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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Philipp Konrad
Eingestellt am 10. 07. 2003 16:05


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SchnuffelAndree
Hobbydichter
Registriert: Jul 2003

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Arbeitstitel:Philipp Konrad



- Prolog -

11.Januar 1993
Zu dem monotonen GerĂ€usch des fahrenden Nachtzuges MĂŒnchen - Dresden, mischte sich im Abteil Nummer 5 des Erste - Klasse - Wagens,
indem sich nur ein einziger Fahrgast befand,ein leises Schnarchen.Der 21 - jĂ€hrige Mann,der dieses GerĂ€usch von sich gab,hatte die beiden mittleren SitzbĂ€nke so herausgezogen,das es sich auf der dadurch entstandenen leicht geneigten LiegeflĂ€che bequem schlafen ließ.Die mittelgroße,prall gefĂŒllte,grĂŒne Reisetasche des jungen Mannes stand auf einer der GepĂ€ckablagen neben einer kleinen,schwarzen Aktentasche.Das Licht des Abteils war so eingeschaltet worden,das nur ein schwaches Leuchten aus der Deckenlampe in der Mitte des Raumes drang,das genĂŒgte, um sich im Abteil zu orientieren,das aber nicht ausreichte,um jegliche Art von Literatur zu lesen.
Das schlicht eingerichtete Abteil des Reisezugwagens bot insgesamt sechs Personen auf zwei gegenĂŒberliegenden Sitzen platz.Die ausziehbaren,gut gepolsterten Sitze,die mit einem braunen,weichen,samtĂ€hnlichen Stoff ĂŒberzogen waren,boten auch auf lĂ€ngeren Reisen den nötigen Komfort,der dafĂŒr sorgte,das die Reisenden nicht am Reiseziel mit starken RĂŒckenschmerzen den Zug verließen.Über beiden Sitzen waren jeweils zwei kurze und eine lĂ€ngere Ablage,die fast die ganze Breite des Abteils einnahm,angebracht,auf der man sein ReisegepĂ€ck deponieren konnte.Unter den Ablagen befanden sich auf jeder Seite des Abteils jeweils vier Kleiderhaken,wovon einer dieser Haken einen brauner Parka trug.Durch eine SchiebetĂŒr,an deren beiden Seiten zwei Fenster angebracht waren,betrat man das Abteil.Über der TĂŒr befand sich der rote Griff der Notbremse,mit der der Zug in einer Gefahrensituation zum halten gebracht werden konnte,und ein Lichtschalter mit dem die FahrgĂ€ste das Licht der Deckenlampe auf volle ,oder auf eine geringere StĂ€rke einstellen konnten.Um den neugierigen Blicken Anderer zu entgehen,konnten die Reisenden die Fenster mit Gardinen verschließen.Auf der kleinen Ablage,die unterhalb des Fensters angebracht war und die eine tischĂ€hnliche Funktion erfĂŒllte,lag,neben einer Brille und einer geöffneten BĂŒchse Cola,die Fahrkarte des Schlafenden.Unter dieser Ablage befand sich ein Hebel,mit dem man die WĂ€rme,die die Heizung von sich gab,in verschiedenen Stufen regeln konnte.Der AbfallbehĂ€lter,unterhalb des Hebels,war,mit Ausnahme einer zusammengedrĂŒckten Dose,noch leer.
Philipp Konrad,so der Name des jungen Mannes,war einer derjenigen,die die deutsche Einheit genutzt hatten,um ihre Berufskarriere im Westen Deutschlands zu machen.Er hatte damals,nach einer geradeeinmal halbjĂ€hrigen Berufspraxis als Schlosser in einer unbedeutenden,dreckigen Autoschlosserei einer sĂŒdostdeutschen Kleinstadt nicht lange ĂŒberlegen mĂŒssen,um seinen Job einfach hinzuwerfen,seine Freunde,Verwandte und seine Heimat hinter sich zu lassen und mit dem wenigen Ersparten aufs Geradewohl nach MĂŒnchen zu fahren,ohne zu wissen,was auf ihn zu kommt.Seine beiden Eltern Martina und Wolfgang Konrad waren ĂŒber seinen Entschluß erstaunt gewesen und hatten angeboten,ihn finanziell zu unterstĂŒtzen,doch er hatte abgelehnt.
In MĂŒnchen angekommen suchte er sich zunĂ€chst ein billiges Hotel .Erst nach einer Woche,in der er sich ausgiebig die Stadt und ihre Umgebung angeschaut hatte,suchte er sich einen Arbeitsplatz.Es hatte fast einen Monat lang gedauert,bis er einen Job in einer großen und modernen Autowerkstatt bekam.
Philipp war ein TrĂ€umer.Er trĂ€umte von fernen und romantischen Orten,an denen es noch wahre Liebe,Abenteuer und Freundschaft gab,an denen die Hektik einer Großstadt,der LĂ€rm und Schmutz von Verkehr und Industrie,die Gier nach Karriere,Macht und persönlichen Reichtum und der Gegensatz von Arm und Reich nicht existierten.Er reiste in seinen Gedanken und TrĂ€umen mit den Helden aus Filmen und BĂŒchern,die er geradezu verschlang mit und erlebte an ihrer Seite ihre Abenteuer mit.
WÀhrend am Fenster des Abteils das Dunkel der Nacht von den vorbeirauschenden Lichtern unterbrochen wurde und der Schnee das Licht reflektierte,trÀumte Philipp von einem Ort,den er aus einen Reisekatalog und aus einem Roman kannte,in dem von Wikingern und anderen nordischen Völkern erzÀhlt wurde...



