Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87708
Momentan online:
134 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Tacheles
Eingestellt am 23. 12. 2001 09:39


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Paul
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 286
Kommentare: 62
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Tacheles

Nun mal holla bei die Pferde,
die Rechnung nicht ohne den Wirt und
gem├╝tlich zur├╝ckgelehnt -
l├╝stern das Pfeifchen, wem`s behagt Cognac,
Wodka nat├╝rlich w├Ąre ersprie├člicher,
nicht ohne das gewisse Zubrot, versteht sich,
weil der Magen und die Wirkung und
das ist eine Kunst f├╝r sich.... -
So!
Schauen wir ein wenig in das Kerzenlicht,
lauschen dem n├Ąchtlichen Wind und
erahnen beim Ticken der Uhr das Rieseln des Sandes... -
Und nu, liebe Genossen und Genossinnen,
mal Tacheles:
DER DICHTER!
Was um des Dreiteufelsnamen ist das f├╝r eine Kreatur?
Was will er?
Will er ├╝berhaupt etwas?
Versuchen wir es wie der Panther, schleichen wir uns vorsichtig und verdeckt an.
Hm.
Summasummarum scheint er recht friedlich.
Nicht unbedingt sein ├Ąu├čeres, nein, aber sein Blick verr├Ąt das.
Aha.
Sein ├äu├čeres erscheint durchaus, und das sogar zumeist, etwas befremdlich.
Manchmal gar erschreckend befremdlich.
Zuweilen verh├╝llt.
Hut, Schal, Bart, alles was verdeckt und weckt... -
Zuweilen elegant.
W├Ąre die Zeit eine andere... -
Zuweilen provokativ.
Seht, ich bin von einem anderen Stern... -
Soso.
Und sein Blick, was nun erblicken wir dorten?
Den Blick eines Pierrot, so wird zumindest vermutet.
Das eine Auge l├Ąchelt, das andere weint.
Das sind die Augen also, die die Sch├Ânheit, als auch die Traurigkeit geblickt.
Die Lust und das Laster.
Dionysos und Apollo.
Anfang und Ende erahnend... -
Tja.
Interessant, so scheint es... -
Und was will er nu, der Dichter?
Nichts!
Zun├Ąchst rein und nichts und gar.
Er entspricht eher einem Badendem.
Badet im Flu├č.
Badet im Meer.
Durchaus vertr├Ąglich, ihn als Wahnsinnigen zu bezeichnen.
Nat├╝rlich.
Wer badet schon im Herbst, im Winter... -
Doch bleibt etwas haften, etwas kleben -
Mensch, so ein wahrhaftes Bad... -
Unterm Sternenhimmel -
Nackt-
Mit den Fischen... -
Nun gut!
Frag ihn nie nach der Zeit,
den Dichter,
das wei├čt Du hoffentlich,
ihn nach der Zeit zu fragen,
das w├Ąre schlafende Hunde wecken -
frag lieber nach seinen Tr├Ąumen,
das k├Ânnte aufschlu├čreicher sein.
Frag ihn nie nach seinem Denken,
das wiederum w├╝rdest du,
wenn auch schlucken,
so unverdaulich -
frag nach seinen Gef├╝hlen,
seinem Empfinden und
- wenn Du Dich traust -
nach seinem Schatz,
das ist sein Geheimnis... -
wenn er will,
und die Sterne g├╝nstig stehen,
so wird er antworten.
Das ist der Dichter.
Der, der in H├Âhlen lebt und betet.
Der niemals weint oder immer.
Der existiert, um den Spiegel zu halten.
Der wei├č, aber lieber lebt.
Lieber lebt, weil er liebt...


Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


spiderberlin
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 7
Kommentare: 23
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um spiderberlin eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

sehr eindringlich und ├╝berzeugend geschrieben. da pa├čt ja schon fast mein gegenst├╝ck unter dir dazu:-))))

Bearbeiten/Löschen    


September1961
Hobbydichter
Registriert: Dec 2001

Werke: 8
Kommentare: 40
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Das gef├Ąllt:))))))

Das ist genau die Art von Gedicht, die mir gef├Ąllt. Das lese ich gleich nochmal))))))))

Bearbeiten/Löschen    


Khalidah
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 146
Kommentare: 352
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Khalidah eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Paul,

meine Verehrung - du bist einer der wenigen Menschen (oder Schreiberlinggenossen) , die ich mit ├ťberzeugung zitieren m├Âchte! Manche deiner Gedichte (so wie dies hier) sind fast wie die gro├čen Weisheiten der Menschheit, jedoch lebendiger...

Liebe Gr├╝├če

Khalidah
__________________
"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

Bearbeiten/Löschen    


Paul
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 286
Kommentare: 62
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

hm, sch├Ân gekr├Ąchzt, rabe, vielleicht k├Ânnen wir ein st├╝ck zusammen fliegen...

Bearbeiten/Löschen    


Khalidah
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 146
Kommentare: 352
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Khalidah eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
*flatter*

Wohin solls denn gehen? Die Welt steht Toren offen...

Mir ist gerade eingefallen, woran mich der Sog deiner Worte erinnert hatte, es hat ├Ąhnliche Anziehungskraft:

"Der Dichter mach sich selbst zum Vision├Ąr durch eine lange, grenzenlose und systematische Verwirrung aller seiner Sinne. Alle Arten der Liebe, des Leidens, der Verr├╝cktheit sucht er, er braucht in sich alle Gifte auf und bewahrt ihr Eigentliches. Unaussprechliche Qual, in der er den tiefsten Glauben braucht, ├╝bermenschliche St├Ąrke, in der er unter allen Menschen der Versehrteste wird, der Verfluchteste und - der h├Âchste Wissenschaftler. Denn er gleangt zu Unbekannten! Was also, wenn er vernichtet wird auf seinem extatischen Flug durch Welten, die nie geh├Ârt wurden, unbenennbar sind..."

-Rimbaud-

Anderer Inhalt, aber wie ich schon -anders- sagte: Lieber Paul, dies klingt ebenfalls wie ein Klassiker...

Liebe Gr├╝├če

Khalidah


__________________
"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!