Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87785
Momentan online:
463 Gäste und 8 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Ohne Vergangenheit
Eingestellt am 24. 04. 2009 17:11


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Raniero
Textablader
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Oct 2005

Werke: 161
Kommentare: 159
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Raniero eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ohne Vergangenheit

„Du, Gerd, deine Tochter hat angerufen.“
Gerd Niehöfer schrak auf aus seinem MittagsschlÀfchen und rieb sich erstaunt die Augen. Wenn seine Frau ihn so ansprach, dann war irgendetwas im Busch, sozusagen, sonst hÀtte sie nicht deine, sondern unsere Tochter oder einfach nur Katrin gesagt.
„Und was will sie, unsere Tochter, sie ist schließlich genauso deine wie meine Tochter?“
„Was heißt, was will sie? Sie will nichts besonderes, das heißt, sie möchte uns einfach nur am kommenden Wochenende besuchen, wenn wir nichts dagegen haben, du hast doch nichts dagegen?“
„Was soll dieser Unterton, Ruth?“ Ă€rgerte sich Gerd, „Was sollte ich denn dagegen haben, wenn unsere Tochter uns am Wochenende besucht, ich hatte noch nie etwas dagegen.“
„Ist ja gut, Schatz; ich meine nur, weil, na ja, weil sie noch jemanden mitbringt, ihren neuen Freund. Einen Mann ohne Vergangenheit, wie sie sagt.“
Gerd Niehöfer verschlug es die Sprache.
Einen Mann ohne Vergangenheit? Was sollte denn dieser Unsinn.
„Hör mal, Ruth“, rief er seiner besseren HĂ€lfte hinterher, doch diese hörte schon nicht mehr, sondern war bereits Richtung KĂŒche verschwunden.

Katrin Niehöfer, die einzige Tochter von Ruth und Gerd, zĂ€hlte vierunddreißig Lenze und wohnte schon seit gut acht Jahren in der Nachbarstadt. Sie lebte allein, als Single, wie es neudeutsch heißt, allerdings mit zeitweisen Unterbrechungen in Form von genannten Lebensabschnittsgemeinschaften mit wechselnden Partnern. Diese Lebensabschnittsgemeinschaften aber waren zum Leidwesen ihrer Eltern meist nicht von lĂ€ngerer Dauer, manchmal hielten sie nicht mal mehr als eine Woche, und Katrin begrĂŒndete dieses damit, dass es fĂŒr sie einfach noch zu frĂŒh sei, sich auf eine lĂ€ngere Zeitspanne zu binden; allerdings, so versicherte sie ihren Erzeugern, sei sie guter Hoffnung, dass sie ihn noch finden wĂŒrde, den Richtigen, fĂŒrs Leben, oder wenigstens fĂŒr den Rest des Lebens.
In schöner RegelmĂ€ĂŸigkeit aber brachte sie bei ihren Besuchen, und sie besuchte die Eltern fast jedes zweite Wochenende, ihren derzeitig aktuellen Bett- und TischgefĂ€hrten mit, was Ruth gar nicht witzig fand und sie spĂ€ter am Telefon zu dem Ausspruch ihrer Tochter gegenĂŒber veranlasste:
„Mein liebes Kind, ich merk mir sie gar nicht mehr, deine Verehrer, denn habe ich mich an einen gerade gewöhnt, ist der schon nicht mehr up to date.“
Ihr Mann Gerd tat seine Meinung zu diesem Thema in weitaus drastischeren Worten kund:
„Katrin, was soll das eigentlich? Ganze Kompanien voll von MĂ€nnern schleppst du uns in Haus, und es immer noch nicht der Richtige dabei? Also, langsam habe ich ihn satt, deinen Spruch vom hwG.“
Damit spielte er auf Katrins Äußerung ĂŒber den Unterschied zu ihrer und der Generation ihrer Eltern an.
„Eure Zeiten waren einfach prĂŒde, wenn nicht öde, heute leben wir halt in Zeiten des hĂ€ufig wechselnden Geschlechtsverkehrs, des hwG:“
Ihren Vater brachte sie jedes Mal damit auf die Palme, wĂ€hrend die Mutter nur seufzte: „KĂ€me sie doch endlich unter die Haube!“

