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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Romanleseprobe "Der Rosenfriedhof"
Eingestellt am 26. 04. 2002 22:11


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Morrigan
Festzeitungsschreiber
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Cork / Irland 1907

Ein dichter Schwarm von winzigen V├Âgeln erhob sich aus einem Baum in der Auffahrt, wogte f├╝r ein paar Sekunden unschl├╝ssig ├╝ber dem Dach des K├╝chentraktes hin und her, nur um sich dann wieder in den selben ├ästen niederzulassen. Mary betrachtete das Spiel der V├Âgel nun schon eine ganze Weile und manchmal erschien es ihr, als w├╝rden die kleinen, gefiederten K├Ârper nur von ihren Gedanken aufgescheucht. Wie lange war es her, das sie einen so geruhsamen Augenblick auf Carston erlebt hatte?
Zu lange . . . eine Ewigkeit! Seufzend l├Âste sie sich von der Gesellschaft der Zugv├Âgel, die sie nun bald verlassen w├╝rden, und machte sich auf den Weg zum Stall her├╝ber, der friedlich in der goldenen Oktobersonne schlief. Auch in den rotgoldenen Wein- und Efeuranken balgten sich die V├Âgel und der Hof war von ihren zarten Stimmen erf├╝llt.
In den langen Fluren des Stalls erwartete sie eine dumpfe K├Ąlte und das freudige Wiehern ihrer hungrigen Sch├╝tzlinge.
Robert hatte den Stall ausbauen und renovieren lassen, als sie nach dem Tod von Gillians Vater nach Carston zur├╝ckgekehrt waren. Gillian hatte darauf bestanden ihren Sohn und Erben hier zur Welt zu bringen und Robert hatte sie gehen lassen. Er hatte sogar erlaubt, da├č Mary und ihre Familie, Gillian nach Carston begleiteten. Robert selbst bewirtschaftete zus├Ątzlich weiter das Gut seiner Eltern in Kinsale und pendelte seitdem zwischen seinen beiden Wohnsitzen hin und her. So hatte Gillian endlich die Distanz zwischen ihnen geschaffen, die ihr so lebenswichtig erschien.
W├Ąhrend Mary Stroh und Hafer in den verschiedenen Boxen verteilte, dachte sie leicht wehm├╝tig an den Tag zur├╝ck, als sie sich in die Arme dieser Dunkelheit gefl├╝chtet hatte, um bei Gwendoline Trost zu suchen. Robert hatte die alte Stute inzwischen l├Ąngst dem Messer des Metzgers ├╝bergeben, genau wie den gr├Â├čten Teil der fast alle anderen Pferde der Familie Carpenter, um Platz f├╝r seine edle Zucht zu schaffen. Nur Azisa und ihr Fohlen hatten Gnade vor seinen Augen gefunden.
„Gillian h├Ątte ihm auch eigenh├Ąndig den Kopf abgehackt, wenn er dir etwas angetan h├Ątte.“ Schmeichelte sie der sch├Ânen Perserin, die ihr huldvoll den Kopf in die ausgestreckte Hand legte.
Dann jedoch fr├Âstelte sie bei dem Gedanken, das es nicht nur eine leere Phrase war.
Gillian h├Ątte . . . oh ja sie h├Ątte wirklich . . .
In der Nebenbox l├Ąrmte und protestierte Shad├ę, Azisas hei├čbl├╝tige, zweij├Ąhrige Tochter, gegen die Mi├čachtung ihrer Person. Mary l├Ąchelte und hielt der langbeinigen, mausgrauen Stute einen Apfel entgegen. Sie w├╝rde sicherlich auch einmal so strahlend wei├č werden, wie ihre sch├Âne Mutter. Als sie mit ihren dunklen, samtenen Augen zu ihr aufsah, erinnerte sie Mary pl├Âtzlich an die kleine Patricia, die jetzt in England lebte. Robert hatte eine ├╝berraschend gute Partie f├╝r sie ausgehandelt, zog man seine Entfremdung von der englischen Adelsgesellschaft in Betracht. Ein Neffe des Lord Hastings, gerade einmal acht Jahre alt, w├╝rde Patricia heiraten, sobald sie das Mindestalter von vierzehn Jahren erreicht h├Ątte. Mary betrauerte den Verlust des h├╝bschen, Babys und sie f├╝rchtete das Leben, das dem armen Gesch├Âpf ihr von nun an bevorstand. F├╝r Robert war sie nichts weiter, als eine Zuchtstute, die geboren und ausgebildet wurde, um tr├Ąchtig zu sein . . . ihr Leben lang, bis sie im Kindbett den Tod fand . . . genau, wie ihre Mutter.

