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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Vor dem Beginn
Eingestellt am 01. 02. 2001 20:12


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Bjoernowitsch
Hobbydichter
Registriert: Jan 2001

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Ein neues Leben statt des alten

Wie dunkel es hier ist! Heiß ist es auch! Wo bin ich? Es fĂŒhlt sich eng an. Ich muß mich umdrehen. Au! Etwas zog im Magen, ich muß nachfĂŒhlen, was es ist. O weh! Das steckt ein Schlauch. Wieder au! Am besten sollte ich aufhören zu ziehen. Vielleicht sollte ich meine Beine strecken. Nee, das geht ja nicht. Wie bin ich hierher gekommen? Das letzte, woran ich mich erinnern kann, war, daß ich auf dem weg raus aus irgendeiner Kneipe gestolpert war, wir hatten vermutlich eine Sause gemacht, einige Kumpeln und ich. Komischerweise fĂŒhle ich mich keineswegs verkatert.

Hallo! Hilfe! Laß mich raus! Puh, wie heiß es ist! Gibt’s hier keinen Handtuch, damit ich mir den Schweiß abwischen kann? Dieses harte Ding hab’ ich nie frĂŒher gespĂŒrt. Ich muß mich umdrehen. Was ist dieses Dumpfen? Jetzt halte ich nicht mehr aus. Hat die Polizei angefangen, Besoffene in SĂ€cken zu stecken?
Wetten, daß ich tot bin! Nein, das kann doch nicht möglich sein.

So eng wie hier war es mir nie frĂŒher, aber mehr davon ist im Anzug. Was nun denn? Dieses harte Ding scheint offensichtlich nachzugeben. Au, wie es im Magen weh tut! Ich werde offensichtlich geblendet. Was ist los? Brrr, wie kalt es ist! Am besten sage ich Bescheid. Es hört sich so an, als ob es hier Leute gibt. Hilfe! Ich kann nicht reden! Und, wo sind meine ZĂ€hne? Sie können mir beim Fallen nicht ausgeschlagen worden sein, denn ich habe nicht die geringsten schmerzen im Mund.

AAAAAUUUU!!!!! Jemand hat diesen Schlauch im Magen abgeschnitten. Ich traue mich nicht, nachzuschauen. Das licht blendet mich noch. Sowas gibt’s doch nicht!

Endlich! Jetzt kann ich nach oben schauen. Auf wessen Bauch liege ich? Gibt es jemanden, den ich hier fragen kann? Meine Knien sind auch schwach geworden. Jetzt habe ich Hunger bekommen. Ich muß Bescheid sagen. Aber
, es geht nicht, ein Wort hervorzubringen!

Wo sind meine Haare? Das hier ist seltsam, ich sehe perfekt, sogar ohne Brille. Alle außer ihr mit dem Bauch, worauf ich liege, tragen weiße Kitteln und kleine MĂŒtzen, die so aussehen, wie aus Tortenpapier gemacht.

Wie lange soll ich hier liegen? Ich fĂŒhle mich seltsam, aber nicht krank. Und, warum liege ich auf einem Bauch?

Aha! Jetzt kapiere ich! Als in der Treppe fiel, starb ich, und jetzt bin ich wieder geboren. Ich bin ein neuer Mensch geworden. In diesem Fall ist es meine Mutter, die im Bett liegt. Am besten sollte ich mich mit ihr befreunden. Sie muß ausruhen, denn dies war bestimmt anstrengend fĂŒr sie, aber das war es fĂŒr mich auch. Ich bin ganz klebrig. Kann niemand kommen und mich abwaschen?

Das hier ist also eine Entbindungsanstalt, in der ich liege. Hier darf man die brĂŒste einer Frau saugen, ohne daß sie es ĂŒbel nimmt. Sie hat es gern, wenn ich es mache. Es muß ich sein, die aus ihr kommt. Sie schmeckt gut. Es fĂŒhlt sich angenehm, auf meiner Mutter zu liegen. Mir gefĂ€llt es, an ihr zu saugen. HĂ€tte ich es mit irgendwelcher jungen Frau in der Kneipe gemacht, wĂŒrde sie ausflippen.

