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Leselupe.de > Erzählungen
Zumbis Flucht
Eingestellt am 15. 01. 2007 00:27


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Nimroc
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2004

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Zumbi flieht

„Maculelê jurou vingança,
E diz que a dança que ele dança é mortal
Maculele é já folclore
E já foi luta no canavial.
Olele maculele,
O NĂłs vamos vadiar!
Olele maculele,
Lá no canavial.“

„Maculelê versprach sich zu rächen,
Es ist tödlich mit ihm zu tanzen.
MaculelĂŞ, heute Folklore,
Der Kampf im „Canavial“ war ernst.
Olele MaculelĂŞ
Wir werden nicht arbeiten!
Olele MaculelĂŞ
Dort in der Plantage.“


Zumbi arbeitete mit den anderen Sklaven im „Canavial“, Zuckerrohr ernten. Er trug nur seine Machete, ein sehr langes, einschneidiges Messer. Er war barfuss mit freiem Oberkörper, den ganzen Vormittag auf den Beinen, und hackte mit seiner Machete tief in das Zuckerrohr.
„Von oben schräg nach unten und es soll ein einziger Schnitt sein, Tanto.“, hörte Zumbi die Stimme seines Vaters sagen. Sein muskulöser nackter Oberkörper glänzte wie eine schwarze Perle. Das Licht brach sich in den Schweißtropfen auf seiner Haut. Der umher fliegende Staub färbte das Sonnenlicht in prachtvolles Gold.
Zumbi hatte gelernt auf die Schlangen aufzupassen, die sich gerne unter den abgefallenen Blättern versteckten. Er musste sich, wie die meisten, ein wenig bücken um das Zuckerrohr tief nahe der Erde zu schneiden, aber er passte trotzdem auf. Diese Schlangen waren tückisch. Sein Vater hatte Zumbi erklärt, dass Schlangen sich normalerweise vor den Menschen verstecken und wenn sie konnten sogar lieber flohen. Diese besondere Art Schlange hier nicht. Diese hier sprang die Menschen gerne an. Sie war sehr angriffslustig. Goliath Spinnen waren auch ganz schlimm. Klein aber sehr aggressiv. Sie schossen auf Menschen mit ihren Haaren und trafen öfters auf die Augen, was höllisch weh tat. Man bekam eine böse Augeninfektion, die bis zur Erblindung führen konnte. Velho Alípio meinte, sein linkes Augenlicht sei deshalb erloschen und sein rechtes Augenlicht das war...
“Scho’ lang schlecht, hmpf! Eine schmerzvolle Aug’zündung war dath! Das war Feuer in mein Aug’!“, kreischte der Alte in Zumbi’s Ohr.
‚Dein Gehör ist auch schlecht und ich fürchte ich werde gleich taub, Alterchen.’ dachte sich Zumbi.
Zumbi sah zum klaren Himmel hinauf, wischte sich den Schweiß aus der Stirn und hackte die Zuckerrohr weiter. Der Tag hatte erst begonnen. Er nahm seinen eigenen Arbeitsrhythmus wahr. Er hackte das Zuckerrohr so schnell er könnte. Hack, hack, hack. Er bemühte sich einen diagonalen Schnitt zu vollführen, wie sein Vater es ihn lehrte.
Eine sehnsĂĽchtige Stimme erklang wie aus der Ferne und wurde von anderen Stimmen im Feld beantwortet.

„Sou feito de sangue e suor,
tecido em orgulho e magia.
meu pai foi criado sem dĂł
minha mae sofredora Maria.”

“Ich bin aus Blut und Schweiß,
Gewebt aus Stolz und Magie.
Vater sah kein Mitleid
Mutter, gepeinigte Marie.“

“Nasci num cantinho do inferno,
ao qual todos chamam Senzala
Eu durmo escutando gemidos
Enquanto o chicote me embala.”

