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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Sorry, dass ich da bin- ein Ausschnitt
Eingestellt am 22. 08. 2002 18:38


Autor
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julimaus
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2002

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Dies ist keine vollst├Ąndige Kurzgeschichte, aber ein Abschnitt aus ihr- und der erste, der existiert. Ich werde sehen, wie ich mit der ganzen Geschichte vorankomme und w├╝rde mich nat├╝rlich ├╝ber Kommentare eurerseits freuen.




Gelangweilt stand Maria an einer Bushaltestelle. Den langen Weg, den sie jedes Mal zur├╝cklegen musste, wenn sie aus der Stadt kam, nahm sie f├╝r das kleine Haus, das ihre Eltern erst k├╝rzlich in einem entlegenen Wohngebiet gekauft hatten, nur widerwillig in Kauf.
Sie sah sich um, suchte mit den Augen erfolglos nach einem Platz, wo sie sich setzen konnte und wandte sich schlie├člich wieder der Stra├če zu.
Sie liebte es, die Menschen auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite zu beobachten. Sie musste es sich jedes Mal von neuem klar machen, dass jeder von ihnen irgendwo sein Zuhause, seine Familie und seine Lieblingscouch hatte. Jeder hatte sein Men├╝ f├╝r das heutige Abendessen, seine kleinen und gro├čen Probleme und seinen Kreis von geliebten Menschen. Sie war von dem Gedanken fasziniert, dass jeder ein fester Teil in einem dichten Netz von zwischenmenschlichen Beziehungen war. W├Ąre die Welt ohne sie anders gewesen? W├╝rde jemand die L├╝cke bemerken, die ein Mensch, der nie geboren war, erzeugen w├╝rde und w├Ąre dann dieses Loch in dem Netz unscheinbar klein oder so riesig, dass es das ganze Gef├╝ge st├Âren oder gar zerst├Âren w├╝rde? G├Ąbe es ein solches Loch ├╝berhaupt? Vielleicht w├Ąre es nur bei gro├čen, wichtigen Menschen da, bei Knotenpunkten, an denen andere Beziehungen zusammenliefen. Sie, Maria, war sicherlich kein solcher Knotenpunkt.
In der Ferne donnerte es. Das Ger├Ąusch riss Maria aus dem immer tr├╝bseliger werdenden Netz ihrer eigenen Gedanken. Oder vielleicht war es eine Gestalt, die sich gerade in ihr Blickfeld geschoben hatte.
Es war ein M├Ądchen, schlank und braunhaarig, das einen Kasten auf dem R├╝cken trug, worin sich zweifellos ein Cello verbarg. Die Cellospielerin blickte sich kurz um, l├Ąchelte Maria unverbindlich zu und drehte sich dann um, um den Fahrplan zu lesen.
Ihr Gesicht, das von einigen Str├Ąhnen, die aus dem Zopf herausgeglitten waren, umrahmt wurde, hatte etwas an sich, was Marias Blicke anzog. Sie hatte eine bestimmte Ausstrahlung, schien seri├Âs zu sein, vertrauensw├╝rdig und unverkennbar sympathisch.
Maria hatte pl├Âtzlich das dringende Verlangen, sich mit ihr zu unterhalten. Das war nicht neu, oft sp├╝rte sie einfach, dass sie mit jemandem gut auskommen w├╝rde. So zum Beispiel ihre beste Freundin, die sie beim Volleyball kennen gelernt hatte und mit der sie nun bis sp├Ąt in die Nacht telefonieren konnte, ohne dass ihr irgendwann der Gespr├Ąchsstoff ausging. Doch beim Volleyball oder auch in der Schule war es ja nicht so schwer, ein Gespr├Ąch zu beginnen, auf Anhieb ein Thema zu finden, zu dem beide etwas sagen konnten, ohne dass unangenehmes Schweigen entstand. Wie sollte sie dieses M├Ądchen ansprechen?
Maria h├Ârte ein leises Pl├Ątschern und bemerkte erst dann, dass es nun angefangen hatte zu regnen. Sie warf der Cellospielerin einen kurzen Blick zu, doch diese sah gerade in eine andere Richtung. Vielleicht, wenn sie den gleichen Bus nahm wie Maria selbst, w├╝rde ein zwangloses Gespr├Ąch zustande kommen. Smalltalk eben.
"Hey, wie geht's?" - "Ah... nicht so, Sauwetter." - "Ja, stimmt." Vermutlich w├╝rde sie an diesem Punkt nicht mehr wissen, wie es weitergehen sollte. Kein Wunder, dass es Zeiten gab, wo es als h├Âchst gebildet galt, sich einen Nachmittag ├╝ber das Wetter unterhalten zu k├Ânnen. Oder ├╝ber andere unpers├Ânliche Themen.
Marias Bus fuhr vor und sie legte die wenigen Meter von ihrem ├╝berdachten Stehplatz rennend zur├╝ck um nicht nass zu werden. In der Bust├╝r sah sie schnell nach hinten, doch die Cellospielerin hatte sich nicht bewegt. Sie sah nach rechts, in Richtung der S-Bahn.

