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Leselupe.de > Erzählungen
Träumereien
Eingestellt am 31. 01. 2003 09:01


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mondsternchen
Autorenanwärter
Registriert: Jan 2003

Werke: 9
Kommentare: 18
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Ein Geräusch weckte das Mädchen mitten in der Nacht. Was war es, eine Schrei
oder ein Wimmern oder ein lockender Ruf? Schlaftrunken steht sie auf und
schaut zuerst aus dem Fenster und sieht in die dunkle Nacht. Nach einiger Zeit
entdeckt sie, dass der Himmel voller Sterne ist, die sich um den Mond
versammeln. Es ist, als ob sie ein Gespräch mit ihm hätten und er ziemlich
angestrengt versucht, jedem eine Antwort zu geben. Ihre Hunde streichelnd, die sich zu
ihren Füßen niederlegten träumt sie sich in diese andere Welt hinein.

Sie ist das ganz kleine Sternchen, links unter dem Mond und als sich ihre
Gestalt mit dem Stern verschmilzt spürt sie, dass niemand der anderen, großen
Sterne ihr wirklich zuhört.
Sie schreit und schreit und wird immer stummer. Was hat es für einen Sinn zu
schreien, wenn sie mich nicht mal wahrnehmen, denkt sie. Ganz weit weg von
ihr sieht sie einen hellen weißen Stern, der leise immer wieder ihr
zumurmelt...ich hab dich lieb, kleines Sternchen...

Die Worte beruhigen sie und lassen sie lächeln. Ja, sie mag diesen weißen
Stern und sie fängt an mit ihm zu flirten. Ihr Bauch beginnt sich mit vielen
Schmetterlingen zu füllen und es ist, als ob sie alle tanzen. Die nächsten
Abende macht sie sich wunderschön, kämmt ihre langen Haare, zieht das schönste
Kleid an und schaut immer in seine Richtung. Sie spürt, dass es ihm genauso
geht.

Dann beginnt es weh zu tun, diese Nähe, die sie empfindet, ob sie ihm
reicht. Ihr Platz gefällt ihr nicht mehr. Warum nur stehen die anderen Sterne ihm
viel näher. Sie wird eifersüchtig und missgünstig und bemerkt, dass sie ihm
damit weh tut. Der Mond kann nicht helfen und sie ihm näherschieben oder den
weißen Stern heranzuziehen. Er redet mit dem Sternchen und sagt, dass sie sich
damit abfinden muss, denn jeder Stern kann nur auf seinem vorgeschriebenen
Platz leben und selbst wenn man versucht, den Standort zu wechseln, man bekommt
keine Garantie für Glück. Zum Springen gehört Mut und Vertrauen. Was habe
ich, denkt sie ununterbrochen?Der Mond sagt, du ahst keinen Mut und kein
Vertrauen in dich selbst, also arbeite erst daran, bevor du dich in Träumereien
versinkst.

Das Mädchen erwacht aus seinem Traum und schaut in die Wirklichkeit. Sie
sagt sich, wenn mir meine Träume nicht weiterhelfen, vielleicht meine Wünsche.
Der große Spiegel im Zimmer schaut sie an und er sagt, was wünschst du dir,
einen Wunsch hast du frei?

Lange überlegt sie, wünsche ich mich zu ihm, oder wünsche ich mir einen
anderen Körper. Einen Körper gefüllt mit Gesundheit und Schönheit und Kraft. Gehe
ich, so wie ich bin zu ihm, findet er mich vielleicht unschön und es fehlt
ihm die Kraft mich zu ertragen. Gehe ich mit all den Vorzügen zu ihm, fehlt
ihm vielleicht der Blick, meine Schönheit zu erkennen...

Die Hunde beginnen zu jaulen, der Wecker klingelt...der Spiegel schaut sie
aus schwarzen Augen an...
erschreckt legt sie beide Hände vors Gesicht und sagt..es war nur ein
Traum...es war ein Traum

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
Kommentare: 1113
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Liebes Mondsternchen,

ist das Dein erster Beitrag? Willkomen in der Lupe. Ich lese die Geschichte nun schon zum zweitenmal und finde sie wunderschön.

Du schaffst es, eine märchenhafte und verträumte Atmosphäre herzustellen, ohne ein einziges Mal in Kitsch und Schwelgerei abzurutschen, und das bis zum sprachlich herrlich runden und stimmigen Schluß! Herrlich z.B. die "schwarzen Augen" des Spiegels.

Schade, daß der Text so merkwürdig formatiert ist. Wahrscheinlich hast Du die Zeilen von Hand umgeschaltet. Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.

Ich habe nur einen einzigen Einwand: "stumm" kann man genausowenig steigern wie "tot" oder "schwanger" Also nicht: "sie schreit und schreit und wird immer stummer", sondern "sie schreit und schreit und verstummt schließlich."

Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Meinen Glückwunsch zu dieser gelungenen Geschichte.

Liebe Grüße,
Zefira

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mondsternchen
Autorenanwärter
Registriert: Jan 2003

Werke: 9
Kommentare: 18
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Ich danke dir Zefira für deine Worte. Total erstaunt war ich nun, eine Nachricht zu finden, dass es doch geklappt hat mit meinem Erstlingswerk.Denn ganz ehrlich gesagt, ich habe es nicht mehr"wiedergefunden". Für deine Hilfe bin ich dir sehr dankbar..mir fehlen oft die deutschen Begriffe noch etwas.So..nun lese ich weitere Beiträge von euch wunderbaren Erzählern

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Ole
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2001

Werke: 31
Kommentare: 238
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herzlich willkommen

Hallo Mondsternchen,

ich kann mich Zefira nur anschließen.
Die Geschichte hat auch mir sehr gut gefallen.
Zum Thema Träumen, lass mich noch ein Zitat anbringen:

"Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur der, der nie geträumt hat."
-- Marie von Ebner-Eschenbach --

in diesem Sinne viel Spaß auf der LL, und schreibe weiter so wunderschön.

LG Ole.
__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gefühlen
meistens zwischen zwei Stühlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

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Antaris
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 30
Kommentare: 379
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Sterne

Hallo Mondsternchen,

von Deiner Geschichte bin ich ebenso hingerissen wie meine beiden Vorredner! Könntest Du vielleicht den einen oder anderen Tippfehler noch ausmerzen? Im übrigen würde ich mir noch mehr verträümte Geschichten wünschen...

Herzlich wilkommen in der LL und LG

Antaris
__________________
Esel sei der Mensch, störrisch und klug

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mondsternchen
Autorenanwärter
Registriert: Jan 2003

Werke: 9
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Lieber Antaris,

ich musste ehrlich schmunzeln, als ich das mit den Tippfehlern las. Du hast ja Recht, ich arbeite daran.

Manchmal sage ich zu denen, die mich freundlich ermahnen:"Ach lasst mich doch, es macht mich etwas menschlicher"
Ich danke dir sehr...Gruß *

P.S.
Ein Freund, der mit den Spiegel zeiget,
den kleinsten Fehler nicht verschweiget,
mich freundlich warnt, mich herzlich schilt,
wenn ich nich meine Pflicht erfüllt:
Der ist mein Freund.
Christian Fürchtegott Gellert

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