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Leselupe.de > Ungereimtes
Würdiges Sterben
Eingestellt am 25. 12. 2000 09:59


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tstauder
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Würdiges Sterben

Schöne Jugend
liegt im Grab.
Nahende Schatten
verschlingen alle Kraft.
Ich bestimme:
Will den Gnadenstoß!
Will auf niemand lasten.

Sterben!
Zu leben,
davor fürchte ich mich.
Diese Schmerzen!
Aus Angst
den Tod bestellt.
Du Seele, entweich,
der letzten Spritze.



(Im Altenheim Europa,
kosten die Unproduktiven.
Kostenposten zum Streichen.
Ist es vergessen
das Wort?
Ehre Vater und Mutter.)

__________________
Thomas

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Sensiro
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Aber wer soll sich aufschwingen, Herr über Leben und Tod zu sein, wenn der Wille des Kranken nicht erkennbar ist?

Ave!
Sensiro
__________________
Non statim pusillum est, si quid maximo minus est

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tstauder
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Euthanasie

Hallo Sensiro

Das ist mein Beitrag zum Thema Euthanasie. In den Niederlanden ist es jetzt erlaubt. In einer anderen Zeit und Form gab es das auch in Deutschland. War eine braune Zeit.
Ein Leben und mag es noch so krank, alt, behindert oder schmerzverzehrt sein, auf Wunsch, aus Kostengründen oder aus welchen Gründen auch immer, zu beenden, ist eine fragliche Tätigkeit.
Menschlichkeit schließt ein würdiges Sterben mit ein, doch das Ende bestimmt ein anderer. Wir können tragen helfen, zur Seite stehen, Schmerzen lindern. Aber beenden dürfen wir ein Leben nicht, so bin ich überzeugt. Immer trifft es die Schwächsten, die Ungeborenen, die Alten, die Kranken.

Es gibt hier viel zu sagen. Ich habe das Thema nur gestreift. Es ist sehr Komplex und ich bin nicht ausreichend informiert. Werde mich aber noch viel damit beschäftigen, denn ich mache die Ausbildung zum Krankenpfleger.

Pfiati und Danke
Thomas

__________________
Thomas

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Sensiro
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Sicher gibt es dazu viel zu sagen. Aber gut informiert braucht man dazu doch nicht zu sein. Ich denke jeder gründet seine Ansicht auf eigenen moralischen Grundsätzen.

Wenn ich Dich also richtig verstanden habe, hälst Du es für generell für falsch, das Leben anderer, aus welchen Gründen auch immer, zu verkürzen.
Der Ansicht bin ich auch, allerdings mit der Einschränkung, daß es der gut überlegte Wille des Betroffenen in der konkreten Situation, also nicht pauschal vorher festgelegt, wie in einem Patiententestament. Ich denke entgegen den meisten Menschen (besonders den Juristen), daß zum Recht auf Leben auch das Recht auf Tod gehört. Aus juristischer Sicht kann ich Dir nur folgendes sagen: das Recht auf Tod wird verweigert (Selbstmord also quasi verboten), aber der Suizid ist nicht unter Strafe gestellt (Das ist nicht paradox, denn manchen gelingt der Suzid ja nicht, so daß der Versuch strafbar sein müßte. Ein weiteres Beispiel ist die Straflosigkeit des Gehilfen an einem Selbstmord.). Und genau das halte ich dann für inkonsequent, denn einerseits heißt es, daß es verboten ist und andererseits ist es erlaubt. Was denn nun?
Ich denke daher, daß jedem die Entscheidung frei bleiben muß, wann er sein Leben beendet.
Du sagst ja auch, daß Menschen ein würdiges Sterben gewährleistet sein muß. Und ich denke, daß dies gerade beim besonders unnatürlichen) Hinauszögern des Todes nicht der Fall ist.

Ich wollte Dir ja noch sagen, daß mir Dein Gedicht gefallen hat. Das hatte ich ganz vergessen.

Ave!
Sensiro
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tstauder
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Hallo Sensiro

Ich habe im Urlaub eine Holländerin kennengelernt und wir haben uns über dieses Thema unterhalten. Sie befürwortete den Schritt zur Legalisierung von Euthanasie. Ich stehe dem skeptisch gegenüber. Was heißt freie Entscheidung? Was ist, wenn jemand nur sterben will, weil er Angst hat, er könnte seinen Kindern, Verwandten Last werden? In unserer Gesellschaft haben unproduktive Menschen kein gutes Ansehen. Wenn jemand sein Leben lang produktiv war so kann es sein, daß er sein Selbstwertgefühl verliert und ihm sein Leben sinnlos erscheint sobald er aus dem Gewohnten herausfällt. Ist ein produktives Leben mehr wert? Wann ist eine Entscheidung frei und nicht von der Gesellschaft aufgezwungen?
Würdiges Sterben: Die Technik hat den Menschen in ein Dilemma gebracht. Wann ist es humaner den Menschen in Frieden sterben zu lassen? Wann müssen alle zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt werden, um ein Leben zu retten? Schwierige Fragen. Ob es ein Gesetz schafft darauf Antworten zu geben kann ich mir schwer vorstellen.