“In einer Ecke bin ich geboren
In der Hölle die man Senzala nennt.
Im Schlaf höre ich die Pein,
Die Peitschen wiegen mich ein.“

„Meu peito ferido de acoite,
meus Lábios colados de sede
Eu rezo por antepassados
Deitado dentro d’uma rede.“

„Deine Hiebe verletzen meine Brust
meine Lippen sind verschlossen in Durst,
Nachts bete ich zu meinen Ahnen
in der Hängematte schlafend.“

„Vamos embora camarada
Vamos que Ă© hora Ă© hora.
Vamos embora camarada
Vamos pela barra a fora.“

“Lasst uns gehen meine Freunde.
Lasst uns gehen in dieser Stund´.
Lasst uns gehen meine Freunde,
Lasst uns gehen, die Welt ist rund.“

Ein trauriger Gesang, ein Ausdruck der Versklavung.
‚Wer singt, vertreibt seine Ängste.’, erinnerte sich Zumbi und sang das nächste Lied mit. Sein Durst stieg gemeinsam mit der Hitze des Tages. Zumbi trank einen Schluck Wasser, das köstlich schmeckte. Das Wasser, in Holzfässern gehalten und unter einen Mangobaum gestellt, blieb kühl. Die Baumkrone warf Schatten und am Boden unter den faulenden Mangos lauerten gefährliche Hornissen. Sie waren groß, bräunlich und besaßen schmerzvolle Stacheln. Velho Alípio sagte stets dazu:
„Reife Obst liegt am Boden, Hinterhalt oder Hornissen.“
Es amüsierte Zumbi, wie Velho Alípio alles, was er sagen wollte, gerne in Sprüche verpackte. Diesen Brauch nutzten viele der älteren Sklaven. Zumbi ging erfrischt zurück, um seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Nach einer Weile, zu Mittag, bekamen die Sklaven von einer neuen Köchin Essen verteilt.
„Wo ist nur Oma Maria?“, wollte Zumbi wissen. Zumbi kannte seine Mutter nicht. Angeblich sei sie bei seiner Geburt gestorben. Seine Familie war sein Vater, und natürlich Oma Maria. Die alte grantige Köchin besaß einem gutes Herz, und er mochte sie. Das entwickelte sich mit der Zeit und dem gemeinsamen Leiden. Er sorgte sich, was wohl mit ihr passiert sei, bekam aber keine Antwort von den anderen Sklaven.
„Wache über sie, Xangô!“ betete Zumbi leise.
Der neue Farmbesitzer namens Carrilho lebte schon mehrere Wochen hier, und Zumbi passte immer noch sorgsam auf. Auf keinen Fall sollte seine Vision sich erfüllen. Zumbi spürte die Versuchung, mit Mutter Abigail, seiner Mutter-Der-Geister, zu sprechen. Aber seit dieser Carrilho die Farm verwaltete, erschien es unmöglich, diese zu verlassen. Zumbi musste sich allein behaupten.
Er kam an die Reihe, sein Essen zu holen und als er das neue Mädchen im Gesicht blickte, sah Zumbi diese Augen. Die schönste Frau, die Zumbi je traf, reichte ihm seine Ration. Sie roch himmlisch. Ihre Augen, ihr Geruch brannten sich in sein Herz ein. Neu hier, wurde sie zum Gesprächsthema während der kurzen Essens pause. Wenige konnten sie verstehen. Sie sprach nicht portugiesisch, sondern etwas anderes, ein afrikanisches Dialekt die keiner beherrschte. Zumbi vergaß zu essen. Er versuchte erfolglos noch einen Blick auf ihre Augen zu erhaschen, als er den Tumult aus der Mitte der Plantage bemerkte. Zumbi sah, wie die anderen Sklaven sich beeilten. Manche liefen besorgt los und Zumbi, unentschlossen, folgte ihnen.
Eine Menschenmenge hatte sich gesammelt. Drei Sklaven, mit ihren Macheten und Zuckerrohrstangen bewaffnet, kämpften gegen zwei Vorarbeiter. Die Vorarbeiter ging auf sie mit ihren Peitschen los, aber die Sklaven sprangen tief und hoch, zur Seite und zurück und entwischten mit ihren graziösen Bewegungen den Peitschenhieben. Es sah aus wie ein todernster Tanz. Die Macheten glänzten in der Sonne und die Peitschen knallten scharf in Zumbi’s Ohren. Die aufgewirbelter Staub flog durch die Luft und erschwerte das Sehen.
Die Sklaven kamen näher an die Vorarbeiter, um ihre kürzeren Waffen besser einsetzen zu können. Lange würden die Vorarbeiter sich nicht halten, da sie in der Minderzahl waren. Plötzlich sprang Boneco dazwischen. Ein Peitschenhieb schlug auf seine Brust.
„Aufhören! Lasst das sofort!“, rief Boneco seinen Kameraden zu. „Senkt eure Macheten! Lasst den Blödsinn jetzt! Du, Mino, was soll das hier?“
„Der Fluch des heiligen Baumes hat zugeschlagen!“, beantwortete Mino. Er spuckte als Zeichen seine Missbilligung und zeigte zu Velho Alípio, der am Boden lag. Velho Alípio hielt sein rechtes Bein fest. Sein rechter Fuß fehlte fast zur Gänze. Was übrig war, hing nur noch an einem Fetzen Fleisch. Blut überall.
„Er hat sich selbst das Bein abgehackt, Boneco!“ sagte Mino. „Der Iroko und seine Geister rächen sich gerade an ihm. Du solltest ihn nicht berühren, sonst nehmen dich die Götter mit ins Verderben!“
Boneco, trotz Warnung, drehte Velho AlĂ­pio um. Zumbi kniete sich dann auf die andere Seite.
„Schnell, dein Gürtel!“, sein Vater versuchte damit die Blutung zu stoppen. Zumbi würgte seine Sorge runter. Velho Alípio schwächte zusehends. Er wollte ihn berühren, aber Boneco ließ es nicht zu.
„Er liegt im Sterben.“, flüsterte Boneco, als wurde das alles erklären.
„Velho Alípio, mein Freund!“.
“Ich gehe unsere Ahnen begrüßen … sag meiner Negra Jacira ... “ Velho Alípio’s Augen flatterten leicht, sein Mund drehte sich zu einem flüchtigen Lächeln, er atmete ein letztes Mal und schied dahin.

