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Leselupe.de > Erzählungen
Transparenz
Eingestellt am 14. 01. 2003 07:54


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Rolf-Peter Wille
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Transparenz

Rolf-Peter Wille


In übler Laune vor meinem Computer saß ich, denn die Kritik in einem bedeutenden Literaturforum wurmte meine Eitelkeit. Da, zu allem Überfluß, noch dazu in unserem eigenen Wohnzimmer, ohne Vorwarnung ging die Bohrmaschine los. In wilder Wut drehte ich an meinem Computerstuhl; wie der kleine Häwelmann so rollte ich mit ihm stracks ins Wohnzimmer und kreiselte mindestens zwanzigmal um mich selbst. Auf hohen Leitern hockten rauchend drei nackte Handwerker. Die Zigaretten steckten ihnen im Gesicht, während sich die muskulösen Arme schwitzend auf die Bohrmaschinen stützten. Einer hackte mit einem schweren Vorschlaghammer gegen unsere Wand als wäre es die Berliner Mauer. Schon klaffte ein häßliches Loch, und ich konnte das Neonlicht im Bad der Lins, unserer Nachbarn, erkennen. Scheußliche Fliesen hatten sie gewählt. Es war kaum zu glauben.

         "Was ist hier los!" schrie ich, und wild rĂĽttelte ich an der Leiter bis mir ein Gemisch aus Asche und SchweiĂź ins Gesicht fiel.
         "Guten Morgen!" brĂĽllte mein Nachbar, der schon seinen Kopf durch das häßliche Loch gesteckt hatte. Offensichtlich stand er auf seiner Badewanne, denn von der Mondglatze tropfte noch das Shampoo in unser Wohnzimmer.
         "Guten Morgen!" brĂĽllte ich zurĂĽck. "Was ist los?" Aber der Kopf war nun bereits wieder verschwunden, da der Handwerker ungerĂĽhrt auf das Loch einschlug und sein Hammer fast die ohnehin schon etwas platte nachbarliche Nase getroffen hätte.

         "Guten Morgen, Liebster!" rief meine Liebste im Nachthemd. Fröhlich hĂĽpfte sie, ein goldenes Tablett auf der Hand und, fĂĽr die Arbeiter, drei Pistachio Milkshakes auf dem Tablett, aus der KĂĽche.
         "Was ist los, Liebste?" rief ich.
         "Pistachio Milkshakes!" rief meine Liebste.
         "Nein, das Loch!"
         "Sie bauen ein neues Fenster."
         "Zum Badezimmer der Lins?
         "Und im Flur noch eins zum Kleiderschrank der Huangs."
         "Zum Kleiderschrank der Huangs!" rief ich verzweifelt. "Die Huangs tragen doch die geschmacklosesten Kleider! Wieso nur! Wieso?"
         "Es macht nichts…", rief meine Liebste, "…wir werden ganz dicke Fensterscheiben nehmen. Vorhänge sind natĂĽrlich nicht erlaubt!"
         "Aber wieso! Wieso?" schluchzte ich in meinem Computerstuhl und drehte mich mehrmals rhetorisch um mich selbst.
         "Aber Du weiĂźt es doch. Tag der Transparenz, Liebster…"
         Hier wurde meine Liebste unterbrochen, denn dem Arbeiter fiel der Vorschlaghammer schwer aus der Hand und schlug eine Musterdelle in unseren Parkettboden. Warum konnte er nicht auf der andern Seite des Loches ins Linsche Bad fallen und dort eine der häßlichen Fliesen zerschlagen?
         "GroĂźes GlĂĽck habe wir!" meinte meine Liebste. "Die Chen im Keller…, die alte Chen mit den winzigen FĂĽĂźen…, angeblich soll sie ein Fenster zur U-Bahn bekommen."
         "Was soll diese Transparenz!" schrie ich und rollte in mein Computerstudio zurĂĽck.

Nun hörte ich, wie auch in den dreiundsechzig Stockwerken unter uns emsig gebohrt und gehämmert wurde. Auch unser Haus sollte nun - endlich - ein transparentes werden, und wenn alles gut ging, würden in ein paar Monaten auch die Fußböden und Decken durchsichtig werden. Der Fahrstuhl war es ja bereits seit längerer Zeit.