Danke für Deinen Beitrag. Es freut mich, daß Dir mein Gedicht gefallen hat.

Grüße
Thomas

__________________
Thomas

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Sensiro
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Hi, erst mal ein gutes neues Jahr!
Nun, meinst Du, daß Du jemandem vorschreiben kannst, daß er zu leben hat? Ich meine jeder hat doch eine gewisse Vorstellung von seiner Lebensqualität. Und wenn diese auf ein für diese Person unerträgliches Maß zurückgegangen ist, warum soll er dann nicht auch sagen können, daß er so nicht mehr weiterleben will?
Was ihn letztendlich dazu bewegt, seine persönlichen Gründe, sei es, daß es seiner Familie keine Last sein will, oder daß er mit seiner Situation nicht zurecht kommt, gehen niemanden etwas an.
Bei einem gesunden Menschen, des Selbstmord begeht wird danach auch nicht gefragt. Einzig problematisch sind Personen, die die Tötungshandlung selbst nicht ausführen können. Aber gerade diesen soll es auf Grund ihrer besonderen Situation verwährt sein, eine solche Entscheidung zu treffen?
Ganz sicher darf es aber auch nicht so sein, daß ein gesellschaftlicher Druck auf solchen Personen lastet, denn auch das Leben eines kranken Menschen ist und bleibt ein Menschenleben, das zu achten ist. Da sind wir sicher einer Meinung. Daß das in der Gesellschaft nicht gänzlich so gesehen wird (vergleiche z.B. Frankreich, wo ein behindertes Kind seine Eltern verklagt hat, weil sie es nicht abgetrieben haben, obwohl sie die Behinderung kannten. Die Klage wurde abgewiesen, aber in der Sache ohne juristisch recht überzeugende Begründung.), ist ein Problem der Gesellschaft, nicht der Gesetzgebung. Hier sind moralische Instanzen gefragt. Problematisch finde ich nur, daß es kaum noch einflußreiche gibt ...
Hier wäre wohl vielleicht die Politik gefragt als einflußreiche Macht im Staat, aber ob man durch sie hochstehende Werte vermitteln kann halte ich angesichts jüngster und älterer Affären eher für fraglich.

Mann, eigentlich wollte ich mich ja kurz fassen, aber gut. Ich breche an dieser Stelle erst mal ab und warte auf Deine Antwort!

Gruß
Sensiro
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tstauder
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Hallo Sensiro

Auch ich wünsche Dir alles Gute für das neue Jahr. Ich wünsche Dir Zufriedenheit und Gesundheit und viele viele Ideen für neue Gedichte.

Ich kann und will niemanden etwas vorschreiben! Das Recht nehme ich mir nicht heraus.
Doch ich bin felsenfest überzeugt, daß alles Leben wertvoll ist, nicht nur das gesunde, jugendliche, kräftige. (Das sagt zwar jeder, ob das auch alle glauben, die es sagen ? )
Es ist wichtige die Gründe kennenzulernen weshalb jemand sterben will, wie könnte man sonst helfen. Ein Selbstmordversuch ist Hilfeschrei aus höchster Not. Warum hört mich niemand? Helft mir! Das ist seine Botschaft.
Ich wiederhole: Wir haben als gesunde Menschen die schwierige Aufgabe tragen zu helfen, Schmerzen zu lindern ... und dürfen dabei das Zuhören nicht vergessen.
Flucht vor dem Leben aus Angst vor der Zukunft. Ist die Flucht in den Tod nicht ein bequemer Weg. Für alle. Der Familie wird eine Last abgenommen, da sie sich nicht mehr um den Todeskandidaten kümmern muß, das Krankenhaus spart sich Geld, der Terminalpatient spart sich das letzte (vielleicht bedeutenste) Stück Weg. Was für ein Zeugnis für die Gesellschaft. Je bequemer, desto besser. Unbequemes wird einfach weggemacht. Ungeborenes und sterbendes.
Ich möchte aber auch betonen, daß es Fälle gibt, wo Sterbehilfe meine Zustimmung findet, wie es auch Fälle gibt, wo eine Abtreibung angebracht ist.
Auf jeden von uns lastet ein gesellschaftlicher Druck, da er Teil dieses Systems ist. Wenn in einer Gesellschaft Leistung einer der wichtigsten Werte darstellt, so haben Unproduktive einen schwierigen Stand. Zum Glück gibt es Initiativen von Menschen, die sich für die Schwachen stark machen, für die Behinderten, Einsamen, Obdachlosen ... Meist ungesehen von der Öffentlichkeit. Ob eine Gesellschaft gut ist, kann man daran messen, wie sie mit den schwächsten Gliedern umgeht. Wie ist nun unsere Gesellschaft? Wird für die Schwachen zu wenig getan, so bist auch Du, so ist jeder einzelne aufgerufen einen Beitrag nach seinen Möglichkeiten zu leisten.

Bis demnächst
Thomas



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Thomas

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