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Leselupe.de > Feste Formen
Rengas und Haikus
Eingestellt am 12. 06. 2010 10:55


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Midian
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2009

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Der Renga, so habe ich im Internet gelesen, ist ein Haiku, der um zwei Zeilen zu je sieben Silben erweitert wird. In meinem Schreibkurs hatte ich jedoch gelernt, der Haiku sei in vier Zeilen zu je sieben Silben eingebettet. In dieser Form habe ich meine Rengas geschrieben.


Griechenland

Du pflĂĽcktest Opuntien,
Die mit den feinen Stacheln
Feigenkaktus-Frucht.
Ich vergaĂź, wie sie schmecken.
SĂĽĂźes Erinnern
Waren mir über’s Jahr noch
Die Stacheln in den Kleidern.

* * *

Endlich Urlaub. Griechenland.
Glanz vergangener Zeiten
Im Licht gefangen.
Gastlichkeit deiner Dörfer
Bousoukia-Klänge.
Endlich da! – Drei Wochen Frust
Im grauen Touristentrom.

* * *

Santorini – Voll!
Abermals wird es zerstört:
Minoens Juwel.

* * *

Taverna am Meer.
Ich fĂĽttere die Krebse
Mit Ziegenkäse.

* * *

Retsina, geharzt.
Ich schmecke Erinnerung
Goldgelb und bitter.


Fortschritt

Durch stille Nebel
Hinter den Silberweiden
Schimmert McDonalds.

* * *

Es gibt zu viele Bäche.
Da schwimmt noch ein Fisch. Fangt ihn!
SchĂĽttet den Bach zu!
Planiert die satten Wiesen.
Teert das Leben zu!
Da! Ein Frosch! Tretet ihn tot!
Wir brauchen noch mehr StraĂźen.




Mein Hund Max

Du hast auf mich gewartet,
immer hast du dich gefreut.
Manchmal kam ich spät.
Wenn ich kam, hast du gelacht.
Du kannst nicht lachen,
sagten die dummen Leute.
Du hast auch mit mir geweint.




Im BĂĽro:

Montagmorgen im BĂĽro.
Mein Computer meldet sich:
Password eingeben.
Ich tippe gedankenlos.
Meine Seele fliegt
Dreitausend Jahre zurĂĽck.
Was habe ich geschrieben?

* * *

Mein Spiegelbild: betrĂĽblich
Meine Gelenke mahnen:
Jede Stunde zählt.
Ich möchte endlich leben.
Der Wecker klingelt.
Wieder ein Tag – fremdbestimmt.
Ein Tag, der nicht mir gehört.




Der Voyeur

Ich liege unter Bäumen.
Still ruht der Seee. Es raschelt.
Ein hĂĽbscher Junge
Wechselt die Badehose.
Ich kann nichts sehen
Hinter dichtbelaubtem Busch.
Besser, so kann ich träumen.


Jahreszeiten-Haikus

FrĂĽhling
Kein Frost mehr. Es grĂĽnt.
Schnell das Rad vom Staub befreit.
Schade, es regnet.

* * *

Sommer
Eis essen, wandern
An langen, hellen Tagen.
So schnell vorĂĽber.

* * *

Herbst
Goldene Reife.
Letzter Blumen Farbenglut
KĂĽnden frĂĽhen Frost.

* * *

Winter
Eisgepanzert, du!
Lässt mich in dunklen Tagen
Träumen vom Sommer.


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