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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Violas Kind
Eingestellt am 21. 11. 2001 09:03


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Schreiend lief sie durch die Gegend, hielt sich die Ohren zu. Stan blickte ihr nach. „Sie muss jetzt komplett verrĂŒckt geworden sein gab er seinen Kommentar an Torsten. Ich habe die Kleine schon vor ihr in Sicherheit gebracht. Sie ist jetzt bei meiner Schwester.

„Meine Schwester kann mit Kindern umgehen, was sie offensichtlich ja nicht auf die Reihe kriegt.“ „Glaubst du nicht, dass du da etwas voreilig gehandelt hast?“ unterbrach Torsten seinen Redeschwall.

„Du musst es ja nicht mit ansehen, wie sie das Kind wickelt! Sie fasst es nicht richtig an. Du glaubst jeden Moment, es fĂ€llt vom Wickeltisch!“

„Aber das könnte man doch auch anders regeln, du könntest ihr Mutter kommen lassen zu den Wickelzeiten.“ „Das hat mir noch gefehlt!“ fiel Stan dazu nur ein. „Nein, nein, bei meiner Schwester ist sie bestens aufgehoben!“

So musste Antonia jetzt zu ihrer SchwĂ€gerin gehen, wenn sie einmal ihr Kind sehen wollte und sie wollte es stĂ€ndig sehen. Sie vermisste es so. NatĂŒrlich hatte sie keine Erfahrung mit Kindern umzugehen, es war ja ihr erstes Kind.

Was fĂŒhlte dieser Mensch, wenn er ihr das antat? Er war so brutal zu ihr. Liebte er sie denn gar nicht? Er war immer unterwegs, kam erst spĂ€t nach Hause wegen seiner Überstunden und außerdem brauchte seine Schwester ihn. Er hatte ihr Haus gebaut, als er frisch geschieden war, aber es gab noch einiges zu tun. Es war ein Musterhaus, mit allen Schikanen.

Sandra wusste, was sie ihm schuldig war und sie tat es gerne fĂŒr ihn und nun stand da wieder seine Frau vor der HaustĂŒr und bettelte um Einlass. Sie ließ sie herein, war die Arbeit mit dem Kind sowieso schon erledigt. Es saß satt und zufrieden im Laufstall.

Viola stĂŒrzte ohne Gruß hinein ins Haus und nahm ihre Kleine aus dem Laufstall. Das Kind lachte, als es seine Mutter sah und diese setzte sich kommentarlos an den Tisch, um es auf ihrem Schoß zu halten und zu streicheln, das Einzige, war man ihr gestattete zu tun, wohl auch das Einzige, wozu die Geschwister ihres Mannes sowie er selber nicht fĂ€hig waren.

„Das Jugendamt weiß bescheid, dass das Kind vorlĂ€ufig hier ist!“ bekam Viola von ihrer SchwĂ€gerin mitgeteilt. Schon liefen ihr die TrĂ€nen herunter. Sie fĂŒhlte sich so ohnmĂ€chtig.
Sie musste versuchen, zum Jugendamt zu kommen.

Auch sie hatten ein schönes Haus, dass ihr Mann ihnen gebaut hatte, doch was sollte sie ganz alleine dort, wenn Stan erst spĂ€t nach Hause kam? Sie musste unentwegt an Tanja denken. Ihre kleine sĂŒĂŸe Tanja, die von Sandra sicher gut versorgt wurde, aber es war doch ihr Kind!

Es waren drei schöne Jahre, in denen sie Stan geliebt und verwöhnt hatte und das war’s.
Jetzt ab mit ihr in die Psychiatrie. Scheidung war angesagt und das Kind? Sie sah es nur noch selten!

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visco
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Violas Kind

Liebe Anemone,

ein recht komplexer Sachverhalt, in meinen Augen viel zu knapp und damit nicht nachvollziehbar dargelegt.
Das Thema wird leider nur angerissen, die Charaktere bleiben flach, scheinbare Fakten werden im Protokollstil aneinandergereiht. Zuvieles bleibt meines Erachtens Spekulation: ZusammenhĂ€nge, Hintergrundinformationen, BeweggrĂŒnde, CharakterzĂŒge, die ein konkreteres Bild der Situation und ein Vorhersehen der weiteren Entwicklung ermöglicht hĂ€tten.
Und wer ist eigentlich 'Antonia'?

Am Ende bin ich ganz fĂŒrchterlich enttĂ€uscht. "Jetzt ab mit ihr in die Psychiatrie. Scheidung war angesagt und das Kind? Sie sah es nur noch selten!" - abgehandelt, fertig.
Mir persönlich ist das einfach zuwenig. Ohne nĂ€here Informationen (speziell ĂŒber die auftretenden Charaktere) ist es fĂŒr mich unmöglich zu beurteilen, wer die 'Guten' und wer die 'Bösen' sind, und ob das (im Sinne des Kindes) nun ein gutes Ende ist oder nicht.
Ich will mir aber selbst ein Bild machen können, und da der Text mir das verweigert, bin ich enttÀuscht.


Nun kann ich nicht wissen, ob du dir nur etwas von der Seele geschrieben hast, dir einfach ÂŽmal Luft machen wolltest und dir deine Leser dabei eigentlich ziemlich egal sind. Falls letzteres aber nicht der Fall sein sollte, dann darf ich dich hoffentlich ganz vorsichtig daran erinnern, daß Leser lieber verwöhnt werden.

Liebe GrĂŒĂŸe,
      Viktoria


__________________
Ich hatte eine Lösung gefunden, nur passte sie nicht zum Problem.

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
Kommentare: 977
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Du hast recht,

ich wollte mir etwas von der Seele schreiben, die Geschichte ist authentisch, fĂŒr eine Kurzgeschichte zu knapp
muss sie besser ausarbeiten, damit auch der Leser etwas davon versteht, im Moment ist mir da die Zeit zu knapp gewesen. Bitte um Nachsicht. Sicher wird sie unter ErzÀhlungen neu erscheinen im nÀchsten Jahr

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