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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Treuvoll geliebt und ungeliebte Treue oder ...
Eingestellt am 06. 02. 2009 15:13


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whisperfriend
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2009

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Treuvoll geliebt und ungeliebte Treue oder ÔÇŽ

Hochgewachsene Sehnsucht und endlose Triebe steuern seinen Kopf. Ein Mann, alle M├Ąnner wird und werden hier beschrieben? Kann sein und zum guten Gl├╝ck erkenne ich nicht in jedem seine Gesinnung, Vorstellung und Wunschtraum. Das w├╝rde selbst mich ├╝berfordern, der von sich behauptet nie genug davon zu kriegen. Sich f├Ąhig f├╝hlend einem jeden weiblichen Reiz sein tiefstes Verlangen zu ├╝berbringen und es mit ihr zu teilen.
Doch das w├╝rde schon am ersten Tag in einem Desaster enden. Nur im Kopf bin ich ├╝berall und in jeder Situation. In der Realit├Ąt w├╝rde ganz schnell erkannt werden, wo eines jeden seine Grenzen liegen. Ich vermute der Wunsch ├╝berfordert mehr als dass er erf├╝llen kann?
Dabei ist alles ganz simpel gestrickt ohne Handbuch zu erlernen und geniessbar.
Eins und eins macht zwei, beschert uns schon die Sehnsucht herbei. Was von klein auf erlernt, entwickelt sich mit der fortlaufenden Lebensalterung zu einer immer schwierigeren Aufgabe. Zuerst waren es noch die S├╝ssigkeiten im Austausch, sp├Ąter die Plattensammlung oder das Stickeralbum. Irgendwann sind die Herzen vertauscht worden und das ├ťbel nahm seinen Lauf. Kindliche Tollerei, jugendlicher ├ťbermut, erwachsene Verk├╝mmerung?

Wohl kaum und stammt aus trister Haltung in einem gebrochenen Zustand der verlorenen Hoffnung auf das Elixier. Denn kaum genippt an diesem Brunnen der Freude, schiesst und kocht die Seelensuppe aus dem Topf. Verwandelt sich Dunkelheit in Licht, modernde Ger├╝che werden zu Nasenfreuden und eingefallene Welten entstehen wie Ph├Ânix aus der Asche zu Gebilden die gewachsen und himmelhoch sich erstrecken. Vom Mitten im Nichts direkt an die Pforte des Paradieses. Mit dem Glanz in den Augen, der leichten und nur gef├╝hlten R├Âte um Ohren, Hals und Nase, klopft man strotzend vor Selbstbewusstsein an das Tor und stosst es weit auf in die Gl├╝ckseeligkeit. Angelangt am Ort der Tr├Ąume, weil sie empfunden hat, es mir zeigte und durch ihre N├Ąhe best├Ątigte.

Kein Wunder schmerzt die Seele nach einem Verlust dieser Erlangung. Eigentlich sind St├╝rze aus diesen H├Âhen t├Âdlich und werden auch so gef├╝hlt. Ein Drang mit suizieder Haltung, wer jemals gefallen und sich dennoch nichts anderes wieder herbei w├╝nscht? Oder ist es doch eher, lediglich ein Sinn der verw├Âhnt werden will? Wie etwas essen und noch nie geschmeckt. Ist es nur ein Drang nach Neues und Unbekanntes, kann vorbehaltslos erlangt werden?
Klar doch, nur weil ich mal etwas nicht vertragen habe h├Âr ich doch auch nicht auf mit dem Essen. Weil mir eine Erfahrung nicht gelegen ist, untergrabe ich doch nicht meinen Forschungsdrang. Ergo, diese Beziehung war nicht die Richtige! Ich schleppe mich durch die Dornen der Verzweiflung und richte mich auf an neuen D├╝ften die mich leiten.

