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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Rubbel-Stielchen
Eingestellt am 27. 01. 2002 14:42


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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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├ťrspr├╝nglich nur als eine mact-Finger├╝bung gedacht (wir sollten das M├Ąrchen vom Rumpelstielzchen aus der Sicht des auch so b├Âsen Zwerges neu erz├Ąhlen) entstand diese ein ganz klein wenig vom Original abweichende Geschichte, die ich ihrer L├Ąnge wegen hier bei "Erz├Ąhlungen" rein stelle. Ich hoffe, es gibt ein paar Leute, die sich durchbei├čen. Nur Mut - es ist leichte Kost :-))



Rubbel-Stielchen

Mitten im Wald, dort wo er wohl am dichtesten ist und wo die Wege zu d├╝rftigen Trampelpfaden verk├╝mmern- sp├Ątestens dort wird der einsame Wanderer von einem Schild aufgehalten, das ihn zur Umkehr auffordert.

T O T A L R E S E R V A T
Betreten verboten!

So steht es in gro├čen schwarzen Lettern auf lindgr├╝nem Grund.
Der junge Mann, der an einem herrlich warmen Sommernachmittag an diese Stelle kam, scherte sich nicht um dieses Verbot, sondern schritt z├╝gig weiter. Er folgte kaum erkennbaren Pfaden, turnte ├╝ber massenhaft herumliegendes Totholz, sprang geschickt ├╝ber unz├Ąhlige Wurzeln und gelangte so schlie├člich an einen wild dahin gurgelnden Bach. Er folgte dem stark m├Ąandrierenden Bett, bis er schlie├člich zu einem reichlich mannshohen Wasserfall kam. Rasch entledigte er sich seiner Schuhe und Str├╝mpfe und watete schlie├člich direkt auf die in breiter Front herab st├╝rzenden Wassermassen zu. Ein winziges Z├Âgern, dann ein entschlossener Schritt, begleitet von einem "Schei├če, iss das kalt!", dann war er bereits durch den Schleier aus Wasser und Gischt hindurch. Und siehe da. Im Felsen fand sich eine, hinter dem breiten Wasserstrahl verdeckte ├ľffnung, die sich als Eingang zu einer niedrigen H├Âhle entpuppte. Eigentlich handelte es sich mehr um einen engen, leicht aufw├Ąrts f├╝hrenden Gang.
Geb├╝ckt ging der Mann einige Schritte weiter, ehe er halblaut "Hallo!" rief und f├╝r einen Moment horchend verharrte.
"Ja, ich bin zu Hause", kam es arg kr├Ąchzend zur├╝ck.
Der Mann setzte seinen Weg fort und gelangte nach wenigen Metern in eine zwar niedrige, aber durchaus ger├Ąumige H├Âhle. Durch zwei schmale Felsspalten fiel etwas Licht in den Raum und malte helle Kringel auf die Platte eines klobigen Tisches, um den drei aus Weidengeflecht gefertigte Sessel gruppiert waren. Auf einem dieser rustikalen Sitzm├Âbel sa├č ein kleines schrumpeliges M├Ąnnchen, das jetzt den Kopf hob, seine leicht ausgefranste Jacke zurecht zupfte und dem Eintretenden freundlich entgegen blinzelte. ├ächzend schob er sich von seinem Sitz.
"Hallo Maik. Sch├Ân, da├č Du gekommen bist. Hast Du das Buch dabei?"
Der Angesprochene nickte und ging auf den Hausherren zu, um ihm die Hand zu sch├╝tteln. Er mu├čte sich sogar ein wenig b├╝cken, denn das alte M├Ąnnchen reichte ihm gerade mal bis zum Bauchnabel.
"Nimm Platz. Darf ich dir einen Tee anbieten?"
"Ja gern", sagte Maik h├Âflich. Der Alte huschte davon und verschwand hinter einem Vorhang aus dickem Filz. Maik war nicht zum ersten Mal hier und besa├č daher keinen Blick f├╝r die verschiedenfarbigen Felle, die den der Fu├čboden bedeckten und die W├Ąnde verzierten. Er bl├Ątterte vielmehr in dem mitgebrachten Buch, suchte eine bestimmte Stelle und lie├č es dann aufgeschlagen liegen.
Der Alte kam mit einem zerbeulten Teekessel zur├╝ck und go├č die bereit stehenden Tassen randvoll.
"So. Dann wollen wir mal. Ist es das?" Damit zog er das dicke Buch an sich und machte es sich wieder auf dem Sessel bequem.
"Zumindest handelt die Geschichte von einem einsamen Zwerg", sagte Maik und wagte ein heimliches Grinsen. "Aber lies selbst."
"Rum...pel...stilz...chen", buchstabierte der Alte. Dann vertiefte er sich in den Text. Schon bald fing er an, heftig mit dem Kopf zu wackeln. "Von wegen M├╝llerstochter", grunzte er ver├Ąchtlich. "Ihr Vater war weiter nichts als ein versoffener Knecht."
Er schien immer erregter zu werden, denn die giftig genuschelten Kommentare rissen nicht mehr ab. Mit jedem Satz, den er las, schwollen seine Stirnadern gef├Ąhrlicher an. Schlie├člich lie├č er das Buch mit einem lauten Knall zuschlagen.
"Das ist eine bodenlose Frechheit", schnappte er aufgebracht. "Aber so ist das eben in unseren Gefilden. Jeder, der sich von der Normalit├Ąt unterscheidet, der anders denkt oder auch nur anders aussieht, der wird diskriminiert und verteufelt. Welcher Schmierfink hat dieses Machwerk verfa├čt?" Er schielte auf den Einband. "Gebr├╝der Grimm", las er laut. "Noch nie geh├Ârt, aber wenn ich diesen Br├╝dern einmal begegnen sollte, dann werde i c h grimmig."
"Sie sind l├Ąngst tot", warf Maik ein und erntete ein: "Da haben die aber wirklich gro├čes Gl├╝ck."
Das zornige M├Ąnnlein sprang auf, verschr├Ąnkte die Arme hinter dem krummgezogenen R├╝cken und st├╝rmte, w├╝tend vor sich hin brabbelnd, im Raum auf und ab. Pl├Âtzlich blieb er vor Maik stehen, linste ihn von unten herauf an und fragte: "Soll ich dir erz├Ąhlen, wie es sich wirklich zugetragen hat?"
Maik nickte eifrig. Der schnurrig poltrige Zwerg gefiel ihm, und sein mit einem mal so listiges Blinzeln verriet, da├č es eine vergn├╝gliche Geschichte werden w├╝rde.

