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Leselupe.de > Erzählungen
Reisen,...Unglück und Glück sind nahe beieinander
Eingestellt am 26. 10. 2008 18:46


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Bowlmaker
Hobbydichter
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Zug fahren ist wirklich schön

Schön ist die schwedische Landschaft, fährt man mit dem Zug quer durch Schweden nach Stockholm. Nur die Fahrt mit dem Schiff auf dem Götakanal von Göteborg nach Stockholm ist schöner.

Es war Juli und ich wollte wieder einmal meinen Urlaub in Skandinavien verbringen und saß in dem Zug nach Stockholm.
Ich schaute auf die Uhr. Noch zwei Stunden bis zur Ankunft. Seit gestern Nacht war ich schon unterwegs. Endlich durchfuhren wir die Vororte Stockholms. Und dann waren wir da. Immer wieder ist es für mich überwältigend im Stockholmer Bahnhof anzukommen. Das Gleis heißt nun Spor und die Durchsagen verstehe ich nicht mehr. Ein so tolles Gefühl. Ich bepackte mich mit meinem Gepäck und marschierte los. Erst einmal einen Kaffee trinken. In der großen Bahnhofshalle suchte ich nach einer kleinen Kaffeebar. Leider Rauchverbot. Egal. Jedes Mal, wenn ich ankomme, will ich als erstes das Gefühl genießen hier zu sein. Die Leute beobachten wie sie zielstrebig durch die Halle laufen zu ihren U-Bahnen. Alle auf dem Nachhauseweg. Andere wiederum sitzen auf den Bänken und warten auf ihren Anschluss nach Irgendwohin.
Auch ich wollte heute noch weiterfahren. Nachdem ich den Kaffee und das Treiben genossen hatte, ging ich zur Fahrplananzeige und schaute nach den Zügen. In ungefähr zwei Stunden würde ein Zug nach Ostersund fahren. Dort könnte ich dann am nächsten Morgen in die Inlandsbahn umsteigen. Mein Ziel war Vilhelmina. Dort in der Nähe, in Lycksele, gibt es einen Zoo mit arktischen Tieren. Ich liebe Zoos. Und arktische Tiere liebe ich auch.
Außerdem ist die Inlandsbahn ist ein besonderer Zug. Ein Zug, der vom Süden Schwedens bis in den hohen Norden nach Gällevare fährt. Und das sehr, sehr langsam. Man nennt es gemütlich. Es ist eine gemütliche Fahrt. Er hält auch mal zwischendurch, wenn was Tolles zu sehen ist. Rentiere zum Beispielt. Oder eine besonders schöne Landschaft. Oder eine stimmungsvolle Sonne zwischen nichts Gutes verheißenden Wolken.
Also kaufte ich mir am Schalter eine Platzkarte. Bitte Raucher. Noch zwei Stunden bis zur Abfahrt. Was macht man zwei Stunden, wenn man sein Gepäck nicht abgeben will? Rumlaufen und das Gepäck mitschleppen? Nein. Viel zu anstrengend. Also raus aus der Bahnhofshalle. Ich kannte eine kleine Bar direkt in der Nähe. Dort konnte draußen sitzen. Draußen Raucherlaubnis! Mit meiner Fanta und meinem Krimi vergingen die zwei Stunden wie im Fluge.
Als der Zug kam, stieg ich ein und suchte meinen Platz. Das Abteil war fast leer. Das Abfahrtssignal erschallte.
Es ist eine besondere Stimmung am Abend durch die Landschaft zu fahren. Durch die Mitsommersonne entsteht ein fantastisches Zwielicht. Es wird nicht ganz dunkel, aber es bleibt auch nicht so hell wie im Norden. Dort geht die Sonne gar nicht unter in dieser Jahreszeit. Die Bäume an der Strecke oder auch weiter weg stehende Bäume sehen aus wie große und kleinere Gespenster. Sie stehen da und halten ein Meeting oder feiern ein Fest.
Ich saß da so auf meinem Platz und träumte alle möglichen Geschichten in die Landschaft. Zwischendurch hielt der Zug. Leute stiegen aus und andere ein. Auch die Bahnsteige der kleinen Ortschaften wirken unrealistisch und geisterhaft in dem Licht. Sind die Leute eingestiegen, versinken die Bahnhöfe wieder in ihren Dämmerschlaf. Bis der nächste Zug kommt.