Somit ist die Liebe nicht mehr und nicht weniger als ein n├╝tzliches Instrument um unser Leben zu komponieren. Mal blasen wir uns den Marsch der alles mit Ohren vertreibt und kurz darauf streichen wir ein Violinenkonzert das Herzen dahin schmelzen l├Ąsst. Und zwischendurch ist immer wieder Probe auf allerlei, verschiedenen Orchesterensemble.
Musik, so nahe an der Liebe und seit langer Zeit die gekonnte und verf├╝hrerische Form unserer Bekundung. Wer nicht selbst ein Instrument spielt, ertappt sich schnell beim Summen oder Tr├Ąllern einer ihm bevorzugten und gef├╝hlsbetonten Melodie.
Genauso wie wir nicht f├╝r immer auf derselben Leier eine einzige Sonate f├╝r uns beanspruchen und m├Âgen, entspricht auch nicht eine Liebe als ewigs unverr├╝ckbar und das einzig Wahre. Auch wenn es genau diese Worte sind, welche wir zur Gef├╝hlsbekundung anwenden: "Ich schenke dir mein Herz f├╝r immer und ewig" oder "Noch in tausend Jahren wirst es nur du sein die meine Liebe empf├Ąngt". Welches zwar zutreffen kann, jedoch niemals f├╝r alle spricht. Oder, was sagt man nach dem erscheinen eines absoluten und ultimativen neusten Hits in den Charts: "Nie h├Ârte ich ein besseres Lied" oder "Das ist mein definitiver und allzeit, liebster Song" um in ein paar Jahren, wenn das gute alte St├╝ck mal wieder l├Ąuft zu erkennen: "Oh mein Gott und darauf bin ich mal abgefahren".

Nun ja, ich will mir ja nicht gleich anmassen zu behaupten: Mit alten Songs ist es wie mit einer vergangenen Liebe und jeden trifft es gleich. Doch es scheinen mir einige, parallel verlaufende Merkmale gegeben. Ganz sicher l├Ąuft mein Gedankenfaden somit auch auf den einten und bestimmenden Punkt hinaus. Unser ureigener Instinkt und vielgeschm├Ąhter oder ├╝berbewerteter Sinn f├╝r die Treue.
Sie existiert, ganz bestimmt und zeigt sich nicht nur in verschiedenen Anwendungspunkten sondern legt sich gar in Religionen rund um die Erde nieder. Ich will jetzt aber nicht abschweifen und den Moralapostel ausschicken, vielmehr darauf deuten wie sehr ein Wunsch uns aller den Aspekt der Treue zu einem dehnbaren Begriff wie Kaugummi macht.

Fidelitas, wie im Latein schon beschrieben; ein Treueverh├Ąltnis in der Hierarchie. Daraus leiten wir ab: Fidel zu sein und beschreibt unsere Empfinden f├╝r lustig, heiter und gut gelaunt. Wer treu ist, ist also eine fr├Âhliche Seele und wer untreu, ein geknickter Baum und traurig! Seltsam; weshalb hat mich dann der Aufenthalt in einem fremden Bett so begeistern und erfreuen k├Ânnen?

Treu sein nehmen wir f├╝r gew├Âhnlich als ein Verhalten zweier oder mehreren Personen wahr.
Ich kann aber auch mir selbst treu sein. Zum Beispiel meiner eigenen Gesundheit gegen├╝ber. Ich schw├Âre hoch und heilig ewig treu im Umgang mit meiner Gesundheit zu sein. Darauf stosse ich mit einem Glas Rotwein an und lehne mich bequem zur├╝ck beim Genuss der handgedrehten Havannazigarre.
Es muss wohl doch noch mehr in dieser Treue stecken als das nackte Wort und dessen Sinn?
Treue und Ehrlichkeit vielleicht oder Treue und Gen├╝gsamkeit? Muss fidel sich f├╝hlen demnach auch "onest├á" und "credibilit├á" sein, wie der Italiener zu sagen pflegt? Und das muss doch was heissen, sind diese doch als das Mass aller Dinge f├╝r das Feuer der Liebe eingestanden und haben einen Casanova hervorbrachte. Widerspr├╝che ├╝ber Zweideutigkeiten behaften diese Darstellungen, l├Ąsst mindestens so zweifeln wie der Ertappte in flagranti, ob nun unehrliche Treue besser war und bis dato gefallen hat oder ob er ehrlich untreu besser gefahren w├Ąhre?

