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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Projekt Erde
Eingestellt am 24. 01. 2004 12:40


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georg camp
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2004

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Projekt Erde


F├╝r mein Biologieprojekt sandte mich mein Lehrer aus, um eine neue Welt zu erschaffen.

Erschaffung der Welt

Ich erschuf vier Elemente, Feuer, Wasser, Licht und Erde. Daraus formte ich eine ├╝ppige Vegetation. Diese sollte von primitiven Lebewesen, genannt Menschen, bewirtschaftet werden. Das Denken ├╝berlie├č ich jedoch komplexeren Lebensformen, die ich Tiere nannte.
Ich protokollierte jeden Tag das Verhalten der Menschen, Adam und Eva, und der Tiere. Sie sollten an keinen Schmerzen sowie Hunger und Angst leiden und schenkte ihnen Glauben an mich. Sie nannten mich ehrf├╝rchtig Gott.
Um sie auf die Probe zu stellen, lie├č ich sie sieben Tage lang unbeaufsichtigt leben. Doch was taten diese simplen Menschen? Sie missachteten meine Befehle! Ich armer Tor h├Ątte sie mit mehr Intelligenz konstruieren sollen. Blind vor Wut warf ich sie aus dem Garten Eden - meiner M├╝slisch├╝ssel. Ungl├╝cklicherweise landeten sie auf der Terrasse. Diesen stupiden, einf├Ąltigen, engstirnigen Menschen fiel leider nichts besseres ein und br├╝teten nun dort ├╝ber ihre gescheiterte Zivilisation.

Eine gerechte Strafe

Um mein Projekt dennoch aufrecht zu erhalten, lie├č ich den Garten weitr├Ąumig absperren und gesellte sie mit meinen Tieren. Trotz aller Anstrengung lie├č sich ungl├╝cklicherweise keine Wut ├╝ber ihre Torheit vermeiden und beschloss, sie nebenbei Leid, Schmerz, Angst, Streit und Gier auszusetzen. Das hatten diese verdammten Biester nun davon! Der Preis des Lebens ist eben hart.
Leider lie├čen sich trotz der F├╝rsorge in keinster Weise schreckliche Dinge vermeiden. Als ich sah, dass diese menschlichen Kreaturen nicht in der Lage waren, ohne Streit und Leid miteinander auszukommen, wuchs mein Zorn trotz aller Verachtung ins Unermessliche. Was sollte ich nur tun? Meine Biologienote schien sich drastisch zu verschlechtern, was meiner Gem├╝htheit nicht gerade entgegenkam. Sollte ich ihre Intelligenz steigern (verdammt aufwendig), sie weiterhin peinigen (keine schlechte Idee) oder die schlechtesten von ihnen t├Âten (also alle?!)? Mein W├╝rfel entschied sich f├╝r letzteres.
Da ich noch unschl├╝ssig war, wie ich es anstellen sollte, lie├č ich mir von zwei einigerma├čen klugen Menschen ein gro├čes Schiff bauen. Von jedem Tier aus meinem Garten lud ich zwei jeder Sorte in die Arche, einschlie├člich der verh├Ąltnism├Ą├čig klugen Menschen. Ich war erschrocken, wie viele Menschen sich ├╝ber dieses Schiff lustig machten. Der Glauben war anscheinend nicht mehr vorhanden ÔÇô launisch lie├č ich kurzerhand den Garten fluten. Alles war tot, die Bauten der Menschen (bis auf das Schiff) zerst├Ârt und jegliche Vegetation zunichte gemacht. Eigentlich eine Schande um die hohen Materialkosten, trotzdem w├╝rde sich diese Actioneinlage sicherlich gut in dem Protokoll machen.

