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Leselupe.de > ErzÀhlungen
awake
Eingestellt am 05. 08. 2003 11:58


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caspAr
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 15
Kommentare: 16
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Ja, ich habe es verstanden. Alles, was jemals gesagt wurde, waren Worte, die in meinem Kopf eine Kraterlandschaft zurĂŒckgelassen haben, und ich kenne die Winkel, jeden kalten, harten Fels der Öde in mir, alle Schluchten und auch die Seen aus TrĂ€nen. Ich habe sie durchlebt und erschaffen, abgespeichert und, meist nicht gewinnbringend, verarbeitet. Heute, nach 26 Jahren auf diesem Planeten, bewege ich mich in Schleifen. In eingefahrenen Bahnen kriechen oder rasen meine Gedanken durch das Hirn, und nichts wirklich Neues bewegt sich auf mich zu. LebensmĂŒdigkeit bedeutet nicht Freitod; sie gleicht einer Narkose, und dieses GefĂŒhl ist betĂ€ubend wie einschlĂ€fernd, aber auch angenehm und vertraut. Die Sicherheit, alles schon gesehen zu haben, ist weit entfernt von Arroganz und Überheblichkeit. Sie schmeckt bitter und schmerzt. Ich gleite bewegungsunfĂ€hig in einem DĂ€mmerszustand durch die Tage, und das schon Gekannte verschwindet hinter mir in den schwarzen Wellen der NĂ€chte. Trauer ĂŒber mein Scheitern umhĂŒllt die latente Bejahung zum Dasein, wenn ich trĂ€ume, von dir, von der Vergangenheit. Ich trĂ€ume davon, dass ich dich in der Nacht verfolge und meinen Blick auf den roten Schein der RĂŒcklichter des Autos in dem du sitzt, gebannt habe. Du bist kurz vor mir, und der Regen verwischt Momente in diesem Augenblick. Irgendwann schaffe ich es, dich abzudrĂ€ngen, und du gleitest lautlos von der Strasse, in ein Feld, auf dem Ähren, so groß wie TĂŒrme taumelnd stehen. Dann stehe ich vor dir, erregt und scheu, und du öffnest mit den Fingern meinen Mund und fĂ€hrst ĂŒber meine ZĂ€hne. Du weißt, dass ich es bin, auch wenn der Anblick fĂŒr dich fast unertrĂ€glich scheint. Und keine Angst regiert die Körper. Sie wĂ€re leichter zu ertragen, als die Sekunden unserer Begegnung, als die Erinnerungen, die Bewegungen des Lebens im RĂŒckspiegel.

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die zeit zerstört alles

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Grit1962
???
Registriert: Jul 2003

Werke: 7
Kommentare: 20
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Verstanden

Hallo caspAr,

dĂŒster wirkt deine Geschichte. Ein 26jĂ€hriger am Rand der TrĂ€nenseen, in Schleifen kreisend, narkotisiert. Einfach todtraurig zu lesen. Dein Schluß verwirrt mich. Traum, Verfolgung, eine fĂŒr mich sehr erotische Szene (ist das Lust?) und ein unertrĂ€gliches, aber angstloses Treffen.
Leben im RĂŒckspiegel. Mir fehlt der Blick nach vorn.

Ich denke, so wirklich habe ich es nicht verstanden.
Deine Art zu schreiben, die Wahl der Worte zeugen fĂŒr mich von deinem enormen Tiefgang und einem großen Potential. DafĂŒr meinen Respekt und meine Bewunderung.

Bin gespannt auf andere Meinungen.

Lieben Gruß
Grit


__________________
Grit62

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