„That’s my seat“ hörte ich und irgendetwas piekste in meinen Oberarm. Ich schreckte hoch. Vor mir stand ein asiatischer Mann. Groß und dick. Sind Asiaten nicht klein und schmächtig?
„Parden?“
„Thats my seat“, wiederholte er und fuchtelte mit seinem Fahrschein vor meiner Nase rum und stupste gleichzeitig immer wieder mit seinem Zeigefinger gegen meinen Arm. Immer dachte ich, dass Asiaten eine unbewegliche Mimik hätten und dabei aber sehr zuvorkommend seien. Dieser Typ war er nicht. Ich holte meine Platzkarte hervor. Es war mein Sitz. Aber sein Sitz war es auch und er ließ nicht locker. Und für eine Auseinandersetzung war mein Englisch zu schlecht. Vielleicht hat er ja im Ausland gebucht. Oder der Schalterbeamte hat einen Fehler gemacht. Das Raucherabteil war überbucht! Er stupste wieder mit seinem Finger gegen meinen Arm und dann auf seine Fahrkarte. Da ich blaue Flecke auf meinem Oberarm vermeiden wollte, stand ich auf.
„Werde glücklich und selig mit deinem Platz. Hoffentlich bist du Nichtraucher“, sagte ich auf Deutsch und wechselte den Platz. Wenn ich aber glaubte nun Ruhe zu haben, hatte ich mich getäuscht. Ein paar Stationen später wurde wieder gegen meinen Arm getippt und der Sitzplatz verlangt. Diesmal natürlich zu recht. Das Abteil war inzwischen voll. Kein Sitzplätze mehr frei. Aber im Raucherabteil wollte ich auch bleiben. Ich schaute mich um. Auf dem Boden war noch Platz. Neben den Einzelsitzen. Also setzte ich mich dort hin, lehnte mich gegen den Sitz hinter mir, streckte die Beine aus und zündete mir erst einmal eine Zigarette an. Am Qualm vorbei schaute ich mir die Leute an. Die meisten dösten schon vor sich hin. Der Asiat schnarchte leiste. Eigentlich war es eher ein röcheln. Dann fiel mein Blick auf die Tür und in die Ecke, wo Platz für Koffer ist und darüber eine Garderobe für Jacken. In der Ecke stand kein Koffer. Es lag dort eine riesige Dogge. Sie muss wohl bemerkt haben, dass ich sie anschaute und hob den Kopf. Mein Gott. Hat sie schöne braune Augen, schoss es mir durch den Kopf. Sie schaute mir direkt in die Augen und ich ihr auch. Eine ganze Weile ging das so. Dann beschlossen wir beide, dass wir einander nichts tun. Sie legte ihren Kopf wieder auf die Pfoten. Und ich rauchte meine Zigarette zu Ende und legte mich auch hin, rollte meine Jeansjacke zusammen und schob sie unter meinen Kopf. Ziemlich rasch schlief ich ein. Das Rattern des Zuges, die Atemgeräusche der Menschen war wohltuend. Außerdem war nur noch die Notbeleuchtung an.
Durch irgendetwas wurde ich wach. Ich öffnete die Augen und blinzelte in braune, verschlafene Hundeaugen. Dogges Nase berührte meine Nase. Mein Arm war fest um sie geschlungen. Eng an mich gekuschelt schaute sie mich an, machte einen Schnaufer und zu waren die Augen wieder. Ich schlief auch sofort wieder ein. Als ich das nächste Mal wach wurde, war Dogge nicht mehr da. Den Asiaten hörte ich noch immer röcheln. Ich stand auf und lief durch den Zug, in der Hoffnung im Speisewagen einen Kaffee zu erhalten, Heiß und dampfend war er. Ganz alleine saß ich dort und schlürfte den Kaffee. Leider ohne Zigarette. Rauchverbot.