Luís Carrilho hörte die Hilfeschreie. Er konnte sich rasch bewegen, wenn notwendig und so kam er zum Geschehen, als Boneco sich zu einem dieser Schwarzen beugte, der am Boden lag. Für ihn sahen sie alle gleich. Sein Vorarbeiter stand bewegungslos, immer mehr Sklaven sammelten sich um sie. Sie waren umzingelt. Luís erblickte drei Männer die mit ihren Macheten um Boneco schützend standen und begriff die Situation. Der Überraschungseffekt lag auf seiner Seite. Er holte mit seiner Peitsche aus und schlug mit voller Wucht von hinten zu. Luís erwischte den ersten bewaffneten Sklaven am Arm. Der Mann ließ seine Machete fallen und drehte sich überrascht um. Die anderen Vorarbeiter kamen in Bewegung. Sie stießen einen der Sklaven direkt auf Boneco und Zumbi zu, dieser stolperte zurück und fiel in voller Länge über Boneco. Boneco kämpfte, um sich zu befreien.
Durch einen staubigen Nebel warf Mino eine Zuckerrohrstange auf Luís Carrilhos Kopf. Die Zuckerrohrstange traf Luís mit voller Kraft am erhobenen Arm und zerbarst. Luís zog seinen langen Säbel mit einem metallischen Geräusch aus der Scheide, holte mit der Peitsche aus und warf Mino damit zu Boden. Sein Säbel folgte und erwischte Mino auf der Brust. Mino’s Blut spritzte. Zumbi konnte nichts mehr sehen. Das klebrige Zeug auf seinem Gesicht war Blut. Er versuchte es abzuwischen, aber es wurde dicker und verschmierte sich. Schweiß und Blutgeruch stieg in seine Nase. Um sein Herz wurde es kalt, aber sein Puls schlug rasend schnell.
’Soviel Blut!’, Zumbi erstarrte. Er konnte sich nicht bewegen! Der Zorn der anderen Sklaven explodierte, als sie sahen, dass Mino blutend zu Boden fiel. Einer schlug Luís Carrilho die Peitsche aus der Hand, aber Luís beantwortete mit dem Säbel und schlitzte seinen Arm und sein Gesicht auf. Luís zog seine angegurtete Pistole. Das Massaker war nicht mehr aufzuhalten. Der erste Schuss fiel. Ein dumpfes Geräusch folgte. Es hörte sich wie ein Sack Maismehl an, den man zu Boden warf. Der graue stinkende Dunst des Schiesspulvers gesellte sich zu dem verschmierten Blut, um Zumbi zu blenden. Ein zweiter Schuss wurde abgefeuert. Ganz in der Nähe hörte Zumbi die Stimme seines Vaters schmerzvoll schreien. Sein Vater hielt seinen Bauch und ging mit blutige Händen zu Boden. Ein Ewigkeit in einen Augenblick.
Zumbi, das Gesicht rot vom Blut, spürte die Machete in seiner Hand. Mit voller Kraft schlug er auf ein Bein, das in seiner Reichweite war. Der Schnitt kam schräg, wie er es von seinem Vater lernte. Knochen, wie das Zuckerrohr, waren gleich leicht zu schneiden. Der Vorarbeiter fiel schreiend zu Boden. Zumbi und die anderen Sklaven hackten ihn in Stücke. Die Schneidgeräusche rasend schnell, wie das Hämmern seines Herzens. Der Mann war tot, und Zumbi dürstete nach mehr Blut. Der zweite Vorarbeiter wollte fliehen. Die Sklaven schlugen ihn mit Macheten und Zuckerrohrstangen nieder. Es war in wenigen Minuten vorbei.
„Wo ist Carrilho?!“ schrie Zumbi außer sich. „Wo ist Carrilho?!“

