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Leselupe.de > Erzählungen
Undsoweiter...
Eingestellt am 06. 07. 2007 19:25


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Karl Feldkamp
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Auf das Eigentliche komme es an. Diese Erkenntnis erschloss sich Curt Rallmann eigentlich erst, als er sein fünfzigstes Lebensjahr und seine Frau, mit der er vierundzwanzig Jahre verheiratet war, hinter sich ließ. Denn als er vor einem Jahr Maria kennenlernte, zweiundzwanzig Jahre jünger als er, wollte Curt nicht mehr zur grauen Masse gehören, keine jener unsichtbaren Uniformen tragen, die sich nicht einmal durch unauffällige Rangabzeichen voneinander unterschieden.
Dann las er zufällig, obwohl er eigentlich nicht an Zufälle glaubt, in der Tageszeitung, die als sehr einflussreich bekannte Deutsche Eigentlichen-Liga habe Hermann Wahles zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Mit Hermann hatte er sich einst auf dem Schulhof geprügelt, als sie gemeinsam die Mittelstufe des Gymnasiums am Dom besuchten. Hermann, einen Kopf größer als Curt, galt als Weiberheld, war ein übles Lästermaul und gehörte zur Parallelklasse, in der es von eingebildeten Neureichensprösslingen nur so wimmelte.
In der Oberstufe verstanden sich Curt und Hermann besser und verstrickten sich in den Unterrichtspausen allenfalls in philosophische und politische Diskussionen oder das, was sie dafĂĽr hielten. Nach dem Abitur gingen sie getrennte Wege.
Curt Rallmann rief Hermann Wahles an Der lud Curt zur nächsten Sitzung der Ortsgruppe der Deutschen Eigentlichen-Liga ein.
Als Mitglied des Landtages und der Christlichen Union galt Hermann Wahles als Meister des unverbindlichen und polemischen Wortes und, kaum hatte er sich von der Veruntreuung von Steuergeldern zugunsten seiner Partei erholt, als aussichtsreicher Kandidat fĂĽr die Wahl zum Abgeordneten des Bundestages.
„Eigentlich muss man sich in der Politik festlegen!“ verriet er. „Besonders vor Wahlen wollen Wähler erfahren, für was du dich nach der Wahl einsetzen willst. Und eigentlich will jeder Wähler, dass du dich ausschließlich für ihn und seine Interessen engagierst.“
„Ja, aber…!“ setzte Kurt Ralfes an.
Wahles nickte zustimmend. „Selbstverständlich bin ich für dich da.“

Die Ortsgruppe tagte im Hinterzimmer des gutbürgerlichen Restaurants „Zum Nebel“, das seit knapp einhundertundfünfzig Jahren den Familiennamen ihres ersten Wirtes Hubertus Nebel trug. Und da im Herbst, Winter und Frühjahr die Leute unter starker Nebelbildung in dieser Gegend litten, hat der Name für die Gäste durchaus etwas Vertrautes. Über der Theke verewigte sich Hubertus Nebel mit einem geflügelten Wort. In geschnitzten antiken Lettern stand dort zu lesen: „Im Nebel musst du hinhören können.“
Offenbar diente das Hinterzimmer der hiesigen Sankt Sebastianus Schützengilde als Versammlungsraum und glich mit seinen Trophäen, Fahnen und Geweihen an den Wänden dem Herrenzimmer eines kleinen Jagdschlosses.
Die Tische waren in der Mitte zu einem Quadrat zusammengeschoben und Ortsvorsitzender Wahles wies Curt Rallmann einen Platz zu seiner Rechten an.
Nach einer guten Viertelstunde stellte Wahles fest, er müsse eigentlich die Sitzung eröffnen. Da aber Mitglieder fehlten, von denen er wisse, dass sie eigentlich kommen wollten, bitte er noch um Geduld.
Nach einer halben Stunde waren alle Plätze besetzt. Rallmann zählte 7 Teilnehmerinnen und 17 Teilnehmer. Wahles leierte – wie ein Notar einen Vertragstext – die üblichen Begrüßungs- und Einleitungsformeln herunter. Die Anwesenden ließen sich nicht bei ihren Unterhaltungen stören. Als der Vorsitzende jedoch mit der rechten Hand auf Curt Rallmann wies, wurde es still. Herzlich begrüßte Wahles ihn als Gast. Alle nickten, doch keiner sah Curt richtig an.
Der zweite Tagesordnungspunkt, der Bericht des Vorstandes, in dem häufig die Villa Scheinbar als Projekt höchster Eigentlichkeit erwähnt wurde, nahm viel Zeit in Anspruch. Nachfragen stellte niemand.