Nach der Morgenf├╝tterung mistete Mary die Boxen aus, bis ihre Knochen und Sehnen schmerzten, wie die einer alten Frau. St├Âhnend und ├Ąchzend lie├č sie sich gegen einen Zaunpfahl sinken, nachdem sie die letzten K├Ârbe Mist auf den Misthaufen aufgesch├╝ttet hatte. Der Himmel war immer noch blau und keine Wolke zeigte sich am Horizont. Die warme Herbstsonne lie├č das Wasser des Springbrunnens vor dem Haus glitzern, wie einen Flu├č aus Diamanten. Doch schon lag Stille ├╝ber dem Hof, die erste Vorbotin des Winters. Der Vogelschwarm war aus den B├Ąumen verschwunden, aufgebrochen zu seiner ungewissen Reise nach S├╝den, in L├Ąnder, deren Namen Mary nicht einmal kannte. Wie gerne w├Ąre sie mit ihnen gezogen, der Sonne entgegen, an ferne Orte, an denen es nur W├Ąrme, Licht und Sch├Ânheit gab.
Pl├Âtzlich wurde ihre stille Welt von lauten Stimmen auf dem Hof durchbrochen. Mary wollte mi├čmutig den Mund verziehen, doch dann l├Ąchelte sie gl├╝cklich, denn sie h├Ârte aus dem Tumult eine Stimme heraus, die ihr lieber war, als alle Ruhe der Welt. Patrick war wieder da! Sie ha├čte die Tage, in denen er mit Robert zum Viehmarkt in Douglas hin├╝ber ritt und in denen sie ihre Arbeit allein verrichten mu├čte. Doch um wieviel k├╝rzer war die Zeit zwischen Abschied und Wiedersehen, wenn man sie nicht m├╝├čig verbrachte.
Eilig l├Âste sie ihren Zopf und k├Ąmmte sie ihr langes Haar mit den Fingern durch, um das Stroh daraus zu entfernen und klopfte sich so gut es ging, den Staub von ihrem braunen Kleid. Da kam er ihr auch schon entgegen. In dem Licht der Sonne schienen seine Harre selbst ein Heiligenschein aus purem Gold zu sein. Seine Kleider waren schmutzig von dem langen Ritt, doch er h├Ątte auch in Sackleinen so pr├Ąchtig, wie ein Prinz ausgesehen! Es schien, als schmiege das Sonnenlicht sich wie eine zweite Haut an seinen K├Ârper schmiegte, um jede Kontur seiner schlanken Gestalt hervorzuheben. Mary blinzelte und widerstand der Versuchung ihre Augen mit der Hand vor seinem Glanz zu sch├╝tzen. Dann flog sie in seine Arme und lie├č sich von dem blauen Feuer seiner Augen verbrennen. Lange, lange verharrte sie in seiner Umarmung, in seinem Ku├č, bis ihre Stimme ihr wieder gehorchte.
„Wo ist James? Hast du ihn mir wieder gesund nach Hause gebracht?“ fl├╝sterte sie leise in sein Haar.
Sie sp├╝rte, wie ein L├Ącheln ├╝ber sein Gesicht glitt.
„Hattest du gedacht, ich w├╝rde ihn auf dem Markt verkaufen? Zusammen mit den K├╝hen?“
Mary schlo├č die Augen und schmiegte sich enger an seine Schulter.
„Er ist erst achtzehn Monate alt. Er h├Ątte vom Pferd fallen k├Ânnen, oder auf dem Mark verschwinden, oder von einem Wagen ├╝berfahren werden k├Ânnen, oder von einer Herde zertrampelt . . .“, z├Ąhlte sie schl├Ąfrig auf.
Sie hatte nicht gef├╝rchtet, das ihrem Sohn etwas passieren w├╝rde, wenn sein Vater bei ihm war, doch sie wollte nicht, da├č Patrick zu sehr von seinem Stolz geblendet wurde und die Gefahren f├╝r ein so kleines Kind auf solchen Marktpl├Ątzen gering sch├Ątzte.
„Ja, du hast recht.“, antwortete er ernst.
Dann legte er seine Hand sanft auf ihre Wange und zwang sie ihm ins Gesicht zu sehen.
„Du hast nicht geglaubt, ich w├╝rde zulassen, da├č ihm etwas zust├Â├čt, oder?“
Mary sch├╝ttelte stumm den Kopf. Dann lie├č sie sich in seiner Umarmung fallen, bis sie verga├č, was er gefragt hatte.
„Mary! Mary, wo bist du? Mary!“
Mary und Patrick fuhren wie ertappt auseinander. Die spitzen Schreie der K├Âchin hallte noch immer ├╝ber den Hof. Dann hatte die aufgel├Âste Frau sie erreicht. Keuchend st├╝tzte sie sich auf einen der Zaunpf├Ąhle.
„Lucie, was ist los?“, dr├Ąngte Mary sie ├Ąngstlich.
„Die Lady . . . das Kind . . .“, st├Âhnte die beleibte Frau atemlos.
Mehr h├Ârte Mary nicht, denn bevor Lucie genug Luft gefunden hatte, um weiter sprechen zu k├Ânnen, war sie schon im Haus verschwunden.
Patrick fluchte laut und entfernte sich w├╝tend in Richtung Stall.
Lucie blieb allein zur├╝ck und sah ihm ratlos hinter, doch ihr kleiner Geist durchschaute die Vorg├Ąnge um sie herum nicht und so schlurfte sie schlie├člich gleichm├╝tig in ihre K├╝che zur├╝ck.