Gerd Niehöver kratze sich am Kopf.
Dieses Mal stand offensichtlich etwas Anderes bevor, wenn man den Worten seiner Tochter Glauben schenken konnte, etwas besonderes, ein Novum ihrer hwG Phase.
Bei all den Verflossenen, die Katrin ihren Eltern ins Haus geschleppt hatte, all den potenziell Richtigen fĂŒrs Leben, war nicht einer darunter gewesen, der keine Vergangenheit besessen hĂ€tte, wenn auch nur eine minimale, kaum erwĂ€hnenswerte solche.
Nun aber hatte sie einen angekĂŒndigt, der gar keine Vergangenheit haben sollte. Was hatte das denn bloß zu bedeuten?
Ein Mann ohne Vergangenheit? Gibt’s denn so etwas ĂŒberhaupt noch, in der heutigen Zeit?
Meinte sie damit so einen Amnesietyp, wie man ihn zuhauf aus den eingĂ€ngigen Hollywoodstreifen gewohnt ist. Oder aber eine besonders raffinierte Art von VerdrĂ€ngungskĂŒnstlern, wie man sie hĂ€ufig in der Politik vorfindet, einer, der sich heute nicht mehr an den Unsinn erinnert, den er gestern noch lautstark propagiert hat. Ein SteuerflĂŒchtling vielleicht, oder ein Agent, aus dem Reich des Bösen, aus feindlich gesinnten Schurkenstaaten?
Gerd verwarf diese Gedanken; so gut glaubte er seine Tochter nun doch zu kennen, dass sie sich nicht auf solche Typen einließe, schließlich war sie seine Tochter, und wenn sie auch nicht viel von ihm hĂ€tte, ganz so ĂŒbel könnte es nun nicht um sie bestellt sein.
Dann fiel ihm ein, dass, wenn es solche MĂ€nner ohne Vergangenheit ernsthaft gĂ€be, dann bestĂŒnden diese in der Tat hauptsĂ€chlich aus einer einzigen Spezies, nĂ€mlich professionellen Heiratsschwindlern, denn fĂŒr welche Art von Menschen ist eine Erinnerung an die Vergangenheit mehr als lĂ€stig, ja, sogar regelrecht Existenz bedrohend?
Gerd wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Mein Gott, wenn sie einem solchen in die FĂ€nge geraten ist.
Er kannte oder glaubte zumindest, die ĂŒblen Praktiken dieser Typen zu kennen
Diese Typen, die hinter der Maske einer smarten Erscheinung und gewandten Auftretens ihre unredlichen Absichten verbargen und in Form einer Salamitaktik ihren dahin schmelzenden Weibern das gesamte Vermögen entlockten.
‚Na, warte’, dachte er grimmig, in Erwartung des neuen Freundes seiner Tochter, „komm du nur erst mal, du Verbrecher, da bist du bei mir an der richtigen Adresse. Ich werde dir schon deine Vergangenheit aus dem Leib prĂŒgeln, wenn es sein muss, scheibchenweise. Ich werde dich lehren, wie man sich anstĂ€ndigen Frauen gegenĂŒber zu benehmen hat.’
Aller Disput mit seiner Tochter wegen ihrer unterschiedlichen Sichtweisen schien vergessen, im Moment war Katrin fĂŒr ihn nicht die Frau mit den hĂ€ufig wechselnden Geschlechtspartnern, sondern die kleine Tochter, die ein Vater zu beschĂŒtzen hat.

