Sollten die Wege durch mein Leben
nicht gerade sein?
Sollten sie nicht frei sein von Stellen,
an denen ich straucheln kann?
Stattdessen wanden sie sich
in ungeahnter Weise,
machten das Fortkommen schwer,
wo es doch leicht sein sollte.
Schluchten, Berge und reißende Flüsse,
tosende Meere und Klippen aus Felsengestein…
Das Schicksal kennt viele Hindernisse
und wirft sie in den Weg.
Menschen sah ich fern am Horizont,
kein weiter Weg, so wie der Vogel fliegt.
Doch verschlungen war der Pfad.
Wie sollt ich sie erreichen?
Wo war der Ausweg?
Sollte ich eine Taube sein, die ihre Flügel
entfaltet im Wind
und sich erhebt und fliegt?
Zurücksetzen wollt ich die Zeit.
Doch ginge nicht manches verloren,
was gut war und wunderbar
und unfasslich schön ist?
Gehorsam ging den verschlungnen Pfad,
gezeichnet war er durch mein Tun in der Vergangenheit.
Gerader Weg – er war nicht möglich.
Ich wollt die Tränen nicht. Sie trübten meinen Blick.
Und so hob ich die Lider, wollt Hoffnung sehn an diesem Ort
und sah sie nicht.
So hockt ich nieder mich im Mittelpunkt der Dunkelheit,
schlang meine Arme um mich selbst und wollte selbst mich wärmen.
Sah ein Gesicht, doch fern war es,
schien unerreichbar und nicht greifbar und berührbar,
ein ferner Stern in der Unendlichkeit der Zeit.
Freundliche Hände, sanft und voller Stärke,
ich spürte plötzlich sie, als sie mich stützten.
Und Schritt für Schritt, ein wenig schwankend noch,
ging ich auf gradem Weg zum Licht.
Ich fühlte Kraft in mir, war unbesiegbar.
Da war die Stimme aus der Ferne,
ich hörte sie,
und wie sie mich beim Namen nannte
im späten Sommer unsres Lebens.
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Einsam ist, wer für niemand die Nummer eins ist.
(Helene Deutsch)
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Paulina Häufig gelesener Autor
Registriert: Jun 2010
Oje!
Wenn man nur zwei Punkte für sein "Werk" bekommt, dann wäre es gut zu wissen, was daran so schlecht ist. :-)
Die Punktebewertung nützt mir so gar nichts.
Hilfreicher wären Hinweise, wie ich es besser machen kann. :-)
Nur keine Scheu, ich bin hart im Nehmen, und außerdem will ich ja lernen.
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Einsam ist, wer für niemand die Nummer eins ist.
(Helene Deutsch)
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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet
Hallo Paulina,
ich sehe und lese lyrische Prosa. Und zwar eine recht gute.
Der Titel ist passend gewählt und die Verse klingen melodisch. -
Inhaltlich beziehst du dich auf das Aufbegehren eines vermeintlich Gescheiterten, der zunächst nicht verstehen kann, was ihm geschehen ist.
Erst in seinem Lebensherbst erwirbt LyrI Erkenntnis - und Demut.
Natürlich könntest du kürzen; für mich persönlich liest es sich aber wie aus einem Guss. - [Lyrische Prosa hat es derzeit (noch) schwer in der Lupe. Ich hoffe aber, dass sich dies bald ändern wird.]
LG, der8.
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Ralf Langer Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009
schwer zu verarbeiten für mich.
noch schwierieger es zu begründen.
ich gebe heidrun recht, daß dieser text einen
rhythmus hat, der ihn in ein lyrisches licht stellt.
ich mag den formalismus des textes, sprich aufbau durch
fragestellungen nicht.
deine fragen - in der ersten häfte sind es fünf- sind für meinen
geschmack lückenfüller, als warst du hier auf der suche nach etwas
was du nicht gefunden hast -worte? - und hier stehen sie:
ich lese sie gutwillig als rein rhetorisch.
da kann ich als leser immer nur sagen:
ja so ist das leben.