******************************************
"Wei├čt Du, mein Junge", begann er. "ich war nicht immer ein kr├Ąnklich kr├Ąchzender und vom Rheuma verbogener Greis. Oh, nein - obwohl klein von Wuchs, so f├╝hlte ich mich doch als ein recht kerniger Bursche. Ich war damals in die Gegend von... ach, das sagt dir ja doch nichts... gezogen, hatte die von meinem seligen Vater vermachten und durch mich nicht unwesentlich vermehrten Sch├Ątze in eine Komforth├Âhle geschleppt und damit begonnen, die n├Ąhere Umgebung ein wenig zu beschnuppern. Ganz in der N├Ąhe meiner neuen Wohnh├Âhle lag eine kleine Stadt, in der auch der gn├Ądige Landesvater sein bescheidenes Schlo├č hatte. In dem Buch ist nat├╝rlich von einem K├Ânig die Rede. Typischer Fall von ma├čloser ├ťbertreibung. Ein kleiner Graf war's, der ├╝ber ein L├Ąndchen gebot, das selbst ich mit meinen kurzen Beinen in knapp zwei Stunden zu durchqueren vermocht h├Ątte.
Es war an einem der ersten warmen Fr├╝hlingstage, als ich mich ein wenig in diesem Kaff umzuschauen begann. Da gerade Markt abgehalten wurde, konnte ich im allgemeinen Gew├╝hl nahezu untertauchen. Irgendwann fiel mein Blick auf einen Verkaufsstand, wo ein junges M├Ądchen vom Lande ihre selbst gebastelten Strohblumen feil bot. Hin und wieder blieben einige Leute stehen, um sich die kleinen Kunstwerke anzuschauen, sie zu bef├╝hlen, oder wenigstens anerkennend zu nicken. Nicht wenige lie├čen sich sogar zum Kauf hinrei├čen. Auch ich blieb stehen. Nein - nicht wegen der Strohblumen, das M├Ądchen war's da├č mich mit ihrer auff├Ąlligen Sch├Ânheit in ihren Bann zog. Als ich diesen gertenschlanken K├Ârper, diese wohlgeformten Glieder und dieses niedliche, leicht stupsn├Ąsige Gesicht betrachtete, kochten seit Langen mal wieder sinnliche Gel├╝ste in mir hoch, und ich begann mich zu erinnern, da├č es schon verdammt lange her war, seit ich zum letzten Mal... Na, ja - du wei├čt schon. Grinse nicht - auch Zwerge haben ein Recht auf ein einigerma├čen geregeltes Sexualleben. Ich lie├č gerade meine Phantasie wilde Spr├╝nge vollf├╝hren, als sich ein junger Mann, dessen h├╝nenhafte Gestalt in der Livree eines gr├Ąflichen Bediensteten steckte, dem Stand n├Ąherte. Mit selbstverst├Ąndlicher Leichtigkeit gelang es ihm, die sch├Âne Strohblumenflechterin in eine nette Plauderei zu verstricken. Die sichtbare Bewunderung, mit der ihr Blick auf seinem athletischen K├Ârper ruhte, erinnerte mich schmerzhaft an meine k├Ârperliche Abnormit├Ąt. So begrub ich seufzend meine sinnlichen Tr├Ąume und beschlo├č, unauff├Ąllig in der Menge unterzutauchen. Just in dem Moment trat ein ├Ąlterer, ziemlich nachl├Ąssig gekleideter und wohl auch ein wenig angetrunkener Mann zu den Beiden. Er legte ungeniert seinen schweren Arm um die zarten Schultern des M├Ądchen und gab ihr einen widerlich schmatzenden Ku├č auf die Wange.
"Nun, mein Herr - da staunen Ihr, was?" h├Ârte ich ihn sagen. "Ja, meine Tochter Christine ist sehr geschickt. Sie vermag Stroh zu purem Gold zu flechten."
Und damit lie├č er prahlerisch ein paar kleine M├╝nzen - wahrscheinlich der Verkaufserl├Âs der letzten Stunden - durch seine groben H├Ąnde gleiten. Das M├Ądchen l├Ąchelte ein wenig geschmeichelt. Der gr├Ąfliche Diener hob erstaunt die Augenbrauen, verabschiedete sich und lief hastig davon.
Am n├Ąchsten Markttag kreuzte ich wieder in der Stadt auf. Mein suchender Blick galt sofort eben diesem M├Ądchen, doch ich fand es nirgends. Als ich einen Einheimischen daraufhin ansprach, musterte der mich erst mal mi├čtrauisch, ehe er mit dem ausgestreckten Arm zum Schlo├č wies.
"Eingesperrt hat man das M├Ądchen. Sie soll f├╝r den Grafen aus Stroh Gold flechten."
Ich begriff nicht gleich, erinnerte mich aber an die Worte ihres Vaters und zog weitere Erkundigungen ein. Langsam begann sich das Bild zu runden. Der gr├Ąfliche Diener hatte die Prahlerei des Vaters w├Ârtlich genommen und die Nachricht von den ungew├Âhnlichen Gaben dieser Christine seinem Herren hinterbracht. Du mu├čt wissen, das Wort "Gold" besa├č damals noch wesentlich magischere Anziehungskraft, als heute Dollar oder T-Aktie. Selbst gro├če Herrscher hatten einen Goldtick und sperrten kluge Leute jahrelang ein, in der Hoffnung sie w├╝rden aus ein paar Tonklumpen dieses edle Metall gewinnen. Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, da├č auf diese Weise das Porzellan erfunden worden w├Ąre. Kann aber auch genauso ein L├╝genm├Ąrchen sein, wie das in dem Buch da.
W├Ąhrend ich mich kopfsch├╝ttelnd ├╝ber so viel Dummheit auf den Heimweg machte und auch das M├Ądchen ein wenig zu bedauern begann, kam mir pl├Âtzlich eine Idee, die schlichtweg zu einer fixen wurde und mich einfach nicht mehr loslassen wollte. In meiner H├Âhle angekommen, steckte ich ein paar kleine Goldst├╝cken in die Tasche und machte mich bei einbrechender Dunkelheit auf den Weg zum Schlo├č. Ich hatte erfahren, welches Fenster zu dem Zimmer geh├Ârte, in dem der Graf das M├Ądchen gefangen hielt. Es lag zwar im dritten Stock, aber das st├Ârte mich nicht. Ich klettere besser als jede Katze. Die reichlich ausgewaschenen Fugen des heruntergekommenen Gem├Ąuers vermochte ich wie eine Leiter zu benutzen. Es war eine mondlose Nacht, und so konnte ich unbemerkt bis zum gl├╝cklicherweise unvergitterten Fenster vordringen. Da dies obendrein nur leicht angelehnt war, gelang es mir, nahezu ger├Ąuschlos in das Gemach einzudringen.
Das sch├Âne M├Ądchen sa├č beim Schein einer blakenden ├ľlfunzel auf einem wackligen Holzstuhl, um sich eine Sch├╝tte Stroh gebreitet und war so sehr damit besch├Ąftigt, sich die Augen aus dem Kopf zu heulen, da├č sie mich erst bemerkte, als ich ihr sacht auf die Schultern tippte.
Entsetzt lie├č sie den Rockzipfel fahren, in den sie sich gerade lautstark geschneuzt hatte, schaute mich entgeistert an, und ich mu├čte sie sogar festhalten, damit sie nicht vom Stuhl kippte.