        ***

Am späten Nachmittag kam meine Liebste ins Computerstudio. Zärtlich streichelte sie den Computer. Mir gab sie einen Kuß und ein Pistachio Milkshake.
         "Willst Du nicht mal schauen?" fragte sie neckisch. Widerwillig rollte ich mit Stuhl und Shake auf den Corridor und… ; wenn dies nicht das Naturhistorische Museum war! Ein groĂźes Diorama in der gegenĂĽberliegenden Wand zeigte hinter einer dicken Glasscheibe das Innenleben des Huangschen Kleiderschranks. Gegen die Feuchtigkeit hatten die Huangs, wie es hier so Sitte ist, eine GlĂĽhbirne angebracht, infolgedessen man ihre Wäsche nun wunderbar beschauen konnte. Die Szene wirkte sehr viel intimer als das Linsche Bad mit seinem kalten Neonlicht und den tĂĽrkischen Fliesen. Ihre geschmacklosen Kleider muĂźte Frau Huang wohl an anderer Stelle aufgehängt haben, denn hier konnte ich nur Unterwäsche erkennen, die jedoch trotz alledem recht adrett nach wissenschaftlichen MaĂźstäben angeordnet war.

In diesem Moment öffnete sich die Rückwand des Dioramas und eine Hand tastete sich in die Gedärme des Strumpffachs. Dann erschien urplötzlich der Kopf von Frau Huang mit seiner billigen Dauerwelle und die Hand winkte mir kurz zu. Kaum hatte ich Zeit zurückzuwinken, als Dauerwelle, Hand und Socke bereits verschwunden waren.

         "Wie findest Du es, Liebster?" fragte meine Liebste.
         "Angenehm." erwiderte ich. "Es gibt dem Flur eine distinguierte und dennoch intime Atmosphäre. Wir werden ein Schild mit der Aufschrift Huangscher Kleiderschrank auf Lateinisch anfertigen lassen." Nun wollte ich auch gleich ins Wohnzimmer rollen; meine Liebste jedoch hielt mich zurĂĽck: "Es ist noch in Arbeit…"

        ***

Früh am nächsten Morgen kam sie ins Computerstudio mit ihrem Nachthemd und meinem Pistachio Milkshake.
         "Nimm Dein Milkshake ins Wohnzimmer, Liebster…" flĂĽsterte sie.
         Ich rollte mit Stuhl und Shake ins… -, nun, unser Wohnzimmer war es nicht. Ein tĂĽrkisches Bad war es. Ich erhob mich aus meinem Computerstuhl, um die Szene besser ĂĽberblicken zu können. Die Lins, wer hätte es gedacht, besaĂźen einen kleinen Indoor Swimming Pool mit Jacuzzi und Sauna. Die scheuĂźlichen Fliesen, die ich ja bereits durch das Loch in der Wand gesehen hatte, bekleideten lediglich eine offene Shower Nische, unbekleidete alte Männer schwammen im Pool, und andere in FrotteetĂĽchern hockten andächtig auf Marmorstufen, so daĂź es wie ein römisches Bad wirkte. Unser elegantes Wohnzimmer paĂźte doch eigentlich ganz gut hinzu, fand ich, denn es schien nun eine Bar am Pool plus Fernsehecke.

Just in diesem Moment erschien Herr Lin in Glatze und Frotteetuch, offensichtlich um die Temperatur im Jacuzzi zu regulieren. Er hatte sich ein Badetuch um den muskulösen Arm geworfen und wirkte wie ein Masseur auf der Lauer nach Fleisch. Lässig winkte er uns zu, als er uns in der Wohnzimmerbar stehen sah, und meine Liebste bot ihm ein Shake an. Herr Lin lehnte höflich ab; es stand ja auch die dicke Glaswand zwischen uns, und noch nicht einmal ein kleines Loch für einen Strohhalm gab es darin. Auch schien sie absolut schalldicht, diese transparente Wand, denn kein Laut von den Gesprächen der badenden "Türken" oder "Römer" vermochte an unser Ohr zu dringen.