Die T├╝r des Salons stand weit offen und d├╝nne Rauchschwaden zogen unter der Decke hin. Mary betrat vorsichtig den Raum und bem├╝hte sich, die Gewalt ├╝ber ihre Gesichtsz├╝ge zu bewahren. Sie ha├čte Robert, sie verachtete ihn und sein schleimiges, grausames Wesen, doch sie wu├čte auch, das er ihr ├╝berlegen war. Er war der Herr und sie war ein Nichts. Das waren die Tatsachen des Lebens und sie waren nicht zu ├Ąndern, auch wenn sie inzwischen nicht mehr schmerzten.
„Herr, die Lady hat sich soeben zu Bett begeben. Das Kind wird noch heute zur Welt kommen.“ , verk├╝ndete sie steif.
Robert drehte sich nicht einmal zu ihr um. Abweisend sch├╝ttelte er die Asche von seiner Zigarre und sah weiterhin aus dem Fenster. In der Reflexion des Glases, starrten seine harten Augen Mary lauernd an. Sie begann zu zittern.
„Soso, meine Gemahlin begibt sich ins Kindbett, na und? Was k├╝mmert es mich? Ich will nur hoffen, da├č ihre Sch├Ânheit nach der Geburt meines Sohnes nicht v├Âllig verloren ist. Ein Lord, der mit einem Schwein verheiratet ist, gibt der Gesellschaft Grund zum Klatsch und das sollte sie in ihrem eigenen Interesse vermeiden!“ Seine Stimme war nicht mehr, als ein drohendes Fl├╝stern und seine Augen leuchteten t├╝ckisch.
Mary drehte sich auf dem Absatz um und hastete aus dem Zimmer.
Er war der Teufel! Gillian hatte die Wahrheit gesagt! Er mochte, wie ein Mensch aussehen, doch innerlich, war er so deformiert und b├Âse, wie Satan selbst!
Pl├Âtzlich hatte sie furchtbare Angst um Gillian. Bisher hatte sie nie geglaubt, das Robert ihr etwas antun w├╝rde, denn schlie├člich war sie seine einzige Chance auf einen m├Ąnnlichen Erben und au├čerdem, nach seinem eigenen Bekenntnis, die einzige Frau, die er besitzen, wenn auch nicht lieben, wollte. Doch sie hatten ihm bisher keinen Sohn schenken k├Ânnen und auch ihre Sch├Ânheit hatte nach der ersten Geburt stark gelitten. Ihr K├Ârper weigerte sich, den Schein eines erf├╝llten Lebens aufrecht zu erhalten, und lie├č sie schm├Ąhlich im Stich. Sie war f├╝llig und schlaff geworden und selbst immer engere Mieder und immer grellere Schminke konnten die Spuren ihres Leidens nicht vollst├Ąndig verbergen. Mary wu├čte nicht, ob sie um einen Sohn f├╝r Gillian beten sollte, der ihren Mann von ihr fernhalten w├╝rde, oder ob sie f├╝rchten mu├čte, da├č Robert sich ihrer entledigen w├╝rde, sobald ihre Pflicht getan war, um vielleicht eine weitere junge Seele mit sich in die Verdammnis zu rei├čen.

In den oberen Zimmern erwartete sie eine unertr├Ągliche Hitze, die von fest verschlossenen Fenstern und Vorh├Ąngen und einem riesigen, rauchenden Kaminfeuer noch verst├Ąrkt wurde. Der ganze Raum, um das riesige Bett, in dem Gillian sich unter Schmerzen wand, war schwarz und verraucht, wie die H├Âlle. Sofort lie├č sie alle Fenster ├Âffnen und Sand auf das Feuer sch├╝tten, auch wenn die ├Ąngstlichen Zofen blind darauf beharrten, ihre Herrin habe die Dunkelheit und das Feuer gew├╝nscht. Mary achtete nicht auf ihr hysterisches Geschw├Ątz und lie├č nach Gladys schicken. Dann kniete sie sich neben Gillians Bettstatt und wusch ihrer Freundin mit einem nassen Tuch das verschwitzte Gesicht. Ihre Haut hatte sich so ver├Ąndert . . . wo waren die wundersch├Ânen Z├╝ge, die Mary so bewundert hatte? Gillians Augen lagen tief in den H├Âhlen, ihre Wangen waren eingefallen und von einer gelblichen, verbrauchten Haut ├╝berspannt. Und sie war doch noch so jung . . . so jung! Gerade einmal einundzwanzig Jahre lang hatte Gillian sch├Ân sein d├╝rfen, bevor Robert sie zerst├Ârte . . . ihren K├Ârper und ihren Geist! Mary sah in das Gesicht, das ihr einmal bekannt gewesen war und weinte vor Angst.
Gillian litt schon seit fast drei Stunden, doch Mary bef├╝rchtete, das ihr noch einmal das vierfache an Zeit bevorstand. Mary betete, da├č sie es diesmal leichter haben m├Âge, als bei Patricias Geburt.
Dann sah sie sich in dem, nun wieder k├╝hlen, Zimmer um. Sie hatte es nicht mehr betreten seit Patricia geboren worden war . . . wie hatte es sich ver├Ąndert! Wie seine Gefangene war es nun schwarz und trostlos. Die goldenen Sonne tanzte h├Âhnend ├╝ber schwarze Bettvorh├Ąnge, schwarze Tischdecken, schwarze Kommoden und Schr├Ąnke. Gillian hatte sich eine Gruft geschaffen, einen perfekten Ort f├╝r ihr lebendiges Begr├Ąbnis. Wu├čte sie, da├č Robert sie inzwischen verachtete? Einst hatte er sie bewundert und mit der gesamten englischen Gesellschaft gebrochen, aus dem st├Ârrischen Beharren heraus, sie zu bekommen, doch jetzt . . . hatte er Gillian in seinen Gedanken begraben, so wie sie sich selbst begraben hatte.
Mary betete jetzt um ein M├Ądchen. In Anbetracht dieser sarg├Ąhnlichen Gem├Ącher zweifelte sie nicht einen Moment l├Ąnger daran, da├č Robert auch Gillians K├Ârper begraben w├╝rde, wenn er erst seinen Sohn in H├Ąnden hielt.