- 1.Nur ein Traum -

Inmitten einer saftig,grĂŒnen Wiese am Rande eines Berges stand einsam ein blaues Zelt.Es war spĂ€ter Vormittag,als ich,der Besitzer des Zeltes,mit verschlafenen Gesichtsausdruck,vor meiner Behausung erschien.Ich trug an diesem sonnigen Morgen einen blauen Trainingsanzug und hatte ĂŒber meine rechte Schulter ein Handtuch geworfen.Den Berg vor mir und im RĂŒcken eine riesige,vom Menschen scheinbar unberĂŒhrte Wiese,stapfte ich den Berg hinauf,an dem ich mein Zelt gebaut hatte.
Das Blöken der Schafe,die auf der Wiese weideten,das Kreischen der Möwen,die auf Nahrungssuche am Himmel kreisten,das GerĂ€usch,das der Wind verursachte,wenn er böenartig auffuhr,so wie es nur die Winde der ozeanischen Klimaregion vermochten,all diese natĂŒrlichen GerĂ€usche wurden ĂŒberlagert von dem tosenden Rauschen,dessen Ursache ohne Zweifel ein Wasserfall von immenser Höhe war.Der Fluß,aus dem dieser Fall entsprang,war mein Ziel.Mit seinem kĂŒhlen Wasser,dessen Ursprung sicherlich einmal ein Gletscher oder ein Schneefeld gewesen war,wollte ich meine Morgentoilette verrichten.
Nach wenigen Minuten kam ich an dem Fluß an.Ich entkleidete meinen Oberkörper und wusch mich.Anschließend tauchte ich meine Brille in das Wasser des Flusses und reinigte sie grĂŒndlich mithilfe eines Taschentuches.
Jetzt,nachdem mich das klare Wasser der FossĂĄ erfrischt hatte,schaute ich mich um.Was ich sah,war eine sanfte Mittelgebirgslandschaft,die im Sonnenlicht erstrahlte,in deren Mitte ich der einzige Mensch zu sein schien.
Etwa fĂŒnfzig Meter östlich von mir stĂŒrzte die FossĂĄ mit ohrenbetĂ€ubendem Getöse einhundertundzwölf Meter in die Tiefe.Vorsichtig lugte ich ĂŒber den Fels schaute hinunter und genoß den Anblick dieses Wasserfalles,der einer der grĂ¶ĂŸten des Landes war.Da mir leicht schwindelte trat ich vom Fels zurĂŒck und ging ein StĂŒck am Fluß entlang,bis zu der Stelle,an der mein Handtuch lag.
Ohne mich umzuschaun,denn ich war mir sicher,ich war allein,legte ich meine Kleider ab und sprang in das kalte Wasser des Flusses.
__________________
René GÀbler
www.rene-gaebler.de

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo SchnuffelAndree,

willkommen auf der Lupe erst mal und noch viel Spaß bei uns.

Es ist fĂŒr mich ein bißchen schwierig, diesen Text zu kommentieren, weil er mir so angelegt scheint, daß die Hauptsache erst noch kommt. So geht jede Bemerkung dazu von meiner Seite in bißchen ins Blaue.

Interessant finde ich schon mal den abrupten Wechsel sowohl der SchauplÀtze, die verschiedener nicht sein könnten, als auch der ErzÀhlperspektive (von der dritten Person zur ersten).

Beim Lesen des Prologs kam mir jedoch ein Ausspruch in den Sinn, ich glaube von Tschechow: "Jedes Gewehr, das an der Wand hĂ€ngt, muß auch schießen!" Was bedeutet: es hat keinen Sinn, den Leser mit einer FĂŒlle von Details zu ĂŒberschĂŒtten, die fĂŒr die ErzĂ€hlung nicht von Bedeutung sind und die er obendrein lĂ€ngst kennt - wie z.B. die Funktion einer Notbremse (die mußt Du uns wirklich nicht erklĂ€ren!) oder die Ablage unter dem Abteilfenster, die als Tisch benutzt werden soll. Das kennt jeder, der in seinem Leben je Zug gefahren ist, ohnehin.

Um die AtmosphĂ€re des Orts einzufangen, genĂŒgt ein Detail, z.B das schummrige Licht, die abgestellten GepĂ€ckstĂŒcke - und der Leser weiß, wo er ist, und denkt sich den Rest selbst dazu.

Kleiner Tip noch: hinter jedes Satzzeichen gehört ein Leerzeichen, das macht den Text ĂŒbersichtlicher.

Lieben Gruß,
Zefira

__________________
schmollfisch

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SchnuffelAndree
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Philipp Konrad

Hallo,

danke fĂŒr deine Info. Man merkt, das du nen Profi bist und weist, worauf es ankommt. Philipp Konrad war ein recht alter Text, den ich vor Jahren einmal fĂŒr ein Schriftstellerfernstudium geschrieben habe. Ist sicher nicht ausgereift.


MfG
René
__________________
René GÀbler
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