„Und jetzt…“ leitete Hermann Wahles schließlich den letzten Tagesordnungspunkt ein, „komme ich wie immer zum Eigentlichen. Dazu darf ich Sie zunächst wie gewohnt bitten, Ihre Gläser zu erheben.“
Alle griffen zu den vor ihnen auf dem Tisch stehenden zumeist leeren Wassergläsern, standen auf und prosteten sich lächelnd zu.
Hermann Wahles schwieg eine Weile, setzte eine Predigermiene auf und verkündete mit getragener Stimme: „Wir haben nur eine eigentliche Aufgabe, denn Eigentlich sind ausschließlich wir. Daher rufe ich Sie auf mit mir gemeinsam unsere Losung zu sprechen. Und sie murmelten: „Das Eigentliche ist eigentlich das Eigentliche.“
Wahles senkte demütig den Kopf. Alle Anwesenden taten es ihm nach und verharrten so, bis schließlich der Vorsitzende noch einmal sein Glas erhob und allen zuprostete. Danach klatschten sie Beifall und Curt Rallmann klatschte mit, während sich Wahles mehrfach in seine Richtung verbeugte.
„So, damit haben wir das Eigentliche hinter uns. Und somit beende ich unser Treffen und wünsche allen einen guten Heimweg.“
Anschließend kam Wahles auf Curt Rallmann zu. „Wenn Du Lust hast, begleite mich doch noch in die Villa Scheinbar. Das ist unser Vorzeigeprojekt.“
„Eigentlich wollte ich nicht so spät nach Hause kommen.“
Wahles lachte. „Lass deine neue Freundin ruhig im Ungewissen. Nichts bindet mehr als Warten und Hoffen. Daraus wird Sehnsucht. Du weißt doch, nur wer die Sehnsucht kennt …“
Auf dem Restaurantparkplatz hielt Wahles ihm die Tür seines Mercedes auf. Rallmann stieg ein. Nach kurzer Fahrt hielt der Wagen auf einem Kiesweg vor einer illuminierten neuromanischen Villa. Im Vorgarten standen Marmornachbildungen von Göttervater Zeus, der Venus von Milo und des Götterboten Hermes. Vor einer Freitreppe, die im Bogen links und rechts zur Tür der Villa hinauf führte, plätscherte ein Springbrunnen. Ein großmauliges Marmorgesicht spie Wasser über nackte Faune und Putten.
Wahles schloss die schwere Eingangstür der Villa auf. Im Flur, der auf eine große Diele führte, flammten Kerzen nachempfundene Wandbeleuchtungen auf. An einer korinthisch anmutenden Säule lehnte eine Frau in einem langen weißen kurzärmeligen Kleid. „Meine Herren, eigentlich habe ich schon früher mit Ihnen gerechnet.“
Wahles entschuldigte sich. „Eigentlich ist es unverzeihlich, eine schöne Frau warten zu lassen.“ Er zeigte auf Rallmann. „Aber wir hatten eine mögliche Neuaufnahme.“ Grinsend sah er Rallmann an. „Darf ich dir Frau von Ipse vorstellen und Ihnen Herrn Curt Rallmann?“
Die schlanke jung aussehende Frau, die ihren offenbar kleinen Busen mit einem Push up in einem eigentlich zu tiefen Dekolleté präsentierte, lächelte verzeihend, schob ihre hochgesteckten blonden Haare zurecht, balancierte ihnen auf hochhackigen Pumps entgegen. Sie reichte Rallmann die sorgfältig manikürte Hand. Und obwohl er sich zu einem Handkuss genötigt sah, drückte er nur sanft ihre Rechte und versuchte, ihr dabei in die Augen zu sehen, deren müder Blick seine Augen nicht erreichte.
„Es freut mich, wieder einen Neu-Eigentlichen in der Villa Scheinbar begrüßen zu können!“
Hermann Wahles verbeugte sich knapp. „Ich darf mich verabschieden.“ Er schob Rallmann sanft zu Frau von Ipse, machte auf den Hacken kehrt, ging zur Haustür, winkte, ohne sich umzusehen, mit beiden Händen und verschwand.
Wieder sah Frau von Ipse Curt Rallmann nicht wirklich an, leckte mit ihrer rosa Zungenspitze über ihre hellrot geschminkten Lippen und lächelte. „Wenn Sie mir bitte folgen wollen!“ Langsam und mit sparsam wirkungsvollem Hüftschwung stieg sie vor ihm die breite Treppe hinauf. Im ersten Stockwerk war von vier Türen die hintere auf der linken Seite angelehnt.
