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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Was ist liebe?
Eingestellt am 01. 10. 2001 17:40


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Paulchen
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

Werke: 5
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Abgesehen von den Rechtschreibfehlern stammt auch diese Geschichte aus dem wahren Leben ... meinem Leben!





Was Liebe?

Vor knapp 43 Jahren wurde ich geboren. Vermutlich ein Unfall und im wahrsten Sinne des Wortes das FĂŒnfte Rad am Wagen.
Meine Geschwister (2) waren zu mir 9 und 10 Jahre auseinander, es war kein gleicher Nenner zu finden. Freundschaft, Liebe
genau wie die SexualitÀt waren ein Tabuthema in der Familie. Die ganze Kindheit durch empfand ich nichts als KÀlte und Dunkelheit.
Da war nichts was man mit Freundschaft oder Liebe auch nur annÀhernd vergleichen konnte. Selbst die Kinder mit denen ich spielen durfte ..
wir hatten ja nicht mal eine Ahnung was eine Freundschaft ausmacht. Biss auf meinen Freund Karl. Wenn sich auch unsere Wege spÀter trennten, von Zeit zu Zeit finden wir immer wieder zusammen, bis heute.
Mit 11 Jahren holte man mich zum Leistungssport. Nach und nach bekam ich dass GefĂŒhl dass ich eine Familie hatte. Fast tĂ€glich war Training
angesetzt, je mehr und umso hĂ€rter ich trainierte, um so grĂ¶ĂŸer der Erfolg war umso mehr Freunde hatte ich. Doch hatte ich wirkliche Freunde?
In dieser Zeit war von Liebe gĂ€nzlich nichts zu spĂŒren. Nachdem ich zum Sportclub delegiert wurde wusste ich das ich keine wirklichen Freunde hatte. Auch im Sportclub war Freundschaft nur zweckgebunden, das setzte sich in der Berufsausbildung fort.
Irgendwann regte sich auch bei mir die biologische Uhr und fragte „Hey, zu was bist Du eigentlich auf dieser Welt?“. Diese Frage begleitet mich
seither.
Dachte ich bisher, dass der Leistungssport und die Arbeit mir ErfĂŒllung brachten, so stellte ich erneut fest .. es fehlen mir immer noch Freundschaften und die Liebe. Doch was ist Freundschaft und Liebe? Wo sollte ich suchen was ich nicht kannte?
Erst mit 22 lernte ich eine junge Frau kennen, sie war 8 Jahre Àlter als ich und war Alkoholikerin. Ich sah dass sie Hilfe brauchte.
Nur ganz langsam gewann ich ihr vertrauen und bekam sie nach drei Jahren vom Alkohol weg. WĂ€hrend dieser Zeit wurden wir Freunde und
wir verliebten uns. Wusste ich jetzt was Freundschaft und Liebe ist?
Nach zwei Jahren wurde unsere Tochter Geboren. Seit dem lief im Bett nichts mehr, es entstand eine Zweckehe. Alle Versuche, ĂŒber Jahre hinweg wieder die Freundschaft und das Feuer der Liebe zurĂŒck zu gewinnen versagten klĂ€glich. Es blieb bei einer Zweckehe umso mehr ich meine Tochter
lieben durfte, fĂŒr sie sollte die Kindheit nicht kalt und dunkel sein.
Im letzten Jahr fragte ich mich „War das jetzt alles? Besteht das Leben nur aus KĂ€lte und Dunkelheit, nur aus Arbeit und Hingabe fĂŒr Andere?“.
Ich fing an zu suchen. Dabei half mir die moderne Technik, der PC. Das nĂ€chst beste Chatprogramm das ich auf meinem Rechner fand .. oh je, alle wollten nur Sex. Ich probierte mal einige Schritte, stellte jedoch schnell fest – das war nicht das was ich suchte.
Auch im nĂ€chsten Programm war Sex maßgeblich an der Tagesordnung bis ich dann eine junge Frau fand bei der alles anders war. Sie sprach mit mir, hörte mir zu. Wir konnten ĂŒber alles reden, auch sie hatte Sorgen und Probleme. Nach einem viertel Jahr schien es als seien wir uns so nahe, das wir uns auch real treffen sollten. Und wir trafen uns. FĂŒr eine Woche buchten wir eine HĂŒtte mit zwei SchlafrĂ€umen, wir wollten uns doch nur kennen lernen. Doch was dann kam .. Nach dem ersten ganz zaghaften Kuss brach ein Orkan los. Diese kleine zierliche Frau weckte in mir GefĂŒhle und Empfindungen wie ich sie bisher noch nicht kannte. Jedes Wort wĂŒrde es hier nur unvollkommen umschreiben können. Noch nie habe ich eine Frau so sehr geliebt, habe ich zu einem Menschen solch tiefe GefĂŒhle gehabt.
Doch war es wirklich Liebe?