Aber da klingelte es bereits. Herr Lin, der sich in einen weißen Bademantel japanischen Designs geworfen hatte, stand vor der Tür. Nach dreimaliger Aufforderung stand er in unserem Wohnzimmer, beziehungsweise seiner Bar, und nach fünfmaliger saß er am Tisch und trank Pistachio Milkshake. Lässig winkte er dabei seinen badenden Kunden zu, die wohl annehmen durften, einen neuen Anbau des Linschen Etablissements zu erblicken.

         "Dies ist das beste Avocado Milkshake der Welt!" schrie Herr Lin begeistert, und eine kleine zuckende Welle lief ĂĽber seine fleischige Glatze.
         "Es ist Pistachio." sagte meine Liebste.
         "Na, umso besser! Sie können ein Vermögen damit verdienen!"
Hier zuckte meine Liebste mit der linken Augenbraue, ganz auf die Art, wie Herr Lin zuvor mit seiner Glatze gezuckt hatte.
         "Ach was." sagte sie. "Wo findet man schon Kunden heute? Die Leute sind einfach nicht durstig, da sie nicht schwitzen." Nun blickten sie beide gleichzeitig auf die schwitzenden Römer hinter der Glaswand, und damit hatte sich die transparente Lösung des Problems von selbst ergeben.

Bereits zehn Minuten später saßen drei Römer in Frotteetüchern an unserem Wohnzimmertisch, schlürften Pistachio Milkshake, elegant serviert von meiner Liebsten, während eine süßliche Ausdünstung von billiger Seife den nackten Körpern entströmte. Ich sollte DVDs und Videos einlegen; und das war recht einfach, da ich nur alle zwei oder drei Stunden einmal ins Wohnzimmer zu rollen brauchte.

Auf diese Weise waren wir nun ganz selbstverständlich zu einer Subordination des Linschen Bades aufgestiegen und, ich muß sagen, wir verdienten nicht schlecht dabei.

        ***

Allmählich entwickelte ich eine gefällige Routine. Die Huangsche Hand winkte mir zu, wenn ich über den Corridor rollte, und in der Bar, wenn ich die DVD wechselte, begrüßte mich ein Shake meiner Liebsten sowie die billige Ausdünstung der nackten Römer. Herr Lin übrigens war wirklich ein rechter Masseur; denn manchmal sah ich ihn stehen an seinem Bade in einem abenteuerlichen Turban, den er sich aus Frotteetüchern um die Glatze geschlagen hatte. Vor ihm auf einer Bahre lag eine Mumie, ebenfalls mit weißen Frotteetüchern bedeckt, und im Hintergrund brannten Räucherstäbchen auf einem kleinen Altar. Nun wirkte die Szene nicht mehr römisch sondern eher wie eine Leichenverbrennung am heiligen Ganges. Gebannt starrten die badenden "Inder" auf die kultische Massage, die der muskulöse Lin auf ihrem Leidensgenossen zelebrierte.

Täglich kam nun der Masseur im Bademantel und Frotteetuch an unseren Tisch, um mit den Kunden beim Shake zu plaudern, und hin und wieder zuckte seine muskulöse Glatze, besonders wenn sich meine Liebste hinzusetzte. Noch immer lobte er ihr Milkshake, aber ganz allmählich fielen auch ihre Arme und Hände seinen Schmeicheleien zum Opfer: "Das sind Pianistenhände, Ihre Hände! Sind Sie nicht im Fernsehen aufgetreten? Ich habe Sie doch gesehen, vor kurzem."
         "Das ist schon lange her." lispelte meine Liebste.
         "Aber Sie ĂĽben noch fleiĂźig! Wir hören Sie doch von nebenan."
         "Um Himmelswillen…, da wĂĽrde ich Ihnen ja die Gäste vergraulen…; das ist doch nur der CD Spieler."
         "Aber Sie haben doch einen importierten FlĂĽgel. Rollen Sie ihn hinein und spielen Sie uns was vor!"
         Meine Liebste protestierte unter starkem Zucken der linken Braue, nun aber wurden auch die Römer und Inder lebendig in ihren FrotteetĂĽchern: "Spielen Sie! Spielen Sie!"
         "Aber er steht doch im Schlafzimmer…"
         "Das mach nichts! Ins Schlafzimmer! Ins Schlafzimmer!"
         Meine Liebste lieĂź sich, sowohl römisch als auch indisch, ins Schlafzimmer schleifen; sogar ich rollte hinterdrein mit meinem Computerstuhl, und die Huangsche Hand winkte mir aus der Wäsche im Kleiderschrank.