Wir k├Ânnen die Treue nicht kaufen oder erstellen, sie nicht borgen oder auslehnen. Sie w├Ąchst in eine Beziehung und l├Âst das Vertrauen ab. Zumindest ein blindes Vertrauen verwandelt sich in das gewisse Etwas das wir Treue nennen. Genauso wie aus berauschter Liebe ein verliebt sein w├Ąchst und zur Beziehung wird die vielleicht in einer Ehe m├╝ndet. Zu Beginn einer Liebe steht wohl kaum die Treue als zentrales Thema im Raum. Alle Sinne sind geblendet und w├Ąssrig mit der unaufh├Ârlich, scheinenden Ausstossung von Endorphin und Oxytocin, unser Hormonhaushalt spielt verr├╝ckt.
Zweites soll gar nachweislich eine Wirkung zum Erlangen der Treue besitzen.
Die j├╝ngste Liebe ist voll im Rausch der Hingabe und Empf├Ąnglichkeit. Laden sie doch noch heute ein ganz frisch verliebtes Paar bei sich ein. Nach zehn Minuten steigt die Raumtemparatur merklich und die Fensterscheiben laufen an. Weitere zehn Minuten und sie fragen sich weshalb sie eigentlich zugegen sind. Unaufh├Ârliches und lautes Geknutsche treibt sie zum Wahnsinn oder in die Arme ihres Partners um es ihnen gleich zu tun.
Doch der ideale Umgang f├╝r einen gem├╝tlichen Plauderabend sind diese zwei bestimmt nicht.

Wie lange h├Ąlt dieser Zustand denn an? Dies liegt sicherlich ausserhalb jeder Regel und kann nicht bestimmend vermerkt werden. Vielleicht eine Frage des Alters beim betroffenen Liebespaares und ob es das erste Mal erlangt ist? Doch ob jung oder alt, vor der Liebe macht keine Torheit halt. Je unbeobachteter eine solche frische Liebe sich aufh├Ąlt umso gr├Âsser die Chance, dass es nicht mit rechtem Verstand zu und hergeht.
Irgendwann und ohne es zu bemerken wird der Rausch sich legen. Weshalb und warum, wohin und wieso? Wenn ich der erste Mensch bin der dies fragt, so hat vor mir niemand gelebt und geliebt! Anderseits w├Ąhre dieser Zustand unm├Âglich auf Lebzeiten zu ertragen! Somit muss es einen ganz simplen und n├╝tzlichen Grund daf├╝r geben, weshalb wir nicht ewigs auf Wolke sieben schweben, wenn doch in unser Leben getreten ist was schon immer erhofft wurde.
Bestimmt gibt es Kniffe und Tricks um diesen Zustand des abg├Âttischen Verehrens erneut aufleben zu lassen und so was wie eine Reinkarnation des sich verlieben. Doch einen solchen Sturm wie das erstmals sich gefunden haben, wird es niemehr ausl├Âsen k├Ânnen. Schenken Sie dem Million├Ąr, Millionen um Millionen an Bargeld, mehr von dem was er bereits hat kann ihn niemehr in das Gl├╝ck bef├Ârdern welches er versp├╝rte mit dem ersten, erlangten Reichtum. Ich gebe es zu, Geld mit Gef├╝hl zu vergleichen ist sehr geschmacklos und unpassend. Hingegen in den ber├╝hmten drei freien W├╝nschen, die dir die gute liebe Fee zur Wahl stellt: Was nebst der Gesundheit ist der zweite und dritte Wunsch, den du dir erf├╝llen willst?