Frau von Ipse schob sie vorsichtig auf und wies ihm mit der Hand den Weg hinein. In dem schmalen Zimmer standen an beiden Längswänden grüne Polsterstühle. „Wenn Sie hier einen Moment Platz nehmen.“ Ihre Stimme klang verhalten, als wollte sie ihn auf drohende Gefahren vorbereiten. „Die Leiterin unseres Projekts wird sie sofort empfangen.“
Curt Rallmann setzte sich. Die weichen Polster des Stuhls gaben erstaunlich nach, während Frau von Ipse auf eine Tür zuging, über der ein Ölbild hing. Auf dem angestaubten Gemälde rang ein angeschossener Hirsch mit dem Tod, während nicht weit von ihm breitbeinig ein Jäger in golden funkelnder Jagduniform und mit noch rauchendem Gewehr stand. Neben dem am Boden liegende Hirsch in Höhe des Halses kniete ein Mann in einfachem grünen Rock und mit gezücktem Messer.
Frau von Ipse zog laut die TĂĽr ins Schloss. Curt erschrak.
Lange musste er nicht warten. Zunächst erschien Frau von Ipses Kopf, diesmal mit offenen langen Haaren, die ihr bis weit über die Schultern herabhingen. Sie stieß die Tür ganz auf, stand im langen schwarzen schulterfreien Kleid im Rahmen und lächelte. „Kommen Sie!“
Er folgte ihr in einen großen quadratischen Raum, dessen Fenster mit bodenlangen lichtundurchlässigen Vorhängen abgedunkelt waren. In der Mitte der Stirnwand gegenüber der Fensterfront loderten Flammen in einem großen Kamin. Wortlos wies Frau von Ipse auf den rechten der beiden ausladenden Polstersessel vor dem Kamin. Curt Rallmann ging auf das wuchtige Sitzmöbel zu. Als er mit dem Rücken dazu stand, gab Frau von Ipse ihm einen Stoß. Da saß er, während sie vor ihm und dem Kaminfeuer stand. Der dünne Stoff ihres Kleides war allenfalls ein dünner Schleier, der ihren schlanken wohlgeformten Körper mehr als erahnen ließ. Bis auf einen knappen Slip trug sie offenbar nichts darunter. „Herr Rallmann, damit wir uns nicht missverstehen: Eigentlich kommt es in diesem Haus nur auf das Eigentliche an.“ Ihre Stimme klang spöttisch. Sie ging zur Seite, setzte sich in den Sessel, der neben dem seinen stand und sah schweigend in die Flammen.
Da ihm nichts Besseres einfiel, fragte er schlieĂźlich, wann denn die Projektleiterin komme.
„Die sitzt eigentlich neben Ihnen.“ Ihre Stimme klang nahm plötzlich den Ton der einer Frau an, die keinerlei Widerspruch duldet.
„Sie spielen also in dieser Villa mehrere Rollen. Empfangsdame, Leiterin…, noch weitere?“
Schwungvoll zog sie ihr langes Kleid bis zu den Knien hoch und schlug ihre schlanken Beine ĂĽbereinander.
Rallmann musste sich räuspern. „Wollen Sie mich animieren, den Mann rauszukehren?“
Frau von Ipse lachte. „Für manche ist Gott das Eigentliche, für andere Leute ist Eigentliches nur eine ständige Ausrede.“
„Und für Sie?“
Wieder lachte sie, beugte sich zu ihm herüber und streichelte behutsam seine Hand. Er ließ es geschehen und grinste. „Sie versuchen sich als Geheimnisvolle…?“
„Wie man es von mir erwartet:“
Es war sehr warm vor dem Kamin. „Wieso, überlegte Rallmann, müsse eigentlich der Mann die Frau fragen, ob er sich seines Jacketts entledigen dürfe. Frauen beginnen, wenn sie die Zeit für reif halten, ungefragt sich auszuziehen oder ausziehen zu lassen. Die Männerentkleidungsfrage ist bestimmt aus Zeiten, als es noch keine wirksamen Deodorants gab. Angeblich kann männlicher Schweißgeruch auf Frauen erotisch anregend wirken. Aber natürlich auch total abregend.
„Sie können gern ihr Jackett ablegen!“ kam Frau von Ipse seiner Frage zuvor, ließ sich auch seine Krawatte geben, verschwand im Nebenraum, kehrte mit zwei Gläsern und einer Flasche Rotwein zurück, schenkte ein und reichte ihm ein Glas. „Auf das Eigentliche des Eigentlichen!“
Eine Weile blieb sie wieder zwischen ihm und dem Kaminfeuer stehen, sah auf Rallmann herab, lieĂź ihm Zeit, ihre Silhouette eingehend zu betrachten. Schlank, fast mager war sie. Dennoch wohl gerundet. Ihre HĂĽftknochen staken leicht hervor.