"Wer bist Du?" fragte sie schlie├člich vor Angst fast schon hechelnd.
"Namen sind Schall und Rauch", sagte ich weise und begann vorsichtig ihr Knie zu streicheln. Sofort prallte sie zur├╝ck, und segelte nun wirklich vom Stuhl. Nie werde ich ihre furchtsam aufgerissenen Augen vergessen, als sie schrie: "Was willst Du von mir? Du...Du...Du alter h├Ą├člicher Zwerg!"
Also den Zwerg h├Ątte ich ja noch durchgehen lassen, aber alt und h├Ą├člich? Du sollst nicht feixen - das ist immerhin ein paar hundert Jahre her! Damals war ich ein ausgesprochen sch├Âner Zwerg. Verdammt, wo war ich stehen geblieben? Ach ja. Ich mu├č gestehen - ich war ein wenig w├╝tend und fand sie mit ihrer verheult verschreckten Fratze auch gar nicht mehr so wahnsinnig anziehend. Vielleicht wurde sie es aber wieder, wenn sie sich auszog?
Da es mir greulich um die Lenden herum kribbelte, unterdrückte ich meinen berechtigten Ärger und sprach salbungsvoll "Ich bin hier, um dir zu helfen, mein Kind."
Schon lie├č ich mich neben sie ins raschelnde Stroh gleiten.
"Ich wei├č, da├č Du aus diesen Strohhalmen hier Gold zusammenbasteln sollst. Der Graf mu├č reichlich bescheuert sein, wenn er so etwas f├╝r bare M├╝nze nimmt."
"Er ist aber nicht davon abzubringen. Er hat sogar gedroht, mich t├Âten zu lassen, wenn es mir nicht gelingt."
"Oh, was f├╝r ein arger Tyrann, aber Tyrannen wollen beschissen werden.
"Und wie?"
"Der Graf will nur Gold sehen, egal woher es kommt. Und ich werde es dir beschaffen. Nicht zu viel, denn wir wollen ja den Erlauchten nicht ├╝berm├Ą├čig verw├Âhnen."
"Was hast Du vor?" Sie schaute mich mit einer Mischung aus Mi├čtrauen, Zweifel und allm├Ąhlich durchschimmernder Hoffnung an. In ihrer Angst w├╝rde sich an jeden Strohalm klammern.
"Nun, ich vermag ein wenig zu zaubern."
"Du kannst Gold herbei zaubern?" Sie hatte sich aufgesetzt, die Knie dicht ans Kinn gezogen und musterte mich nun mi├čtrauisch von oben herab. Ich geno├č einen Moment lang den Anblick ihrer h├╝bsch geformten Waden und riskierte sogar einen Blick auf die verf├╝hrerisch wei├čen Schenkel, auf die das zuckende ├ľllicht verhei├čungsvoll tanzende Schatten warf. Meine Stimme mu├č wohl ziemlich belegt geklungen haben, als ich ihr sagte, da├č ich das sehr wohl k├Ânne. Sie m├╝sse mir dabei nur ein wenig zur Hand gehen.
Ich sprach's und ├Âffnete meine ohnehin schon reichlich eng gewordene Hose, was ihr einen kleinen spitzen Aufschrei entlockte.
"Was ist das? Etwa ein Zauberstab?"
Oh, welch Gl├╝ck widerfuhr mir hier. Das M├Ądchen schien noch einf├Ąltiger, als ich es im Stillen erhofft hatte.
"Das ist mein Rubbel-Stielchen", sagte ich ernsthaft und nicht ganz ohne Stolz, denn im Gegensatz zu meinen sonstigen K├Ârperproportionen vermochte sich mein Zauberstab durchaus mit denen von normal gebauten M├Ąnnern zu messen.
"Rubbel-Stielchen? Davon habe ich noch nie etwas geh├Ârt", staunte sie und schaute mit neugieriger Skepsis auf die Zierde meiner Zwergigkeit.
Und nun begann ich mit einer recht langatmigen Erl├Ąuterung dar├╝ber, woher diese Bezeichnung stamme und wie man das Stielchen benutze. Ich verga├č auch nicht, vorsorglich darauf hinzuweisen, da├č man die Rubbelei auf keinen Fall allzu w├Ârtlich nehmen d├╝rfe und sehr viel Einf├╝hlungsverm├Âgen geboten sei.
Christine begriff viel schneller, als ich zu erkl├Ąren vermochte. Ihr weiblicher Instinkt sagte ihr mehr, als meine blumigen Worte. Und sie erwies sich wirklich als ├Ąu├čerst einf├╝hlsam. Als ich nach geraumer Zeit ihres lustspendenden Tuns schlie├člich mit verdrehten Augen genie├čerisch japsend beim Uiih, Ooohhh und Aaaahhh angekommen war, besa├č ich gerade noch soviel Geistesgegenwart, ihr eines meiner Goldst├╝cke in die feucht gewordenen H├Ąnde zu schmuggeln. Sie betrachtete es mit kindlichem Erstaunen und meinte schlie├člich, da├č sie sich das Ganze wahrlich nicht so leicht vorgestellt habe.
"Vor allem, wie schnell das ging!"
"Tja - wenn das Stielchen sehr lange nicht mehr benutzt wurde, dann geht es besonders rasch."
Eine Weile sann sie vor sich hin, drehte das Gold hin und her und ├Ąu├čerte schlie├člich Zweifel, ob den Herrn Grafen dieses kleine St├╝ckchen auch zufrieden stellen w├╝rde. Ich wackelte ebenfalls bedenklich mit dem Kopf und meinte, ein wenig mehr m├╝sse es wohl sicherlich noch sein.
"Funktioniert er denn noch?" fragte sie mit einem scheelen Seitenblick auf das trostlos in sich verkrochene Etwas, das wahrlich keine ├ähnlichkeit mit einem Stab mehr besa├č.
"Du vermagst dem Rubbel-Stielchen seine Zauberkraft wieder zur├╝ck zu geben. Du mu├čt nur kr├Ąftig..."
Aber da war sie auch schon zu Gange. Christine m├╝hte sich nach Kr├Ąften und schien richtig begeistert, als sie sp├╝rte, da├č die Zauberkraft tats├Ąchlich zur├╝ck zu kehren schien. Ihre Bem├╝hungen wurden nach und nach ungeduldiger, energischer und schlie├člich schmerzhaft fordernd.
"Du hast gelogen", sagte sie schlie├člich ganz au├čer Atem und rieb sich das schmerzende Handgelenk.
"Nein, ihm ist nur kalt", erkl├Ąrte ich und wollte gerade zu weiteren Erl├Ąuterungen ausholen, als sie mir ins Wort fallend vorschlug, doch einfach die ├ľlfunzel drunter zu halten.
"Neiiin!" schrie ich entsetzt, und endlich gelang es mir - ich gebe zu, es geschah ziemlich umst├Ąndlich - ihr klar zu machen, an welche sensibler Stelle ihres K├Ârpers die W├Ąrme├╝bertragung unbedingt stattfinden m├╝sse, wenn sie den gew├╝nschten Erfolg haben solle. Es kostete mich schon einige M├╝he, ihr Mi├čtrauen zu zerstreuen, um schlie├člich zur Tat schreiten zu d├╝rfen. Als sie den kleinen Schmerz sp├╝rte, den ich ihr ganz einfach zuf├╝gen mu├čte, zuckte sie merklich zur├╝ck, und ich hatte schon Angst, sie w├╝rde in Wehgeschrei ausbrechen, welches unter Umst├Ąnden sogar die Dienerschaft im Schlo├č aufgeweckt h├Ątte. Doch meine Sorge erwies sich als unbegr├╝ndet, vom kleinen Aufschrei bis zu einem wohligen Seufzer war es nur ein winziger Moment und dann...