__________________
Du kannst dem Leben nicht mehr Tage schenken, aber dem Tag mehr Leben.

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Arno1808
Guest
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Hallo julimaus

gerne gebe ich dir einige Kommentare zu deinem Text.
Ich denke, es ist am einfachsten, wenn ich sie direkt an den entsprechenden Stellen einbringe.

Vorab: Deine Geschichte ist sehr sch├Ân und ich bin gespannt, wie sie weitergeht!

Gruss

Arno

quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von julimaus
Dies ist keine vollst├Ąndige Kurzgeschichte, aber ein Abschnitt aus ihr- und der erste, der existiert. Ich werde sehen, wie ich mit der ganzen Geschichte vorankomme und w├╝rde mich nat├╝rlich ├╝ber Kommentare eurerseits freuen.




Gelangweilt stand Maria an einer Bushaltestelle.
Den langen Weg, den sie jedes Mal zur├╝cklegen musste, wenn sie aus der Stadt kam, nahm sie f├╝r das kleine Haus, das ihre Eltern erst k├╝rzlich in einem entlegenen Wohngebiet gekauft hatten, nur widerwillig in Kauf.
Der zweite Satz erscheint mir f├╝r den Anfang als zu lang(zu viele Kommas). Vielleicht k├Ânntest du ihn etwas splitten, um dem Leser den Einstieg zu erleichtern.
Beispiel:
Gelangweilt stand Maria an der Bushaltestelle und dachte mit Widerwillen an den langen Weg, der vor ihr lag. Von der Stadt bis zu dem kleinen Haus, das ihre Eltern unbedingt in einem entlegenen Wohngebiet kaufen mu├čten, waren es jedes Mal drei├čig(?) Minuten.


Sie sah sich um, suchte mit den Augen erfolglos nach einem Platz, wo sie sich setzen konnte und wandte sich schlie├člich wieder der Stra├če zu.
Sie liebte es, die Menschen auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite zu beobachten. Sie musste es sich jedes Mal von neuem klar machen, dass jeder von ihnen irgendwo sein Zuhause, seine Familie und seine Lieblingscouch hatte.
Du wei├čt, was ich meine?

Jeder hatte sein Men├╝ f├╝r das heutige Abendessen, seine kleinen und gro├čen Probleme und seinen Kreis von geliebten Menschen. Sie war von dem Gedanken fasziniert, dass jeder ein fester Teil in einem dichten Netz von zwischenmenschlichen Beziehungen war. W├Ąre die Welt ohne sie anders gewesen? W├╝rde jemand die L├╝cke bemerken, die ein Mensch, der nie geboren war, erzeugen w├╝rde und w├Ąre dann dieses Loch in dem Netz unscheinbar klein oder so riesig, dass es das ganze Gef├╝ge st├Âren oder gar zerst├Âren w├╝rde? G├Ąbe es ein solches Loch ├╝berhaupt? Vielleicht w├Ąre es nur bei gro├čen, wichtigen Menschen da, bei Knotenpunkten, an denen andere Beziehungen zusammenliefen. Sie, Maria, war sicherlich kein solcher Knotenpunkt.
In der Ferne donnerte es. Das Ger├Ąusch riss Maria aus dem immer tr├╝bseliger werdenden Netz ihrer eigenen Gedanken. Oder vielleicht war es eine die Gestalt, die sich gerade in ihr Blickfeld geschoben hatte.
Es war ein M├Ądchen, schlank und braunhaarig, das einen Kasten auf dem R├╝cken trug, worin sich zweifellos ein Cello verbarg. Die Cellospielerin blickte sich kurz um, l├Ąchelte Maria unverbindlich zu und drehte sich dann um, um den Fahrplan zu lesen.

