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Leselupe.de > Kurzgeschichten
fortsetzung 2
Eingestellt am 03. 06. 2001 18:34


Autor
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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
Registriert: May 2001

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Sie begann zu weinen, als sie ihm von ihren Gef├╝hlen f├╝r ihn erz├Ąhlte. Und er, Florian, stand da, neben ihr und lie├č sich einfangen von diesen Str├Âmen warmer Gef├╝hle. Er wu├čte, da├č der ihr nicht zu F├╝├čen liegen mu├čte, um sie f├╝r sich zu gewinnen, sie war sein Gewinn, dem er sich verweigern konnte. Aber obgleich er sie zu beruhigen wu├čte, konnte er es nur, da er die Prinzessin in den Hintergrund zu schieben wu├čte. Wie lange nur, das war die Frage. Sie nahm mit einem Mal seine Hand und f├╝hrte ihn durch das Dickicht zu einer ganz besonderen Stelle. Florian sp├╝rte ihre warme Hand und sein Herz schien schneller zu schlagen vor Erwartung. Er begann sich aufzul├Âsen f├╝r sie, fern von sich, nur ihre Marionette. Doch als er vor einem kleinen Holzkreuz mit einer grob eingeschnitzten Inschrift stand, erschauerte er. Vor ihm mu├čte ein Kind liegen, da├č eine Frau hatte nicht austragen d├╝rfen, einer dieser vielen verschwiegenen Geburten, die doch nichts mit dem Anfang eines Lebens zu tun hatten, sondern nur mit seinen Umst├Ąnden. Der Mensch schien nicht f├Ąhig zu sein, seiner Natur nach zu leben, er erschien erhaben, er schien ├╝ber alle Macht dieser Welt verf├╝gen zu wollen.
Marie erz├Ąhlte ihm ihre Geschichte, die Geschichte einer gro├čen Liebe zu einem jungen Mann, der hierher gekommen war, um die Prinzessin zu sehen, als sie noch mit ihrem F├╝rsten zusammen auf dem Schlo├č lebte. Er wohnte in dem kleinen Zimmer wie Florian und sie verbrachten nur eine Nacht miteinander, aber diese Nacht war voller Versprechen. Es war wie eine Glut in einer windigen, warmen Gegend. So sehr bestand ihr Leben aus Arbeit, Vernunft und Pflichtgef├╝hl, da├č sie leicht bereit war sich diesem warmen Gef├╝hlsbad hinzugeben. Die n├Ąchsten Tage sprachen sie nur noch ├╝ber die M├Âglichkeiten einer Flucht vom Hofe, ├╝ber Tr├Ąume, ├╝ber lauter sch├Âne Dinge. Bis sie eines Tages anfing Launen zu zeigen und abends nicht mehr ansprechbar f├╝r ihn war, da sie die Arbeit am Hofe so mitnahm. Der junge Mann sah darin ein Verhalten, da├č er mit ihren gemeinsamen Ideen nicht mehr vereinbaren konnte, und so brach er eines Tages pl├Âtzlich auf, ohne Vorwarnung, ohne mit ihr dar├╝ber zu reden. Sie verzweifelte an ihren Erwartungen, die sie pl├Âtzlich nicht mehr hatte zeigen k├Ânnen, ohne da├č es einen Grund gegeben hatte. Solange sie sich damit auch besch├Ąftigte, solange sie sich damit auch tr├Âstete, da├č er ja auch selbst h├Ątte sehen k├Ânnen, da├č es nur eine Zeit gebraucht h├Ątte, bis da├č sie wieder in der Lage gewesen w├Ąre; nichts half ihr aus dieser Trauer und den Verlust. Als sie sich endlich wieder angefangen hatte - die Notwendigkeit ihrer Arbeitskraft hatte viel dazu beigetragen sie abzulenken -, beendete sie die Geschichte, indem sie ihre niedergeschriebenen Gedanken in eine Kiste steckte und stellvertretend f├╝r die gestorbene Liebe an dieser Stelle in die Erde eingrub.