Curt Rallmann rutsche im Sessel nach vorn. Sie wich ihm aus, setze sich wieder in den Sessel daneben, seufzte und raunte: „Eigentlich ist alles das, was sie sich eigentlich nicht nehmen können. Ganz davon abgesehen, dass wir alle nur Eigentliche sind.“
Sie sah ihn längere Zeit schweigend von der Seite an, atmete tief ein und flüsterte: Wenn ich schweige, bin ich. Sobald ich rede, erzähle ich nur was.“
Rallmann schüttelte den Kopf. „Immerhin geben Sie sich für das Eigentliche her.“
Irgendwo lockte ein Telefon mit betörender Melodie. Frau von Ipse erhob sich und ging zu einem kleinen Tisch. „Von Ipse, Villa Scheinbar, Eigentlichen Liga:“ Schweigend hörte sie ihrem Telefongesprächspartner zu, wandte schließlich zögernd ein, sie habe eigentlich gerade keine Zeit und beendete das Gespräch mit „Eigentlich ist er ganz attraktiv. Also dann, bis später!“ Als sie zu ihrem Sessel zurückkehrte, legte sie zwischen Rallmann und dem Kamin erneut eine kurze Pause ein.
Als sie wieder saĂź, neigte Curt Rallmann sich zu ihr hinĂĽber und legte vorsichtig seine Hand auf ihren nackten Unterarm. Der zuckte kurz. Aber sie lieĂź ihn auf der Sessellehne liegen.
„Hermann Wahles hat gerade angerufen.“
Rallmann nickte.
Frau von Ipse entzog ihm den Arm. „Er war der letzte Freund meiner Mutter. Sie starb hier vor gut einem Jahr, fünf Jahre nach dem Tod meines Vaters. Hermann wollte nichts von meiner Mutter. Er hatte es eigentlich auf ihre Tochter abgesehen.“
„Auf Sie?“
Frau von Ipse hob beide Hände und ließ sie klatschend in den Schoß fallen. „Ich heiße übrigens Hildegard Maria. Meine Mutter hieß Maria Hildegard. Ist in der Familie von Ipse seit Generationen so üblich.“
„Und warum nahm Hermann Wahles mich mit zu Ihnen?“
„Er braucht Konkurrenten, verstehen Sie. Er muss der Bessere sein.“
„Aber für Sie interessieren sich doch bestimmt viel jüngere und viel attraktivere Männer.“
Diesmal zog sie ihr Kleid bis ĂĽber die Knie hoch.
„Mit der Hilfe der Liga finanziert Wahles unsere Villa und mich. Der Liga gehören ein paar millionenschwere Geldadelige an.“
„Aber wieso investieren die ihr Geld in die abnormen Liebschaften ihres Vorsitzenden?“
Frau von Ipse hob die nackten Schultern und lieĂź sie wieder fallen.
Curt Rallmann stand auf, kniete sich vor Hildegard Maria von Ipse auf den Boden, nahm ihre Hände, küsste sie sanft und lange, spürte ihre Knie an seiner Brust. Langsam glitt ein Knie nach rechts, das andere nach links.
Auf einmal entriss sie ihm die Hände, stieß ihn zurück, stand auf und verschwand durch die Zimmertür.
Rallmann ließ sich heftig atmend in Hildegard Maria von Ipses Sessel fallen, starrte lange in die Flammen des Kaminfeuers, hörte plötzlich ein Geräusch, drehte sich um.
Hildegard Maria von Ipse stand hinter ihm im weißen Kleid, die blonden Haare sorgfältig hochgesteckt. Lächelnd. „Eigentlich, Herr Rallmann, kennen Sie jetzt unser Projekt. Wenn Sie mir bitte folgen würden. Ein Taxi habe ich Ihnen bereits gerufen.“

__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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maerchenhexe
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lieber Karl,

bin gerade erst auf deine Erzählung gestoßen und finde die Überschrift trefflich gewählt. Eine Erzählung, die man eigentlich dauernd weiterspinnen könnte. Die feine Ironie und das leise, gesellschaftskritische auf die Schippe nehmen mag ich. Wie war das noch gleich? ...Wenn ich schweige, bin ich. Wenn ich rede, erzähle ich nur was? Ich mag sie deine kleine Erzählung, nur ziemlich mittig wurde sie mir etwas langatmig,

liebe GrĂĽĂźe
maerchenhexe
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Tend the garden, that you seeded,
be a friend, where a friend is needed and you won't have to look round the other way.

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Karl Feldkamp
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Liebe maerchenhexe,
zunächst einmal freue ich mich, dass du meine Geschichte noch einmal ausgegraben hast und ihren realtiv langen Text gelesen hast. Über deine weitgehend positive Kritik habe ich mich selbstverständlich sehr gefreut. Könntest du mir bitte genauer angeben, an welchen Stgellen in der Mitte die Erzählung langatmig zu werden beginnt!!? Ich würde gern noch ein wenig an der Spannung arbeiten.