****************************************************

Hier brach der Alte ab, und Maik sah, wie er mit verkl├Ąrt glasigen Augen einen imagin├Ąren Punkt im Raum anstarrte.
"Es war wahrlich traumhaft sch├Ân", sagte er nach einer Weile. Allm├Ąhlich gelang es ihm, auch seinen Blick wieder zur├╝ck zu holen. und auf Maik zu heften.
"Aber was schw├Ąrme ich dir hier vor. Du wei├čt sicherlich viel besser als ich, wie begl├╝ckend es mit einer sch├Ânen Frau sein kann. Uns Zwergen ist das leider nur sehr selten verg├Ânnt."
Seine Mundwinkel hingen einen Moment lang traurig herab, aber dann verzog sich sein Gesicht zu einem heiteren Grinsen. "Daf├╝r leben wir l├Ąnger."
"Und wie ging es dann weiter?" fragte Maik. "War der Graf mit dem Gold zufrieden?"
"Nat├╝rlich nicht. Solche goldgeile Kreaturen k├Ânnen nie genug bekommen. Christine flocht auf meinen Rat hin einige h├╝bsche Strohblumen, die sie mit den Goldst├╝cken verzierte. Der Graf war zwar entz├╝ckt, lie├č sich aber von ihrem Betteln, sie doch bitte nach Hause zu lassen, nicht im geringsten erweichen. Sie blieb weiter eingesperrt, wurde nur mit mehr Aufmerksamkeit behandelt. Sogar ein vortrefflich weiches Federbett stellte man in ihr Zimmer. Was f├╝r aufregende N├Ąchte durfte ich dort mit ihr verbringen! Ich h├Ątte es sicherlich noch lange so ausgehalten, aber allm├Ąhlich schmolz mein hart erschufteter Goldvorrat sp├╝rbar zusammen. Au├čerdem wollte ich nicht einsehen, da├č ich gro├če Teile meines Schatzes diesem gr├Ąflichen Nimmersatt in den Rachen werfen sollte. Ich gr├╝belte lange, und eines nachts, es war das elfte Mal, da├č ich Christine besuchte, kam mir eine Idee.
"Wei├čt Du Christine, ich mu├č dir etwas gestehen. Der Zauberstab kann nur zw├Âlfmal hintereinander Gold bescheren. Ab dem dreizehnten Mal funktioniert es zwar immer noch, aber das Gold bringt dann seinem Besitzer sehr gro├čes Ungl├╝ck. Nicht mal sein Tod l├Ą├čt sich ausschlie├čen. ├ťbermittle das dem Grafen. Vielleicht l├Ą├čt er es nicht darauf ankommen und schickt dich wieder nach Hause.
"Und wenn nicht?"
"Dann wird ihn tats├Ąchlich ein Ungl├╝ck ereilen, das dir die Freiheit beschert", sagte ich, besa├č aber keinen Schimmer, wie das funktionieren sollte. Doch mir w├╝rde schon etwas einfallen. Im Moment vertraute ich einfach auf die Dummheit des Grafen. Und ich besa├č Gl├╝ck. Zwar war der vornehme Herr stocksauer, aber er wollte wohl kein unkalkulierbares Risiko eingehen. Mit meinem Gold war es ihm bereits gelungen, seinen maroden Haushalt zu sanieren. Der Rest w├╝rde wohl noch f├╝r etliche rauschende Feste reichen. Also entlie├č er Christine schweren Herzens, befahl jedoch einem Diener, das M├Ądchen auf Schritt und Tritt zu beobachten. Zuf├Ąllig - oder absichtlich - w├Ąhlte er den gleichen Knaben, der ihm schon die Nachricht von Christines angeblichen K├╝nsten ├╝berbracht hatte. Sie kehrte gl├╝cklich ins Vaterhaus zur├╝ck und nahm ihr gewohntes Leben wieder auf. Stroh flocht sie allerdings nicht mehr.

Ich kehrte in meine H├Âhle zur├╝ck und ruhte mal wieder so richtig aus. Ab und an sa├č ich vor meiner Schatztruhe, um die mir verbliebene Barschaft zu ├╝berpr├╝fen. Es war noch genug da, um selbst ein langes Zwergenleben m├╝helos bestreiten zu k├Ânnen.
ÔÇÜWarst dem M├Ądchen gegen├╝ber ganz sch├Ân knickrig', gestand ich mir ein. Und w├Ąhrend ich so nachdachte, ertappte ich mich immer wieder bei der Fiktion, wie sch├Ân es doch w├Ąre, den restlichen Schatz gemeinsam mit Christine zu verprassen.
Immer wieder kreisten meine Gedanken um das M├Ądchen. Wie mochte es ihr gehen? Dachte sie manchmal auch an mich? Die Erinnerung an die wenigen gemeinsam verbrachten N├Ąchte lie├čen mich im Nachhinein noch mehr erbeben, als zu der Zeit, wo ich noch abends zu ihr geschlichen war. Es gab da mit einem Mal ein v├Âllig neues Gef├╝hl, das mich klammheimlich beschlich - ein Gef├╝hl, das ich bisher noch nie erfahren hatte. Es lie├č mich nur noch unruhig schlafen, blockierte systematisches Denken - machte rastlos. Sollte das Liebe sein? Aus rein sexuellem Verlangen war pl├Âtzlich der Wunsch nach ihrer N├Ąhe, ihrer Z├Ąrtlichkeit und ihrer W├Ąrme, geworden. Das war es, was die Sehnsucht nach ihr immer st├Ąrker werden lie├č, bis ich es irgendwann nicht mehr aushielt.