Jetzt bin ich satt. Ich bekam einen Kuß auf den Stirn. Der war schön. Meine Mutter liebt mich. Sie hat ziemlich laut geschrien, als ich aus ihr kam, genau so wie ich auch gemacht habe. Stellt euch vor, auf dem Bauch einer wildfremden Frau zu liegen und liebe kriegen, ohne zu wissen, wer sie eigentlich ist! Ich möchte ihre brĂŒste kĂŒssen. Jetzt spĂŒre ich ihre Fingern ĂŒber meinem Körper. Sie sind weich.

Ist es so, wie die haut sich anfĂŒhlt, wenn man alt wird? Meine ist auf jeden Fall ganz faltig. Kein Wort kriege ich raus aus mir, nur eine Menge von komischen lauten. Ich fĂŒhle mich wie ein Tier. In ein paar Jahren könne ich vielleicht ein Wort aus mir kriegen. Hier sehe ich eine Menge von dingen, aber ich verstehe nichts von dem, was all die Leute sagen.

In den Betten nebenan liegen andere Frauen mit kleinen Wesen auf ihren BĂ€uchen. Die Frauen sagen sich etwas. Welche Sprache sprechen sie? Wenn ich nur wĂŒĂŸte, damit ich ausdenken könne, was ich danach machen soll!

Das hier ist eigentlich genau, wonach ich mich gesehnt habe, also wieder von vorn anfangen dĂŒrfen. Bevor ich in dieser Scheißkneipe in dieser Scheißstadt in diesem Scheißland gestolpert bin, war das Leben nur grausam zu mir. Jetzt will ich soviel wie möglich ĂŒber alles Mögliche lernen. Dann kann mir niemand einen blöden Job zu einem Hungerlohn andrehen.

Dieser Abend als ich gestolpert bin
, er fĂŒhlt sich wie gestern an. Da war ich allein zu Hause geblieben, wie an so vielen Gelegenheiten frĂŒher. Mein Gehalt war gerade gekommen, und ich konnte es mir nicht leisten, mit meinen Freunden auszugehen. Die Abenden in VĂ€sterĂ„s waren langweilig. Die nĂ€chste Kneipe war Kilometern entfernt. Village war bis in Januar geschlossen. Auf dem weg zum Bus sah ich ihn von der Haltestelle verschwinden. Ich verfluchte meinen Schicksal, in Schweden gerade Mitte im 20. Jahrhundert geboren zu sein.

Die Busse fuhren selten um diese Uhrzeit. Es dauerte eine halbe Stunde, bis der nĂ€chste Bus kommen sollte. Statt auf ihn zu warten, ging ich zu Fuß in die Innenstadt.

Ich war fast tiefgefroren, als ich endlich in der Rolltreppe unter dem Cityring stand. Nur wenige hundert Meter, und ich sollte in ein warmes Lokal kommen. Eigentlich fĂŒhlte es sich verkehrt an, bei minus 10-20 Grad Bier zu trinken, aber das Jever Pilsener im
Bill & Bob konnte ich nicht widerstehen. Außerdem hatte mir jemand erzĂ€hlt, daß es im Bishop's Arms Pilsner Urquell vom Faß gab.

Nach einem großen Glas Urquell ging ich wieder aus. Statt dessen versuchte ich mich an das Oliver Twist, das im Punkt lag. Dort gab es Guinness vom Faß und Live-Musik fĂŒr nur zwanzig Kronen in der Garderobe. An diesem Abend spielte eine neue, bisher unbekannte Rockband alte Covers von Hits der 50er und 60er Jahren. Die jĂŒngeren GĂ€ste tanzten. Selbst war mir diese Art von Musik fremd. Ich hielt einfach nicht aus, den Silvester allein zu Hause feiern mĂŒssen.

Ich bekam Lust, etwas anderes zu trinken. Das Guinness wirkte nicht so gut in der KĂ€lte, wie ich wollte. Statt dessen bestellte ich ein Wild Turkey. Es war der stĂ€rkste Whisky des Lokals, 45 Prozent. Jetzt fing ich an, mich wohl zu fĂŒhlen.

