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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Tod unseres Sterns
Eingestellt am 16. 02. 2002 00:44


Autor
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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Ein Sturm wird aufkommen, hast du mir damals gesagt. So stark und gewaltig, dass er unsere Seelen in das Nirgendwo treiben wird.

Ich stehe an einem Zeitungsstand, irgendwo im Niemandsland und lasse mir von dem alten Verk├Ąufer mit seinen traurigen Augen eine aktuelle Zeitung geben. Immerhin ist diese erst f├╝nf Tage alt. Also f├╝r die Verh├Ąltnisse recht aktuell. Ich sehe mir die erste Seite an, doch ein starker Wind m├Âchte mir dies austreiben. Neben kleinen Holz├Ąsten und Papierfetzen, treibt er auch feinen Sand gegen meinen Regencoat und gegen den blechernen Zeitungsstand. In meinem Wagen bekomme ich schlie├člich etwas mehr Schutz, vor dem aufziehenden Unwetter.
Doch als ich im Wagen zu lesen beginnen m├Âchte, ziehen pl├Âtzlich tiefschwarze Wolken auf und nehmen mir das Tageslicht, dass ich zum Lesen ben├Âtige, da die Innenbeleuchtung kaputt ist.

Jetzt denke ich wieder an dich und beginne zu trauern. Mu├čte ich dich hier drau├čen verlieren? Hier in diesem ├Âden Teil der Natur.
Ich habe dich in der staubtrockenen W├╝ste begraben. Du wolltest ja hier hinaus... um zu sterben, bevor alles aufh├Ârt.
Zuerst wollte ich dir nicht glauben. Doch ich war verliebt in dieses sch├Âne und gleichzeitig starke und ├╝berzeugte Wesen. Ich mu├čte dir diesen Wunsch einfach erf├╝llen und dachte gleichzeitig, du seist verr├╝ckt geworden.
Dann standen wir uns gegen├╝ber. Tief im leeren Niemandsland, mit hellbraunem, staubigen Boden unter unseren F├╝├čen. Der Himmel verbla├čte und ein m├Ą├čiger Wind zog auf, der deine Haare zum wehen brachte. Du umarmtest mich und wir k├╝ssten uns noch einmal.
In diesem Moment begriff auch ich. Das was du mir immer versucht hast zu sagen. Dessen Bedeutung wurde mir nun klar. Wie erl├Âst von meiner Einsicht, glittest du aus meinen Armen und schliefst ein, f├╝r immer.
Ich sah dich dort liegen. Als w├╝rde ich morgens neben dir aufwachen, so friedlich und ruhig sahst du aus. Versunken in deinen sch├Ânen Tr├Ąumen.
Du hast dich erl├Âst.

Der Wind wird nun st├Ąrker. Er beginnt an meinem Wagen zu r├╝tteln. Der Zeitungsstand, ein paar Meter neben meinem Wagen klappert ebenfalls schon bedrohlich in seiner blechernen Verkleidung. Der Besitzer steht vor seinem Kiosk im Sturm und sieht angsterf├╝llt in den dunklen Himmel.
Der n├Ąchste heftige Windsto├č zerbricht den kleinen Eigenbau und treibt den Mann irgendwo, tief in die W├╝ste. Ich ziehe die Handbremse, doch der Wagen schiebt sich in Folge des Sturmangriffs dennoch ein paar Meter nach vorne.
Ich erkenne, dass sich nun das Ende von allem vor diese Welt gestellt hat und lege meine Zeitung beruhigt auf den Beifahrersitz, den du noch vor ein paar Stunden besetzt hattest.
Schlie├člich steige ich aus, klettere auf das Dach des alten Wagens, breite meine Arme aus und warte auf den Todessto├č des Sturms.

Wir alle haben dieses Ende verdient. Au├čer dir, mein Stern.
__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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