Mutter Abigail spürte Zumbi’s Zorn beben. Die vorangegangenen Ereignisse, unterwegs in wildem Galopp, waren nicht mehr zu bremsen. Genauso wie ihr Herz. Sie gab den „Gente de Santos“, ihren Kindern des Glaubens, die Anweisung die Pferde vor die Kutsche zu spannen. Sie musste sich jetzt beeilen, wenn sie Zumbi noch treffen wollte.

Der Schrei erreichte Luís Carrilho. Er lief um sein Leben. Weg aus der Plantage. Als seine Vorarbeiter verletzt zu Boden fielen, gab Luís Carrilho Fersengeld und lief so rasch er konnte zurück zum Haus. Dort verschloss er alle Türen und Fenster. Erst dann wurde ihm klar, wie schwachköpfig er in seiner Panik reagierte. Er verdammte sich damit selbst. Es gab für ihn hier kein Entkommen mehr. Aber billig würde er sein Leben nicht an diesen Abschaum verkaufen. Er holte seine Ersatzwaffen aus dem Schrank und klaubte mehr Pulver und Munition.

Zumbi sah buchstäblich rot. Seine Hände, seine Arme, überall Blut. Sie hatten die beiden Vorarbeiter in Sekunden in Stücke gerissen. Sein Vater, Mino, und Velho Alípio lagen tot vor seinen Füßen.
Zumbi empfand keinen Kummer. In sein Brust pumpte nur Zorn.
„Mörder!“ schrie Zumbi rasend. „Komm heraus! Blut für Blut Carrilho, komm heraus!“
Luís Carrilho öffnete ein Fenster ein paar Finger breit. Er erkannte diesen Jungen, der ihn immer verächtlich beobachtet hatte.
„So schnell kriegst du mich nicht, Bengel!“ schrie Luís Carrilho aus dem Fenster und feuerte einen Schuss ab. Luís Carrilho dachte an Aketime, während er seine Pistolen nachlud. Wie gut es gewesen wäre, sie noch ein letztes Mal zu nehmen, bevor er starb. Zu spät dafür. Luís könnte sie als Unterpfand benutzen, um zu entkommen. Sie war aber nicht hier. Er suchte Oma Maria in der Küche. Die dicke Köchin stellte womöglich einen größeren Schutzschild. Mit ihrer Hilfe könnte Luís es zu seinen Pferden schaffen. Vergeblich. Sie war auch weg. Luís schoss noch einmal in die Weite und fühlte sich verraten. “Sie haben das längst geplant!“
„Du Hund! Du wirst die Farm hier nicht mehr atmend verlassen! Das verspreche ich im Namen Ogum´s!“, sagte Zumbi zähneknirschend. Er küsste das Eisen seiner Machete. Zu schwören und dabei mit der Zunge die Spitze eines Messers zu berühren, war ein Schwur, den Heuchler nicht zu geben wagten. Dieser Schwur ging an „Ogum von den Hunden“, den verrückten Krieger-Orixá und dieser Gott hatte kein Erbarmen mit Lügnern. Dessen Zorn war so gewaltig, wie Zumbis in diesem Augenblick.

Mutter Abigail kam, während alle Sklaven flohen, um sich vor dem Gesetz zu verstecken. Zumbi und andere blieben auf der Lauer. Sie wollten sich an Luís Carrilho rächen. Alle Restlichen verließen die Farm mit Hab und Gut, um sich in den umliegenden Wäldern zu verstecken, doch Zumbi wollte von nichts anderem als seiner Rachgier wissen. Mutter Abigail half, die Verstorbenen wegzuschaffen. Sie sang zu ihren Vorfahren für ihre Seelen, während die Leichname verbrannten. Zumbi verließ seinen Wachposten nicht und klagte auch nicht um Boneco. Mutter Abigail wusste, dass Exú noch etwas zu sagen hatte. Das Spiel war noch nicht vorbei. Also bestand noch Gefahr.