Nach einer langen Weile sah ich den ersten Mensch, den ich kannte.
„Tach!“, sagte ich.
„Tach!“, antwortete der andere.
„Ist was hier los?“, fragte ich.
„Nicht viel“, antwortete er, „mach mit auf eine Sause!“
„Okay!“, sagte ich.

Das nÀchste lokal, in das wir gingen, war das Ascot. Es lag eine Treppe hoch im alten Smedjan-Monaco-Amadeus-Absolute-Zwensons. Bevor ich mal die Treppe hinter mir hatte, kam eine Kopie des alten Stikkan Andersson aus den 70er Jahren.
„Hier! Nimm’s! Greif doch zu!“, sagte er und lallte.
Er drĂŒckte eine ganze Flasche Whisky in meine Hand. Mein Begleiter und ich fanden je einen Hocker in der bar. Dort setzten wir uns mit dem Whisky. Keiner schaute uns an, weil wir uns eine Flasche Hochprozentiges vom Feinsten mitgebracht hatten.
„Können wir zwei GlĂ€ser haben, bitte?“, rief Eddie, so hieß er, zum Bartender.
Ohne ein Augenzwinkern gab er uns je ein Glas. Wir fingen an zu trinken. Ich zĂŒndete eine Zigarette an. Die Schachtel hatte ich schon in der OK-tankstelle auf dem weg zum Bus gekauft. Deswegen hatte ich ihn verpaßt.

Das erste Glas leerte ich in einem Zug. Bevor ich blinzeln konnte, hatte Eddie es wieder gefĂŒllt. Ich schaute mich um. Die anderen GĂ€ste sahen so aus, wie das GegenstĂŒck zu Eddie, mit seiner langen Rasta-Frisur und mir. Die Lautsprechern ertrĂ€nkten die ganze Bar mit Hitparadenmusik von einem werbefinanzierten Rundfunksender. In dieser weise wurde es den Kneipen erspart, eigene Platten oder BĂ€nder, die sie den GĂ€sten vorspielten, zu halten.

Nach drei GlĂ€sern Whisky bekam ich Lust auf Kaffee. Hinter der Theke sah ich eine Kaffeemaschine von ĂŒblichem CafĂ©-Modell. Ich bestellte eine Tasse und bekam sie sofort.
„Trink mehr!“, sagte Eddie und fĂŒllte unsere GlĂ€ser wieder.
„Prost!“, sagte er.
Wir schafften es, die Flasche zu leeren. Ich weiß nicht, ob sie ganz voll war, als wir anfingen zu trinken, aber ich wurde ordentlich besoffen. Das fĂŒhlte sich angenehm an. In letzter Zeit hatte ich so wenig Geld gehabt, daß ich es mir weder leisten konnte, auszugehen und Leute begegnen oder Wein zum Wochenende zu kaufen.

Mitten in der Treppe auf dem weg hinaus, tritt ich schrĂ€g mit dem Fuß. Ohne mich zurĂŒckhalten zu können, fiel ich um. Was danach geschah, habe ich keine Ahnung von, bis ich im Bauch dieser Frau lag.

__________________
Björnowitsch

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loona
Wird mal Schriftsteller
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Werke: 0
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Hm....

Was ein Saufkopp...

Nur eines: Neugeborene sehen mitnichten gut. Es fĂ€llt ihnen schwer, ihre Augen zu steuern und den Blick zu fixieren. Vielleicht stellst Du den Satz einfach um und lĂ€ĂŸt den MĂ€nne fragen, ob er denn neuerdings ne Brille brĂ€uchte...

Ansonsten pflegst Du einen eigenwilligen Stil... inklusive einiger grammatikalischer Unreinheiten.

Viel Erfolg mit Deinem Langzeit-Projekt... vielleicht gibst Du mal konkrete Infos rund um den Roman, wenn Du Zeit und Lust hast?

Gruß

loona

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