Als Gladys etwa eine Stunde sp├Ąter erschien, war Gillian in einen von Schmerzwellen durchzogenen D├Ąmmerzustand gefallen. Sie hielt Marys Hand umklammert und redete in einem fort von ihrem wundersch├Ânen Sohn. Gladys untersuchte sie vorsichtig und sch├╝ttelte dann den Kopf. Mary sah besorgt zu ihr auf.
„Diesmal bin ich mir sicher, da├č das Kind richtig liegt, doch es ist bei weitem gr├Â├čer, als das Letzte. Es wird noch Stunden dauern, bis sie sich soweit ge├Âffnet hat, das sie es austreiben kann. Und sie wird noch gr├Â├čere Schmerzen haben . . .“
Ihre Stimme verklang mutlos. In Marys Augen schimmerten Tr├Ąnen.
Robert brauchte sie nicht einmal selbst zu t├Âten . . . er der Teufel und damit der Tod selbst!
„K├Ânnen wir denn nichts tun!?“, schluchzte sie verzweifelt.
Gladys ├╝berlegte lange und auf ihrer Stirn bildeten sich immer wieder sorgenvolle Falten. Schlie├člich nickte sie.
„Ich kann ihr Morphium geben. Das wird sie schlafen lassen und die Schmerzen lindern. So verhindern wir wenigstens, dass sie sich jetzt schon zu sehr erm├╝det. Das wird sie nicht lange durchhalten.“
Sie warf einen sorgenvollen Blick zu Gillian her├╝ber, die sich inzwischen weinend und schreiend auf ihrem Laken hin und her warf.
„Es wird ihre Schmerzen lindern? Warum hast du es ihr dann nicht schon beim letzten mal gegeben? Und worauf wartest du jetzt noch? Macht es dir Spa├č sie so leiden zu sehen?“, schleuderte Mary ihr aufgebracht entgegen.
Sie zitterte vor Angst und Wut. Gladys sah sie ernst an.
„Beim letzten Mal w├Ąre es sinnlos gewesen. Bevor das Morphium geholfen h├Ątte, w├Ąre das Baby l├Ąngst da gewesen. Au├čerdem ist die Verabreichung sehr gef├Ąhrlich, denn schon eine geringe Menge kann einen Menschen t├Âten.“
Mary erbleichte.
„Und das willst du ihr geben? Und was, wenn sie stirbt?“
„Wenn ich es nicht tue, stirbt sie mit Sicherheit. Sie ist einfach nicht kr├Ąftig genug, um Kinder zu bekommen! Ich bezweifle jedoch, da├č sie nach dieser Geburt ├╝berhaupt noch einmal geb├Ąren kann.“, stellte Gladys traurig fest.
Eine neue Angst kroch in Mary hoch.
Wenn es ein Junge ist . . . dann wird sie sterben . . . Wenn es ein M├Ądchen ist und sie keine Kinder mehr bekommen kann . . . dann wird sie ebenfalls sterben.
Robert w├╝rde sie nur dulden, wenn seine Hoffnung auf einen m├Ąnnlichen Erben bestehen bliebe. Das hie├č, das Kind durfte kein Junge sein! Und Gillian durfte nicht erfahren, dass sie vielleicht keine Kinder mehr bekommen konnte! Sie k├Ânnte es nicht vor ihm geheim halten. Ihr lag nur daran ihn von sich fernzuhalten, nicht aber, ihr Leben zu retten.
Gladys verabreichte Gillian eine verschwindend geringe Dosis des Morphiums, woraufhin diese nach einer Weile in einen unruhigen Schlaf fiel. Dann konnten sie nichts mehr tun . . . nur warten. Mary wies die Zimmerm├Ądchen an, ihnen Essen zu bringen, dann verlie├č sie Gillians Zimmer, um nach ihrem Sohn zu sehen.