Wir sind nun verliebt und erfreuen uns an der Tatsache am Morgen nicht mehr alleine im Bett zu erwachen. Sind niemals zuvor so gerne und freiwillig am Abend fr├╝h zu Bett gegangen. Teilen nun vielleicht gar denselben Haushalt oder aber machen das Domizil des einten zum gemeinsamen. Er oder sie schleppen das Leben an und binden es in die Welt des Partners. "Wow, deine selbstgemachten Topfl├Ąppchen aus der Schulzeit sind unheimlich s├╝ss und verdienen einen Ehrenplatz in meiner K├╝che". Sind genau die h├Ąsslichen Dinger welche im ersten Streit am liebsten entz├╝ndet w├╝rden. "Oh, wie bereichernd deine Fussballwimpel in meinem Schlafzimmer wirken". Sind die selben welche beim ersten Staubfegen als sehr unpraktisch und schon bald abstossend wirken, um nicht zu erw├Ąhnen wie schnell diese niemehr den Weg aus der Bananenkiste im Keller zur Wohnung finden werden.
Es reihen sich nun allerorts die n├╝tzlichsten und sch├Ânsten Sachen in der Wohnung ein. Schon bald erwacht das Gef├╝hl, man ist nicht zu Hause ausgezogen und hat die Familie, den verhassten Bruder oder die zw├Ąngende Schwester verlassen, sondern eine Neue gegr├╝ndet. In Streitf├Ąllen w├Ąhnt man sich dann oftmals dorthin zur├╝ck: Wenigsten ist mein Geschwister nie ungefragt ins Zimmer gest├╝rzt und konnte mich zur├╝ckziehen wenn meine Wolke ├╝ber mir zu sch├╝tten drohte.
Kurz und gut, es ist nichts mehr so wie es uns zusammengef├╝hrt hat!

Also sind wir vern├╝nftig und l├Âsen uns ganz rasch aus dieser Situation und beenden die Beziehung! Ha, weit gefehlt! Zum gl├╝cklich Sein und werden sind Schw├╝re n├Âtig. Vorerst wird man sich verloben, der Vorschwur zur endg├╝ltigen Treuegel├╝btung. Ich lobe und preise den Herrn und wenn ich mich verlobe und verpreise, habe ich dann was falsch gemacht?
Diese W├Ârter mit einem ver-, haben es gewaltig in sich. Ich bin verliebt, verlobt und verheiratet, sind so nahe an verlangen, verlogen und verhindert. Oder doch eher wie verduselt, verwirrt und verschwommen? Finde ich noch drei W├Ârter mit ver- die ├Ąhnliches versprechen wie die drei ersten? Wie w├Ąrs zum Beispiel mit Verlangen, Verlockung und Verhandlung? Wie auch immer, gefolgt vom Schwur sich ├╝ber die Verlobung ins Abenteuer Ehe zu st├╝rzen, ist oft eine sehr kurze Zeit daf├╝r vorgesehen. Bestimmt nicht eine Regel und oft auch ├╝ber Jahre ein Dauerzustand. Jedoch hat es einen guten Grund diese Zeit dazwischen sehr knapp zu halten. Einerseits kann die Nachkommenschaft eines Familienzuwachses den Ausschlag geben, doch am offensichtlichsten erscheint mir die Umbesinnung es sein zu lassen, als der wichtigste Faktor rasch voran zu schreiten.

Nun gut, wir sind verliebt, verlobt und endlich verheiratet! Was jetzt und was kommt noch auf uns zu? War es das, haben einen guten Job, Kinder sind eingetroffen und das Leben darf uns wohlgesinnt lenken? Wo liegen die Perspektiven und was ist die Bestimmung in dieser Situation eine Zukunft anzugehen? Haben wir nicht, jetzt uns selbst in Ketten gelegt und ein Spurwechsel ist v├Âllig verbaut?
Man muss dies sicherlich aus beiden Blickwinkeln betrachten und l├Ąsst nicht die gleichen Ansichten von Frau und Mann zu. Aber auch im selben Geschlecht ist kein Einheitsbrei gekocht und die Geschm├Ącker so vielseitig wie unbestimmbar. Diesen Standpunkt aus dem Blickfeld einer Frau zu definieren, will ich mir erst gar nicht antun. Wie soll ich f├╝r alle Frauen sprechen wenn ich es nicht einmal von meiner eignen schaffen kann? Jedoch, wie viele von uns M├Ąnnern ticken und was f├╝r Ansichten sich in uns tummeln, da denke ich mithalten und berichten zu k├Ânnen. Nach der ersten Behauptung treffen mich sicherlich etliche Backsteine in Form von Dementis der erstaunten M├Ąnnerwelt. Werde vielleicht aber auch als Verr├Ąter an den Pranger gestellt weil man(n) sich enttarnt f├╝hlt? Mein Vater w├╝rde bestimmt beides mit mir tun.