Florian war erleichtert dar├╝ber, da├č sein Schaudern nicht auf dem ersten wirklich traurigen Gedanken basieren mu├čte, sondern auf etwas anderem, ungleich romantischerem, aber trotzdem meinte er, ihr Leid in jenem Moment mit ihr teilen zu k├Ânnen.
Er blieb lange mit ihr vor dieser eigenartigen `Grabst├Ątte┬┤ sitzen, bis da├č sie sich schweigend auf den Nachhauseweg machten.
Am Geh├Âft angekommen, verlangte es ihm nach einer deftigen Brotzeit und so setzten sich beide in die K├╝che und machten ein gro├čes Vesper. Stillschweigend schien ihre ├ťbereinkunft getroffen, r├╝cksichtsvoll und von nun an ehrlich zueinander zu sein, so wie es Marie Florian vorgemacht hatte. Erst beim Anbruch der D├Ąmmerung liefen ihre Wege wieder auseinander, indem sich Florian auf den Weg machte, den Bauern zu suchen, um zusammen mit ihm in der Werkst├Ątte weiter zu arbeiten.
Er traf ihn auf dem Feld, von der Arbeit ziemlich erschlagen, aber trotzdem mit einem freundlichen L├Ącheln auf den Lippen zur Begr├╝├čung. Florian mu├čte ihm erz├Ąhlen wie es ihm ergangen war und so zeigte er erst einmal seine beiden gef├╝llten M├╝nzs├Ąckchen und kam dann mit der dazugeh├Ârigen Geschichte heraus. Der Bauer gratulierte ihm und lie├č sich dann gern dazu ├╝berreden in die Werkst├Ątte zu gehen, um noch ein bi├čchen Abwechslung zu bekommen.
Dort angekommen gingen sie dort der besonderen Idee Florians nach, Schachfiguren zu schnitzen, die beste Methode, um jemanden ein Handwerk beizubringen. Florian fertigte die wei├čen, der Bauer die schwarzen Figuren an. Selbstverst├Ąndlich schnitzten sie die Formen aus dem unbehandelten reinen Holz, bevor sie anschlie├čend die fertigen Figuren f├Ąrben w├╝rden. Eine Woche w├╝rden sie ungef├Ąhr noch ben├Âtigen, dann w├╝rde Florian das Spiel auf dem Markt anbieten k├Ânnen. Das Erhalten w├╝rden sie sich dann teilen.
Zwei Tage nach jenem Markttag auf dem Schl├Â├čchen fand Florian Plakate an den B├Ąumen, die einluden zu einem Fest dort oben, f├╝r alle Bewohner des Dorfes und all die Menschen, welche am Marktgeschehen beteiligt waren. Sein Herz begann sich wieder aufzuspalten, da war Marie, dort die Prinzessin, da war die innige Freundschaft, dort die keimende Liebe. Und h├Ątte er am Himmel nicht in jenem Moment einen Bussard gesehen, wie w├╝rde er sich dann entschieden haben.
Das Fest war ein besonderes Ereignis f├╝r alle Anwesende, es gab ein tolles B├╝fett, viele verschiedene Getr├Ąnke, eine leise Musik, die zum Tanzen einlud, und viel Kerzenlicht.
Florian hatte im Dorf schon einige Menschen kennengelernt und unterhielt sich mit ihnen. Gerne w├╝rde er hier seine Freunde Hans und Herold treffen, doch an deren Abwesenheit hatte er sich fast schon gew├Âhnt. Es ging nun um sein Leben, das konnte nur er erlangen, niemand konnte ihm dabei helfen.
Die Prinzessin hatte ein schlichtes Kleid um ihren Leib gebunden und sa├č an einem Tisch mit vielen Frauen und nur wenigen M├Ąnnern, welche auch teilweise schon im hohen Alter waren. Nicht an ihrem Tisch konnte er Thomas entdecken, welchen er gerne wiedergesehen h├Ątte. Die Nacht schien eigentlich zu dunkel, um Blumen zu gie├čen.


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