Lucie k├╝mmerte sich um den kleinen James, seit er mit Patrick aus Douglas zur├╝ck gekehrt war. Unter ihrer Aufsicht spielte er in der gro├čen K├╝che mit kleinen Steinen und Baukl├Âtzen, die sein Vater f├╝r ihn gesammelt und geschnitzt hatte. Als Mary die K├╝che betrat erhob er sich kr├Ąhend auf seine st├Ąmmigen Beinchen und watschelte ihr entgegen. Trotz ihrer Anspannung mu├čte Mary l├Ącheln. W├Ąhrend sie ihrem Kind seine Abendmahlzeit verabreichte, erschienen immer neue Bedienstete ihrem kleinen Zimmer und fragten nach dem Kind der Herrin. Ein trauriges Kopfsch├╝tteln war die einzige Antwort, die Mary ihnen geben konnte. Kaum hatte sie ihren Sohn wieder der F├╝rsorge von Lucie und ihren K├╝chenm├Ądchen anvertraut, hastete sie zur├╝ck zum Haupthaus. Die Angst begleitete jeden ihrer Schritte und ├╝berfiel sie wie eine riesige Welle, als sie die T├╝r zu Gillians Zimmer ├Âffnete. Was w├╝rde sie vorfinden? Doch in der knappen Stunde ihrer Abwesenheit hatte ich nicht das geringste ver├Ąndert. Gladys schnarchte leise in einem der dunklen Sessel und Gillian lag noch immer in ihrem unnat├╝rlichen Drogenschlaf. Mary registrierte zufrieden, dass man ihre Anweisungen befolgt und ein Tablett mit Obst und Brot heraufgebracht hatte. Doch sie versp├╝rte keinen Appetit. Das kommandieren der M├Ądchen gab ihr lediglich etwas zu tun, um sie vom schlafen abzuhalten. Zu gut erinnerte sie sich an ihren Alptraum vor Patricias Geburt und die schrecklichen Ereignisse, die ihm folgten. Sie setzte sich ans Fenster und sah hinaus. Die Sonne hatte ihren Zenit bereits ├╝berschritten und strebte nun energisch dem Horizont entgegen. Sechs Stunden . . . und vielleicht noch einmal so viele, bevor sich etwas regte. Sie schickte nach einem Buch, doch als sie es sich neben der Leselampe bequem gemacht hatte und versuchte seinen Inhalt zu erfassen, glitten ihre Gedanken immer wieder ab. Unzufrieden warf sie es in eine Ecke und begann im Zimmer umher zu wandern. Sie lie├č Fenster ├Âffnen und wieder schlie├čen, verlangte nach einem anderen Buch, das jedoch neben dem ersten landete, kaum das es aufgeschlagen war, versuchte ihren Widerwillen zu ├╝berwinden und etwas zu essen, gab es auf und schickte das Tablett in die K├╝che zur├╝ck . . . langsam, qu├Ąlend langsam verging die Zeit . . .