WĂ€hrend des Abendessens versuchte er, von seiner Frau mehr Informationen ĂŒber den bevorstehenden Besuch der Tochter herauszubringen, doch Ruth wusste praktisch auch nicht viel mehr.
„Sie hat nur gesagt, dass sie uns am kommenden Wochenende ihren neuen Freund vorstellt, diesen Mann ohne Vergangenheit; wir sollten uns auf eine außergewöhnliche Überraschung gefasst machen.“
„Eine außergewöhnliche Überraschung“, knurrte Gerd, „als wenn sie uns die nicht schon bereitet hĂ€tte, das tut sie doch praktisch alle vier Wochen.“

In den verbleibenden NĂ€chten bis zum Wochenende tat Gerd fast kein Auge zu.
Immer wieder sah er sie vor sich, die geistige Abwehrschlacht mit dem Heiratsschwindler, dem Mann ohne Vergangenheit. Ein ĂŒbers andere Mal legte er sich Strategien zurecht, wie ein Schachspieler, wie er dem Wolf im Schafspelz zuleibe rĂŒcken könnte, auf verschlungenen Pfaden, um ihn dann schließlich im Handstreich zu erlegen respektive zu ĂŒberfĂŒhren, vor den Augen von Frau und Tochter, als Held, wie aus einem Sagenreich.
Doch in den wenigen Momenten, in denen ihm doch die Augen zufielen, mutierten diese heldenhaften Strategien in AlbtrĂ€ume, an deren Ende er schweißgebadet, von Frau, Tochter und Heiratsschwindler, aus dem Haus getrieben, erwachte.
Er hĂŒtete sich wohlweislich, seiner besseren HĂ€lfte davon Mitteilung zu machen, da er die Kommentare seiner Ruth nur zu gut kannte.

Am Samstagabend hatte Gerd sich, sehr zur Verwunderung seiner Frau, in feinstes Tuch gehĂŒllt.
„Warum wirfst du dich denn so in Schale? So kenn ich dich ja gar nicht. Es ist doch nur unsere Tochter mit ihrem Neuen.“
„Eben drum“ ,antwortete Gerd, „in Lumpen geht keiner zum Duell; wenn schon, denn schon!“
Ruth schĂŒttelte den Kopf. „Was fĂŒr ein Duell? Du wirst doch wohl nicht wieder ein Wettsaufen veranstalten, wie beim letzten Mal. Es fehlte nicht fiel, und du hĂ€ttest ihm die Hand gekĂŒsst, dem Verflossenen von Katrin.
„Ja, weil ich glaubte, er nĂ€hme sie, verdammt noch mal.“
„Du spinnst, Gerd!“
Es klingelte an der TĂŒr.
„Ich geh schon, Ruth“
„So, so, sonst schickst du mich immer vor.“
Als Katrin ihren Eltern ihre neueste Errungenschaft vorstellte, fielen ihnen fast die Augen aus dem Kopf.
„Das ist doch
“
„Richtig, Papa. Kennt ihn noch, Jens Rienstuhl, unseren Nachbarsjungen.“
„Ach, du ich meine Sie sind Jens Rienstuhl, der kleine Jens von der Goebenstraße?“
„Na, ja, so klein bin ich nun nicht mehr, aber Sie können ruhig du zu mir sagen, wie frĂŒher.“
„Was fĂŒr eine Überraschung, nicht wahr Ruth!“
Schnell, viel schneller als sonst, löste sich die anfÀngliche Spannung, die ein jedes Mal einsetzte, wenn Katrin ihre Neuen vorstellte.
„Sag mal, was machst du denn so, Jens? Was machen die Eltern? Weißt du noch?“
Man hatte schließlich GesprĂ€chsstoff.
Als Jens fĂŒr einen Moment das Bad aufsuchte, fielen die Eltern regelrecht ĂŒber Katrin her.
„Kind, wie hast du den denn wieder getroffen, mein Gott, wie ist das schön? Warum hast du uns denn nichts vorher gesagt, wir hĂ€tten uns doch anders vorbereitet.“
„Ich glaube, ich kenne sogar noch sein Leibgericht“, strahlte Ruth.
„Aber sag mal, im Ernst, Katrin“, wollte der Vater wissen, wie kommst du denn auf einen Mann ohne Vergangenheit? Er hat doch schließlich eine, er hat uns soviel erzĂ€hlt.“
Katrin wurde ein wenig rot.
„Na, ja, eine Vergangenheit hat er, aber eigentlich eine ganz brave, in Bezug auf was

