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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Schmetterlinge
Eingestellt am 27. 09. 2004 14:40


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kleinerprinz
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2003

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Seine kalten und rauen Lippen saugten an ihrem Hals. Er klebte an ihr und versuchte sie zu lieben. Wie ein Blutegel hing er an ihrem Hals und schien sie auszusaugen. St├╝ck f├╝r St├╝ck arbeitete er sich voran. Wie eine Heuschrecke sprangen seine Lippen ├╝ber ihren K├Ârper. Sie schienen ├╝berall zu sein. Seine H├Ąnde ber├╝hrten sie ├╝berall. Es war wie eine Spinne, die ├╝ber ihren nackten K├Ârper lief. Seine Finger wanderten langsam, wie eine Raupe ├╝ber ihre Brust zum Bauchnabel hin und immer tiefer. Sie ekelte sich, aber sie wollte es ertragen, weil sie den Schmetterling sehen wollte, der aus der Raupe schl├╝pfen w├╝rde.
Auf dem R├╝cken liegend, starrte sie an die Decke und dachte an ihn. Es war sch├Ân gewesen.
ÔÇ×Hast du Kondome?ÔÇť, grunzte er.
Sie nickte und sp├╝rte sein hartes Glied an ihrem Bein. Sie musste lachen. Er schaute sie verwundert an und fragte, ob sie Lust habe, dabei setzte er sich auf sie und begann sein Glied zu massieren. Grunzend kam er ihrem Gesicht immer n├Ąher ÔÇŽ
ÔÇ×Ich will noch nicht schwanger werden!ÔÇť, meinte sie und stand auf. Er fiel von ihr auf das Bett und blieb deprimiert liegen. Er sah sie ganz verdutzt an. Alle M├Ąnner schauten so, wenn sie diesen Satz sagte. Aber nach so vielen M├Ąnnern konnte sie dar├╝ber nicht mehr lachen. Sie zog sich ihre Unterw├Ąsche an und ging ins Bad. Vor dem Waschbecken stehend sah sie in den Spiegel und rieb sich ihre m├╝den Augen. Sie wusch ihr Gesicht und begann sich die Haare zu k├Ąmmen.
Pl├Âtzlich stand er in der T├╝r. Sie sah ihn nur durch den Spiegel. Er war nackt. Er kam ins Bad und setzte sich auf den Wannenrand.
ÔÇ×Was ist mit dir los?ÔÇť, fragte er sie nach einer Weile. Er war sich nicht sicher, ob er etwas falsch gemacht habe. Er entschuldigte sich, stellte ihr fragen und machte ihr Angebote, aber sie h├Ârte ihm nicht zu. Er stand auf und wollte sie umarmen, aber sie wendete sich ab und ging aus dem Bad.
ÔÇ×Verschwinde endlich! Hau endlich ab!ÔÇť, schrie sie ihm ins Gesicht, als sie sich anzog und er versuchte ihr die Sachen wieder vom Leib zu rei├čen. Sie konnte es nicht mehr ertragen. Es fiel ihr sehr schwer mit ihm. Er folgte ihr wild artikulierend durch die Wohnung, aber sie wollte ihm nicht zuh├Âren. Wortfetzen erreichten ihr Ohr, als sie sich einen Tee machte. Sie setzte sich an den K├╝chentisch und schaute aus dem Fenster. Nachdem sie den letzten Schluck ihres Tees getrunken hatte, war er schon verschwunden. Sie hatte nicht bemerkt, wie er ihre Wohnung verlie├č und es gab nichts mehr was an ihn erinnerte. Sie wollte ihn nicht mehr sehen. Sie wollte nicht mehr eingeengt sein. Sie sah aus dem Fenster, dass ihr die weite Natur zeigte, und dachte an ihn. Es war sch├Ân gewesen.