Es liegt in der m├Ąnnlichen Natur sich stets beh├╝tet zu f├╝hlen und dennoch die Brust zu stellen, ein urchiges Grunzen von sich zu geben und der Welt zu beweisen: Ein Mann, eine Tat, v├Âllig frei und selbstbewusst. Aua, ich hab mir schon gedacht wie schwer so ein Backstein wiegt! Oh, Entschuldigung Herr Sowieso, ich wollte sie nicht bloss stellen!
Mama war mir oft n├Ąher und lieber als Papa! Kunstst├╝ck, der hatte es nicht einfacher als ich heute. Kaum zu hause, st├Ąndig dem Job nachgehechelt oder sonst so getan als w├Ąre sein Fernbleiben von uns allen, das n├Âtigste ├ťbel was der Menschheit auferlegt werden kann.
Aber Mama und ihre Liebe zu mir, die war unersetzlich. Sie riecht besser als Papa, sie stillt meinen Hunger, w├Ąscht meine Kleider, r├Ąumt alles hinterher auf, heilt meine Wunden und ist eigentlich so n├╝tzlich und unersetzlich, dass es nur negativ auffallen w├╝rde wenn sie mal nicht da w├Ąre. Sie h├Ąlt mir die Treue und das schon seit vierzig Jahren. Egal was ich getan habe, unwichtig wie schlimm ich war und welche B├Âcke ich erlegt habe. Sie steht bedingungslos zu mir und liebt mich wie am ersten Tag. Schuldig sind immer die M├Ądchen, weil die ja so schlimme Menschen sind und nur der Teufel weiss weshalb daraus mal gute und herzliche M├╝tter werden? Ja, gar bezaubernde Gesch├Âpfe die uns den Kopf verdrehen und so hinreissend zuvorkommend und hilfsbereit sind wie Mama, nur h├╝bscher!

Langer Reden kurzer Sinn, von klein auf bin ich getrimmt ein umsorgter und beh├╝teter Mensch zu sein. Von Papa habe ich gelernt was mit meiner St├Ąrke alles zu vollbringen ist und dass ich stets meinen Mann zu stellen habe. Was das auch immer bedeuten soll und er mir wohl aus Schamgef├╝hle und Verlegenheit nicht deutlicher zu beschreiben wusste oder wollte. Ich f├╝hle schon lange mit ihm und finde mich ab, ein Schicksal zu teilen und zum vererben weiterreichen zu d├╝rfen. Vielleicht sollte ich diese Erz├Ąhlung ganz rasch mit meinem Junior aufarbeiten, seine Lebensgef├Ąhrtin k├Ânnte mir mal dankbar sein!
Oder soll ich ihm gleich raten: Leb was das Zeug h├Ąlt und sei nicht zu voreilig mit unverr├╝ckbaren Beschl├╝ssen! Wohl beides falsch und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Wie wertvoll ist es denn, ein Leben anzugehen das vorgeschrieben und mit klaren Richtlinien und Leitplanken versehen wurde? Keinen Pfifferling und die wichtigste Zutat w├╝rde uns allen fehlen: Feinstes, urchig gew├╝rztes Schicksal aus der Zufallsdose.