Aketime sah in diesem Moment ihre Aussicht auf ein neues Leben beginnen. Der Aufstand auf der Farm kam wie gerufen und als sie den Schwur des jungen Kriegers hörte, wusste sie, dass der richtige Augenblick zu fliehen gekommen war. Ogum der Orixá, der erste Sohn. Sein Schwur galt Ogum.
’Dies ist die Zeit!’, dachte sich Aketime.
Luís Carrilho war leicht zu befriedigen. Länger als vierzig Sekunden brauchte er nicht, um sich zu beruhigen. Wenn Aketime ihn auf die Folter spannte, kam er noch schneller. Aketime spielte mit ihn. Sie reizte Senhor Carrilho, so oft sie nur konnte. Noch ein paar Wochen und er wäre ihr gänzlich verfallen. Dennoch spürte Aketime, dass hier nicht ihr Platz war. Die Götter waren erzürnt wie der Krieger.
Sie packte ihr Búziosspiel, etwas Proviant, Wasser, ein Messer für die Reise und folgte der größeren Anzahl der Sklaven, welche die Farm verließen. Sie musste an den jungen Krieger denken. Wie er, blutverschmiert, seinem Wut Luft gab. Er war eine Naturgewalt. Er hatte ihr ermöglicht zu fliehen. Sie blickte nicht zurück.

Dienstag kurz vor Mittag, kam Padre Vieira wie vereinbart zur Farm der Carrilhos. Padre Vieira überraschte Luís Carrilho, als er sich gerade mit diesem jungen schwarzen Mädchen, seiner neuen Sklavin, vergnügen wollte. Am helllichten Tag, in der Küche! Er war sich ziemlich sicher, in diesen Augen der Sklavin mit der außergewöhnlich Farbe, Amüsement über seine Verstörtheit erkannt zu haben. Luís Carrilho hatte noch genügend Selbstkontrolle besessen, um sich ein wenig zu schämen und bat Padre Vieira resigniert ins Haus. Sie plauderten über Verschiedenes und tranken Limonade, als sie den Lärm wahrnahmen und Luís Carrilho sich, ohne ein Wort zu verlieren, in Bewegung setzte.
Padre Vieira hörte den Widerhall der Schüsse, und folgte seinem Instinkt. Er entschied sich rasch, das Haus zu verlassen. Der verängstigte Padre blickte sich suchend nach seinem Maulesel um und machte ihn bei den Toren aus. Er hörte noch das Todesschrei und gab dem Muli die Sporen. Der Padre erreichte eine Anhöhe mit Ausblick auf das Gut und blickte besorgt zurück. Unerwartet hörte er eine Pferdekutsche und beeilte sich zu verbergen. Aus seinem Versteck sah er Mutter Abigail vorbei fahren. Das erweckte seiner Neugier.
„Was macht sie hier?“, er beobachtete, wie die schwarze Frau im Hof anhielt, wie mehrere Schwarze die „Engenho“ verließen und sich auf den Weg machten. Die Sklaven verließen die Farm und hatten vieles vernichtet. Eine Rauchsäule stieg in die Höhe. Die Dächer der „Senzala“ schienen in Flammen zu stehen. Niemand bekämpfte das Feuer. Manche der Sklaven standen nur herum und schauten zu. Vereinzelte Schüsse fielen, also leistete noch jemand Widerstand.
Padre Vieira drehte seinen Muli um und galoppierte rastlos in die Stadt zurück. Der Padre musste den Kapitän da Mata benachrichtigen. Er selbst war ein Jesuit, ein Mann Gottes, und kein Soldat, furchtlos in der Verteidigung seines Glaubens, aber jemand, der seine Pflicht kannte. Fonseca Velho sollte sich hier um alles kümmern. Dafür wurde er bezahlt, um solche Situationen unter Kontrolle zu bringen, das war seine Arbeit. Die Sklaven zu fangen. Die Verbreitung solcher Nachrichten zurückzuhalten. Dies hier könnte eine viel gefährlichere Situation entzünden.
„So nah an der Quilombo dos Palmares!“ Er musste Schweigen bewahren. Es durften nur so wenige Leute wie möglich davon erfahren. Sonst könnte eine Panik ausbrechen.
„Der Gouverneur!“ Das war seine erste Verpflichtung.