Die erdr├╝ckende Mittaghitze zwang die M├Ąnner zu einer Pause. Sie sa├čen im vertrockneten braunen Gras, rauchten und k├╝hlten ihre nackten Oberk├Ârper mit Wasser. Der Schwei├č lie├č ihre K├Ârper im Sonnenlicht glitzern. Es machte mir Spa├č ihre starken K├Ârper zu beobachten. Sie lachten und tollten herum. Ich sa├č unweit des Fu├čballfeldes, auf dem die M├Ąnner Fu├čball spielten, auf dem Basketballplatz an eine Bank gelehnt, die von den Jungen direkt unter dem Korb platziert wurde, damit sie ihre dunkings ├╝ben konnten. Es war Abend und die kleinen Jungen, die sich tags├╝ber auf dem Basketballplatz aufhielten, Bl├Âdsinn machten und ihre M├Ąnnlichkeit beweisen wollten, sa├čen jetzt brav zu Haus beim Abendbrot. Ich war allein f├╝r mich. Die Sonne fiel langsam gen Erde und die M├Ąnner pfiffen die zweite Halbzeit an. Es machte mir viel Spa├č mit den Jungen in meinem Alter zu spielen, aber ich liebte es den M├Ąnnern zuzuschauen. Ich w├╝nschte mir einmal mit ihnen zusammen spielen zu d├╝rfen. Aber sie waren gut doppelt so alt wie ich und sie h├Ątten es mir nie erlaubt. Die Jungs mit denen ich tags├╝ber ├╝ber den Bolzplatz rannte oder mit denen ich Basketball spielte, waren nett, aber uninteressant. Den kr├Ąftigen K├Ârpern zuzusehen machte mich gl├╝cklich. Meine Fantasie machte sich selbstst├Ąndig und nach Stunden, bis nur noch ihre Schatten vor dem Sonnenuntergang zu sehen waren, hatte ich mir meine Zukunft mit den Fu├čballern ausgemalt.

Es war sch├Ânes Papier, auf dem sie schreiben wollte. Mit dem sch├Ânen wei├čen Papier und einem F├╝llfederhalter bewaffnete, lief sie nerv├Âs durch ihre Wohnung. Sie lie├č sich am K├╝chentisch, auf dem Sofa, im Bett, sogar in der Badewanne nieder, aber sie brachte es nicht fertig das Papier zu entjungfern. Ihr fehlten die passenden Worte. Wie damals. Sie f├╝hlte, was sie schreiben wollte, aber sie konnte es nicht in definierte Worte fassen. Sie h├Ątte eine neue Sprache erfinden m├╝ssen, doch die h├Ątte niemand verstanden. Sie wollte ihn unbedingt schreiben. Sie wollte soviel sagen, sie wollte soviel wissen. Die Neugier und die Freude flammten in ihr. Sie l├Ąchelte. Sie l├Ąchelte, wie damals. Es war sch├Ân gewesen.

Ich l├Ąchelte. Ich war gl├╝cklich, dass ich die Augen schloss und den Fu├čballern zuh├Ârte. Die Rufe und Freudenschreie halten durch die sternklare Nacht. Ich begann zu tr├Ąumen. Ich tr├Ąumte davon Erwachsen zu sein und irgendwo in einem kleinen Ort in Frankreich, der gerade so gro├č war, um zwei Fu├čballmannschaften aufstellen zu k├Ânnen, zu leben. Es w├Ąre sch├Ân. Wir alle m├╝ssten Fu├čballspielen. Das ganze Dorf w├╝rde Fu├čball gegen die rufenden M├Ąnner spielen, die jetzt nur ein paar Meter von mir entfernt spielten. Es war eine seltsame Vorstellung und ich musste lachen. Ich ├Âffnete die Augen und erschrak. Ein Fu├čballer stand vor mir. Ich rieb mir meine Augen, aber es war kein Traum. Sie hatten aufgeh├Ârt zu spielen und einer der Fu├čballer stand vor mir. Halbnackt mit dem Fu├čball unter dem Arm stand er da und sah auf mich herab. ├ängstlich stand ich auf und l├Ąchelte. Ich war gl├╝cklich, aber ich hatte Angst, dass meine Tr├Ąume wahr wurden. Ich wollte nach Hause laufen, aber der Fu├čballer hielt mich fest. Er l├Ąchelte und k├╝sste mich.

Der Schnee fiel in gro├čen Flocken als sie auf dem Weg in ihre Praxis war. Sie freute sich auf die Patienten und hoffte auf eine sch├Âne Fu├čballverletzung. Doch die erhoffte Ablenkung fand sie dort nicht. Es war ruhig an diesem Wintertag, nur ein paar leichte Erk├Ąltungen sollte sie behandeln. Die Menschen sind in dieser Jahreszeit nicht so sportlich und konnten sich nicht verletzten. Somit beschloss sie die Ruhe und die Einsamkeit zu genie├čen. Im Winter war sie immer einsam, weil es keine Fu├čballer zu ihr kamen, die sie dann zu Hause in ihrem Bett behandeln konnte. Sie wollte nicht ├ärztin werden, um Hustensaft und Halsschmerz-Tabletten zu verschreiben. An kalten und einsamen Wintertagen, wenn sie tief in sich hineinsah, stellte sie fest, dass ihr Wunsch ├ärztin zu werden, nicht darauf baute anderen zu helfen. Sie wollte sich selbst helfen. Sie wollte ihn finden. Sie wollte ihn k├╝ssen. Sie dachte an ihn. Es war sch├Ân gewesen.