Du:
Sollten die Wege durch mein Leben
nicht gerade sein?
Sollten sie nicht frei sein von Stellen,
an denen ich straucheln kann?
Ich: bliebe hier sprach bzw. wortlos
denn über die antwort solcher fragen schriebe ich ein gedicht
Hallo.....ich mag keine Texte, die durch Zeilenumbrüche als Lyrik getarnt werden... wenn Du dein Werk als Prosa schreibst, ergibt es einen ziemlich banalen Text mit Binsenweisheiten.....du benutzt arg gebeutelte Metaphern ( insbesondere in der dritten Strophe )...der Taubenvergleich wirkt überhaupt nicht auf mich...der verschlungene Pfad, der dann zum Licht führt rettet die Sache auch nicht mehr und ist zu vorhersehbar....
ich weiß, dass Du eine gute Schreiberin bist ( habe einige Deiner Texte gelesen)..........
nichtbösesein von revilo........
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Bernd
Foren-Redakteur Routinierter Autor
Registriert: Aug 2000
Ich will jetzt nicht entscheiden, ob es lyrische Prosa oder Prosalyrik ist, ich nehme aber doch an, das letztere.
Meine Argumente:
Lyrik hat einige wesentliche Strukturmerkmale und in verschiedenen Kulturen und Zeiten gibt es auch unterschiedliche Einordnungen.
Als ein in der Wikipedia angegebenes Strukturmerkmal ist, dass sie "überstrukturiert" Hier klicken sei.
Sie ist stärker strukturiert als ein Prosatext. Die notwendige Art der Struktur hat sich in den vergangenen Jahrhunderten geändert.
Opitz verwendet im "Buch von der Deutschen Poeterey" Hier klicken noch die Auffassung, dass Jambus und Trochäus wesentliche Merkmale seien.
Später (Klopstock) wurden die antiken Formen wieder eingeführt und auf das deutsche Gedicht übertragen. Die Formsprache wurde dabei aber stark fixiert und sehr fest.
Etwa seit Ende des 19., aber vor allem im 20. Jahrhundert löste sich alles auf und fast jede in Verse und Strophen strukturierte Form wurde möglich, bis zum Extrem, dass keine Wörter mehr benötigt wurden, wie bei Morgensterns "Fisches Nachtgesang".
Nunmehr entstanden sehr viele "ismen": Impressionismus, Expressionismus, Dadaismus, Futurismus und viele andere.
Allmählich wurde in moderner deutsche Dichtung der Reim verpönt, bald litten außer in komischer und satirischer Dichtung auch andere Strukturen.
Sobald jemand neue Grenzen setzte, wurden sie überwunden/übersprungen/ignoriert.
Im vorliegenden Gedicht (ich sage hier "Gedicht" und nicht "Prosawerk") gibt es eine klare Struktur in Verse und Strophen. Gegenüber Prosa ist das bereits "überstrukturiert".
Jeder Vers enthält einen eigenen Gedanken - zumindest einen in sich geschlossenen Gedankenabschnitt.
Jede Strophe hat im Prinzip einen größeren - fast abgeschlossenen - Gedanken.
Was es der Prosa annähert ist, dass wir keine gebundene Sprache haben, sondern einen freien Rhythmus.
Damit haben wir keine als Lyrik "getarnte" Prosa.
Aber: Der Gedanke hat durchaus Wurzeln, die in der Entwicklung der Lyrik begründet sind. Nicht jeder macht alle Schritte mit.
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Ein Merkmal der Lyrik ist die Verwendung von Metaphern. Das ist hier der Fall, sogar in starkem Maße.
Natürlich kann auch Prosa Metaphern haben.
Ohne die Einteilung in Verse und Strophen würde ich es als Kurzprosa betrachten.
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Copy-Left, samisdada
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