Liebe GrĂĽĂźe
Karl
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maerchenhexe
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lieber Karl,

Auf das Eigentliche komme es an. Diese Erkenntnis erschloss sich Curt Rallmann eigentlich erst, als er sein fünfzigstes Lebensjahr und seine Frau, mit der er vierundzwanzig Jahre verheiratet war, hinter sich ließ. Denn als er vor einem Jahr Maria kennenlernte, zweiundzwanzig Jahre jünger als er, wollte Curt nicht mehr zur grauen Masse gehören, keine jener unsichtbaren Uniformen tragen, die sich nicht einmal durch unauffällige Rangabzeichen voneinander unterschieden.
Dann las er zufällig, obwohl er eigentlich nicht an Zufälle glaubt, in der Tageszeitung, die als sehr einflussreich bekannte Deutsche Eigentlichen-Liga habe Hermann Wahles zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Mit Hermann hatte er sich einst auf dem Schulhof geprügelt, als sie gemeinsam die Mittelstufe des Gymnasiums am Dom besuchten. Hermann, einen Kopf größer als Curt, galt als Weiberheld, war ein übles Lästermaul und gehörte zur Parallelklasse, in der es von eingebildeten Neureichensprösslingen nur so wimmelte.
In der Oberstufe verstanden sich Curt und Hermann besser und verstrickten sich in den Unterrichtspausen allenfalls in philosophische und politische Diskussionen oder das, was sie dafĂĽr hielten. Nach dem Abitur gingen sie getrennte Wege.
Curt Rallmann rief Hermann Wahles an Der lud Curt zur nächsten Sitzung der Ortsgruppe der Deutschen Eigentlichen-Liga ein.
Als Mitglied des Landtages und der Christlichen Union galt Hermann Wahles als Meister des unverbindlichen und polemischen Wortes und, kaum hatte er sich von der Veruntreuung von Steuergeldern zugunsten seiner Partei erholt, als aussichtsreicher Kandidat fĂĽr die Wahl zum Abgeordneten des Bundestages.
„Eigentlich muss man sich in der Politik festlegen!“ verriet er. „Besonders vor Wahlen wollen Wähler erfahren, für was du dich nach der Wahl einsetzen willst. Und eigentlich will jeder Wähler, dass du dich ausschließlich für ihn und seine Interessen engagierst.“
„Ja, aber…!“ setzte Kurt Ralfes an.
Wahles nickte zustimmend. „Selbstverständlich bin ich für dich da.“

Die Ortsgruppe tagte im Hinterzimmer des gutbürgerlichen Restaurants „Zum Nebel“, das seit knapp einhundertundfünfzig Jahren den Familiennamen ihres ersten Wirtes Hubertus Nebel trug. Und da im Herbst, Winter und Frühjahr die Leute unter starker Nebelbildung in dieser Gegend litten, hat der Name für die Gäste durchaus etwas Vertrautes. Über der Theke verewigte sich Hubertus Nebel mit einem geflügelten Wort. In geschnitzten antiken Lettern stand dort zu lesen: „Im Nebel musst du hinhören können.“
Offenbar diente das Hinterzimmer der hiesigen Sankt Sebastianus Schützengilde als Versammlungsraum und glich mit seinen Trophäen, Fahnen und Geweihen an den Wänden dem Herrenzimmer eines kleinen Jagdschlosses.
Die Tische waren in der Mitte zu einem Quadrat zusammengeschoben und Ortsvorsitzender Wahles wies Curt Rallmann einen Platz zu seiner Rechten an.
Nach einer guten Viertelstunde stellte Wahles fest, er müsse eigentlich die Sitzung eröffnen. Da aber Mitglieder fehlten, von denen er wisse, dass sie eigentlich kommen wollten, bitte er noch um Geduld.
Nach einer halben Stunde waren alle Plätze besetzt. Rallmann zählte 7 Teilnehmerinnen und 17 Teilnehmer. Wahles leierte – wie ein Notar einen Vertragstext – die üblichen Begrüßungs- und Einleitungsformeln herunter. Die Anwesenden ließen sich nicht bei ihren Unterhaltungen stören. Als der Vorsitzende jedoch mit der rechten Hand auf Curt Rallmann wies, wurde es still. Herzlich begrüßte Wahles ihn als Gast. Alle nickten, doch keiner sah Curt richtig an.
Der zweite Tagesordnungspunkt, der Bericht des Vorstandes, in dem häufig die Villa Scheinbar als Projekt höchster Eigentlichkeit erwähnt wurde, nahm viel Zeit in Anspruch. Nachfragen stellte niemand.
„Und jetzt…“ leitete Hermann Wahles schließlich den letzten Tagesordnungspunkt ein, „komme ich wie immer zum Eigentlichen. Dazu darf ich Sie zunächst wie gewohnt bitten, Ihre Gläser zu erheben.“
Alle griffen zu den vor ihnen auf dem Tisch stehenden zumeist leeren Wassergläsern, standen auf und prosteten sich lächelnd zu.