Jesus und seine Religion

Da ich meine Interessen durch keine Art von Katastrophe in der Welt durchsetzen konnte und die Menschen unbedingt eine Glaubenbest├Ątigung n├Âtig hatten (sie wurden immer unberechenbarer), setzte ich einen ÔÇ×Erl├ÂserÔÇť in die Welt, ein neunmalkluger Kopf, der den anderen Hans ÔÇô Wursten weitaus ├╝berlegener war (was keine Schwierigkeit darstellte; die Intelligenz eines Feuermelders war zu ├╝bertreffen). Da mir kein besserer Name einfiel, nannte ich ihn Jesus. Zudem erschuf ich einen Vertreter des B├Âsen (um meinen Aufgabenbereich einzuschr├Ąnken) und gab ihm sein Reich in der H├Âlle. ÔÇ×Dies sei ein Ort voller SchreckenÔÇť ÔÇô so lie├č ich die Menschen ├╝ber die H├Âlle denken. Diese leichtgl├Ąubigen Vollidioten haben das sogar noch geglaubt, was mir einiges an Arbeit ersparte. Kaum hatte ich Jesus auf die Welt gesetzt, wurde er schon wieder umgebracht. Schei├če! Darauf hatten die Menschen nat├╝rlich nichts Besseres zu tun, als eine Religion zu gr├╝nden, deren Anh├Ąnger sich Christen schimpften.
Doch was machten diese Menschen?? In ihrem Wahn bauten sie Verehrungst├Ątten (ohne wirklich zu wissen, wen sie verehrten) und schrieben ein Buch voller L├╝gen ├╝ber mich. Es folgten Religionskriege ÔÇô wie sollte es auch anders kommen. Die t├Ârichten Vertreter meiner Anh├Ąnger waren kaum mehr von dummen Einzellern zu unterscheiden und machten mit der Kirche das, was ich in meiner Welt verhindern wollte. Sie w├Ąhlten einen Vertreter meiner selbst mit Namen Papst, der kurzzeitig den Glauben an mich ausnutzte, um seine Kassen zu f├╝llen. Diese Ma├čnahmen waren unter anderem mit dem sch├Ânen Wort ÔÇ×AblasshandelÔÇť geschm├╝ckt.
Langsam ging mir das alles geh├Ârig auf die Nerven und spielte mit dem Gedanken, mit Hilfe einer erneuten Naturkatastrophe in der Welt aufzur├Ąumen. Bevor ich jedoch einen Entschluss fassen konnte, teilte sich die Kirche.

Fortschritt der Menschen

Die Menschen begannen nun langsam, sich selbst zu zerst├Âren (das konnten sie zur Abwechslung gut). Doch w├Ąre das nicht so schlimm, wenn sie meine anderen, friedvollen und kl├╝geren Gesch├Âpfe nicht auch noch in Mitleidenschaft gezogen h├Ątten. Das nannten sie zivilisieren. Wenn ich dieses Wort definieren m├╝sste, w├╝rde ich sagen, dass es nichts anderes bedeute, als auf Probleme immer noch keine Antwort gefunden zu haben. Fette Menschen regen sich ├╝ber ihre Figur auf, essen daf├╝r aber immer mehr und lassen andere Menschen daf├╝r hungern. Maschinen ├╝bernahmen das Denken der Erdbewohner, der technische Fortschritt nahm zu, die Intelligenz ab.
Wo sollte das noch enden?
Was hatte ich nur geschaffen?

Happy End(?)

Seit langem qu├Ąlte mich nur ein absurder Gedanke: Wie soll ich nur mein Projekt zu Ende bringen? Das Wasser wurde knapp, worauf die Menschheit mit sinnlosen Kriegen auf die Knappheit antwortete.
Ich hatte die Nase gestrichen voll!
Ich musste den Versuch so schnell wie m├Âglich beenden, oder der Mensch w├╝rde es tun. Fluten, Feuer, Vulkanausbr├╝che, Erdbeben und St├╝rme ÔÇô alles schon da gewesen! Vielleicht alles auf einmal? Zu Ideenlos. Ich ├╝berdachte die M├Âglichkeiten und kam zu dem Entschluss, die Kreaturen sich selbst zu ├╝berlassen, keinen Gedanken mehr an sie zu verschwenden und das Projekt f├╝r mich zu beenden.

Das Problem l├Âste sich von alleine.

camp








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Minds Eye
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Georg.
Tolle Idee, sprachlich prima umgesetzt. Ich h├Ątte mir noch mehr Details gew├╝nscht. Leider hast Du nur wenige Ereignisse angerissen. So kommt denn auch der Schluss etwas pl├Âtzlich.
Trotzdem prima Bewertung und Empfehlungsliste meinerseits.
Gr├╝├če,
ME.

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