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Leselupe.de > Ungereimtes
Zeit ohne Gnade
Eingestellt am 15. 10. 2000 18:57


Autor
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maskeso
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2000

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Zeit ohne Gnade


Eine Zeit wie jede Zeit.
Eine Welt wie jede Welt.
Anders.
Und doch so gleich.
Mensch des Menschen Feind.
Im Namen des Friedens.
Im Namen der Liebe.
Krieg und Hass.

Dunkelheit wo Schatten war.
Das Rad dreht sich
Und kommt nicht von der Stelle.

Den Trieben ausgeliefert
Nur sich selbst verpflichtet.
Gott ist tot
Mit ihm der Heilige Krieg.
Es leben die Wissenschaft
Und Fernlenkwaffen.

Blut
Medial aufbereitet.
Tod
Live und in Farbe.
Krieg
Aus der Distanz gesehen.

Wir f├╝hren den ewig gleichen Kampf.
Gegen den immer gleichen Gegner -
Uns selbst.

Und gegen die anderen.
Unsere Br├╝der und Schwestern -
Feinde halt.

Nur m├╝ssen wir nicht mehr hinsehen.
Ein Knopfdruck und
Statt Mord und Totschlag
Wetten dass
Es weitergehen wird?

Gott ist tot
Wir haben ihn ermordet -
Ehe er geboren war.



__________________
Die H├Âlle sind wir selbst.

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TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
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ich finde es auch nicht schlecht, aber mit den letzten drei zeilen habe ich ein problem!

Gott ist tot
Wir haben ihn ermordet -
Ehe er geboren war.


da habe ich nun ziemlich lange gegr├╝belt, aber es will mir nicht einleuchten, was du uns mit der kausalen verdrehung sagen willst!
__________________
(c) J├╝rgen Erbe

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maskeso
Festzeitungsschreiber
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Gott ist tot

"Gott ist tot." Dieses oftmals aus dem Zusammenhang gerissene und teilweise gar entstellte Zitat von Nietzsche soll den verlorenen Glauben verdeutlichen. Wir haben Gott ermordet, durch unsere Taten haben wir die "gute" Grundaussage der Religion ad absurdum gef├╝hrt. Im Gegensatz zu Nietzsche sehe ich hier aber kein Merkmal der Neuzeit, sondern es hat einen Gott, einen echten und gelebten Glauben also meiner Meinung nach nie gegeben. Als Gott "geboren", die Religion also "erdacht" wurde, da war er schon l├Ąngst tot. Ermordet durch die Bosheit des Menschen, der nie besser war als jetzt und es wohl auch nie sein wird.
__________________
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dazone
Manchmal gelesener Autor
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Gesamtwerk

Hallo masekso!

Interessant, Dein Gedicht, gef├Ąllt mir. Es ist sowa wie viele kleine Gedichte, zusammengesetzt zu einem Gesamtkonzept oder -kunstwerk, ja ich glaube KUNSTWERK passt besser. Auch mit den letzten drei Zeil und deiner als Antwort folgenden Erkl├Ąrung dieser bekommen sie f├╝r mich einen Sinn, den ich allerdings f├╝r ├╝bertrieben halte. Es mag sein, dass sozudsagen im Durchschnitt der Glauben tot isdt und bei einer groben Betrachtung der Welt dieser Eindruck entsteht. Ich denke aber, wes gibt trotzdem noch viele, viele Menschen, die in diesem Glauben leben und lieben, ... statt zu hasssen.
A propos 'Hass': HASSte gut gemacht.

Viele Gr├╝├če
David
__________________
dazone | reloaded

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maskeso
Festzeitungsschreiber
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Ja es gibt sie wohl tats├Ąchlich, die "Gl├Ąubigen" - aber in der Regel ist auch ihr Glaube nicht rein, sie tun auch nicht, was sie predigen. Dabei denke ich in erster Linie nicht an den Priester, der seine Messdiener vergewaltigt, sondern auch an die alte Frau, die stundenlang zu Gott betet und zuhause erz├Ąhlt wie gut man es doch unter Onkel Adolf hatte. Ihr Glaube ist "selektiv".
Wirklich Glaubende, die auch danach leben gibt es nur sehr, sehr wenige auch wenn sie zweifelsohne nicht ausgestorben sind. Leider kenne ich von ihnen niemanden pers├Ânlich.
__________________
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iso
Schriftsteller-Lehrling
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Gott ist tot

Hallo, maskeso!
Ich habe etliche Seiten zur├╝ckgebl├Ąttert, bis ich ein Gedicht von dir gefunden habe. Ich habe eine Weile dar├╝ber nachgedacht und m├Âchte dir antworten: Ich glaube nicht, dass wir Menschen Gott ermorden k├Ânnen. Wir k├Ânnen uns gegenseitig ermorden, ebenso unsere selbstgemachten G├Âtter, die wir uns nach unseren beschr├Ąnkten M├Âglichkeiten erdacht und angebetet haben, die uns nat├╝rlich entt├Ąuschen mussten, weil sie uns gleichen. Gott ist f├╝r mich ├╝berall - und gleichzeitig nur in meinem innersten Kern zu finden, als Tao - unfassbar, ungreifbar, aber alles durchdringend, meinen Angriffen entzogen, aber ganz nah. Schwierig, sowas in Worten auszudr├╝cken. Verstehst du, was ich meine?
P.S.: Das Gedicht spricht mich an, h├Ątte ich fast vergessen.
__________________
iso

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