„Halt sie fest! Der Kopf kommt!“
Mary bem├╝hte sich den Anweisungen der Hebamme zu folgen, doch Gillian schien durch die Droge noch um einiges st├Ąrker geworden zu sein, als sie es bei Patricias Geburt gewesen war. Mit einer heftigen Bewegung ihres Oberk├Ârpers schleuderte sie Mary zu Boden. Dann schlug sie wild um sich und fegte dabei einen der gro├čen Kerzenst├Ąnder von ihrem Nachtisch, die das Zimmer seit Sonnenuntergang erhellten. Acht Stunden hatten sie noch mit bangem Warten verbracht, bis die erl├Âsenden letzten Wehen eingesetzt hatten. Nun offenbarte das Morphium ihnen sein schwarzes Antlitz, denn Gillian war rasend vor Schmerz, aber doch nicht bei Sinnen. St├Âhnend kam Mary wieder auf die Beine und st├╝rzte zu den am Boden liegenden Kerzen her├╝ber, um zu verhindern, das der ganze Teppich Feuer fing. Das Kerzenlicht lie├č das Zimmer noch unwirklicher und trostloser erscheinen, als es das Sonnenlicht getan hatte. Es erinnerte an die Kerzen, der Totenwache, an Einsamkeit, Stille und unaussprechliche Schrecken. Schaudernd wendete sich Mary von den flackernden schwarzen Schatten ab und versuchte erneut, Gillians unb├Ąndige Arme in ihre Gewalt zu bringen. Diese schrie noch einmal durchdringend, als der Kopf geboren wurde, dann versank sie in schwarzer Ohnmacht und ihre Arme und Beine fielen, wie tot auf ihr Lager zur├╝ck. Gladys beendete ihre Arbeit sicher und routiniert, auch ohne die Hilfe der Mutter. Mit leichtem Druck auf die Bauchdecke und einem unendlich vorsichtigen Griff um den zerbrechlichen Hals des Kindes, zog sie es auf die Welt.
„Es schreit nicht!“, dachte Mary panisch.
Doch dann gab Gladys dem Baby einen leichten Klaps auf den Hintern, und wie auf ein Kommando br├╝llte der kleine S├Ąugling, als h├Ątte er soeben die schlimmste Beleidigung seines jungen Lebens erfahren.
„Was ist es?“, fragte Mary zaghaft und betete um . . .
„Ein M├Ądchen.“, antwortete Gladys leichthin.
Sie hatte ja keine Ahnung! Mary atmete auf und die schwere Last der Angst l├Âste sich von ihrem Herzen. Gillians Tr├Ąume blieben weiterhin unerf├╝llt, doch immerhin rettete ihr dieses kleine, Wesen das Leben!
Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie Gillian sich langsam bewegte. Kam sie zu sich? Hatte sie nicht ihren Namen gerufen?
Mary eilte an ihr Lager und legte ihren Kopf neben Gillians bleiches Gesicht. Sie war wieder bei Bewu├čtsein, auch wenn ihre Pupillen noch zu vielsagenden Stecknadelk├Âpfen zusammen gezogen waren.
„Mein . . . Sohn . . . wo?“, hauchte Gillian schwach.
Mary schlo├č kurz die Augen und bereitete sich darauf vor Gillians Hoffnungen ein weiteres Mal zu entt├Ąuschen. Vielleicht w├╝rde sie es leichter ertragen, wenn sie begriff, das ihr Leben, mit einem Sohn, keinen Penny mehr wert war.
„Du hast eine Tochter, Gil.“, sagte sie ruhig.
Es war als entfesselte sie einen Sturm mit diesen wenigen Worten. Als w├Ąren sie die Lunte zu einem lange verborgenen Pulverfa├č.
Ein langer, gr├Ą├člicher Schrei entrang sich Gillians Kehle. Mary fuhr entsetzt zur├╝ck.
Sie hatte sie nur einmal so verzweifelt schreien h├Âren . . . als sie ├╝ber Seans Leiche lag und ihr Leben verfluchte . . .
Wie eine Besessene warf sie sich auf ihrem Bett hin und her, w├Ąhrend sie aus Leibeskr├Ąften schrie und fluchte. Doch dann hielt sie pl├Âtzlich mitten in ihrer Bewegung inne und schwieg. Mary und Gladys wagten nicht, sich zu r├╝hren. Die Stille im Raum war greifbar und unheilsschwer . . . sie erstickte jedes Wort, jede Bewegung und lie├č kein Gef├╝hl zu, au├čer tiefschwarzer Angst. Mit einem Ruck warf Gillian ihren Kopf herum und starrte mit weit aufgerissenen Augen zur Kinderwiege hin├╝ber. Schwei├č und Blut rannen zwischen ihren Augenbrauen hinab und in ihrem Blick loderte das blutr├╝nstige Feuer eines tollw├╝tigen Tieres.
„ Nein . . . nein . . .nein!“
Mit einem schrillen Wutschrei st├╝rzte sie sich auf die Wiege. Mary wu├čte kaum, wie ihr geschah, doch pl├Âtzlich strafften sich ihre Muskeln und sie stellte sich Gillian in den Weg, bereit das Leben in der Wiege mit dem ihrigen zu verteidigen. Eine ihr unbekannte Kraft str├Âmte durch ihren K├Ârper, als ihre Hand Gillians Wange traf und sie zur├╝cktaumeln lie├č. Auch Gillian taumelte vor Schmerz und ├ťberraschung ihrem Bett entgegen, doch sie fiel nicht. Fassungslos bef├╝hlte sie ihr gl├╝hendes Gesicht. Wertvolle Sekunden, in denen Mary, von ihrer Angst befl├╝gelt, das Kind aus seiner Wiege ri├č und Gladys in die Arme dr├╝ckte.
„Weg hier! Bring sie weg hier!“, rief sie ihr in heller Panik zu.
Eilig schob sie die beiden aus dem Zimmer und warf die T├╝r hinter ihnen ins Schlo├č. Dann drehte sie sich ruckartig zu Gillian um, bereit jeden Angriff abzuwehren, um Gladys und das Kind zu besch├╝tzen. Doch Gillian stand einfach da, mitten im Zimmer und hielt sich die Wange. Dann drehte sie langsam den Kopf und sah Mary an. Sie sah, da├č sie sich get├Ąuscht hatte. Gillian war immer noch sch├Ân . . . nicht mehr naiv und zart, wie in ihrer Kindheit, sondern dunkel und mystisch. Das gr├╝ne, kalte Feuer ihrer Augen brannte, wie der Vorhof der H├Âlle und ihr rotes Haar loderte im Schein der Kerzen. Der Teufel entsandt seinen sch├Ânsten Todesengel, die Welt zu versuchen . . . vielleicht hatte Roberts sie doch schon unrettbar vergiftet. . .
