╝ckt zu sein sei zu simpel. Irre zu sein, sei immer ein schlechtes Alibi. Das w├╝rden die Leser nicht m├Âgen. Das kl├Ąnge immer wie eine schlechte Entschuldigung. Als sei der Autorin keine bessere L├Âsung f├╝r den Krimi eingefallen. Das ist mir sp├Ąter wieder aufgefallen. Sie sagten nie zu mir, ich sei verr├╝ckt. Ich war immer nur krank. Dabei f├╝hlte ich mich gar nicht krank. Man sagte auch nie Klapsm├╝hle oder sowas. Als ob es verboten gewesen w├Ąre, irre, verr├╝ckt oder Klapsm├╝hle zu sagen." Sie schmunzelte. "Schon komisch."
Die Anzeigetafel flappte auf 3 Min. Die junge Frau wartete noch eine Weile, stand dann auf und h├Ąngte sich ihre lederne Tasche ├╝ber die Schulter. "Genug geredet", sagte sie. "Nun mu├č ich aber wirklich meine Bahn kriegen. Diesmal soll Mutti mich nicht ermahnen."
Es flappte wieder. 2 Min. Die junge Frau ging um die Sitze herum zu dem Gleis und blieb dicht an der Bahnsteigkante stehen. Direkt links neben ihr g├Ąhnte das dunkle Loch des Tunnels, in dem die Schienen hinter einer Biegung, die man kaum sehen konnte, verschwanden.
"Zehn Sekunden. Wie beim Jahrtausendwechsel. Man z├Ąhlt r├╝ckw├Ąrts uns schon ist man dr├╝ben. Es ist nur ein kleiner Schritt. Aus der Bewegung heraus getan. Man merkt ihn gar nicht."
Die Anzeigetafel flappte. Ein leises Sirren fl├╝sterte in dem Tunnel.
Die junge Frau schaute herab. "Es ist ziemlich schmutzig dort unten. Diese vielen Zigarettenkippen. Es gibt doch Ascher. Meine sch├Âne neue Bluse. Mutti wird sauer werden. Jetzt hab ich mir schon mal ein neues Hemd gekauft ..."
Sie wandte sich noch einmal zu den Monitoren um, zu der Frau, die auf dem Bildschirm am Bahnsteig stand. Der verdr├Ąngte Wind aus dem Tunnel lie├č den hellen Stoff des offenen Herrenmantels und des wei├čen Hemdes wehen.
"Es war sch├Ân, sich mit Ihnen zu unterhalten."
Sie winkte dem Monitor kurz zu und die Frau winkte im selben Moment zur├╝ck. Dann flappte die kleine Klappe der Anzeigetafel auf Sofort!

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Zuerst ging es (f├╝r mich) im Zak-Zak Rhytmus. Ab "meine Mutter schrieb ..." war es besser, die Sprache wurde pl├Âtzlich weicher, fl├╝ssiger und (ich muss das sagen) die Geschichte teilt sich in zwei Geschichten. Oder wolltest Du so?

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