Eines Tages schlich ich zu der erb├Ąrmlichen Kate nahe der M├╝hle, wo Christine und ihr Vater wohnten. Aus einem sicheren Versteck heraus wartete ich auf eine g├╝nstige Gelegenheit f├╝r eine Begegnung mit ihr. Doch das erwies sich als ungemein schwierig, hatte sie doch jetzt den ganzen Tag ihre Freundinnen um sich. Und selbst wenn dies nicht der Fall war, trieb sich garantiert dieser Adonis in gr├Ąflichen Diensten in ihrer N├Ąhe herum. Und nachts? Da wagte ich mich nicht zu ihr. Ihre Kammer besa├č nicht ann├Ąhernd solche dicken W├Ąnde, wie das Gemach im Schlo├č.
Endlich - es mochten schon an die vier Wochen seit unserer letzten Begegnung vergangen sein, da sah ich sie allein nach Hause kommen. Endlich durfte ich ihr sagen, wie es um mich stand.
Ich nahm all meinen Mut zusammen, kroch aus meinem Versteck und baute mich halb freudig, halb verlegen grinsend vor ihr auf. Mein Herzschlag erinnerte mich an das Trommeln von Pferdehufen und die H├Ąnde f├╝hlten sich klebrig feucht an. Wohin hatte sich nur mein schnoddriges Selbstbewu├čtsein mit einem Mal verkr├╝melt?
"Du?" Sie sah mich entgeistert an und hatte sichtlich M├╝he, ihre ├ťberraschung zu verbergen. Unwillk├╝rlich trat sie einen Schritt zur├╝ck. Sie hatte sich ver├Ąndert. Ich vermi├čte den kindlich naiven Ausdruck in ihren Augen.
"Ja, ich", sagte ich ziemlich einf├Ąltig. Mein Grinsen gefror, als ich die totale Abwehr in ihrem Gesicht erkannte.
"Was willst Du noch. Ich glaubte dich l├Ąngst ├╝ber alle Berge."
Ich bi├č mir auf die Lippen. Schon f├╝hlte ich meinen Mut schwinden, und viel zu hastig sagte ich. "Dich will ich Christine, nur dich!" Es mi├člang mir wohl gr├╝ndlich, meinen Worten den beabsichtigten gef├╝hlvollen Klang zu verleihen. Es wirkte vielmehr abgehackt und kratzig.
Sie lachte schrill auf. "Was soll das hei├čen: Du willst mich? M├Âchtest mich wohl in deine H├Âhle schleppen, in dein ungemachtes Bett zerren und mir deinen angeblichen Zauberstab in den Leib rammen. Ist es das?"
Sie kam drohend auf mich zu, und ich ertappte mich dabei, den Kopf leicht einzuziehen. Was war nur in den paar Wochen mit ihr geschehen? Konnte man sich so ver├Ąndern?
"Aber Christine", wagte ich einen zweiten Anlauf. "Was hast Du denn mit einem Mal? Wir haben uns doch immer wunderbar verstanden. Du und ich. Denk doch nur an die unvergesslichen N├Ąchte im Schlo├č."
"Erinnere mich nicht daran", zischte sie gef├Ąhrlich nah an meinem Ohr. "Du hast meine Notlage und meine Naivit├Ąt schamlos ausgenutzt. Meine Freundinnen haben sich halb tot gelacht, als ich ihnen von der angeblichen Zauberkraft deines Rumpelstieles erz├Ąhlte. Du hast nur meine Unwissenheit f├╝r die Befriedigung deiner Begierde mi├čbraucht. Gut, deinem Gold verdanke ich meine Freiheit. Aber ich habe es bei dir redlich abgearbeitet. Meine Unschuld hast Du noch als Zugabe bekommen. Reicht das noch nicht?"
Ich sah die Verachtung in ihren Augen und fragte mich, ob sie wirklich mich meinte.
"Aber ich liebe dich doch Christine." stotterte ich, und erntete nur h├Âhnisches Gel├Ąchter.
"Wei├čt Du eigentlich, was das ist - Liebe? Denk mal dar├╝ber nach, aber la├č mich damit in Ruhe. Und noch etwas. Wage es nicht noch einmal, mir irgendwo aufzulauern. Mein Liebster pr├╝gelt dir die Seele aus dem Leib. So, und nun geh mir aus dem Weg!"
Sie schritt ganz dicht an mir vorbei. Ich h├Ątte nur die Hand nach ihr ausstrecken brauchen. Statt dessen stand ich wie angewurzelt auf dem staubigen Weg und starrte ihr nach, bis sie hinter einer Wegbiegung verschwand.
ÔÇÜMein Liebster wird dir...', diese Worten hallten noch grausam in mir nach, als ich mich bereits mit m├╝den Schritten zu meiner H├Âhle schleppte. Meine H├Ąnde besa├čen kaum noch Gef├╝hl, die Stirn schien zu gl├╝hen und die Augen verdampften die Tr├Ąnen, noch ehe sie flie├čen konnten. Zwei Wochen lang bekam ich kaum einen Bissen herunter. Dann wurde ich krank. Hohes Fieber, Sch├╝ttelfrost - so schlimm hatte es mich noch nie erwischt. Und es wollte und wollte nicht besser werden. Mehrere Wochen blieb ich ans Bett gefesselt. Es dauerte fast den ganzen Sommer, bis ich mich wieder einigerma├čen bei Kr├Ąften f├╝hlte. Ich beschlo├č, diese Gegend zu verlassen. In einer anderen Umgebung w├╝rde die tiefe Wunde schneller heilen. Nur einmal noch wollte ich sie sehen, ihren Anblick in mich aufnehmen, um ihn f├╝r alle Ewigkeit in mir zu verschlie├čen.
Ich mu├čte wieder lange in meinem Versteck ausharren, bis ich sie endlich aus dem Haus treten sah. Von ihrem Aufpasser keine Spur.
Sie ging mit einem vollen W├Ąschekorb zum Bach. Ihr Schritt wirkte irgendwie schwerf├Ąllig, und einige Male mu├čte sie den Korb sogar absetzen, um Luft zu sch├Âpfen. Auch das Scheuern, Sp├╝len und Wringen der W├Ąsche schien sie ungew├Âhnlich stark anzustrengen. Pl├Âtzlich sah ich sie taumelnd nach einem Halt suchen, doch ihre H├Ąnde griffen ins Leere, und sie fiel hinten├╝ber ins Gras. Da hielt mich nichts mehr in meinem Versteck. Ich scho├č aus dem Geb├╝sch, sprang in wilden S├Ątzen ├╝ber die Wiese und kniete mich schlie├člich keuchend neben der Ohnm├Ąchtigen nieder. Ich t├Ątschelte ihre blassen Wangen, k├╝├čte die blutleeren Lippen und rief sie verzweifelt beim Namen. Weil sie nur ganz flach atmete, zerrte ich beherzt an den Schn├╝ren ihres viel zu engen Mieders, versuchte ihr Luft zu schaffen und...da fiel mein Blick zuf├Ąllig auf ihren leicht gew├Âlbten Bauch. Einem Reflex folgend, glitt meine Hand dar├╝ber hin. Aus dem besorgten Tasten wurde ein liebevolles Streicheln.
"Christine - liebe Christine. Komm zu dir. Ich bin es doch. Wach auf!"
Ich sch├Âpfte mit der hohlen Hand etwas Wasser aus dem Bach und sprengte es vorsichtig auf ihre Stirn. Erleichtert stellte ich fest, wie die Farbe endlich wieder in ihr Gesicht zur├╝ck kehrte und ihre Lider zu zittern begannen. Ich atmete auf.
Doch nie werde ich das Entsetzen vergessen, mit dem sie pl├Âtzlich hochfuhr, als sie mich erkannte. Ja - das schmerzt heute noch. Und es tat mir damals unendlich mehr weh, als die Schl├Ąge, die nun auf mich nieder prasselten. Kaum richtig zur Besinnung gekommen, immer noch ein wenig taumelnd, schnappte sie sich ein nasses Bettuch und drosch blindw├╝tig auf mich ein.
"Du mieser...boshafter...heimt├╝ckischer...Zwerg!"
Bei jedem Wort klatschte mir das Laken ins Gesicht, so da├č mir H├Âren und Sehen verging. Schlie├člich erwischte mich ein so kr├Ąftig gef├╝hrter Hieb, da├č ich mich mehrmals ├╝berschlug und kopf├╝ber in den Bach kugelte. Keuchend rettete ich mich auf einen gro├čen Stein.
"Schau - was Du mir mit deinem Rumpelstilzchen angetan hast!" schrie sie hysterisch und streckte demonstrativ den Bauch heraus. Entehrt, wie ich nun bin, hat mein Liebster mich verlassen - nur wegen dir und deinem...deinem verfluchten Rumpelstilzchen!"
"Rubbel-Stielchen", verbesserte ich kleinlaut, doch das machte sie nur noch w├╝tender. Mit dem├╝tig gesenktem Kopf lie├č ich ihre Schimpfkanonade ├╝ber mich ergehen und hob ihn erst wieder, als sie sich schwer atmend am Ufer nieder lie├č und schlie├člich in Tr├Ąnen ausbrach. Innerlich frohlockte ich ein wenig. Ihr Liebster hatte sie verlassen, da├č war Musik in meinen Ohren. Das gab neuer Hoffnung Nahrung.
"Und was soll nun werden?" wagte ich zwischen zwei herzzerrei├čende Schluchzer zu werfen.
Sie zuckte nur mit den Schultern.
"Ich werde zur alten Kr├Ąuterhexe gehen", pre├čte sie schlie├člich heraus.
"Du willst das Kind...mein Kind...unser Kind...?" Ich vermochte es nicht zu fassen.
"Was bleibt mir weiter ├╝brig", heulte sie. "Verf├╝hrt von einem verlogenem Zwerg, entehrt von einem l├╝sternen Zwerg, geschw├Ąngert von einem verantwortungslosen Zwerg. Nie wieder wird mich ein Mann noch haben wollen."
Ein verlogener, l├╝sterner und verantwortungsloser Zwerg., hatte sie gesagt. Sollte ich wirklich so ein Scheusal sein? Vor allem das "verantwortungslos" wurmte mich.
"Christine, das kannst Du nicht machen. Es ist unser Kind! Ich habe da auch noch ein Wort mitzureden. Und au├čerdem - wenn es bekannt wird, landest Du f├╝r den Rest deines Lebens im Kerker. Daf├╝r hat dich deine Mutter nicht geboren."
"Klug reden kann jeder. Wei├čt Du vielleicht einen Rat?" h├Âhnte sie, aber ihre Stimme hatte bereits viel von ihrer Aggressivit├Ąt eingeb├╝├čt."
"Ja", sagte ich daher rasch. "Komm mit mir. Ich habe dir schon einmal geholfen, da..."
"Geholfen? Du hast mich von einem Ungl├╝ck ins andere gest├╝rzt und auch noch Freude dabei empfunden", fauchte sie erneut aufgebracht.
"Das habe ich so nicht gewollt, und ich werde versuchen, es wieder gut zu machen", beteuerte ich im Brustton tiefster ├ťberzeugung. "├ťberlege es dir. Ich werde immer f├╝r dich da sein."
Ihr Gesicht bedeckte sich mit bitterem Hohn, aber sie schwieg. Ja - sie schwieg sehr sehr lange. Nach und nach entkrampften sich ihre Z├╝ge und nahmen einen nachdenklichen Ausdruck an, w├Ąhrend sich ihre h├╝bschen Z├Ąhne tief in die Unterlippe gruben.
"Na gut. Ich will dir glauben - ein letztes Mal."
Ich h├Ątte vor Gl├╝ck tanzen k├Ânnen - auch auf die Gefahr hin, von dem glitschigen Stein abzurutschen und erneut ins Wasser zu fallen. Statt dessen schaute ich sie nur dankbar an.