Nein, war es nicht! Nicht von ihrer Seite. Wochen spÀter war sie wortlos von einem Tag auf dem anderen verschwunden, beteuerte sie doch bis zur letzten Stunde ihre Liebe zu mir.
In mir brach eine Welt zusammen, ich fiel in ein bodenloses Loch aus Dunkelheit und KĂ€lte. Ebenso wie ich die Liebe empfunden hatte fĂŒhlte ich nur noch unsagbaren Schmerz. Ich zog mich zurĂŒck in eine Welt wo es weder Dunkelheit, Licht und Schatten, KĂ€lte und Schmerz gab. Ich wollte nicht mehr zurĂŒck!
Mein Freund Karl fand mich, Panik brach aus. Ärzte holten mich zurĂŒck. Karl suchte verzweifelt nach den GrĂŒnden, in meinem Umfeld fand er nichts, die bekam gar nichts mit. Er suchte in meinem PC, fand die Chats und die Mails, suchte diese Frau im Internet und suchte Hilfe.
Die Frau fand er nicht, aber er fand Hilfe.
Kaum dass ich wieder auf den Beinen war musste Karl wieder nach Hause. Mir ging es immer noch saudreckig, verzeiht den Ausdruck.
Alles was mir geblieben war, war der Verlauf vom Chat, die Mails und einige Bilder von Ihr die ich mir nicht ein mal anschauen konnte. Ich schaute immer und immer wieder alles durch, suchte nach meinen Fehlern und ... stieß dabei auf eine Mail die ich bisher wohl ĂŒber sehen hatte. Es war eine Antwort auf Karls Hilfeschrei. Eine junge Frau hatte in einer Mail geantwortet.
Mehr als oberflĂ€chlich ĂŒberflog ich diese Mail und wollte sie schon löschen, ich wollte nichts mehr nichts Frauen zutun haben. Irgendetwas hielt mich jedoch davon ab. Als ich sie Tage spĂ€ter dann doch las stellte ich fest, dass in dieser Mail etwas besonderes lag. Es waren nicht die Worte die dort standen, es war die junge Frau die mit ihrem Herzen zu mir sprach. Voller WĂ€rme zog sie mich nach und nach aus dem Dunkel das mich noch immer umgab. Sie zog mich hinein in ihren Schoß aus Licht und Geborgenheit. Ich weiß nicht wie sie es so schnell geschafft hat meinen Schmerz zu vergessen, aber ich bin ihr heute noch sehr sehr dankbar dafĂŒr.
Mit der Zeit entwickelte sich eine Freundschaft, mehr wollten wir nicht. Wir stellten ĂŒberdurchschnittlich viele Gemeinsamkeiten fest und wir sollten uns treffen und real kennen lernen. Schon nach zwei drei Treffen entdeckten wir unsere Liebe zu einander. Wir spĂŒrten, dass uns etwas ganz besonderes verband.
Da wir beide Gebunden sind und wir niemandem weh tun wollten wussten wir, dass unsere Liebe Grenzen hat und sie nie Frei sein wĂŒrde. Und doch ließen wir sie zu, trotz aller Ketten, trotzdem wir unsere Liebe nie ausleben wĂŒrden können. Von vornherein waren wir offen und ehrlich zu einander. Das war die Basis unserer Freundschaft und unserer Liebe. Die WĂ€rme und Geborgenheit , die Liebe und das Vertrauen und auch die NĂ€he die sie mir gab .. ich zweifelte, nicht dass das alles aus ihrem Herzen kam.
Nur ein halbes Jahr spĂ€ter, von einem Treffen zum anderen war plötzlich alles ganz anders. Wieder empfing mich KĂ€lte, wieder stĂŒrzte ich in eine Dunkelheit. Mal kann es ja sein, dass man nicht gut drauf ist, mal ist einem eben nicht nach Liebe zu mute. Das redete ich mir pausenlos ein und suchte wieder nach Fehlern die ich gemacht hatte. Dieses „MAL“ ist ein Dauerzustand geworden. Ich wollte mit ihr reden, einen Tag fĂŒr uns haben. Allein zum Reden fĂŒhrt kein weg. Ich suchte ihre WĂ€rme und fand nur KĂ€lte. Kann ich sie auch berĂŒhren, sie ist weiter weg denn je. Suchte ich ihre Geborgenheit fand ich nur Mauern die ich nicht ĂŒberwinden kann. Ich suchte ihre Liebe, die Liebe die sie mir einst schenkte war es auch nur eine Liebe in Ketten ... allein daran bleibt mir nur die Erinnerung. Auch wenn sie immer wieder sagt sie liebt mich, es sind nur noch leere Worte.
Erwarte ich zuviel von der Liebe? Einen Kuss zur BegrĂŒĂŸung, einen Kuss vor dem Schlafengehen auch wenn wir nie zusammen das Bett teilen werden? Ist ein Kuss um den Morgen gemeinsam zu begrĂŒĂŸen zu viel von der Liebe erwartet? Erwarte ich zu viel von der Liebe wenn ich NĂ€he suche um gemeinsam die Freuden auch an den tausend kleinen Dingen zu spĂŒren?
Nennt man die KĂ€lte die ich immer und immer wieder und nun seit lĂ€ngerem erneut spĂŒre Liebe? ... Dann möchte ich nicht geliebt werden!

