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Leselupe.de > Ungereimtes
Segelschiff
Eingestellt am 17. 06. 2001 23:24


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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Segelschiff

Der Wind nimmt weiße Segel auf die Reise mit
und Möwen folgen wie die Wasserwirbel unterm Bug
zu den im Wattenmeer verstreuten Inseln.
Ein Schwarm von Pfeilen ist ihr Pflug.

Das trĂ€ge Meer hebt wellenschwer den RĂŒcken,
wenn fremde PflĂŒge durch das Wogen dringen.
So schÀumt und brodelnd kocht es um den Kiel
Und lÀsst mit wilden SchlÀgen seine Planken klingen.

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Sohn des Rhein
Guest
Registriert: Not Yet

War das alles?

Hallo Omar,

Irgendwie habe ich das GefĂŒhl, dass ein paar Strophen verloren gegangen sind. Es wirkt so kurz, so unfertig, eher, wie der Anfang eines langen Gedichts, als ein Gedicht selber. WĂŒrde mich freuen, wenn Du noch weitere Strophen ergĂ€nzen könntest.

Ne andere Frage: Wieso schreibst Du keine Rubaiyat, wenn Du Dich schon Omar Chajjam nennst?

Viele GrĂŒsse,
Sohn des Rhein

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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Es sind zwei Elemente mit denen sich das Segelschiff auseinandersetzt. Sonst und mehr als Meer und Wind wĂ€re KĂŒste zu beschreiben. Da aber hinter dem Bild eine komplexere Metaphorik steht, wĂŒrde dieses Element nicht weiterhelfen.

Die Rubajjat von mir findest Du mit ein bißchen Suchen in diesem Forum.

Gruß
Omar

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Birgit Kachel
Hobbydichter
Registriert: Feb 2001

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Hallo Omar,

ich hatte das Gedicht gelesen, fand die Zeilen schön und doch war etwas nicht stimmig; deshalb habe ich nicht geantwortet, ich wußte nicht gleich, was es war.

Jetzt schließ ich mich Sohn des Rheins an, genau dies ist es, es fehlt etwas, es ist wie Zeilen aus einem Gedicht herausgepflĂŒckt. Es muß ja nicht die KĂŒste sein, die du dazusetzen solltest, du kannst doch ganz beim Boot und Wellengang bleiben.

Und was bitte ist ein Rubaiyat, ohne daß ich jetzt gleich im Internet nachschauen muß?

WĂ€re euch dankbar fĂŒr Antwort.

Birgit

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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

Werke: 83
Kommentare: 194
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Am Gedicht arbeite ich noch. Danke noch mal fĂŒr eure Hinweise, ich werds erweitern. Schöne GrĂŒsse natĂŒrlich besonders an Birgit.

Bei den Rubajjat handelt es sich um das bekannteste Werk der östlichen Dichtung, das der Dichter Omar Chajjam im 12. Jahrhundert verfasst hat. Das Reimschema a-a-b-a ist ungewöhnlich und gewöhnungsbedĂŒrftig, deshalb haben einige Übersetzer auch andere Reimschemata gewĂ€hlt.

Rubajjat Omars des Zeltmachers (von mir ĂŒbersetzt)

Mach das Beste aus dem, was wir im Jetzt erleben,
Bevor auch wir uns in dem Lebensstaub verweben.
Staub in dem Staub und unterm Staub dann liegen wir,
Ganz ohne Wein, ganz ohne Lieder, ohne End dem Tod ergeben.

Das neue Jahr lĂ€ĂŸt alte WĂŒnsche reifen,
Wenn Einsamkeiten nach Gedanken greifen.
Wo Moses weise Hand auf allem ruht,
Wird Jesus Atem dein verletztes Leben streifen.

Trink mit mir Wein und laß sie reden, all die Weisen.
Es ist sicher nur der Tod auf allen Lebensreisen.
Nur eins ist sicher und der Rest ist LĂŒge.
Es welkt doch jede Blume in der Schwestern Kreise.

Mir trÀumt, die DÀmmrung stand schon auf den Himmelsstufen.
Ich hörte eine Stimme aus der Kneipe rufen.
He, Freunde auf, und laßt uns fĂŒlln die GlĂ€ser,
Bevor das Lebenselixir verdunstet in den Kufen.

Es sagte einer – “Freunde laßt uns die vollen GlĂ€ser heben,
Die uns doch wie Rauch des Höllenfeuers ganz umgeben.
Sie sprechen zu uns von schwerer PrĂŒfung – Prost!
Sie sind ja doch der beste Freund fĂŒr uns im Leben.

FĂŒll das Glas. – Was hilfts zu wiederholen
Wie Zeit vergeht unter unseren Stiefelsohlen,
Das Morgen ungeboren und das Gestern tot.
So lang das Heut schmeckt sĂŒĂŸ, bleibt uns die Zeit gestohlen.

Ein Augenblick in der Unendlichkeit der Zeit,
Ein Augenblick des Lebens voll mit Heiterkeit,
Die Sterne strahlen und die Karawane rĂŒstet sich
Zum Zug in die MorgendĂ€mmerung des Nichts. – Drum sei bereit.

Wie lang, wie lang in den GesprÀchen und Diskursen ohne Ende
Das Dies und Das erwÀgen und so tun, als ob man die Lösung fÀnde.
Seid besser fröhlich drum mit des Weinstocks reicher Frucht
Und nehmt damit das bittre Nichts in eure eignen HĂ€nde.

Und wenn des Weins Geschmack, der Lippen Kuß
Doch enden in dem Nichts, wo aller Dinge Schluß.
Drum sei doch froh mit deiner Kunst, der Lebenskunst, zu wissen
Was du bist , ein Nichts, doch das dann auch mit Hochgenuß.

Hier mal ein Beispiel von zwei Versionen eines Orginaltextes:

Ach, Liebe könnt der Mensch dich an sein Schicksal binden
Und so dich in den Grund des Musters aller seiner Werke winden.
SĂ€h er nicht auf ewig alles zu TrĂŒmmern ganz zerschlagen,
Er könnt seines Herzens großen Hauptschluß finden.

Könnte man die Liebe mit Geschick verbinden
Und allen Kummers Schatten aus den Dingen winden.
Wenn die Liebe in TrĂŒmmer wĂŒrde nie gebrochen,
Könnt sie im Herz des Menschen ihre GrĂŒnde finden.

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Sohn des Rhein
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Omar,

Sehr schöne Übersetungen, gefallen mir wirklich

GrĂŒsse,
Sohn des Rhein

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