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Leselupe.de > Ungereimtes
Von A nach B
Eingestellt am 21. 01. 2001 14:21


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Sam_Naseweiss
Guest
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Ich sitze im Zug
muß von A nach B
alle mĂŒssen da hin
irgendwie traurig, ich weiß
einige nennen das Leben

Der Zug hÀlt
Mir gegenĂŒber setzt sich ein
junges MĂ€dchen auf einen freien Platz
sie hat einen kurzen Rock und einen engen
schwarzen Pullover an
in meinen Gedanken lasse ich sie ihren Rock
nach oben ziehen
manchmal erfĂŒllen sich TrĂ€ume, meistens nicht
plötzlich steht sie auf und öffnet meine Hose
eine Sprungfeder mit so einem kleinen Teufel vorne dran springt heraus und grinst frech
das passiert mir öfters

Naja, der Zug fÀhrt weiter
er fÀhrt immer weiter
von A nach B eben
es gibt immer ein A nach B
nicht etwa ein Kreis von A nach B
nein, immer nur ein A nach B
komisch eigentlich

Aber ĂŒber das Wetter denken wir ja auch nicht nach
der Schmerz ist da, der Regen fÀllt
komm mir jetzt bloß nicht mit der Sonne,
die gelegentlich scheinen wĂŒrde usw
Wörter, SÀtze
wenn wir Dinge oft in den Mund nehmen,
werden sie immer dĂŒnner,
lösen sich auf,
der Mund ist ein Verdauungsorgan
der Speichel umhĂŒllt alles,
macht es schlĂŒpfrig, bekömmlich und löst es schließlich auf
das Zeug dringt in unser Blut und damit werden dann all die anderen Organe gefĂŒttert,
die gierig nach ihrem tÀglich Brot sind

Ich öffne das Fenster
das ist Freiheit
ich meine, ich hÀtte es auch zu lassen können
dann wird's muffig und das gefÀllt den Organen nicht
denn die brauchen ja ihre Sauerstoff-Dosis
um all den MĂŒll zu verbrennen, den wir so zu uns nehmen

Also, ich mache das Fenster auf,
nach einer Weile wird's aber ungemĂŒtlich
es zieht - mein Nacken wird steif
und ich mache es wieder zu
man muß eben Kompromisse eingehen
ist eben so eine Sache mit der Freiheit

Auf's Klo gehe ich im Zug nie,
wegen den Bakterien und so
außerdem versaut die FĂ€kalienspur, die der Zug
hinter sich herzieht, die Natur
die Natur ist der einzige Trost fĂŒr den, der empfindet und die ZusammenhĂ€nge sieht
man muß einmal eine Fliege beobachten
die wĂ€hrend einer PrĂŒfung an der Decke kriecht
völlig belanglos ist fĂŒr sie, wo man sein Kreuz macht oder
wie man die Buchstaben anordnet
jaja, ein wenig naiv,
aber der Nebel im Wald...
ach, Perlen vor die SĂ€ue

Der Schaffner ist immer eine Besonderheit
ich bin immer etwas angespannt, wenn er kommt
stelle mir vor, ich hÀtte keine Fahrkarte
nur, um dann den Augenblick und die Erleichterung
zu genießen, wenn ich die Karte dann hervorhole
wenn ich sie dann nicht sofort finde, fange ich aber auch gleich an zu schwitzen

der Zug hÀlt...
mitten auf der Strecke
das ist nun wirklich merkwĂŒrdig, das macht er nie
die FahrgÀste werden nervös, stehen auf
und das Abteil wird leer
ich bleibe locker, ruhig
aber nach einer Zeit werde ich doch ungeduldig
und schaue nach
doch der Zug ist leer
draußen kann man nichts sehen - Nebel
wo kommt der denn her,
hatte ich doch gar nicht bemerkt?
die TĂŒr ist weit offen
ich steige aus...

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