Am frühen Morgen erreichte der Zug Östersund. Die Inlandsbahn war noch nicht da. Zum Glück hatte das Bahnhofcafe schon geöffnet. Es gab frische Sandwiches und natürlich Kaffee. Danach kaufte ich am Schalter meine Platzkarte. Hoffentlich gehört mir jetzt der Platz.
Irgendwann fuhr auch die Inlandsbahn in den Bahnhof ein. Ich schnappte mein Gepäck und weil die Türen dieses Zuges so hoch lagen, stieg man über ein kleines Treppchen in den Zug. Das hatte ich zuvor auch noch nicht gesehen. Im Zug suchte ich meinen Platz und verstaute mein Gepäck. Dann ging es auch schon los. Das Wetter wurde herrlich. Die nächsten 200 Kilometer ging es durch Wälder, vorbei an Feldern und Seen. Teilweise schaute ich aus dem Fenster, teilweise las ich. Es war bis eine wunderschöne Zugfahrt. Bei der Zugbegleiterin bestellte ich schon mein Mittagessen. Ich hatte mir Fisch ausgesucht. Noch ungefähr zwei Stunden, dann würde ich ihn genießen. Zufriedenheit breitete sich in mir aus.
Dann erreichten wir Dorotea, eine kleinere Ortschaft. Mit halbem Ohr hörte ich die englische Durchsage. Es gab einen Aufenthalt. Es wurde gesagt, wann der Zug weiterfährt und irgendwas Geschichtliches und von uralten Felsmalereien glaubte ich zu verstehen. Mein englisch ist nicht besonders gut. Und zu Beginn meiner Reisen ist es noch schlechter. Aber ich sah, dass doch ziemlich viele Leute aus dem Zug stiegen und so griff ich meine Kamera und stieg auch aus. Ich dachte, es würde zu Felsmalereien gehen. Zielstrebig strömte das Volk eine Straße entlang. Ich strömte hinterher. Es kam mir schon alles ein wenig komisch vor. Wird schon seine Richtigkeit haben. Aber als das Strömen dann in einem Supermarkt endete und sich dort auch keine Felsmalereien befanden, wusste ich, dass ich wohl eine ganze Menge falsch verstanden hatte. Nicht schlimm. Felsmalereien sind eh nicht zeitgenössisch. Ich kehrte um und ging langsam zurück zum Bahnhof. Hier und da schaute ich mir ein Schaufenster an und erreichte dann den Bahnhof wieder. Über der Schulter meine Kamera und in der Hand eine Zigarette ging ich zum Bahnsteig. Das Gleis war leer.
WO WAR MEIN ZUG?
Ich schaute rechts, ich schaute links. Richtung Norden waren die Schlusslichter eines Zuges zu sehen. War das mein Zug? Ich erstarrte zur Salzsäule. Nervös zog ich an meiner Zigarette und kreidebleich erkannte ich:
ES WAR MEIN ZUG
Wie konnte das passieren? Mit meinem schlechten englisch hatte ich „quarter to“ mit „quarter past“ verwechselt. Und nun hatte ich den Salat. Und wieder einmal mehr nahm ich mir vor mein englisch zu verbessern. Aber das half mir im Moment nicht. Um Himmels Willen. Was sollte ich jetzt machen? Mein Gepäck war im Zug und überhaupt!
Auf dem anderen Gleis war inzwischen der Gegenzug angekommen. Haben diese Züge Telefon an Bord? Ich überlegte. Vielleicht wäre es möglich, dass man meinen Zug anruft, damit mein Gepäck in Vilhelmina aus dem
Zug transportiert wird und ich fahre mit dem örtlichen Bus hinterher. Ja. Das könnte vielleicht gehen. Ich ging zu Lok, aber kein Zugführer war zu sehen und auch das Zugpersonal konnte ich nicht finden. Also ging ich in die Bahnhofshalle, um dort zu fragen. Aber da war viel zu viel Betrieb. Bis ich da rangekommen wäre, wäre mein Zug schon meilenweit weg.
Also ging ich hintenrum und fand eine offene Tür. Ich lugte rein. Dort saßen Bahnangestellte beim Kaffeetrinken. In meinem holprigen Englisch erklärte ich ihnen meine Lage.