„du meinst, was den hĂ€ufig wechselnden Geschlechtsverkehr betrifft“, ergĂ€nzte Gerd, „nun, dafĂŒr hast in dieser Hinsicht ja in der Tat eine reichliche Vergangenheit anzubieten.“
„Papa! Gerd!“ protestierten Tochter und Frau unisono.
Es wurde ein sehr schöner Abend, im Verlaufe dessen Jens seinen Schwiegervater in spe nicht nur duzte, sondern mit ihm wÀhrend eines fröhlichen Wetttrinkens viele Gemeinsamkeiten feststellte.
In der folgenden Nacht wurde Gerd Niehöfer nicht mehr von AlbtrÀumen heimgesucht.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


suzah
Guest
Registriert: Not Yet

ohne vergangenheit

hallo raniero,
ich schließe mich dem kommentar von retep an, man erwartet am schluß etwas anderes.
liebe grĂŒĂŸe suzah

Bearbeiten/Löschen    


EviEngel
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2009

Werke: 19
Kommentare: 196
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um EviEngel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
VerstÀndnisfragen

Hi und guten Tag,

ich arbeite mich gerade durch diese Geschichte und habe ein paar VerstÀndnisfragen.
Nicht böse, sondern mindestens konstruktiv gemeint, du kannst dich gerne an meinen Geschichten revanchieren:

-Wieso ruft die Katrin so rÀtselhaft an, wo sie doch eh jeden zweiten Sonntag bei ihren Eltern aufschlÀgt?
-Wieso machen die Eltern jetzt einen solchen Zinnober, wo sie sowieso jedes Mal einen neuen Mann mitbringt?
-Was bedeutet: 'sie zĂ€hlte 34 Lenze'? Heißt es, dass sie bis 34 zĂ€hlen kann? Ich weiß, dass man das so sagt, aber das bedeutet doch nicht, dass man ein solches Klischee schreiben muss, oder?
-Was bedeutet: 'hÀufig wechselnder Geschlechtsverkehr'? Mal von Vorne, mal von hinten?
Du meinst, 'hÀufig wechselnder Geschlechtspartner', stimmts?
-Was sind 'Amnesietypen, wie man sie aus den eingÀngigen Hollywoodstreifen kennt'
Sind die Hollywoodstreifen 'eingÀngig' oder doch 'einschlÀgig'?

In echt: ich werde nie in meinem Leben fehlerfreie SchriftstĂŒcke veröffentlichen, aber auch niemalsnienich einen, der so viele Fehler birgt. Wenn du keinen Korrekturleser hast, dann wĂŒrde ich den Text ein Jahr liegen lassen und in der Zwischenzeit ein paar gute BĂŒcher lesen.

Gruß Evi

__________________
Gehe zu Amazon, gib Evi Engler ein, suche dir ein Buch aus, viel Spaß beim Lesen.

Bearbeiten/Löschen    


EviEngel
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2009

Werke: 19
Kommentare: 196
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um EviEngel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Getroffen?

Tut mir leid.

Schön reden ist nicht mein Ding, sorry. Wenn du rein auf Lob aus bist und keine konstruktive Kritik magst, dann solltest du meine Antworten ĂŒberlesen.
Ich habe Zeit aufgewendet, um an deinem Text zu arbeiten, um die tut es mir nicht leid.

Gruß Evi
__________________
Gehe zu Amazon, gib Evi Engler ein, suche dir ein Buch aus, viel Spaß beim Lesen.

Bearbeiten/Löschen    


Retep
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2008

Werke: 41
Kommentare: 607
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Retep eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

@EviEngel,

quote:
In echt: ich werde nie in meinem Leben fehlerfreie SchriftstĂŒcke veröffentlichen, aber auch niemalsnienich einen, der so viele Fehler birgt. Wenn du keinen Korrekturleser hast, dann wĂŒrde ich den Text ein Jahr liegen lassen und in der Zwischenzeit ein paar gute BĂŒcher lesen.