Schwer atmend standen sie sich gegen├╝ber und Mary wu├čte, sie w├╝rde ihre Tochter suchen und t├Âten, wenn es ihr nicht gelang sie in diesem Zimmer fest zu halten, bis die Wirkung der Droge endg├╝ltig verflogen war.
„Geh . . .mir . . . aus . . . dem . . . Weg!“ keuchte Gillian leise, bedrohlich.
Marys Schultern strafften sich.
„Nein!“
Ein Segen, da├č ihre Stimme nicht zitterte, wie ihr K├Ârper, denn ansonsten h├Ątte Gillian leichtes Spiel mit ihr gehabt. So jedoch f├╝hlte sie neuen Mut durch ihre Adern branden, als sie in ihr erstauntes Gesicht sah.
„Ich werde nicht zulassen, da├č du diesem armen Kind etwas zuleide tust.“
Gillian l├Ąchelte. Es war, als verh├Âhnte ein Totensch├Ądel die Besucher seiner Gruft. Gillian war ein D├Ąmon, eine wei├če, blutverschmierte Gestalt mit dem wirren, verfilzten Haar einer Hexe, inmitten eines toten Raumes. Sogar die Kerzen erstarben langsam unter der K├Ąlte, die von ihr ausging. Dann begann das Wesen, das einmal ihre Gillian gewesen war, zu sprechen und sogar seine schmeichelnde Stimme war dem Tod n├Ąher, als dem Leben.
„Nat├╝rlich Mary. Immer meine liebe Mary. Wann h├Ąttest du etwas unversucht gelassen, um meine Tr├Ąume zu zerst├Âren? Es mu├č so sein. Jedes Wesen braucht einen Gegner. Sonst macht das Spiel doch keinen Spa├č, nicht wahr?“
Der Blick aus ihren riesigen, seelenlosen Augen schmerzte Mary mehr, als ihre Worte.
„Gil, das ist nicht wahr und das wei├čt du. Ich war nie gegen dich.“
Gillian lachte ver├Ąchtlich auf.
„Ach nein?“, zischte sie scharf, „ Hast du mich nicht geha├čt, weil ich bei Sean mein Gl├╝ck gefunden hatte, und bist deshalb gleich in die Arme deiner Mutter gerannt, als du die Gelegenheit hattest? Vielleicht h├Ątten wir fliehen k├Ânnen, doch du wolltest es nicht, habe ich recht? Du wolltest mich leiden sehen! Und jetzt? Wohnst du nicht hier bei mir und h├Ąltst mir deinen perfekten Sohn und deine gl├╝ckliche Ehe unter die Nase, bis ich fast daran erstickte?“, entsetzlich m├╝de winkte sie ab, „ Oh nein, ich nehme es dir nicht ├╝bel, schlie├člich warst du immer ein j├Ąmmerlicher Niemand. Wie s├╝├č mu├č der Triumph f├╝r dich schmecken . . . ich w├╝rde auch gerne triumphieren, wei├čt du? ├ťber meine Mutter, sagst du? Ja, das war ein Anfang . . . doch ich will sie alle vernichten . . . denkst du das ich b├Âse bin? Ja, b├Âse und h├Ą├člich, wie ein Geschw├╝r. Und hier steht sie, meine sch├Âne und g├╝tige Mary, bereit meine unn├╝tze Brut zu besch├╝tzen und meine Pl├Ąne ein weiteres Mal zu durchkreuzen. Doch ich bin es m├╝de . . .“
Wie angewurzelt stand Mary vor der geschlossenen T├╝r und starrte Gillian an. Diese drehte sich jetzt langsam im Kreis und brabbelte wirr vor sich hin.
Wie konnte sie so etwas behaupten? . . . Wie konnte sie ihr so etwas unterstellen? . . .
Der tiefe Schmerz des Verstehens grub sich in ihr Herz und lie├č sie leise aufst├Âhnen. Sie hatte ihre Freundin an die dunklen Kr├Ąfte des Wahnsinns verloren. Sie hatte bereits jeden Bezug zu ihrer Welt verloren 2*verloren!. Wie ein f├╝hrerloses Boot wurde ihre Seele in die Tiefen des Vergessens gerissen. Sie konnte nichts mehr tun. Mutlos und geschlagen wandte sie sich der T├╝r zu und drehte den Knauf.
„Warte doch Mary! Ich bin noch nicht fertig mit dir!“
Entsetzt fuhr Mary herum und begegnete Gillians tollw├╝tigem Blick. Eisige Angst l├Ąhmte ihre Glieder.
Langsam streckte Gillian ihre Arme aus und kam auf sie zu. Ihre H├Ąnde glichen entsetzlichen Klauen, blutig und gnadenlos.
„Was willst du von mir?“, fragte sie entsetzt.
Gillian legte den Kopf schief und sah sie unschuldig an.
„Nur, da├č wir uns wieder vertragen, meine liebe Mary. Du warst wirklich b├Âse, doch ich glaube, ich kann dir verzeihen. Hier nimm meine Hand!“
Sie konnte sich nicht r├╝hren. Sie sah, wie Gillians Seele zerbrach und ihre Augen blicklos wurden. Leicht legten sich ihre steifen Finger an Marys zitterndes Gesicht und hinterlie├čen eine Spur aus Blut, die sich mit Marys verzweifelten Tr├Ąnen vermischte.
„So sch├Ân!“, hauchte Gillian tonlos, „ So sch├Ân . . . so jung . . . der Tod mag junges Blut, wei├čt du? Er nimmt sich, was er will . . . er ist die absolute Macht! Auch dich Mary . . . auch dich . . .“
Ein dunkler Schleier ging vor ihren Augen nieder. Ihre Glieder erschlafften und sie sank, irre kichernd, vor Mary zu Boden. Wie ein kleines Kind rollte sie sich zusammen und r├╝hrte sich nicht mehr. Mary wagte kaum zu atmen. Als sie sicher war, das Gillian endlich schlief, st├╝rmte sie aus er T├╝r und blickte weder rechts noch links, bis sie ihr Zimmer erreicht hatte. Dort brach sie zusammen und weinte zitternd vor Angst und Schmerz.