************************

Die Erinnerung schien den kleinen Mann, so aufzuregen, da├č er schwer atmend eine Pause einlegte. W├Ąhrend er Tee nachschenkte zitterte er am ganzen K├Ârper. Nachdenklich und beinahe ein wenig bedr├╝ckt nahm Maik einen vorsichtigen Schluck von dem hei├čen Getr├Ąnk. Die Geschichte, die so flapsig angefangen hatte, begann ihn zu r├╝hren. Er h├Ątte gern gefragt, wie es denn nun weiter ging, aber das krampfhafte Zucken um die Mundwinkel des Alten hielt ihn davon ab. Es dauerte geraume Zeit, bis der niedrige Raum wieder von der kratzigen Stimme des Zwerges erf├╝llt wurde.
"Vier Tage sp├Ąter zogen wir los. Wir schlugen uns fast eine ganze Nacht lang durch nahezu undurchdringliches Dickicht. W├Ąhrend des beschwerlichen Marsches sprachen wir kaum ein Wort miteinander. Zu unterschiedlich waren wohl die Gedanken, mit denen wir uns - jeder f├╝r sich - besch├Ąftigten.
Kurz vor dem Morgengrauen erreichten wir schlie├člich todm├╝de meine vorz├╝glich getarnte Erdh├Âhle. Christine sank v├Âllig ersch├Âpft auf das sorgsam von mir vorbereitete Lager. Sie schlief sofort ein und wachte erst gegen Mittag auf. Ich hatte die ganze Zeit an ihren Kopfende gesessen, hin und wieder scheu ihr Gesicht gestreichelt und mich begl├╝ckenden Tr├Ąumen hingegeben. Doch die begannen bereits unmittelbar nach Christines Erwachen langsam, aber unaufhaltsam zu zerbr├Âseln und vergingen im Laufe der folgenden Wochen im bitteren Nebel der Realit├Ąt. Dabei war Christine nicht einmal unfreundlich zu mir, aber sie wahrte eine betont k├╝hle Distanz, die ich nicht zu durchbrechen vermochte.
Wir teilten uns die wenige Hausarbeit, sa├čen fischend am Seeufer und wenn ich Besorgungen machte, ging sie in den Wald und suchte Beeren, Kr├Ąuter und Pilze. Abends schwatzten wir lange auf der Bank vor der H├Âhle, aber mein h├Âchstes Gl├╝ck war es, wenn ich im Bett vor dem Einschlafen ihre Hand halten durfte. Ja, meine Anspr├╝che waren im Laufe der Zeit auf ein bescheidenes Ma├č herab gesunken, aber ich vers├Ąumte nie, meiner eigenen Hoffnung wenigstens etwas d├╝rftige Nahrung zukommen zu lassen. Ich gestehe: nicht selten packte mich der Wunsch, sie einfach in den Arm zu nehmen, sie zu streicheln und schlie├člich...
Kannst Du dir vorstellen, monatelang neben der von dir geliebten Frau Nacht f├╝r Nacht zu liegen und nicht mehr als ihre Hand ber├╝hren zu d├╝rfen? Das ist nicht auszuhalten, wirst Du mir antworten. Ich habe es ausgehalten.
Und dann - der Winter hatte mit klirrender K├Ąlte seinen H├Âhepunkt erreicht - da setzten eines Tages die Wehen ein. Obwohl mich ihre Schmerzensschreie ersch├╝tterten, empfand ich eine unterschwellige Heiterkeit. Das Gef├╝hl, ihr beistehen zu d├╝rfen, ihr bedingungsloses Vertrauen zu genie├čen und mit ihr untrennbar Verbindendes zu erleben - das ├╝bertraf alles bisher Dagewesene.
Sie gebar eine Tochter, die mit einem lauten Kr├Ąhen ihre Ankunft anzeigte.
"Unsere Tochter", sagte ich und erntete ein L├Ącheln, das wie ein glei├čender Sonnenstrahl durch die D├╝sternis der letzten Tage und Wochen brach. "Unsere Tochter!" jubelte ich und tanzte mit dem kleinen B├╝ndel auf dem Arm in der Stube umher.
Wir ├╝bertrafen uns regelrecht in der Sorge um unser Kind, das wir an einem nahen Bach auf den Namen Claudia getauft hatten. Und ich war Christine unendlich dankbar daf├╝r, da├č sie nie Bedenken wegen einer eventuellen Kleinw├╝chsigkeit des Kindes ├Ąu├čerte.
Der Fr├╝hling kam, und unser Kind gedieh pr├Ąchtig.
"Haben wir nicht ein wundersch├Ânes Leben?" fragte ich Christine einmal, als wir wie gewohnt H├Ąndchen haltend auf den Schlaf warteten. "Wir besitzen ein sch├Ânes Zuhause, haben ein gesundes Kind, es fehlt uns an nichts, und die Unrast der anderen Menschen darf uns v├Âllig gleichg├╝ltig sein."
"Ja", sagte sie nur, aber es klang aufrichtig.
"Bist Du nun immer noch so zornig auf das f├╝rwitzige Rubbel-Stielchen?" wagte ich zu scherzen. Statt einer Antwort sp├╝rte ich pl├Âtzlich zu meinem grenzenlosen Erstaunen ihre weiche Hand, die den eben Genannten sanft zu umschlie├čen begann. Ich geno├č ihre Liebkosungen mit allen Fasern meines kleinen, aber vor Gl├╝ckseligkeit pl├Âtzlich ins Unendliche wachsenden K├Ârpers. Es war, als erlebte ich die Vereinigung mit ihr zum ersten Mal richtig.
Sp├Ąter lagen wir dicht aneinander gekuschelt, und ich streichelte dankbar jeden Quadratzentimeter ihrer milchig duftenden Haut. Sie schnurrte wie eine Katze und erwiderte ungemein gef├╝hlvoll meine Z├Ąrtlichkeiten. Ich h├Ątte platzen k├Ânnen vor Gl├╝ck.
Irgendwann - ich war wohl gerade am Einschlafen - glitt ihre Hand tastend ├╝ber das Laken.
"Was suchst Du?" fragte ich schlaftrunken.
"Da fehlt noch etwas", lachte sie gurrend.
Es dauerte einen Moment, bis ich begriff. Dann ging ich auf den Scherz ein. Ich stieg aus dem Bett, schlich zu meiner Truhe, bet├Ątigte den komplizierten Mechanismus des schweren Schlosses und holte ein Goldst├╝ck hervor. Vergn├╝gt grinsend legte ich es ihr zwischen die Beine. Sie l├Ąchelte spitzb├╝bisch und hauchte ein: "Danke, liebes Rubbel-Stielchen."
Dann lachten wir herzhaft und alberten noch eine Weile herum, bis uns schlie├člich der alte brave Morpheus still in seine Arme nahm.
Am n├Ąchsten Morgen erschien mir alles wie ausgewechselt. Christine schaukelte die Kleine auf den Knien, sang leise ein Lied dazu und strahlte mich an, als ich neben sie trat. Ich strich ihr ├╝ber das nach Fr├╝hling schnuppernde Haar und k├╝├čte ihren schmalen Nacken.
In den n├Ąchsten Wochen war ich der gl├╝cklichste Zwerg unter der Sonne. Tags├╝ber waren wir meist ausgelassen, spielten mit der kleinen Claudia, f├╝tterten sie abwechselnd und brachten sie abends gemeinsam zu Bett. Und w├Ąhrend wir uns ├╝ber die Wiege beugten, trafen mich nicht selten bereits wieder die verhei├čungsvolle Blicke meiner so wunderbar verwandelten Christine.
Eines Abends war dann der Zeitpunkt gekommen, wo ich ihr mein letztes Goldst├╝ck auf das Laken legte.
"Aber das macht doch nichts", sagte sie, als ich ihr dies gestand.. "Morgen packst Du alles wieder in die Truhe, und das Spiel beginnt von vorn."
Ich kicherte zustimmend. Ja - irgendwie geh├Ârte dieses abschlie├čende Ritual dazu.

