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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Sekt und Korn!
Eingestellt am 22. 10. 2000 16:09


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Reinhard Dowe
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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Sekt und Korn!

Lufttrockner Schinken nach westfĂ€lischer Art am StĂŒck, Schwarzbrot und anderes mehr liegt im Einkaufswagen. Georg steht in einer Schlange vor der Kasse im Supermarkt an. Wie gewöhnlich sind von den zwölf Kassen nur fĂŒnf besetzt. „Womöglich ist das die exakt wissenschaftlich berechnete Quote an mĂŒrrisch und verdrießlich dreinschauenden Visagen der »620,-- DM KrĂ€fte« in der Managementstrategie, die gerade noch zulĂ€ssig ist, um den Um- und Absatz nicht zu gefĂ€hrden und die den Kunden noch zugemutet werden kann!“ denkt Georg bereits ein wenig mißgelaunt.
Er hat sich wie immer in der kĂŒrzesten Schlange angestellt und doch wieder wird an den anderen Kassen erheblich schneller abgefertigt. Wie finden die Leute das heraus? Oder stehen immer die kĂŒrzesten Schlangen vor den langsamsten Kassen? Gibt es da ein Naturgesetz? Und empfinden die anderen Kunden dieses PhĂ€nomen ebenso?
Vor Georg steht ein Mann in seinem Alter jedoch ohne Einkaufswagen. Er hĂ€lt eine Flasche Sekt zu DM 3,99 und ein Flasche Weizenkorn zu DM 10,99 in den HĂ€nden und tritt ungeduldig von einem Bein auf das andere. Ob er wohl austreten muß? Oder hat er es wirklich so eilig? Dabei brummt er leise etwas vor sich hin, was jedoch nicht zu verstehen ist.
Vor diesem ruhelosen Kunden werden gerade drei Frauen mit einem ĂŒbervollen Einkaufswagen abkassiert. „Piep!“ sagt der Scanner und wieder „Piep!“ „Piep!“ Doch dann registriert er einmal zuviel „Piep!“ Er hat den Chipsbeutel zweimal erwischt. Die Kassiererin ist tatsĂ€chlich neu und bittet die benachbarte Kollegin um Hilfe. Die Dame verlĂ€ĂŸt aufgemuntert ihren Stand. Endlich etwas Abwechslung bei diesem Gepiepe! Sie drĂŒckt die Taste fĂŒrs Stornieren und fĂ€hrt noch einmal mit dem Chipbeutel ĂŒber den Scanner. „Piep!“ sagt es. Sie weist die Neue an, die Fehleingabe schriftlich zu vermerken und geht zurĂŒck auf ihren Stand. Das Gesicht verfinstert sich erneut.
Der Mann vor Georg wird zusehends unruhiger. „Das macht DM 145,27“ sagt die noch UngeĂŒbte. Eine der drei Frauen reicht einen Hunderter und einen FĂŒnfziger an. „Haben Sie vielleicht auch 27 Pfennige?“ fragt die Neue. Die Frau stĂŒlpt jetzt ihren Geldbeutel auf das laufende Band. Die Kassiererin stoppt blitzschnell, damit das Geld nicht unter den Bandabstreifer gerĂ€t. Die Frau zĂ€hlt 27 Pfennige ab und verstaut den Rest wieder im Geldbeutel. Inzwischen sind die beiden Begleiterinnen dabei, vom Band wieder in den Einkaufswagen zu laden.
Die Zeit verrinnt und der Mann vor Georg wird immer hektischer. Er stellt die Flaschen auf das Band, zĂ€hlt das Geld in seinen HĂ€nden, reicht es abgepaßt der Kassiererin, rafft den Beleg und eilt durch die Menschenmenge dem Ausgang zu und entschwindet. Austreten mußte er wohl nicht; denn dann hĂ€tte er entgegensetzt die Toiletten aufsuchen mĂŒssen. Georg plaziert inzwischen seine Einkaufsware auf das Band. Die Anlernfrau beginnt das Piepen mit dem Scanner. Doch ein Artikel ist wohl doppelt ausgezeichnet und die Anzeige weist einen erhöhten Betrag aus. Georg reklamiert. Die Dame der Nachbarkasse kommt sofort, als ob sie darauf gewartet hĂ€tte. Sogar ein LĂ€cheln ist dieses Mal zu sehen. Erneut wieder Storno, Piep und Aufschreiben!
Georg bezahlt und legt die Waren zurĂŒck in seinen Korb. Jetzt bemerkt er, daß sein VorgĂ€nger den Sekt und den Korn liegen ließ. Kurzerhand packt Georg die Flaschen in seinen Wagen und fĂ€hrt damit zum Ausgang. Auf dem Parkplatz ist der Mann jedoch nicht mehr zu sehen; er muß es wirklich sehr eilig gehabt haben.
Zuhause belegt Georg das Schwarzbrot mit Butter und einer dicken Scheibe Schinken. GenĂŒĂŸlich gönnt er sich dazu ein GlĂ€schen des preiswert erstandenen Weizenkorn. Es war ein amĂŒsanter Einkaufstag! Darauf stĂ¶ĂŸt dann auch seine Frau mit ihrem Sektglas das Glas mit dem Weizenkorn an!
Bezahlt ist ja schließlich bezahlt!



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Reinhard Dowe

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Reinhard

... voll aus dem Leben, ne? Ich frage mich auch immer, warum die Spur, in der ich im Stau stehe, die langsamste ist. Aber das ist dasselbe Prinzip, daß aussagt, daß eine Marmeladenstulle mit steigender Wahrscheinlichkeit mit der bestrichenen Seite auf die Auslegware fĂ€llt, je teurer diese ist. Hab leider den Namen vergessen!

Gruß Martin

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Lyrik ist LogopÀdie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Natalie Bosien
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Murphy's law...

alles was schiefgehen kann wird schiefgehen...

Gruß,
Natalie

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Markus Veith
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Registriert: Nov 2000

Werke: 115
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Gelungene Alltagssituation, aber ...

Gelungen als Beschreibung einer Alltagssituation, doch als Geschichte oder ErzĂ€hlung wartete ich vergeblich auf einen Höhepunkt oder anderweitig interessantes. Auch möglich, dass ich etwas wichtiges ĂŒberlesen und sie deshalb nicht verstanden habe oder ich mir viel zu viele Gedanken um die GrĂŒnde, eine Geschichte zu schreiben, mache. Nimm's mir nicht ĂŒbel, aber deinem Text fehlt es einfach an einer gehörigen Prise Spannung.

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Reinhard Dowe
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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Danke fĂŒr die BeitrĂ€ge.
Ich habe etwas so beschrieben, wie ich es erlebte. Es ist reiner Alltag!
Die Kritiken sind unterschiedlich. Eine außerhalb der Leselupe beanstandete sogar, dass der „Diebstahl“ nicht sanktioniert wird – es fehle der Vorbildcharakter!
Aber diese Anregungen hier finde hilfreich; vielleicht kann eine KĂŒrzung der Fassung die Spannung vermehren. Ich werde es probieren.

Beste GrĂŒĂŸe
Reinhard

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Reinhard Dowe

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