__________________
D-P

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klara
Hobbydichter
Registriert: Aug 2001

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Die Aussagen (Behauptungen) ĂŒber die kalte Kindheit, ĂŒber eine lange lange Zeit ohne Freundschaft, wo man "keine Ahnung von wirklichen Freundschaft" hat,... dann die Liebe, wo DU es schaffst, die Frau von ihrem Alkohol zu entfernen (wo ist denn ihr Anteil?)... dann die nĂ€chste Liebe...

Ich habe in deiner ErzÀhlung DICH vermisst. Wo bist du? Wieso sagst du, dass man die Empfindungen nicht gut genug beschreiben kann, anstatt es einfach zu versuchen? Zumal ja bist du der Autor...

Du erzĂ€hlst von einer KĂ€lte, die du spĂŒrst. Und das war`s dann schon. Was ist das fĂŒr eine KĂ€lte?

WĂ€hrend ich deine Zeilen gelesen habe, habe auch ich eine KĂ€lte begegnet;
schon zu Beginn deiner ErzÀhlung ist von einem "Unfall" die Rede.
Wie kalt!
Selbst, wenn es so wÀre! Wo ist das Problem?

"Wir hatten keine Ahnung von der Liebe, Freundschaft..." Wer ist hier "wir"? Wieso, sprichst du in Plural?

Und ĂŒberhaupt, Entwicklung ist eine Geschichte, in der nicht nur die Anlagen und Umwelt eine Rolle spielen, sondern auch das eigene Aktiva, mit dem der Mensch seine eigene Entwicklung lenken kann. (Ja, muss!)

Ein Ofen muss erst angeschĂŒrt werden, bevor er WĂ€rme geben kann. Du erwartest aber von deiner Umgebung so viel WĂ€rme, dass sie gar keine Interesse hat einen Ofen anzuschĂŒren.

Ja, du ERWARTEST zu viel. (Betonung liegt auf "Erwartest", nicht auf "zuviel".)
GrĂŒĂŸe

__________________
klara

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

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Hallo Paulchen,

deine "ErzĂ€hlung" hat mehr etwas von einem Brief, den man an einen Vertrauten schickt, um sich darĂŒber zu beklagen, wie schlecht die Umwelt doch mit einem umgeht. Klara hat in meinen Augen Recht, wenn sie feststellt, daß sie vor allem Dich in diesem Part vermißt. Das mag auf den ersten Blick paradox zu sein, denn Du schreibst ja eigentlich nur ĂŒber dich, aber ich verstehe, was sie meint.
Weißt Du, von einer ErzĂ€hlung erwartet der Leser vor allem eines: Handlung! Und Personen, die diese Handlung tragen. Versuch doch ganz einfach, deine positiven und negativen Erfahrungen in einer richtigen Geschichte zu verarbeiten. Da mußt Du nĂ€mlich deinen Personen nicht nur ein Profil geben, sondern auch deren Handlungsweise (einschl. Motivation) glaubhaft rĂŒber bringen. Und schon hast Du ein Problem am Hals. Du mußt dich nĂ€mlich in andere hinein versetzen. Das vermißt man nĂ€mlich in deinem Text völlig. Wenn dir das gelingt, trĂ€gt das enorm dazu bei, auch sich selbst besser zu verstehen und einzuschĂ€tzen. Es entsteht eine Art RĂŒckkopplung.
Schreib weiter. Schreiben ist ein wunderbares Mittel, sich ĂŒber den Weg der Selbsterkenntnis auch notfalls selbst zu therapieren. Du wirst es merken.

Gruß Ralph
__________________
Schreib ĂŒber das, was du kennst!

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Paulchen
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

Werke: 5
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Hallo Klara und Ralf,

Ihr beide hab recht, Ihr habt vollkommen recht. In den letzten Monaten stellte man an mich sehr hohe Erwartungen. Diese beziehen sich aller Dings auf technische Anlagen und Projektierungsunterlagen. Diese sind kalt ... ohne Liebe! Hohe Erwartungen habe ich auch an meine Mitarbeiter, sie verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Von ihnen kann ich keine Liebe erwarten. Diese hohen Erwartungen in beide Richtungen gingen aber auch noch in eine dritte. Zu dem Menschen den ich liebe. Diese Erwartung war grundfalsch, ich hab eingesehen dass dieser Mensch keine Maschine ist und per Knopfdruck die Liebe auf Hochtouren lÀuft. Doch wie meist im Leben, vielleicht zu spÀt.

Liebe GrĂŒĂŸe, Paulchen
__________________
D-P

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