So sollen ich und ein jeder anderer einfach alles hinnehmen und als gegeben interpretieren?
Es hat sich so zugetragen und ich meine Bahn dabei vorgelegt, dass ich mich in all den Jahren ver├Ąndert und weiterentwickelt habe kann kein Grund sein es zu biegen und mich umzubesinnen? Nehme ich mir mein Recht heraus und steure neue Ufer an, die nicht im Einklang einer Ehe- und einem Familienleben stehen? Versuche ich eine Win-win-Situation zu erlangen, wie einst unser Paartherapeut vorgeschlagen hat? M├Âglichst beiden gerecht werden, soll das bedeuten und f├╝r sie wie ihn ein Gl├╝ck darstellen. Wundervoll, kann ich nur dazu sagen; wie soll es denn sein und sich ergeben, dass ich nur ein wenig untreu bin und ihr das auch noch gef├Ąllt? Oder an die Sehnsucht gelangen ohne untreu zu sein, mich dabei aber als Gewinner sehen?
Humbug ist das alles! Es entsteht so wenig ein bisschen untreu sein wie es auch kein halb schwanger gibt. M├Âchte diesem Therapeuten aber doch zu gute halten, es war in bester Absicht von ihm gemeint und dass ich und meine Frau denselben aufgesucht haben, war unser Gl├╝ck. Das m├Âchte ich auch jedem Paar raten und sind die Fronten noch derart verh├Ąrtet. Geht den gemeinsamen Weg zur Therapie. Ein jeder Arzt schaut zum Wohle seines Patienten und wenn er und sie getrennte Wege dorthin finden, so wird die Chance enorm erh├Âht, dass man sich trennen wird. Ob es was n├╝tzen wird oder auch nicht, der wertvollste Aspekt eines Besuches des Paartherapeuten ist: Beide vollbringen einen Schritt aus sich selbst heraus.
Es ist ungemein wichtig und erkenntnisreich, wenn Paare sich seelisch entbl├Âssen und in Anwesenheit eines Fremden vorerst alles angestaute von sich geben. Es l├Ąsst sich selbst in ein Befinden der Selbstforschung wandeln und erkennt ganz rasch, wie sehr man sich selber zu hinterfragen beginnt. Wie ein Leid und Kummer aus ganz neuen Perspektiven betrachtet und zu einer viel einsichtigeren Diskussion f├╝hren kann. Doch auch hier gelten keine Gesetzm├Ąssigkeiten. Liebe und Beziehung beinhaltet so viele Gedanken- und Empfindungsrichtungen, da kann es kein Allgemeinrezept geben. Genau so wenig wie es eine Strassenkarte durch das Universum gibt und nie v├Âllig erkundet sein wird.