"Aber heute bin ich doch dran, das Fr├╝hst├╝ck zu bereiten", rief ich, als ich am n├Ąchsten Morgen erwachte und das Bett neben mir leer fand. Doch mein scheinheiliger Protest hatte sich damit auch schon ersch├Âpft. Mich wohlig r├Ąkelnd, beschlo├č ich, noch so lange zu schlafen, bis Christine nach mir rufen w├╝rde. I
Ich erwachte, als ich die Kleine schreien h├Ârte. Sofort sp├╝rte ich, da├č ich noch einmal sehr lange geschlafen haben mu├čte.
"Christine?"
Keine Antwort. War ihr etwas passiert? Ich fuhr aus dem Bett, sprang in die K├╝che. Keiner da! Ich rannte nach drau├čen, rief laut in den Wald hinein - nichts.
Da sprang mich urpl├Âtzlich eine noch nie erfahrene Angst an und ri├č mich fast zu Boden. Angst - ihr k├Ânnte etwas Schlimmes zugesto├čen sein. Angst - sie k├Ânnte sogar.... ich wagte es nicht zu Ende zu denken. Als ich ratlos und schwer atmend in die K├╝che zur├╝ck ging, entdeckte ich auf der hellen Tischplatte die mit Holzkohle ungelenk gemalten Schriftzeichen.

Jetzt sind wir quitt, du Zwerg
Christine

Wie ein prall gef├╝llter Weinschlauch, den man mit einem Messer aufschlitzt, fiel ich in mich zusammen. Der Korbstuhl fing mich auf, doch das registrierte ich kaum. Ich sa├č, starr und schlaff zugleich - und hatte das Gef├╝hl in einen unendlich weiten leeren Raum zu blicken. T├Âdliche K├Ąlte kroch von den Beinen bis zur Brust hinauf. Ich wei├č nicht, wie lange ich so gesessen, gehockt, gelegen, gekauert habe - und ich w├╝rde dort gel├Ąhmt verharrt und auf den Tod gewartet haben, wenn da nicht die kl├Ąglichen Schreie der Kleinen gewesen w├Ąren.
Irgendwann stand ich schlie├člich vor der Wiege, blickte verst├Ârt in das Gesicht, das noch winziger war als das meine und beschlo├č in grimmig aufkommender Entschlossenheit, das Sterben zu verschieben."

******************************************

Ein feines L├Ącheln ├╝berzog das runzelige Gesicht des Alten. Seine Augen, in denen eben noch dunkler Schmerz gew├╝tet hatte, hellten sich wieder auf. Er beugte sich vor und ergriff erneut das M├Ąrchenbuch.
"Du wolltest mir nur dieses Buch bringen. Nun hast Du dir eine sehr lange Geschichte anh├Âren m├╝ssen. In den Aufzeichnungen dieser Gebr├╝der Grimm" - die letzten beiden Worte sprach er in fast ver├Ąchtlichem Unterton - "bin ich das widerliche Scheusal, das letztlich eine gerechte Strafe ereilt, w├Ąhrend die dumme M├╝llerstochter zur reichen K├Ânigin und gl├╝cklichen Mutter erhoben wird. Christine war reich, als sie von mir weg ging. Ob sie gl├╝cklich geworden ist und je wieder Mutterfreuden entgegen sehen durfte - das wei├č ich nicht. Wir sind uns nie wieder begegnet.
Ich habe sie wirklich geliebt, aber sie vermochte diese Liebe nicht erwidern. Ich habe es erzwingen wollen und mu├čte scheitern. Ich kann ihr nicht b├Âse sein. Vor allem deshalb nicht, weil sie mir ein wunderbares Geschenk gemacht hat - Claudia. So fand ich mein Gl├╝ck in der Liebe meines Kindes, dem meine Kleinw├╝chsigkeit etwas ganz normales war. Zwar wuchs sie mir bald ├╝ber den Kopf, aber durch unser Leben in totaler Abgeschiedenheit fehlte ihr der Vergleich zu anderen Menschen. Manchmal gewann ich fast den Eindruck, sie w├Ąre durch ihre Gr├Â├če verunsichert.
Wir unternahmen lange Wanderungen durch die damals noch so undurchdringlichen W├Ąlder. Ich lehrte sie, die Sprache der Tiere zu verstehen und die vielf├Ąltigen Pflanzen zu unterscheiden. Ich mied stets die N├Ąhe von Siedlungen und ging, wenn es unbedingt notwendig war, stets allein dort hin. Irgendwann meinte ich aber zu sp├╝ren, da├č ich kein Recht bes├Ą├če, sie nur f├╝r mich zu behalten. Sie war schon fast ein junges M├Ądchen geworden und w├╝rde in absehbarer Zeit ihren Anspruch auf ein eigenes Leben anmelden. Also beschlo├č ich eines Tages, die H├Âhle, die mir so viel schmerzliche aber noch viel mehr gl├╝ckliche Stunden beschert hatte, f├╝r immer zu verlassen. Die belebten Stra├čen und Wege stets meidend, wanderten wir hin├╝ber ins Siebengebirge. Dort wu├čte ich ein paar alte Gef├Ąhrten, die in einem schmucken Haus wohnten und gleich nebenan ein kleines Bergwerk betrieben. Dort zog es mich nun hin. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mein Zwergenblut endlich wieder nach harter Arbeit unter Tage verlangte.
Meine sechs Freunde staunten nicht schlecht, als ich in Begleitung eines zwar etwas blassgesichtigen aber ansonsten wundersch├Ân anzusehenden M├Ądchens bei ihnen aufkreuzte. Sie nahmen sich kaum Zeit, zur ├╝blichen zeitraubenden Zwergenbegr├╝├čung, sondern besa├čen nur Augen f├╝r meine Tochter.
"Die Haut - wei├č wie Schnee, die Haare - schwarz wie Ebenholz, die Lippen - so rot wie Blut", schw├Ąrmte der schon immer besonders romantisch veranlagte Kunz, und in seine Augen trat ein verkl├Ąrter Glanz. "Wi├čt ihr was? Wir nennen sie..."
"Schneewittchen!" platzte Maik ungewollt dazwischen.
Der Alte nickte versonnen, doch dann bekam er Augen so gro├č wie Bierdeckel.
"Wo...woher...woher wei├čt Du ....?"
"Das steht auch in dem Buch der Gebr├╝der Grimm."
"Was sagst Du da? Das glaube ich nicht. Zeig her!"
W├Ąhrend der Alte unter st├Ąndigem Kopfsch├╝tteln suchend die Seiten hin und her bl├Ątterte, stand Maik unbemerkt auf und verlie├č leise die H├Âhle.

