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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Still! Opa hat dich lieb...
Eingestellt am 08. 04. 2012 23:07


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HajoBe
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Registriert: Feb 2012

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Wieder das nÀchtliche Knarzen der Treppe.
Schlurfende Schritte. Er kommt.
Der kleine Junge denkt: Gleich wird sich die TĂŒr öffnen, die greise Hand nach dem SchlĂŒssel tasten.
"Gell, du schlÀfst noch nicht, hast auf mich gewartet?"
Der kleine Junge denkt: Ich stelle mich schlafend...wie immer.
"Opa hat Schokolade!"
Der kleine Junge denkt: Nein, nein!
Der SchlĂŒssel dreht sich im Schloss.
Der kleine Junge denkt: Bitte, bitte nicht schon wieder!
Der Greis im Flanellschlafanzug. Setzt sich auf die Bettkante.
Der kleine Junge denkt: Jetzt muss ich wieder weglaufen...im Kopf...und der andere Junge sein...
Die greise Hand grabscht unter die Bettdecke.
Der kleine Junge denkt: Wenn ich die Hand spĂŒre, muss ich schnell der andere Junge sein, nicht ich...ich will das nicht!
Die knochige Hand streichelt ĂŒber die bettwarmen, kindlichen Schenkel.
Der kleine Junge bebt vor Angst und Abscheu, presst die Lippen zusammen. Bin jetzt der andere, ja jetzt!
Der andere Junge beginnt leise zu singen: Schlafe mein Prinzchen...!
Die Hand greift lĂŒstern nach dem kleinen Glied, befingert und befummelt es.
"Magst du, was der Opa mit dir macht? Ja, ich weiß es!"
Der kleine Junge ist schweißnass.
Der andere in ihm singt lauter.
"Komm, ich tu` dir auch nicht weh", fasst mit der anderen Hand nach seinem eigenen schlaffen Penis und legt ihn in die zitternde Hand des Kindes.
Aus seinem Mundwinkeln rinnt der Speichel, sein begieriger Blick trifft den nackten kindlichen Unterleib.
Der kleine Junge krĂŒmmt sich wimmernd.
Der andere in ihm tröstet: Morgen frĂŒh kommt die Sonne wieder, bald! Gleich ist es vorbei!
"Nicht so laut, sonst kommt die Mama und schimpft, dass du noch nicht schlĂ€fst", und schlĂ€gt die Bettdecke völlig zurĂŒck.
"Opa will deinem <kleinen Mann> ein KĂŒsschen geben."
Der kleine Junge krampft sich weinend zusammen.
Der andere in ihm murmelt betend.
Der Alte nimmt den <kleinen Mann> zwischen seine sabbernden Lippen. Er beginnt zu stöhnen, ein abgehacktes Röcheln.
"Du darfst aber der Mama nicht sagen, dass Opa dich so doll lieb hat!"
Der kleine Junge ist völlig erstarrt, die Augen weit aufgerissen.
Der andere in ihm verfÀllt in ein schrill-gellendes Lachen, erst leiser, dann immer kreischender in grenzenloser, einsamer Verzweiflung.
Opa zieht die befleckte Hose hoch. Im Hinausgehen:
"Iss deine Schokolade! Morgen bringe ich dir GummibÀrchen."
Die TĂŒr fĂ€llt ins Schloss.

"Schön, dass du jeden Abend nach dem Buben schaust", hört man die Mutter im Flur sagen. "Schlaf recht gut, Vater!"

Der kleine Junge ist Mann geworden. ZwiespÀltig, dissoziiert, zerbrochen, lebenslang traumatisiert.
Immer, wenn die grausigen Erinnerungen auftauchen, flĂŒchtet er sich in den anderen kleinen Jungen, der in ihm lebendig blieb.
Vor Frauen fĂŒrchtet er sich, sein Glied ekelt ihn an, die PubertĂ€t war eine Tragödie ohne Lösung.
Alles hat er tief in sich verschlossen, in Schubladen ohne SchlĂŒssel, sich niemandem anvertraut, seine quĂ€lenden SchuldgefĂŒhle verdrĂ€ngt. Die psychotherapeutische Behandlung bedurfte vieler Jahre.

Großvater ist verstorben. War ein ehrenwerter Mann, ein echt liebender Großvater. Das Kind hing doch so an seinem Opa...

(So oder so Àhnlich in jeder vierten Familie!)






Version vom 08. 04. 2012 23:07
Version vom 11. 04. 2012 12:19
Version vom 27. 11. 2013 23:18
Version vom 27. 11. 2013 23:21
Version vom 27. 11. 2013 23:24

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