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Leselupe.de > Ungereimtes
Salomé
Eingestellt am 08. 11. 2001 19:51


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lapismont
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Mein Haupt vor Dir im Sand,
der Staub stillt meinen Mund.
Endlich doch vor Dich gefallen,
versinkt mein Blick im Dreck.
Gefesselt und zu Fall gebracht
von Dir
Dir Untertan,
bedeck ich fremden Boden,
nur Millimeter unter mir,
das Einzige,
das da noch auf mich wartet.
So schatte ich die Erde,
raube ihr den Sonnenschein,
verhindre Lebensüberschwall dort
unter meiner leeren Brust.
Du thronst vor mir
so hoch hinaus Dein Mund,
ein triumphaler Kelch der Gier,
vergib mir Deine Schönheit Salomé.
Was unter mir nach Leben flüstert
weht der Wind dereinst
Korn für Korn
auch über Dich.

__________________
Kunst passiert.

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selene
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aus der geschichte der salomé

Tanze die Wahrheit

Küsse die Lippen enthaupteter Köpfe
Küsse und tanz bis zum Tod
Küsse ganz sanft diese dunkle Geschichte
Küsse und tanz in den Wahnsinn mich.

Schließe die Augen enthaupteter Köpfe
Und tanz für die spürenden Seelen
Küsse ganz sanft diese dunkle Geschichte
Und vergeß nicht zu schließen die Meinen.

Und dann tanze und tanze und tanze
Tanz in den Wahnsinn Dich
Küsse ganz sanft diese dunkle Geschichte
Und sieh neben wem Du am Ende liegst.
.
.
.
ein altes gedicht von mir, ich postete es vor einiger zeit.
ich mag die geschichte der salomé.
alles liebe und einen lieben gruß,
selene

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Khalidah
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Hallo lap,

gefällt mir gut, dein Gedicht. Mann, der sich wurmähnlich vor anzubetender Frau windet, hat etwas...
Die einzigen Makel in meinen Augen sind:
der "Lebensüberschwall" - ist irgendwie so...sperrig. Neologismen in allen Ehren (ich weiß nicht ob ich sie mag, aber ich praktiziere oft - heimlich ) aber irgendwie wirkt der hier fast ein wenig plump, er hat nicht so richtig Biss.

"so hoch hinaus dein Mund" - den Satz find ich klasse, aber ihm fehlt etwas der Abschluß - wie ein sprachlicher coitus interruptus. So hoch hinaus dein Mund...UND? NA? *mit dem finger schnips* Ich glaub, irgendwas mit einem Verb wäre nicht schlecht.

LG,

Khalidah
__________________
"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

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lapismont
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Liebe und Opfer

Hallo selena, hallo Khalidah,

Dankeschön für Euer Gefallen!

Die Liebe hinter der Geschichte um Salomé ist faszinierend.
Nicht das Biblische, sondern Oscar Wildes Tragödie, stellt ja die Frage nach der Beziehung zwischen dem Mann und der Frau.
Der bittere Geschmack der Liebe...
Letztendlich küsst Salomé die Lippen Ihres Opfers und bezahlt dies mit dem Tod.

"Lebensüberschwall" sollte ein wenig auch für den Schwall des Blutes aus Jochanaans Kehle stehen.
Und ist aus der Sicht eines Toten nicht bereits die Fliege in der Wüste mehr Leben, als er begreifen kann?
Sperrige Worte passen auch zu Jochanaan.
Neu ist das Wort allerdings nicht.
Plump, Khalidah, in welcher Beziehung?

Salomés Entsagung und die Hingabe zu einem durch sie Gerichteten sollte in "Du thronst" und "hoch hinaus Dein Mund" stehen.
Kommt vielleicht wirklich nicht rüber.
Jochanaan liebt sie nicht, dennoch ist da etwas wie Erotik in der Beziehung...

liebe Grüsse zurück
lap
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Kunst passiert.

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Khalidah
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Hallo lap,

danke für deine Erläuterungen.

Beim "Lebensüberschwall" war mein Problem weniger der Inhalt des Wortes, als äh...keine Ahnung. Ich habe darüber länger nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen: ja, ich glaube, es ist die Silbenzahl, das das Wort so plump und sperrig macht. Wie ein 3 x 2 meter Bauernschrank auf massivem Kirschholz in einem orientalischen Zelt. (schönes Bild mit der Fliege, übrigens ) Aber wenn du sagst, dass "des schon so gehört, WEIL J. ist ja auch ... usw." , bin ich bestimmt die letzte, die da weitermeckert.

Zum "so hoch hinaus dein Mund": schon klar, das ist ihr Stolz, ihre Erhabenheit, die keine echte ist. Nur fehlt meinem Kleingeist im Hinterhaupt noch ein Verb. "Hinaus" ist ja eine Präposition (hoff ich doch?), die speziell eine Richtung anzeigt, aber ein Verb, das eine oder eben diese Bewegung in die Richtung wiedergibt, ist dann...nicht mehr da.
Aber eigentlich...wenn man auch dafür eine lyrische Erklärung findet, so in der Art: "Ja, ja, das fehlt das Verb!- Aber denk mal: Denkmalgleich thront sie da , die Salome. Ihr Geist strebt nach oben, der Mund sinnlich und stolz, die Lippen geschwungen wie zwei Sichelschwerter, ein Lächeln gleich den Staubspuren ihres Opfers... So thront sie da, die Slome und lächelt. So hoch hinaus ihr Mund - und? Tut nix. Und thront. Eben. Was glaubst du denn, warum da das Verb, fehlt? Warum fehlt's denn bei dir an allen Ecken und Endlosigkeiten?"
Könnte man so sagen. Stimmt.

Okay,ich sag jetzt nix mehr.

LG,

Khalidah

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lapismont
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Verben

Hallo Khalidah,

die vielen Stimmen in Deinem Kopf sprechen wohl alle gleichzeitig und ganz flink?
*fg*
Das Verb ist tatsächlich, "thronen".
Korrekt geäussert müsste der Satz in etwa so lauten:
Du thronst vor mir
mit so hoch hinaus gestrecktem Mund,
einem triumphaler Kelch der Gier, ...
Es ist tatsächlich als nähere Beschreibung des Verbes gedacht.
Wobei ich das verhaltene Schwingenlassen der Bedeutung schon vorziehe.
So könnte der hohe Mund noch mehr bedeuten...

verbale und präpositionale Grüsse von
lap

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Kunst passiert.

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