Hermann Wahles schwieg eine Weile, setzte eine Predigermiene auf und verkündete mit getragener Stimme: „Wir haben nur eine eigentliche Aufgabe, denn Eigentlich sind ausschließlich wir. Daher rufe ich Sie auf mit mir gemeinsam unsere Losung zu sprechen. Und sie murmelten: „Das Eigentliche ist eigentlich das Eigentliche.“
Wahles senkte demütig den Kopf. Alle Anwesenden taten es ihm nach und verharrten so, bis schließlich der Vorsitzende noch einmal sein Glas erhob und allen zuprostete. Danach klatschten sie Beifall und Curt Rallmann klatschte mit, während sich Wahles mehrfach in seine Richtung verbeugte.
„So, damit haben wir das Eigentliche hinter uns. Und somit beende ich unser Treffen und wünsche allen einen guten Heimweg.“ (finde ich gelungen)Die Beschreibung dieser meistens in Nebensälen oder Hinterzimmern stattfindenden Versammlungen Anschließend kam Wahles auf Curt Rallmann zu. „Wenn Du Lust hast, begleite mich doch noch in die Villa Scheinbar. Das ist unser Vorzeigeprojekt.“
„Eigentlich wollte ich nicht so spät nach Hause kommen.“
Wahles lachte. „Lass deine neue Freundin ruhig im Ungewissen. Nichts bindet mehr als Warten und Hoffen. Daraus wird Sehnsucht. Du weißt doch, nur wer die Sehnsucht kennt …“
Auf dem Restaurantparkplatz hielt Wahles ihm die Tür seines Mercedes auf. Rallmann stieg ein. Nach kurzer Fahrt hielt der Wagen auf einem Kiesweg vor einer illuminierten neuromanischen Villa. Im Vorgarten standen Marmornachbildungen von Göttervater Zeus, der Venus von Milo und des Götterboten Hermes. Vor einer Freitreppe, die im Bogen links und rechts zur Tür der Villa hinauf führte, plätscherte ein Springbrunnen. Ein großmauliges Marmorgesicht spie Wasser über nackte Faune und Putten.
Wahles schloss die schwere Eingangstür der Villa auf. Im Flur, der auf eine große Diele führte, flammten Kerzen nachempfundene Wandbeleuchtungen auf. An einer korinthisch anmutenden Säule lehnte eine Frau in einem langen weißen kurzärmeligen Kleid. „Meine Herren, eigentlich habe ich schon früher mit Ihnen gerechnet.“
Wahles entschuldigte sich. „Eigentlich ist es unverzeihlich, eine schöne Frau warten zu lassen.“ Er zeigte auf Rallmann. „Aber wir hatten eine mögliche Neuaufnahme.“ Grinsend sah er Rallmann an. „Darf ich dir Frau von Ipse vorstellen und Ihnen Herrn Curt Rallmann?“
Die schlanke jung aussehende Frau, die ihren offenbar kleinen Busen mit einem Push up in einem eigentlich zu tiefen Dekolleté präsentierte, lächelte verzeihend, schob ihre hochgesteckten blonden Haare zurecht, balancierte ihnen auf hochhackigen Pumps entgegen. Sie reichte Rallmann die sorgfältig manikürte Hand. Und obwohl er sich zu einem Handkuss genötigt sah, drückte er nur sanft ihre Rechte und versuchte, ihr dabei in die Augen zu sehen, deren müder Blick seine Augen nicht erreichte.
„Es freut mich, wieder einen Neu-Eigentlichen in der Villa Scheinbar begrüßen zu können!“
Hermann Wahles verbeugte sich knapp. „Ich darf mich verabschieden.“ Er schob Rallmann sanft zu Frau von Ipse, machte auf den Hacken kehrt, ging zur Haustür, winkte, ohne sich umzusehen, mit beiden Händen und verschwand.
Wieder sah Frau von Ipse Curt Rallmann nicht wirklich an, leckte mit ihrer rosa Zungenspitze über ihre hellrot geschminkten Lippen und lächelte. „Wenn Sie mir bitte folgen wollen!“ Langsam und mit sparsam wirkungsvollem Hüftschwung stieg sie vor ihm die breite Treppe hinauf. Im ersten Stockwerk war von vier Türen die hintere auf der linken Seite angelehnt.
Frau von Ipse schob sie vorsichtig auf und wies ihm mit der Hand den Weg hinein. In dem schmalen Zimmer standen an beiden Längswänden grüne Polsterstühle. „Wenn Sie hier einen Moment Platz nehmen.“ Ihre Stimme klang verhalten, als wollte sie ihn auf drohende Gefahren vorbereiten. „Die Leiterin unseres Projekts wird sie sofort empfangen.“
Curt Rallmann setzte sich. Die weichen Polster des Stuhls gaben erstaunlich nach, während Frau von Ipse auf eine Tür zuging, über der ein Ölbild hing. Auf dem angestaubten Gemälde rang ein angeschossener Hirsch mit dem Tod, während nicht weit von ihm breitbeinig ein Jäger in golden funkelnder Jagduniform und mit noch rauchendem Gewehr stand. Neben dem am Boden liegende Hirsch in Höhe des Halses kniete ein Mann in einfachem grünen Rock und mit gezücktem Messer.