__________________
„Alles beginnt mit einem Märchen, weil Märchen Träume sind, die die Realität beherzigen. Einmal Augen auf, einmal Augen zu …, ein Augenblick genügt, um die Ewigkeit zu verbergen, oder zu verändern.

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Arthrys
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Registriert: Not Yet

eine

packende Geschichte. Du solltest unbedingt Korrekturlesen, Kommata, Wortwahl, Wortwiederholungen (4x "er" hintereinander ist einfach zu viel). Wäre schade drum, denn die Geschichte ist wirklich gut.
GruĂź Arthrys

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Arthrys
Guest
Registriert: Not Yet

Padre

Vieira hörte den Widerhall der Schüsse...
Er entschied sich...
Er blickte sich...
Er hörte...
Er erreichte...

GruĂź Arthrys

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Arthrys
Guest
Registriert: Not Yet

anbei

erste Korrekturvorschläge:
Zumbi arbeitete mit den anderen Sklaven im „Canavial“, Zuckerrohr ernten. Er trug nur seine Machete, ein sehr langes, einschneidiges Messer. Er war barfuss mit freiem Oberkörper, den ganzen Vormittag auf den Beinen, und hackte mit seiner Machete tief in das Zuckerrohr. (Zumbi erntete mit den anderen Sklaven im "Carnival das Zuckerrohr. Den ganzen Vormittag war er nun schon auf den Beinen und schlug mit seiner Machete tief in das Rohr.)
„Von oben schräg nach unten(,) und es soll ein einziger Schnitt sein, Tanto.“, hörte Zumbi die Stimme seines Vaters sagen(sagte sein Vater). Zumbis muskulöser nackter Oberkörper glänzte wie eine schwarze Perle. Das Licht brach sich in den Schweißtropfen auf seiner Haut. Der umher fliegende (auffliegende) Staub färbte das Sonnenlicht in prachtvolles Gold.
Zumbi hatte gelernt auf die Schlangen aufzupassen (zu achten), die sich gerne unter den abgefallenen Blättern versteckten. Er musste sich, wie die meisten,(Wie die meisten von ihnen, musste er sich bei der Arbeit ein wenig bücken,) ein wenig bücken um das Zuckerrohr tief (,) nahe der Erde zu schneiden,(.A) aber er passte trotzdem auf. Diese Schlangen waren tückisch. Sein Vater hatte Zumbi erklärt, dass Schlangen sich normalerweise vor den Menschen verstecken und wenn sie konnten sogar lieber flohen. Diese besondere Art Schlange(Schlangenart aber nicht.) hier nicht. Diese hier (Sie) sprang die Menschen gerne an. Sie war sehr angriffslustig. (-) Goliath Spinnen waren auch ganz schlimm. Klein aber sehr aggressiv. (Die Goliath-Spinnen, von denen es am Boden manchmal nur so wimmelte, waren zwar klein, aber besonder aggressiv. Sie schossen auf Menschen mit ihren Haaren (mit ihren Haaren auf die Menschen) und trafen öfters auf (oft) die Augen (.) , was höllisch weh tat. (Es tat höllisch weh und man bekam eine böse Augenentzündung, die bis zur Blindheit führen konnte)
Velho AlĂ­pio meinte, sein linkes Augenlicht sei deshalb erloschen und sein rechtes Augenlicht das war...
“Scho’ lang schlecht, hmpf! Eine schmerzvolle Aug’zündung war dath! Das war Feuer in mein Aug’!“, kreischte der Alte in Zumbi’s Ohr.
‚Dein Gehör ist auch schlecht und ich fürchte ich werde gleich taub, Alterchen.’ dachte sich (-)Zumbi.
Zumbi sah zum klaren Himmel hinauf, wischte sich den Schweiß aus der Stirn und hackte die Zuckerrohr (-)weiter. Der Tag hatte erst begonnen. Er nahm seinen eigenen Arbeitsrhythmus wahr (wieder auf und hackte das Zuckerrohr so schnell er konnte, bemüht einen diagonalen Schnitt zu vollführen, wie sein Vater es ihm gelehrt hatte). Er hackte das Zuckerrohr so schnell er könnte, hack, hack, hack. und bemühte sich einen diagonalen Schnitt zu vollführen, wie sein Vater es ihm lehrte.
GruĂź Arthrys

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