__________________
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Version vom 27. 01. 2002 14:42

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Ole
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Hallo Ralph,

einfach grandios, Deine Erz├Ąhlung.
Du hast ja gestern selbst erleben d├╝rfen, wie gut diese ankommt, und wieviel Spa├č der erste Teil dem Zuh├Ârer bereitet. (f├╝r die Anderen zur Erkl├Ąrung: Ralph las nur den ersten Teil vor)
Der zweite Teil ist, wenn auch nicht mehr mit so vielen "Lachern" besetzt, ebenso lesenswert. Und das Ende ├Âffnet dem geneigten Leser endlich die Augen. Bin ja nun richtig neugierig geworden, wie die anderen Grimmschen M├Ąrchen im Zusammenhang mit dieser Erz├Ąhlung stehen.
Stoff f├╝r einen ganzen Roman: "Ronnys Enth├╝llungen ├╝ber die von Grimm erz├Ąhlten "M├Ąrchen"" *lach* das Buch mu├č ich mir kaufen !!!!!
sehr erfreute Gr├╝├če von
Ole.

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willow
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Hallo Ralph,

ja, die Idee, die Ole ansprach, n├Ąmlich die Neuinterpretation von Grimms M├Ąrchen, dr├Ąngte sich mir nach dem Lesen auch sofort auf... vielleicht mal die Erz├Ąhlung von H├Ąnsel und Gretel aus Sicht der Hexe ("Jo, mei... wenn┬┤s doch so lecker san, die Kinder... do kann i net widerstehn!")

Deine Geschichte hat einen wunderbaren Aufbau... lustig aber auch ein wenig traurig, wenn man den armen Zwerg betrachtet. Das Ende finde ich klasse, die Idee, die M├Ąrchen zu verkn├╝pfen, hatte mich echt ├╝berrascht.

Ich habe mit Vergn├╝gen gelesen und warte einfach mal, was dir zum Thema M├Ąrchen noch so einfallen mag...

Ganz liebe Gr├╝├če,

willow

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Willi Corsten
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Lieber Ralph,
ich bin hin und weg. Normalerweise lese ich keine l├Ąngeren Texte am PC, aber diesmal gab es kein Aufh├Âren mehr. Sagenhaft, was du da hingezaubert hast. Ist mit Abstand die beste Geschichte, die ich in der LL gefunden habe. Klar gegliedert und echt gekonnt formuliert.
Da kann man nur noch von ganzem Herzen gratulieren.
Es gr├╝├čt dich herzlich
Willi

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Breimann
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Tief beeindruckt

Lieber Ralph,
du hast bemerkt, dass ich nur noch selten poste. Aber heute musste es sein. Ich bedaure so sehr, dass ich in Berlin nicht dabei sein konnte. Die Einladung kam ja so sp├Ąt, dass es mir unm├Âglich war, noch etwas zu realisieren (du wei├čt von meinen Problemen).
Als ich jetzt las, dass du dort dieses "M├Ąrchen" geleen hast, war ich noch betr├╝bter. Und so musste ich mich mit der PC-Version begn├╝gen.
Aber das war ein Vergn├╝gen . und es macht Freude, den Text noch einmal zu lesen. Einfach genial geschrieben, der Aufbau ist wunderbar, deine Wortwahl spricht mich an. Es gibt nicht einen einzigen Anlass zur Kritik.
eduard
__________________
Ich schreibe - also bin ich.

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
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Hallo liebe Kommentatorengemeinde,

ich wei├č, ich bin wieder mal sp├Ąt dran, aber hoffentlich nicht zu sp├Ąt, um euch f├╝r eure netten Lobesworte herzlich zu danken.

@ Ole
Mit dem "Umschreiben" von M├Ąrchen haben sich schon echte Profis befa├čt. Ich denke da nur an Jochen Petersdorf, der dann immer zwischen Fr├╝hst├╝ck und G├Ąnsebraten seine modernen Versionen vorstellte. Leider wird aus einem Ronny'schen M├Ąrchenbuch wohl nichts werden. Im vorliegenden Falle war es das Wortspiel "Rumpelstilzchen zu Rubbel-Stielchen", das mir die Idee lieferte. Aber ganz bin ich noch nicht weg von der Thematik und br├╝te zur Zeit ├╝ber einen passenden Einstieg f├╝r "Rapunzel" (siehe Finger├╝bungen). Mal sehen, ob ich durchhalte

@ willow

("Jo, mei... wenn┬┤s doch so lecker san, die Kinder... do kann i net widerstehn!")

Mensch, willow, dieser Satz ist doch fast schon die halbe Miete! Also, das M├Ąrchen von H├Ąnsel und Gretel wirst Du uns auf deine Art erz├Ąhlen. Wenn ich an deinen herzerfrischenden Schreibstil denke, kriege ich jetzt schon das breite Grinsen. Haste Lust? Ich (und mit Sicherheit ne Menge anderer Lupianer) w├╝rden sich freuen.


@ Willi

Vielen Dank auch f├╝r dein fast schon verlegen machendes Lob. Da bin ich ja richtig stolz, dich mal zum Lesen eines l├Ąngeren Textes animiert zu haben. Glaub mir, es gibt nicht wenige davon hier auf der Lupe. Ich lese sie h├Ąufig, aber es braucht viel Zeit. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum ich viel zu selten dazu komme, auf alle Geschichten, die mir gefallen (wobei ich deine auf alle F├Ąlle und nach wie vor hinzu rechne) mit Kommentaren zu reagieren. Ich w├╝rde mich auch ganz gern in der Schreibwerkstatt ein wenig mehr herum treiben, aber da mu├č man auch stets dran bleiben k├Ânnen. Vielleicht kommen wieder bessere Mehrzeit-Zeiten. Zumindest habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben und freue mich drauf.


@ Eduard,
herzlichen Dank auch dir. Als ein ebenfalls eher zu l├Ąngeren Texten neigender "Leidensgenosse" kannst Du dir sicherlich vorstellen, welche Freunde eure Reaktionen auf die Geschichte in mir ausgel├Âst haben. Das spornt an.


F├╝r heute seid alle ganz herzlich gegr├╝├čt
Von Ralph

__________________
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