Frau von Ipse zog laut die TĂĽr ins Schloss. Curt erschrak.
Lange musste er nicht warten. Zunächst erschien Frau von Ipses Kopf, diesmal mit offenen langen Haaren, die ihr bis weit über die Schultern herabhingen. Sie stieß die Tür ganz auf, stand im langen schwarzen schulterfreien Kleid im Rahmen und lächelte. „Kommen Sie!“
Er folgte ihr in einen großen quadratischen Raum, dessen Fenster mit bodenlangen lichtundurchlässigen Vorhängen abgedunkelt waren. In der Mitte der Stirnwand gegenüber der Fensterfront loderten Flammen in einem großen Kamin. Wortlos wies Frau von Ipse auf den rechten der beiden ausladenden Polstersessel vor dem Kamin. Curt Rallmann ging auf das wuchtige Sitzmöbel zu. Als er mit dem Rücken dazu stand, gab Frau von Ipse ihm einen Stoß. Da saß er, während sie vor ihm und dem Kaminfeuer stand. Der dünne Stoff ihres Kleides war allenfalls ein dünner Schleier, der ihren schlanken wohlgeformten Körper mehr als erahnen ließ. Bis auf einen knappen Slip trug sie offenbar nichts darunter. „Herr Rallmann, damit wir uns nicht missverstehen: Eigentlich kommt es in diesem Haus nur auf das Eigentliche an.“ Ihre Stimme klang spöttisch. Sie ging zur Seite, setzte sich in den Sessel, der neben dem seinen stand und sah schweigend in die Flammen.
Da ihm nichts Besseres einfiel, fragte er schlieĂźlich, wann denn die Projektleiterin komme.
„Die sitzt eigentlich neben Ihnen.“ Ihre Stimme klang nahm plötzlich den Ton der einer Frau an, die keinerlei Widerspruch duldet.
„Sie spielen also in dieser Villa mehrere Rollen. Empfangsdame, Leiterin…, noch weitere?“
Schwungvoll zog sie ihr langes Kleid bis zu den Knien hoch und schlug ihre schlanken Beine ĂĽbereinander.
Rallmann musste sich räuspern. „Wollen Sie mich animieren, den Mann rauszukehren?“
Frau von Ipse lachte. „Für manche ist Gott das Eigentliche, für andere Leute ist Eigentliches nur eine ständige Ausrede.“
„Und für Sie?“
Wieder lachte sie, beugte sich zu ihm herüber und streichelte behutsam seine Hand. Er ließ es geschehen und grinste. „Sie versuchen sich als Geheimnisvolle…?“
„Wie man es von mir erwartet:“
Es war sehr warm vor dem Kamin. „Wieso, überlegte Rallmann, müsse eigentlich der Mann die Frau fragen, ob er sich seines Jacketts entledigen dürfe. Frauen beginnen, wenn sie die Zeit für reif halten, ungefragt sich auszuziehen oder ausziehen zu lassen. Die Männerentkleidungsfrage ist bestimmt aus Zeiten, als es noch keine wirksamen Deodorants gab. Angeblich kann männlicher Schweißgeruch auf Frauen erotisch anregend wirken. Aber natürlich auch total abregend.
„Sie können gern ihr Jackett ablegen!“ kam Frau von Ipse seiner Frage zuvor, ließ sich auch seine Krawatte geben, verschwand im Nebenraum, kehrte mit zwei Gläsern und einer Flasche Rotwein zurück, schenkte ein und reichte ihm ein Glas. „Auf das Eigentliche des Eigentlichen!“
Eine Weile blieb sie wieder zwischen ihm und dem Kaminfeuer stehen, sah auf Rallmann herab, lieĂź ihm Zeit, ihre Silhouette eingehend zu betrachten. Schlank, fast mager war sie. Dennoch wohl gerundet. Ihre HĂĽftknochen staken leicht hervor.