Es war der sch├Ânste Augenblick in meinem Leben. Mein Herz schlug wie wild. Ich atmete schnell. Mein ganzer K├Ârper zitterte. Ich war gl├╝cklich. Die Schmetterlinge in meinem Bauch lie├čen mich auf Wolke 7 schweben. Ich genoss seinen Kuss. Ich verga├č alles um mich herum. Wir waren allein. Wir waren zusammen. Seine warmen Lippen spielten mit meinen und es war wundervoll. Kein Mann w├╝rde je wieder diese Gef├╝hle in mir wecken k├Ânnen. Es war fantastisch. Der kurze Moment des Kusses schien Stunden zu dauern.

Auch Stunden nachdem sie die Praxi er├Âffnete hatte, fand sich kein Halsschmerz oder Fieber ein. Sie war ganz allein und f├╝hlte wieder den Drang ihm zu schreiben. Als Papier und Stift den Platz auf ihren Schreibtisch gefunden hatten, begann sie zu schreiben. Sie schrieb und schrieb. Ihr Papierkorb f├╝llte und f├╝llte sich. Sie war wohl noch nicht so weit, ihm schreiben zu k├Ânnen. Sie sehnte sich nach einer Beziehung mit ihm, wie sie sie so oft ertr├Ąumt hatte. In der Hoffnung, dass er pl├Âtzlich vor ihrer T├╝r steht und sie k├╝ssen w├╝rde, begann sie jeden Tag. In der Hoffnung, dass sie sich pl├Âtzlich auf der Stra├če treffen und sich k├╝ssen w├╝rden, beendete sie jeden Tag. Um ihrem Gl├╝ck auf die Spr├╝nge zu helfen, wollte sie ihm schreiben. Sie w├╝nschte sich ihn zur├╝ck. Au├čer seinem Namen wusste sie nichts von ihm. Sie hatten sich vor 20 Jahren das erste und einzige Mal gesehen. Sie war 15 und machte mit ihrer Familie Urlaub in Frankreich. Sie wusste nicht, an wen sie schreiben sollte. Sie wusste, dass sie sich nie wieder sehen w├╝rden. Sie dachte an ihn. Es war sch├Ân gewesen.

Nach seinem Kuss musste ich weinen. Ich war so gl├╝cklich, dass ich die Tr├Ąnen nicht zur├╝ck halten konnte. Er sah mich fragend an und ich lachte. Meine Freude war so gro├č, dass ich ihn um den Hals fallen wollte. Ich wollte mit diesem Mann zusammen sein. Er sch├╝ttelte sanft den Kopf und wollte mir damit sagen, dass es nicht gut sei. Er k├╝sste mich noch einmal auf die Wange und ging zur├╝ck in die Dunkelheit. Es war so dunkel, dass man nicht sehen konnte wohin er ging. Nach ein paar Schritten verschwand er in der Dunkelheit und war f├╝r immer verschwunden. Nur das monotone Zirpen der Heuschrecken verscheucht die Stille, die pl├Âtzlich einbrach. Erst sp├Ąter fiel mir auf, dass es die ganze Zeit still war und er kein Wort sagte. Es war wunderbar. Ich rannte nach Hause und legte mich ins Bett. Ich konnte nat├╝rlich nicht schlafen. Ich kramte mein Tagebuch hervor und begann ihm zu schreiben:
Ich will dich wieder sehen. Ich will, dass du mich k├╝sst!
Dann begann ich zu weinen.


Sie suchte nach ihrem Tagebuch und Tr├Ąnen rannen ihr ├╝bers Gesicht. Krampfhaft suchte sie nach den zwei S├Ątzen, die sie an ihn geschrieben hatte. Dann erschienen die W├Ârter auf dem Tagebuchpapier und sie holte tief Luft. Minutenlang starrte sie auf ihre S├Ątze und begann wie in Trance die S├Ątze abzuschreiben. Sie f├╝hlte wieder die Schmetterlinge in ihrem Bauch und schrieb auf das wei├če Papier:
Ich will dich wieder sehen. Ich will, dass du mich k├╝sst!
Dann steckte sie ihren Brief in ein Couvert und musste lachen. Sie wusste nicht, wer er war und wo er wohnte. So schrieb sie alles was sie von ihm wusste auf das Couvert, in der Hoffnung, dass er ihren Brief erhalten w├╝rde. Am Briefkasten k├╝sste sie den Brief und steckte ihn in den Schlitz. Sie dachte an ihn. Es war sch├Ân gewesen.