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Cuchulainn
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Hallo Morrigan,

wo fange ich an? Am besten ich sage dir zuerst einmal, dass ich finde dass du eine sehr sch├Âne Art zu schreiben hast. Aber… es gibt immer ein aber :o)… hatte ich dennoch gro├če Probleme beim Lesen.

Es handelt sich hier ja um einen Auszug… Ich bin mir nicht sicher ob der nun mitten aus dem Geschehen gerissen wurde, oder einen Anfang darstellen soll…?

Hier habe ich mir jetzt die erste Seite geschnappt, und meine Gedanken dazu gekritzelt. Ich hoffe das geht in Ordnung.

Ein dichter Schwarm von winzigen V├Âgeln (w├╝rde es sch├Ân finden zu wissen was f├╝r V├Âgel es waren) erhob sich aus einem Baum in der Auffahrt, wogte f├╝r ein paar Sekunden unschl├╝ssig ├╝ber dem Dach des K├╝chentraktes hin und her, nur um sich dann wieder in den selben ├ästen niederzulassen. (…des K├╝chentraktes hin und her, und lie├č sich dann wieder in den selben ├ästen nieder)

Mary betrachtete das Spiel der V├Âgel nun schon eine ganze Weile und manchmal erschien es ihr, als w├╝rden die kleinen, gefiederten K├Ârper nur von ihren Gedanken aufgescheucht (das w├╝rde ich etwas genauer erkl├Ąren). Wie lange war es her, das sie einen so geruhsamen Augenblick auf Carston erlebt hatte?

Zu lange . . . eine Ewigkeit! Seufzend l├Âste sie sich von der Gesellschaft der Zugv├Âgel, die sie nun bald verlassen w├╝rden, und machte sich auf den Weg zum Stall her├╝ber (…und machte sich auf den Weg zum Stall, der friedlich in der goldenen…), der friedlich in der goldenen Oktobersonne schlief. Auch in den rotgoldenen Wein- und Efeuranken balgten sich die V├Âgel und der Hof war von ihren zarten Stimmen erf├╝llt.
In den langen Fluren des Stalls erwartete sie eine dumpfe K├Ąlte und das freudige Wiehern ihrer hungrigen Sch├╝tzlinge.

Robert hatte den Stall ausbauen und renovieren lassen, als sie nach dem Tod von Gillians Vater nach Carston zur├╝ckgekehrt waren. Gillian hatte darauf bestanden ihren Sohn und Erben hier zur Welt zu bringen und Robert hatte sie gehen lassen. Er hatte sogar erlaubt, da├č Mary und ihre Familie, Gillian nach Carston begleiteten. Robert selbst bewirtschaftete zus├Ątzlich weiter das Gut seiner Eltern in Kinsale und pendelte seitdem zwischen seinen beiden Wohnsitzen hin und her. (diesen Absatz finde ich sehr verwirrend und sehr schwierig, all diese Namen mit denen man gar nicht anfangen kann…W├Ąre dies hier eine eigenst├Ąndige Geschichte w├╝rde ich ihn entweder ausbauen oder ganz streichen)

W├Ąhrend Mary Stroh und Hafer in den verschiedenen Boxen verteilte, dachte sie leicht wehm├╝tig an den Tag zur├╝ck, als sie sich in die Arme dieser Dunkelheit gefl├╝chtet hatte, um bei Gwendoline Trost zu suchen. Robert hatte die alte Stute inzwischen l├Ąngst dem Messer des Metzgers ├╝bergeben, genau wie den gr├Â├čten Teil der fast alle anderen Pferde der Familie Carpenter (genau wie fast alle anderen Pferde der Familie Carpenter), um Platz f├╝r seine edle Zucht zu schaffen. Nur Azisa und ihr Fohlen hatten Gnade vor seinen Augen gefunden.
„Gillian h├Ątte ihm auch eigenh├Ąndig den Kopf abgehackt, wenn er dir etwas angetan h├Ątte.“ Schmeichelte sie der sch├Ânen Perserin, die ihr huldvoll den Kopf in die ausgestreckte Hand legte.



Beste Gr├╝├če
Chulainn

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Morrigan
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Hallihallohall├Âle!

Erst einmal danke f├╝r dein Lob - auch wenn ein aber folgte, damit kann ich leben;-)
Ansonsten hast du nat├╝rlich recht, die Handlung ist aus diesem kurzen Ausschnitt nat├╝rlich nicht zu erkennen - die Leseprobe war halt nur als Anhaltspunkt f├╝r den Stil und einige Personenkonstellationen gedacht. Was deine produktive Kritik angeht sage ich schon einmal brav danke scj├Ân, mu├č aber leider gestehen, da├č ich noch ncht dazu gekommen bin mehr damit zu tun, als sie nur zu ├╝berfliegen - Abistress;-) - werde aber bestimmt noch dr├╝ber nachdenken!
Liebe Gr├╝├če Morrigan
__________________
Semper eadem - Anne Boleyn

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