Curt Rallmann rutsche im Sessel nach vorn. Sie wich ihm aus, setze sich wieder in den Sessel daneben, seufzte und raunte: „Eigentlich ist alles das, was sie sich eigentlich nicht nehmen können. Ganz davon abgesehen, dass wir alle nur Eigentliche sind.“
Sie sah ihn längere Zeit schweigend von der Seite an, atmete tief ein und flüsterte: Wenn ich schweige, bin ich. Sobald ich rede, erzähle ich nur was.“
Rallmann schüttelte den Kopf. „Immerhin geben Sie sich für das Eigentliche her.“
Irgendwo lockte ein Telefon mit betörender Melodie. Frau von Ipse erhob sich und ging zu einem kleinen Tisch. „Von Ipse, Villa Scheinbar, Eigentlichen Liga:“ Schweigend hörte sie ihrem Telefongesprächspartner zu, wandte schließlich zögernd ein, sie habe eigentlich gerade keine Zeit und beendete das Gespräch mit „Eigentlich ist er ganz attraktiv. Also dann, bis später!“ Als sie zu ihrem Sessel zurückkehrte, legte sie zwischen Rallmann und dem Kamin erneut eine kurze Pause ein.
Als sie wieder saĂź, neigte Curt Rallmann sich zu ihr hinĂĽber und legte vorsichtig seine Hand auf ihren nackten Unterarm. Der zuckte kurz. Aber sie lieĂź ihn auf der Sessellehne liegen.
„Hermann Wahles hat gerade angerufen.“
Rallmann nickte.
Frau von Ipse entzog ihm den Arm. „Er war der letzte Freund meiner Mutter. Sie starb hier vor gut einem Jahr, fünf Jahre nach dem Tod meines Vaters. Hermann wollte nichts von meiner Mutter. Er hatte es eigentlich auf ihre Tochter abgesehen.“
„Auf Sie?“
Frau von Ipse hob beide Hände und ließ sie klatschend in den Schoß fallen. „Ich heiße übrigens Hildegard Maria. Meine Mutter hieß Maria Hildegard. Ist in der Familie von Ipse seit Generationen so üblich.“
„Und warum nahm Hermann Wahles mich mit zu Ihnen?“
„Er braucht Konkurrenten, verstehen Sie. Er muss der Bessere sein.“
„Aber für Sie interessieren sich doch bestimmt viel jüngere und viel attraktivere Männer.“
Diesmal zog sie ihr Kleid bis ĂĽber die Knie hoch.
„Mit der Hilfe der Liga finanziert Wahles unsere Villa und mich. Der Liga gehören ein paar millionenschwere Geldadelige an.“
„Aber wieso investieren die ihr Geld in die abnormen Liebschaften ihres Vorsitzenden?“
Frau von Ipse hob die nackten Schultern und lieĂź sie wieder fallen.
Curt Rallmann stand auf, kniete sich vor Hildegard Maria von Ipse auf den Boden, nahm ihre Hände, küsste sie sanft und lange, spürte ihre Knie an seiner Brust. Langsam glitt ein Knie nach rechts, das andere nach links. [b](Es ist die Villen-Szene, lieber Karl, die für mich als Leser die Spannung nicht hält. Vorher hast du kontinuierlich meine Neugier geweckt, ich wollte immer wissen, wie es weiter geht mit Rallmann, aber hier versinkt er leider in der Beschreibung der Villa. . Die Szenenbeschreibung an sich ist sehr gelungen, aber die Interaktionen zwischen Frau von Ipse und ihm treten unweigerlich zurück. Der Rahmen scheint hier plötzlich wesentlich eindrucksvoller als die Handlung. Vielleicht müsstest du die Dialoge schärfer oder noch pointierter formulieren, damit sie Stand halten können.)[/b]Auf einmal entriss sie ihm die Hände, stieß ihn zurück, stand auf und verschwand durch die Zimmertür.
Rallmann ließ sich heftig atmend in Hildegard Maria von Ipses Sessel fallen, starrte lange in die Flammen des Kaminfeuers, hörte plötzlich ein Geräusch, drehte sich um.
Hildegard Maria von Ipse stand hinter ihm im weißen Kleid, die blonden Haare sorgfältig hochgesteckt. Lächelnd. „Eigentlich, Herr Rallmann, kennen Sie jetzt unser Projekt. Wenn Sie mir bitte folgen würden. Ein Taxi habe ich Ihnen bereits gerufen.“

(Dein Schluss macht mich wieder richtig wach, da bin ich wieder drin in der Erzählung)

Ich habe in deinen Text hineingeschrieben, weil ich vielleicht so am Besten deutlich machen kann, wo für mich als Leser dr Knackpunkt liegt. Hoffe, dass es dir etwas Anregung bietet. Wie schon gesagt, die Beschreibung der prächtigen Villa bleibt haften, -was sie zum Teil auch sicherlich soll- aber die handelnden Figuren gehen verloren.

ganz lieber GruĂź
maerchenhexe
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Karl Feldkamp
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Liebe Maerchenhexe,
natürlich danke ich dir, dass du dir die Arbeit gemacht hast. Ich glaube, ich haber begriffen, was du meinst. In den nächsten Tagen werde ich daran arbeiten.

Liebe GrĂĽĂźe
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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