“Hallo. My train is away. My baggage is insite. I am outsite. What can I do? Is in the train a telefon? Can you phone with the train and can you say the people, that they do my buggage in Vilhelmina outsite the train? Than I come with the next bus. Is this possible?”
Anfangs sah ich nur erstaunte Gesichter, aber schnell breitete sich in jedem dieser Gesichter ein breites Grinsen aus. Von einem Ohr zum anderen ging es. Zum Glück haben sie nicht laut gelacht. Meine Ohren glühten und ich bin puterrot angelaufen, aber ich blieb tapfer stehen und schaute sie erwartungsvoll an. Die Leute redeten miteinander. Schwedisch ist eine schöne Sprache. Dann stand einer auf und meinte, dass er mich
mit seinem Auto die etwa10 Kilometer bis zur nächsten Station fahren würde. Dem Zug sagten sie telefonisch Bescheid. Aha, Telefone haben die Züge also. Und dann ging es los. Unterwegs erzählte ich dem Mann meine Geschichte und er lachte lauthals. Wir kamen am Bahnhof an. Der Zug hatte auf mich gewartet. Zugführer und auch das Personal lehnten aus den Fenstern und betrachteten grinsend die Tyska – die Deutsche - , die ihren Zug hat wegfahren lassen. Meinem Chauffeur sagte ich „Danke“ und „Tschüss“ und versprach ihm eine Karte zu schreiben.
Ich ging mit starrem Blick zum Zug. Eine der Zugbegleiterinnen stand an der Zugtür und klopfte mir auf die Schulter.
„Beim nächsten Stopp nicht so weit vom Zug weggehen. Ist besser.“ Ein wenig mitleidig schaute sie mich an und sie dachte bestimmt, dass ich noch nie mein Dorf verlassen hätte. Mit Inbrunst im Herzen versprach ich, dass der Zug von mir erst an meinem Ziel wieder verlassen werden würde und das war noch etwa 60 Kilometer entfernt. Ganz würdevoll und mit rotem Kopf kletterte ich über das kleine Treppchen in den Zug und begab mich stracks in den Speisewagen. Dort bestellte ich mir ein großes Bier. Von den dort
sitzenden Leuten wurde ich angeschaut. Zum Glück wussten die nicht wirklich, was mir passiert war. Hoffte ich zumindest. Alles war blamabel genug. Noch immer
war ich sehr aufgeregt und so richtig munden wollte mir das Bier nicht. Auch den Fisch stopfte ich mehr in mich hinein. Das Essen war nicht schlecht, ich konnte
es nur nicht genießen. Das mir so etwas passieren konnte. Die Uhrzeit verwechseln. Das würde dem Blödesten nicht passieren. Aber mir.
Bald ging ich zurück auf meinen Platz. Ich schaute aus dem Fenster. Ich las. Ich schämte mich. Die Zugbegleiterin kam irgendwann auch noch einmal vorbei.
„Alles wieder klar?“
„Ja. Alles ok. Ganz prima. Zum Glück ist ja alles gut ausgegangen. Hätte ja schlimmer kommen können“, stammelte ich. Wir lächelten uns an und sie ging weiter.

Dann kam Vilhelmina in Sicht. Mein erstes Ziel. Langsam packte ich meine Sachen zusammen und als der Zug hielt, stülpte ich meinen großen Rucksagen über. Danach die Fototasche über eine Schulter und den kleinen Rucksack über die andere Schulter. Nie mache ich es so. Den großen Rucksack immer nur über eine Schulter. Diesmal nicht. Ich begab mich zum Ausgang. Der Zug hielt und ich öffnete die Tür und wollte aussteigen. Ich machte den ersten Schritt und dann folgte nur noch der freie Fall nach unten. Gedanklich wartete ich darauf, dass ich auf dem Bahnsteig aufschlage. Was nach einer Ewigkeit dann auch geschah.
„Knacks“, machte die Kamera in ihrer Fototasche.
„Aua“ schrieen beide Knie.