Da steh ich nun: Eine Liaison vollbracht und gebeichtet. Eine Ehekrise ausgel├Âst und nicht ausgeheilt. Den Wunsch erneut eine Aff├Ąre zu erlangen so gross; dass es mir wertvoll erscheint dies nieder zu schreiben und es meinen Alltag mehr beherrscht als es einem vern├╝nftigen Menschen zugesprochen werden kann. Mit dem Playboy unter dem Arm, auf den Knien vor der Erscheinung meiner Sehnsucht und wie einst Hamlet: "to be faithful or not to be ÔÇŽthat is the question". "Something is gotten in my state of mind and soul"!
Theatralisch und mit der n├Âtigen Portion Humor ist diese Verfassung zu ├╝berspielen, doch der Vorhang f├Ąllt nie. Ganz im Gegenteil. Es begleitet mich auf Schritt und Tritt. Legt mich nachts schlafen, schleicht in mich und verf├╝hrt meine Tr├Ąume. Erscheint t├Ąglich wie die Sonne und ist pr├Ąsent wie die Luft um mich.
Trotz alledem ist es nicht mehr als ein Wunsch, mein Wunsch dies zu erlangen. Dennoch nicht so wertvoll wie der Halt und die Zugeh├Ârigkeit meiner Familie. F├╝r mein Gl├╝ck kann es nicht zum Abschied deren werden und rechtfertigt meine Gesinnung nicht im Geringsten.
Verst├Ąndnis und Mitgef├╝hl meiner Lebenspartnerin ist vorhanden, jedoch weder tolerierbar noch akzeptabel. Wieder treffen mich die Steine von M├Ąnnern welche denken: "Tu es heimlich erneut oder kauf dir den Sex!" Ersteres begleitet meine Gedankeng├Ąnge st├Ąndig, das zweite ersetzt nicht mal die masturbierende, eigene Hand. Selbst meine Frau ermutigte mich zum Gang ins Freudenhaus. Im ganzen ├ťbel erkennt sie dort zumindest nicht die allgegenw├Ąrtige Angst daraus eine Beziehung entstehen zu lassen und ist ihre beklemmende Furcht meiner Sehnsuchtsfindung. Ich kann diesen Diensten einer Frau, welche mir die Erf├╝llung verkauft, keine Freude abgewinnen. Einmal abgesehen davon wie es sonst vor und nach mir bei ihr zu und her geht. Es entspricht nicht im kleinsten Detail was ich mir von einer Geliebten und Abenteuergef├Ąhrtin erhoffe. Wie erw├Ąhnt, masturbieren kann wundersch├Ân sein und w├╝rde ich dabei noch beobachtet von einer lusterf├╝llten Zauberfee, so beginnen mir schon jetzt die Augen zu gl├Ąnzen. Doch meine tiefsterf├╝hlten Gel├╝ste sind die Erwiderung und das Ausl├Âsen von Begehrlichkeit in einer Frau. Diesen unbeschreiblichen Blick in ihren Augen, wenn mich ihre H├Ąnde umklammern, meinen K├Ârper an sich reist und mir durchdringend mit ihrer Lust die Erf├╝llung bekundet. Wenn ein Beben durch ihren Leib r├╝ckt und das Gl├╝ck wie Lava aus ihrem Freudenvulkan schie├čt, dann bin ich angelangt wohin ich mich begeben will. Meine Erektion erlangt, weil ich sie dorthin f├╝hrte und ihr Schl├╝ssel zum Himmelstor bin.
Hinzu kommt, diese Verbundenheit soll nicht einmalig sein und sich wiederholen so lange es m├Âglich ist. Den Quickie zu finden ist keine Kunst und leicht ergeben sich Situationen um es zu erleben. Meistens jedoch befangen von einem Umstand der sich nicht in n├╝chterner Verfassung plausibel erw├Ągen und beschreiben l├Ąsst. "Gestern Abend war die doch so attraktiv und bezaubernd?" Ein Andermal, v├Âllig aus dem Himmel gefallen und gleich wieder weg wie es erschienen ist. Als ob es nur in der Vorstellung geschehen w├Ąhre. Wie wenn die unvorhergesehene Begegnung in der Bahn stattfindet oder an einer Rastst├Ątte sich die Blicke kreuzen. Ein Kaffee in der Innenstadt bei einer lauen Sommerbrise getrunken und den verf├╝hrerischen Beinen gegen├╝ber nicht standgehalten. Der Besuch eines Schwimmbades und ewigs wendet der Kopf zur Eiche hin├╝ber wo die dufte Biene sich heute r├Ąkelt als ob es kein Morgen mehr geben wird. Endlos und ├╝ber jede Vorstellung hinweg kann es ein um das Andermal eine kurzweilige Beziehung ergeben! Alles ist jedoch mit einem Zweifel verflochten und hemmt dich die Schwelle des sich ann├Ąhern zu ├╝berschreiten. Ich gehe keine normale Beziehung ein und bin nicht Single. Was n├╝tz mir die Bekanntschaft und Sympathie bei ihr zu erlangen, wenn sich rausstellt, dass ich blos auf eine Aff├Ąre aus bin und mich nicht g├Ąnzlich liieren kann?
Also, was tu ich um zu finden was ich mir vorstelle? Wohin begebe ich mich und kann erh├Ârt werden ohne befangen, entlarvt und ├╝berf├╝hrt zu sein?
Dorthin wo ein jedes sich einfindet um anonym und unentdeckt seine Phantasien zur Schau zu stellen und Gleichgesinnte zu treffen? Nein, nicht in einen Swingerclub oder dergleichen; dorthin kann ich sie dann immer noch begleiten, wenn wir uns gefunden haben. Oder sie mich fragt, ob ich mich dorthin getrauen w├╝rde?
Die Foren und Plattformen in der elektronischen Welt, bieten uns den Rummelplatz fern von jeder Moral zu fragen, abzutasten und kennen zu lernen. Dorthin begeben sich gleichdenkende Wesen wie ich und eben auch viele andere, mit den unterschiedlichsten Gesinnungen. Somit sollst du einfach nicht sch├╝chtern sein aber auch nicht vulg├Ąr. Stell dir vor sie sitzt dir gegen├╝ber und du sprichst sie an. Willst etliches von ihr wissen und vieles ├╝ber sie erfahren. Genauso galant und verst├Ąndnisvoll sollte sich dein Ann├Ąhern in virtuellem Raum abspielen. Vielleicht ben├Âtigst du unendliche Anl├Ąufe um auch das Erw├╝nschte zu finden, doch je konkreter du dich gibst umso deutlicher erreichen dich die Absichten deines Traumgirls. Nicht jeder Nickname h├Ąlt was er oder sie verspricht und Gr├╝nde f├╝r in den Chatroom zu gelangen sind unendlich.