Meine Liebste klimperte nur ein wenig Clayderman mit spitzen Fingern auf unserem Steinway, und nach wenigen Sekunden rekelten die Inder ihr Fett selig auf unserem antiken Bett. Ihr Milkshake hatten sie mitgenommen.

        ***

Dieses Ritual wiederholte sich nun täglich und es vergrößerten sich unsere Einnahmen. Auch das Diorama im Corridor wechselte seine Innereien, denn Herr Lin hatte Frau Huang dazu überredet, nur noch weiße Frotteetücher im Kleiderschrank auszulegen, da Flur und Schlafzimmer nun ebenfalls der Subordination des Etablissements angehörten.

Ich genoß die Ruhe in meinem Studio; die anderen hingegen, besonders Herr Lin, schienen beschäftigt, die Liebste gar trippelte emsig auf hochhackigen Slippern in transparentem Plastik; aber zu mir kam sie selten.

Endlich äußerten einige der Gäste ihren Wunsch, von meiner Liebsten massiert zu werden. Herr Lin meinte, daß es doch egal sei, ob ihre muskulösen Finger auf einer Tastatur oder einem Rücken spielten; sie jedoch beteuerte ihre Treue zum Klavier, und so malte denn Herr Lin mit japanischer Tusche eine Tastatur auf einen nackten römischen Rücken. Meine Liebste mußte sich mit dem Steinway Hocker vor die Bahre setzen und begann, senza pedale, ihre Claydermanschen Fingersätze zu üben, Herr Lin unterwies sie, gratis, in der Gewichtsübertragung and anderen Kniffen der Kunst, die Inder waren entflammt von dem exotischen Ritual, denn bereits das Malen der Tastatur auf die nackte Haut schien von eigenem Reiz; und so geschah es, daß sich meine Liebste nun sogar in der japanischen Tuschkunst übte. Es versteht sich von selbst, daß unsere Einnahmen ins Unermeßliche wuchsen.

Mitunter kamen Herr Lin und die Liebste in mein Studio, wenn ich unseren Gewinn am Computer kalkulierte. Die Liebste trug jetzt ein transparentes Nachthemd, während Herr Lin seinen muskulösen Arm mit dem Badetuch um ihre schlanke Taille geschlungen hatte. "Glückwunsch!" sagte er. "Aber können Sie sich nicht einen besseren Stuhl leisten?"
         "Aber dieser ist doch noch nicht schlecht!" erwiderte ich und drehte mich einmal um mich selbst.
         "Ach was. Haben Sie nie die neuen durchsichtigen gesehen? Ich schenke Ihnen einen…"
         "Danke…"
         In diesem Moment steckte ein Inder seinen Kopf in mein Studio. "Darf ich ein E-Mail schicken?" fragte er höflich.
         "Aber natĂĽrlich!" antwortete Herr Lin und deutete muskulös auf meinen Computer. "FĂĽhlen Sie sich entspannt…, nach der Klaviermassage?"
         "Ja, sehr," sagte der Inder und setzte sich samt seifiger AusdĂĽnstung billig in meinen Stuhl. Auf dem Corridor stand bereits halb Indien, um meinen Computer benutzen zu dĂĽrfen, und die Huangsche Hand winkte aus den FrotteetĂĽchern.

        ***

Inzwischen bin ich umgezogen in das Huangsche Apartement. Frau Huang hat mich gelehrt, die FrotteetĂĽcher, frisch gebĂĽgelt, im Diorama anzuordenen. Meist sitze ich auf meinem schicken neuen Computerstuhl vor dem Kleiderschrank und schaue durch die Glaswand auf unseren Corridor. Oft sehe ich Herrn Lin mit der Liebsten zwischen den Indern. Ich winke ihnen zu und manchmal winken sie mir zurĂĽck.