Ich will dich wieder sehen. Ich will, dass du mich k├╝sst!

Die n├Ąchsten Tage waren f├╝r sie ein Qual. Immer in der Hoffnung einen Brief von ihm zu erhalten, schaute sie f├╝nfmal t├Ąglich in ihren Briefkasten. Aber nie kam eine Antwort von ihm. Jeden Tag sa├č sie ungeduldig in ihrer Praxis und wurde immer gl├╝cklicher, je n├Ąher der Feierabend kam. Dann konnte sie endlich nach Hause rennen und in ihren Briefkasten schauen. In dem Moment als sie den Briefkasten ├Âffnete und eine Leere ihr ins Gesicht sprang, brach t├Ąglich eine Welt zusammen und sie ging weinend ins Bett. Sie w├╝rde wohl nur noch Raupen und keine Schmetterlinge mehr erleben d├╝rfen.
Am n├Ąchsten Morgen, ging sie zur Arbeit. Wieder motiviert einen Fu├čballer, vielmehr den Fu├čballer, behandeln zu d├╝rfen, wartete sie auf die Patienten und auf den Feierabend, der vielleicht den Brief von ihm versprechen w├╝rde. Doch wieder fanden nur Fieber und Halsschmerz den Weg in ihre Praxis.
Ein in einen dicken Schal eingewickelter Halsschmerz sollte ihr letzter Patient an diesem Tag sein. Sie freute sich schon auf ihren Briefkasten und war nur halbherzig bei der Sache. Sie dachte sich schon zu Hause mit dem sehnlich erwarteten Brief. Der Halsschmerz war nicht besonders, doch als er den Schal abnahm, blieb ihr Herz stehen. Seine Augen, seine Nase, sein Mund, all das war ihr so bekannt. Sie kannte diesen Mann. Sie liebte ihn. Sie hatte so lang auf ihn gewartet. Sie war sprachlos und l├Ąchelte. Sie fiel ihm um den Hals und all die ├ängste und Anspannungen sprangen von ihr. Sie war aufgel├Âst und zitterte. Sie zitterte, wie sie es 20 Jahre zuvor getan hatte. Sie konnte nicht sprechen, ihre Lippen zitterten und sie weinte. Endlich hatte sie ihn wieder.
Er war ein alter, reifer und h├╝bscher Mann. Graue Haare bedeckten seinen 60-j├Ąhrigen Kopf, dessen Lippen immer noch so k├╝ssten, wie vor 20 Jahren.
Sie wurden ein Paar und trennten sich. Schon nach zwei Woche liebten sie sich nicht mehr. Ihre Erinnerungen an ihn, waren sch├Âner, als das wahre Leben. Sie dachte sich wieder nach Frankreich, als die M├Ąnner Fu├čball spielten. Die Erinnerungen machten sie gl├╝cklich. Sie sollten nicht f├╝r einander bestimmt sein, somit packte er seine Sachen und ging wieder zur├╝ck nach Frankreich.
Eine Woche, nachdem er nun endg├╝ltig aus ihrem Leben verschwunden war, bekam sie einen Brief. Sie riss den Brief auf:
Ich will dich wieder sehen. Ich will, dass du mich k├╝sst!
Lachend dr├╝ckte sie den Brief an ihr Herz und dachte an ihn. Er hatte den Brief nie erhalten. Der Brief war unge├Âffnet und hatte den Weg zu ihm nicht gefunden. Sie lachte und begann zu weinen. Es tat ihr alles so leid. Sie tat sich selbst leid, dass sie so naiv war. Sie wollte alles r├╝ckg├Ąngig machen und half sich selbst zu helfen. Ein weiterer Brief sollte die Schmetterlinge befreien. An ihrem Schreibtisch begann sie zu schreiben:

Ich will dich wieder sehen. Ich will, dass du mich k├╝sst!

Nachdem sie ihre S├Ątze gelesen hatte, wollte sie den Brief zerrei├čen und alles zerst├Âren. Sie war w├╝tend und traurig, dann begann sie ohne nachzudenken weiter zu schreiben.