Das schreibst du und wunderst dich dann ĂŒber die Reaktion des Autors?
Deine VerstÀndnisfragen zum Text sollten doch Fragen sein, du aber nennst sie dann "Fehler".
Dann bezeichnest du auch noch deinen Kommentar als "konstruktive Kritik!
Ich wĂŒrde dir raten, den Mund nicht "so voll" zu nehmen. Sag besser niemals nie!
Warum lĂ€sst du nicht das Kommentieren, vielleicht ein Jahr lang, und liest ein paar gute BĂŒcher?

Gruß

Retep

P.S.: Übrigens enthĂ€lt schon dein zweiter kurzer Kommentar zwei Fehler!

Bearbeiten/Löschen    


Kafkarules
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2009

Werke: 4
Kommentare: 17
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kafkarules eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Pointe und Sprache

Insgesamt denke ich, dass der Text schon einige gute Passagen enthĂ€lt, aber irgendwie fehlt mir am Ende der Pointe. Ich hatte da wie schon einige andere hier etwas anderes erwartet, eine Überraschung. Den Anfang habe ich als Kommunikationsduell zwischen einem Ehepaar verstanden, das konnte ich mir richtig gut vorstellen.
Sprachlich denke ich könnte man den Text noch um einiges straffen und kompakter erzÀhlen.
Bemerkungen wie "wie es neudeutsch heißt" könnten rausfallen.
Den folgenden Satz: "Dann fiel ihm ein, dass, wenn es solche MĂ€nner ohne Vergangenheit ernsthaft gĂ€be, dann bestĂŒnden diese in der Tat hauptsĂ€chlich aus einer einzigen Spezies, nĂ€mlich professionellen Heiratsschwindlern, denn fĂŒr welche Art von Menschen ist eine Erinnerung an die Vergangenheit mehr als lĂ€stig, ja, sogar regelrecht Existenz bedrohend?"
wĂŒrde ich so umstellen und folgendermaßen (ohne die verwirrenden NebensĂ€tze) formulieren:
"Wenn es MĂ€nner ohne Vergangenheit wirklich gibt, kann es sich eigentlich nur um professionelle Heiratsschwindler handeln, denn fĂŒr die ist die Erinnerung an die eigene Vergangenheit mehr als lĂ€stig, js sogar regelrecht existenzbedrohend".
(In diesem Fall wird die Passage aus der Sicht von Gerd erzÀhlt, d.h. Du teilst die Gedanken von Gerd mit, das "Dann fiel ihm ein" kann dann wegfallen).
Gut finde ich, dass Du direkt in den Text einsteigst! Super!
Auch sind einige ÜbergĂ€nge gut gelungen und kompakt erzĂ€hlt, z.B. der Wechsel zwischen Dialogen/Gedanken und Beschreibungen,
Z.B. auch hier:
"Gerd wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Mein Gott, wenn sie einem solchen in die FĂ€nge geraten ist.
Er kannte oder glaubte zumindest, die ĂŒblen Praktiken dieser Typen zu kennen". (besser: so einem in die Finger geraten war)
Diese 3 SĂ€tze sind sehr flĂŒssig erzĂ€hlt.
Dann einige sprachliche VerbesserungsvorschlÀge:
zu entlocken statt herauszubringen
wurden diese heldenhaften Strategien statt mutierten in (wenn schon dann mutierten zu)
Dann noch etwas: Einige Bemerkungen sind zu allgemein: Wieseo heißt es "in feinstes Tuch gehĂŒllt" (man kann auch konkret ein KleidungsstĂŒck erwĂ€hnen) - warum schreibst Du "in der Nachbarstadt" (hier könnte man einen StĂ€dtenamen erwĂ€hnen).
So, das ist mir jetzt gerade so eingefallen

Bearbeiten/Löschen    


6 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!