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Frieda
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2002

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Hallo Rolf-Peter,

genial bösartig und gleichzeitig komisch, mit spitzer Feder geschrieben, so mag ich Satire.

Liebe GrĂĽĂźe
von Frieda

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Rolf-Peter Wille
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 123
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Hallo Frieda,

herzlichen Dank! Es freut mich sehr, dass Dir dieser Stil gefaellt. Mit boesartigen Gruessen...

nein, mit lieben natuerlich,
Rolf-Peter

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Antaris
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 30
Kommentare: 379
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Diorama

Hallo Rolf-Peter,

zunächst war ich ein bisschen verwirrt als ich Deine Geschichte gelesen habe, was aber garantiert nicht an der Qualität der Geschichte gelegen hat. Ich fand, die Idee hat einen enormen Gruselfaktor - da tun sich ja gewaltige Abgründe menschlicher Art auf! Die Handlung ist zwar schön konequent verfolgt, aber ich war nicht schlecht überrascht, dass sich die Geschichte so lustig entwickelt hat. Sehr viel Komik entsteht durch die Dialoge. Deine Tendenz, in den neueren Geschichten ausführlichere Dialogszenen zu entwickeln bekommt Deinen Texten sehr gut, weiter so! Auch dass in dieser Geschichte sehr viele Gefühle vorkommen, Neugierde, Stolz, Scham, Eifersucht, alles Mögliche, gibt dem Text eine besondere Qualität. Der Schluss stimmt mich ein wenig traurig(ja, ja, wenn Männer eine langjährige Beziehung so auffallend wie Dein lyrisches Ich Liebste nennen, ahnen Frauen meistens, dass etwas faul ist) - aber das passt gut, eventuell hättest Du die Eifersucht des Erzählers noch etwas deutlicher zeigen können (Du darfst Deinen Lesern weh tun. Oft sind es nicht die schlechtesten Texte, die den Lesern weh tun.)

Ach ja, schon der Anfang ist klasse (Gibt es irgendwen in Lupanien, der das GefĂĽhl nicht kennt! Bitte ganz schnell melden!).

LG

Antaris
__________________
Esel sei der Mensch, störrisch und klug

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Rolf-Peter Wille
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 123
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Hallo Antaris,

stimmt, die Idee - sie kam mir im Traum - ist recht gruselig, und eine Schauergeschichte wollte ich schreiben. Warum ich dann doch wieder ins Komische ab- (oder auf-?) gerutscht bin...; es passiert mir doch fast bei jeder Geschichte. Uebrigens ist dies alles gar nicht so weit hergeholt. In Taipei sah ich vor ueber 20 Jahren mal ein Wohnzimmer, wo sogar die Strasse (keine Hauptverkehrsstrasse) durchging. Also - immerhin - ich musste zwischen dem Fernsehen und den Fernsehenden hindurchspazieren. Klos in China, auf dem Lande, haben grundsaetzlich keine Tueren, die Nachbarn wissen jederzeit alles, etc. In der Musikszene Taiwans weiss jeder alles ueber jeden. Wenn ich einen Witz in einer Vorlesung mache, oder einen falschen Ton in einem Konzert spiele, habe ich abends bereits die E-mails aus Amerika, von meinen ehemaligen Studenten. Das ganze Land ist eine einzige transparente "liaison dangereuse". Naechste Stufe: die transparente Weltkugel.

LG,
RP

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
Kommentare: 1113
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Lieber Rolf-Peter,
ich kann nur sagen: grauenhafte Vorstellung... nein, natĂĽrlich nicht Dein Text, sondern das Szenario.

Da Antaris den Anfang extra erwähnt: mich hat er etwas verwirrt. Der erste Satz klingt, als käme er von Yoda aus "Krieg der Sterne" (immer noch nicht in richtiger Reihenfolge sprechen er kann). Aber das hat auch seinen Reiz. Wa sich gern wissen möchte: warum sitzen die Handwerker nackt auf der Leiter??

Undurchsichtige GrĂĽĂźe,
Zefira

ps. Bei Storm heißt es übrigens "Häwelmann", soweit ich mich erinnere...

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