P.S.:
Leider ist es nicht das erste Mal. In meiner Fantasie haben wir, und damit meine ich, dich und mich, es schon tausendmal versucht, immer wieder und wieder. Doch es geht nicht. Es kann nicht sein. Es darf nicht sein. Es soll nicht sein.
Sollte ich es denn sein, der es nicht sah, der blind war und allein versuchte durch Naivit├Ąt gewinnen? Ist es denn nicht alles nur ein Spiel, Katz und Maus, Has und Igel?

Im Sommer, wenn die innere Kraft uns wie Schmetterlinge durch die Luft fliegen l├Ąsst und alles wunderbar erscheint, war ich gl├╝cklich.
Im Winter, wenn wir doch alle keine Lust haben, so zu sein, wie wir sein wollen, wo wir nur das N├Âtigste tun, um nicht aufzufallen und dann pl├Âtzlich zusammenbrechen ohne, dass man es h├Ątte ahnen k├Ânnen, wartete ich auf dich.
Wie gemein ist doch die Welt, dass wir keine Chance haben zu gewinnen, gerade, weil wir gegeneinander spielen.
Aber warum?
Du willst es nicht und ich will es nicht. Wir wollen es nicht, aber es ist so.

Wenn es so ist, kann man es nicht ├Ąndern, leider. Wir sind doch stark genug, um diese kleine H├╝rde zu nehmen. Wenn wir es doch nur versuchen, aber du willst scheinbar nicht.
Ich wei├č es, du wei├čt es, wir wissen es, aber du willst nicht, jedoch wei├č ich nicht warum.
Wie kann dir egal sein, was ich sage, wenn du nichts davon vergisst. Wie kann dir egal sein, was ich tue, wenn du es bewunderst. Wie kann dir egal sein, was ich bin, wenn du l├Ąchelst, wenn wir uns sehen.
Hundertmal, tausendmal immer wieder und wieder. Nur dieser Augenblick, der sich ├╝ber Stunden zu ziehen scheint, doch war er viel zu kurz.
Ich wei├č nicht, was soll es bedeuten, dass du nicht verstehst, was ich will. Das ich nicht verstehe, was du willst.
Wir leben nicht miteinander, sondern nebeneinander. Gemeinsam einsam.
Traurig.
Im 3-Takt der Geschichte geht es voran, doch das Goldene Zeitalter ist l├Ąngst vorbei. Nichts gl├Ąnzt mehr, nur noch ein schwaches Schimmern der Erinnerungen h├Ąlt mich am Leben.
Doch es wird immer dunkler. Das Licht flieht vor mir und ich bin unsichtbar. Blind in der Welt und wei├č nicht wohin. Ich stolpere ├╝ber alles und suche dich.
Vielleicht verlang ich viel zu viel, jedoch was soll ich tun.
Die Hilflosigkeit erdr├╝ckt mich und ich kann mich nicht befreien. Orientierungslos lauf ich dir nach und ich bin allein. Ein Blick l├Ąsst mich rennen, ein Wort l├Ąsst mich springen, eine Ber├╝hrung l├Ąsst mich tanzen.
Ich liebe dieses Spiel und es ist so wundersch├Ân mit dir allein zu zweit, allein.
Wir lachen. Wir lachen, lachen und weinen.

Alles scheint sich vorw├Ąrts zu bewegen, Schritt f├╝r Schritt den H├╝gel hinauf.
Steine auf unserem Weg, die uns zusammen fallen lassen. Aber es sind zu viele Steine, die dort fliegen, lassen mich nicht mehr aufstehen und ich bleibe auf der Strecke zur├╝ck, ohne dich.
Unwissenheit macht sich breit und l├Ąsst uns beide Irren, wie Lichter in der Nacht, die sich finden m├╝ssen, doch nicht die Energie besitzen, ihr Ziel auch zu erreichen.
Ich irre und irre und finde keinen Weg, der uns vereint. So muss es dann wohl sein, bleiben und werden.
Du und ich, sind nicht mehr wir. Du bist du und ich bin ich.
Das Spiel ist aus und nun k├Ânnen beginnen gemeinsam, zu rennen, zu tanzen und die Lichter brennen zu lassen. Wie Schmetterlinge fliegen wir den Berg hinauf bis zum Wolkenhimmel.

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sonnenst├Ąubchen
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2004

Werke: 5
Kommentare: 68
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ÔÇŽmanchmal muss ein Rahmen gar kein wirklicher sein und die Hauptsache auch nicht im Hauptteil stehen. In diesem Falle ist der wirklich poetische Teil das P.S. Fast k├Ânnte man es als lyrisch bezeichnen, wie sich hier die Gedanken verselbst├Ąndigen und wirklich wie Schmetterlinge gleiten...

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