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Leselupe.de > Ungereimtes
Warmer Schnee
Eingestellt am 24. 05. 2001 19:00


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Tallit
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Warmer Schnee

Ein Schleier fiel von meinen Augen
Wie weiche Wolle, auf meine Knie
Ich saß allein unter dem Baum
Der Traum war weg wie warmer Schnee

Ich hob den Schleier von meinen Knien
Bedeckte die Augen um nichts mehr zu sehn
Ein frösteln ging durch meinen Körper
Da war er wieder – der eisige Traum.


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Tallit
Hobbydichter
Registriert: May 2001

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Warum bekomme ich keine Rezension? Unfair!

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Tallit

leider mĂŒssen wir alle damit leben, daß manche unserer Texte ohne Resonanz bleiben. Offenbar geht dir das sehr zu Herzen ;-) Sei nicht traurig. Vielleicht klappt es beim nĂ€chsten, wie es bei deinen vorangegangen ja auch schon war. Und wo ich schonmal hier bin, kann ich ja auch ein paar Worte dazu sagen.
Was ich nicht verstehe ist: der von den Augen fallende Schleier zieht die Erkenntnis nach sich, allein unter einem Baum zu sitzen. Vielleicht ein Indiz fĂŒr empfundene Einsamkeit? Jedoch ein Traum, der in der 2. Strophe als eisig charakterisiert wird, ist gleichzeitg entschwunden. Das mĂŒĂŸte doch als Erleichterung/ Befreiung empfunden werden? Das Ich in dem Text bevorzugt aber, auf die klarsichtige Erkenntnis zu verzichten und legt den Schleier wieder an. Damit kommt das Frösteln und der Traum zurĂŒck. Stellen sich mir folgende Fragen: Was ist schlimmer von beiden ZustĂ€nden? Und - wußte das Ich nicht, was damit wieder auf es zukommt oder zog es diesen Traumzustand freiwillig der "Wirklichkeit" vor? Wenn ja, warum? Die Antworten, auf diese Fragen finde ich in deinem Text nicht. Das macht ihn fĂŒr mich schwer erschließbar.
>der Traum war weg wie warmer Schnee< ... fĂŒr Metaphernfans eine echte Herausforderung ;-) Ein Paradoxon. Wenn du nur sagen wolltest, daß der Traum unwiderbringlich dahingeschmolzen ist, vielleicht eine Spur zu bildhaft. An solchen Metaphern hĂ€nge ich nĂ€mlich minutenlang und ĂŒberlege, ob sich eine tiefere Symbolik darin verbirgt. Aber vielleicht geht das auch nur mir so.

GrĂŒĂŸe Martin

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Tallit
Hobbydichter
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Vielen Dank fĂŒr deine Antwort, ich war schon völlig enttĂ€uscht und dachte, ist in meinem Text denn garnichts drin? Gut, dass du etwas dazu gesagt hast, und gleich so was langes! Toll!
Zu deiner Rezension:
Ja, das Ich war einsam, wenn vielleicht auch nicht offenichtlich. Die RealitÀt wÀre normalerweise der schönere Zustand, aber das Ich kennt nur die Tradition, den Traum, verstehst du? Es ist wie in einem GefÀngnis, voller Fesseln, aber es hat Angst vor der Freiheit.

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Ja, Tallit, das verstehe ich sehr gut. Unser Gefangensein in gewohnten Ritualen, die uns helfen, mit unseren Ängsten umzugehen ... unsere Scheinwelten. Und die Verzweiflung ĂŒber die eigene Determination und die UnfĂ€higkeit neue Wege zu beschreiten. Wir Menschen sind so unvollkommen ;-)
Aber es bleibt Dramaturgie - Angst - die sich unvermittelt durch unser FĂŒhlen schleicht. Deinen Text empfinde ich fĂŒr solche "VerhĂ€ltnisse" als sehr milde gestimmt. Die Wortwahl wirkt ĂŒberwiegend warm bis neutral (bis auf frösteln und eisig). Wenn all das, was du eben schriebst, zum Ausdruck hĂ€tte kommen sollen, könnte es nach meinem Geschmack ruhig ein wenig "emotionaler" zugehen. Aber vielleicht ist auch diese Distanz zur Welt der Empfindung (ich empfinde hier eine Distanz) wiederum nur ein Indiz dafĂŒr, wie gut unsere Mechanismen funktionieren, uns von den zentralen Themen unseres Daseins "fernzuhalten".

GrĂŒĂŸe Martin

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Tallit
Hobbydichter
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Nun - ist es nicht so, das man sich, gewollt oder nicht, ein bisschen von all dem distanziert? Dass man alles mit einem Schleier verdeckt, solange, bis er hinunterfÀllt und unser wahres Ich aufdeckt?
Vielleicht hĂ€tte ich das Gedicht dann aber auch in der 3. Person erzĂ€hlen sollen, denn ich glaube kaum, dass man mit Worten ausdrĂŒcken kann, was man in einer solchen Situation empfindet. Die Befreiung ist eine Schande.
Hast du deinen Schleier schon einmal fallen gelassen?

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