Du merkst es?

Ihr Gesicht, das von einigen Str├Ąhnen, die aus dem Zopf herausgeglitten waren, umrahmt wurde, hatte etwas an sich, was Marias Blicke anzog.

Einige Str├Ąhnen waren aus ihrem Zopf geglitten und bildeten nun einen unregelm├Ą├čigen Rahmen f├╝r dieses Gesicht, das Marias Blicke magisch anzog.
- Der Leseflu├č!


Sie hatte eine bestimmte Ausstrahlung, schien seri├Âs zu sein, vertrauensw├╝rdig und unverkennbar sympathisch.
Maria hatte pl├Âtzlich das dringende Verlangen, sich mit ihr zu unterhalten. Das war nicht neu, oft sp├╝rte sie einfach, dass sie mit jemandem gut auskommen w├╝rde. So zum Beispiel ihre beste Freundin, die sie beim Volleyball kennen gelernt hatte und mit der sie nun bis sp├Ąt in die Nacht telefonieren konnte, ohne dass ihr irgendwann der Gespr├Ąchsstoff ausging. Doch beim Volleyball oder auch in der Schule war es ja nicht so schwer, ein Gespr├Ąch zu beginnen, auf Anhieb ein Thema zu finden, zu dem beide etwas sagen konnten, ohne dass unangenehmes Schweigen entstand. Wie sollte sie dieses M├Ądchen ansprechen?
Maria h├Ârte ein leises Pl├Ątschern und bemerkte erst dann, dass es nun angefangen hatte zu regnen. Sie warf der Cellospielerin einen kurzen Blick zu, doch diese sah gerade in eine andere Richtung. Vielleicht, wenn sie den gleichen Bus nahm wie Maria selbst, w├╝rde ein zwangloses Gespr├Ąch zustande kommen. Smalltalk eben.
"Hey, wie geht's?" - "Ah... nicht so, Sauwetter." - "Ja, stimmt." Vermutlich w├╝rde sie an diesem Punkt nicht mehr wissen, wie es weitergehen sollte. Kein Wunder, dass es Zeiten gab gegeben hatte, wo es als h├Âchst gebildet galt, sich einen Nachmittag ├╝ber das Wetter unterhalten zu k├Ânnen. Oder ├╝ber andere unpers├Ânliche Themen.
Marias Bus fuhr vor und sie legte die wenigen Meter von ihrem ├╝berdachten Stehplatz rennend zur├╝ck um nicht nass zu werden. In der Bust├╝r sah sie schnell nach hinten, doch die Cellospielerin hatte sich nicht bewegt. Sie sah nach rechts, in Richtung der S-Bahn.

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julimaus
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Danke

Hi Arno
Danke sehr f├╝r deine Kommentare, ich werde sie zu Herzen nehmen. Es hat doch immer Vorteile, den Text von jemand anders lesen zu lassen, die Wiederholungen w├Ąren mir wahrscheinlich nie aufgefallen.

Juli
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annabelle g.
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Das ist - nicht uninteressant.
"Sie, Maria, war sicherlich nicht so ein Knotenpunkt."
Das sichere Empfinden, das KEIN Loch gerissen wird - damit kann ich was anfangen.
Der Titel macht mir Schwierigkeiten, er mir ist zu lapidar -die Geschichte h├Ątte einen besseren verdient.
Ich frage mich, ob eher der Anfang oder eher das Ende der Geschichte fehlt. Mir w├Ąre der Anfang lieber. Ein Ende mit der Cellospielerin, die in die andere Richtung schaut, w├Ąhrend der Bus f├╝r Maria kommt ist gut. So banal, wie Leute, die aneinander vorbeirennen und sehen, nun mal sind.

Annabelle

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julimaus
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hi annabelle
ich wei├č es noch nicht, aber ich glaube, ich werde diesen teil eher in die mitte setzen. wahrscheinlich wird auch die geschichte anders hei├čen, denn ich stimme dir zu, was den titel angeht. aber erstmal muss ich das ganze noch wachsen lassen.

juli
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