Ich wollte mich aufrappeln. Das ging aber nicht. Mein Rucksack drückte mich immer wieder zu Boden. Und die Arme hatte ich auch nicht frei, weil mein anderes Gepäck darüber hängte. Ich kam nicht hoch. Und wie immer in solchen Situationen, lachte das umstehende Volk. Keiner kam auf die Idee mir zu helfen. Dann endlich, für mich nach einer langen Zeit und vergeblichen Bemühungen, kam ich wieder auf die Beine. Leute kamen auf mich zu, hielten mich fest, rückten mein Gepäck zurecht und fragten, nun doch besorgt, ob alles in Ordnung mit mir sei.
„Ja, ja. Ich glaube. Alles ok. Danke.“ stotterte ich. Mächtig vorsichtig machte ich einen Schritt. Ging prima. Nix gebrochen. Hoffentlich die Kamera auch nicht. Ich schaute mich um. Was war überhaupt passiert? Da sah ich das kleine Treppchen, über das man in den Zug ein- und auch wieder aussteigt, weil die Eingänge so hoch liegen. Oh je. Das hatte ich ganz vergessen. Ich schaute am Zug entlang. Und wieder lehnten Zugführer und Personal aus den Fenstern. Mit Sicherheit dachten sie:
„Die Deutsche ist daheim bestimmt besser aufgehoben. Zum Reisen taugt sie nicht“.
Vor lauter Scham würdigte ich sie keines Blickes und humpelte mit hocherhobenem Kopf vom Bahnsteig hin zur Jugendherberge. Es war ein recht weiter Weg und alles tat mir weh. Dort untersuchte ich mich erst einmal. Bis auf einen kleinen Kratzer am Knie hatte ich nichts abbekommen. Ein paar Prellungen. Damit konnte man leben. Auch die Kamera brauchte keinen Doktor.
Bei all dem Pech hatte ich doch ein Riesenglück gehabt. Ich bin eben ein Sonntagskind.
Der Zoo in Lycksele gefiel mir gut. Auch die arktischen Tiere. Es gab eine Bärenmutter mit ihrem Baby. Das zweite Baby war ein paar Tage zuvor bei einem Sturm von einem dicken Ast erschlagen worden. Die Attraktion war, dass man sie mit Speiseeis füttern konnte. Sofort kaufte ich mir natürlich auch eine Tüte Eis und hielt sie hin. Mit ihren Krallen hielt die Mutter durch die Stäbe die Tüte und leckte am Eis. Die Alte wie auch ihr Baby hatten weiße Schnauzen. Kein Unglück dabei passiert. Toll auch die anderen Tiere. Der Eisbär, der Polarfuchs, der Elch und das Ren. Es war ein schönes Erlebnis.
Die nächsten drei Wochen hatte ich einen schönen Urlaub. Alles verlief glatt. Kein Pech und keinen Unfall mehr.
Und jetzt kommt der Knaller.
Etwa nach drei Wochen kam ich nach Narvik in Norwegen, Von Vilhelmina ungefähr 800 Kilometer entfernt. Am zweiten oder dritten Tag – ich kam von einer kleinen Wanderung – lief ich durch Narvik. Die Sonne schien und die Schmach von vor drei Wochen war vergessen. In einem Biergarten ließ ich mich nieder und bestellte mir ein großes kaltes Bier und ließ es mir gut schmecken. Schon die ganze Zeit bemerkte ich, dass ein junger Mann ständig zu mir rüberschaute. Warum? Das Warum löste er dann. Er kam an meinen Tisch.
„Hej. Ich kenne dich.“ Sagte er lachend auf Deutsch.
„Ich bin Tourist. Woher solltest du mich kennen? Und wieso sprichst du deutsch mit mir?“ Dass sie es immer mit der gleichen Anmachtour probieren, dachte ich bei mir und schaute ihn an.
„Doch. Glaub mir. Ich habe dich schon einmal gesehen. In Vilhelmina, wo du aus dem Zug gefallen bist. Als du da auf dem Bahnsteig unter deinem Rucksack gelegen hast und nicht hochkamst, hörte ich ein lautes und deutliches: Scheiße, Scheiße, Scheiße.“ Er grinste breit.
Ich fühlte wie meine Ohren und mein Gesicht rot anliefen.
„Magst du ein Bier mit mir trinken?“ fragte ich ihn.






























Version vom 26. 10. 2008 18:46

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