Erst einmal f├╝ndig geworden in dieser verr├╝ckten Welt, beginnt die Kontaktaufnahme mehr oder weniger zu keimen und aufbl├╝hen. Warst du eifrig und l├╝ckenlos in deinen Ausf├╝hrungen und hast ins Detail nach Ausk├╝nften verlangt, dann werden die Vorstellungen immer gr├Â├čer, klarer und hoffnungsvoller. Dabei haben sich noch keine Blickkontakte und ├Ąu├čerliche Erscheinungen gepaart. Alles lebt und gedeiht in der Vorstellungskraft der Betroffenen.
Der n├Ąchste Schritt kann nur zum willigen Pr├Ąsentieren und der optischen zur Schaustellung f├╝hren! Danach sind die Wege schier endg├╝ltig vorgelegt, jedenfalls nach einem ablehnendem Anblick des einten oder anderen Teilnehmers. Im gegenseitigen Gl├╝ckfall, wird es unhaltbar und man will sich resolut finden. An diese Stelle f├╝hle ich mich seit langem mit einer wundervollen Frau gef├╝hrt zu sein. Wir haben t├Ąglichen und schriftlichen Kontakt. Soweit es uns m├Âglich ist, lassen wir uns in Gedanken aufeinander ein und malen uns nah dies nah eine Welt in die K├Âpfe, in die wir uns versetzen und einander finden wollen.
L├Ąngst ├╝berf├Ąllig ist unsere erste Begegnung und sollte es uns gelingen so bleiben wir bei aller Sehnsucht und forschendem Drang besonnen. Einen Schritt um den anderen laufen wir uns mit offenen Armen entgegen, doch wollen dies nicht f├╝r den einzigen Augenblick der Realit├Ąt bewenden lassen. Daher brauchen und zelebrieren wir die Vorsicht und den Willen, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und uns zu treffen, so Amor will.
Es soll uns auf den Wogen tragen die wir erwarten und uns ein unendliches M├Ąrchen schreiben wo die Freude mit Happy aber ohne Ende ist.

Meine Phantasien sind durchdrungen von Liebreiz, Lust und hemmungslosem Drang nach ihr. Will sie alles f├╝hlen und erleben lassen, was in mir brodelt und nach Befriedigung schreit. Eintauchen in ihre Welt und werde entf├╝hrt, von ihrem Charme und ihrer Abenteuerlust. Haltloser Genuss und den Fl├Ąchenbrand entflammt, wenn sich unsere Blicke kreuzen und wenn wir entdecken, was wir in uns vermuten und erhoffen.
Will unter ihren H├Ąnden schmelzen und sie mitrei├čen in meine Empfindungen. H├Âren, riechen und mit allen Sinnen genie├čen, wohin mich ihre Aura verleiten kann. Auf ihren Wogen der Zuneigung getragen werden die sich so ├╝bersch├Ąumend und himmelhoch durch meinen Kopf dr├Ąngen. Immer und immer wieder soll sie diesen Funken z├╝nden und mich wie ein Fegefeuer verschlingen. Will mich ihr g├Ąnzlich und ohne Verzicht offenbaren. Mit meinem Wunsch nach der vollkommenen Ekstase im Einklang, in ihr mein ersehntes Pendant zu finden.
Bei alledem und der sch├Ânsten Vorstellung darf nicht aus den Augen verloren werden, was es bedeuten und auswirken kann. Eine Beziehung nebenher zu f├╝hren wird niemals auf ewigs eine Aff├Ąre bleiben. Sie kann kurz und intensiv, trotz gefallen ganz schnell im Sande verlaufen oder ├╝ber Jahre hinweg gepflegt und ausgelebt sein. Doch es wird ein Punkt erlangt an dem ein Schluss oder ein g├Ąnzliches Einverleiben herbeigesehnt wird. Kann zur Trennung ihrer selbst oder des angestammten Lebens f├╝hren. Ganz sicher ist danach nichts mehr so, wie es einmal war! Es liegt an uns das Gegenteil zu beweisen und mit der Gen├╝gsamkeit und St├Ąrke, die wir besitzen und vorleben in der ganzen Zeit des Sehnens darauf, wird es uns vielleicht gelingen?
Dann sind wir untreu geliebt und lieben die Treue ÔÇŽuns nicht selbst verborgen zu bleiben!

__________________
keine

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