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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
haarrisse
Eingestellt am 03. 03. 2002 07:11


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bassimax
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Haarrisse


Peter ist dabei das letzte Geschenk zu verpacken. Er sitzt auf dem Boden und bindet ein orangefarbenes Geschenkband um das kleine P├Ąckchen. Er bem├╝ht sich, und das ist nicht ganz einfach, seinen sonst eher energiegeladenen K├Ârper zur Ruhe zu zwingen. Das P├Ąckchen enth├Ąlt eine kleine, t├Ânerne Schale. Er hat sie selbst gemacht, im Bastelunterricht. Sie sieht etwas schlampig und unregelm├Ą├čig aus. Geduld ist nicht seine St├Ąrke. Die Schale ist f├╝r den Vater bestimmt, der sie als Aschenbecher benutzen soll.
Das andere Geschenk ist f├╝r die Mutter. Es enth├Ąlt eine kleine Flasche Parfum. Er hat sie im Drogeriemarkt gestohlen.
Peter ist sieben Jahre alt. Er hat dunkles Haar, dunkle Augen und
ist von eher schm├Ąchtiger Gestalt.
Sein Bruder Markus sitzt etwas weiter weg auf dem Boden. Er spielt
mit Lego. Legospielen ist seine Lieblingsbesch├Ąftigung. Tief in sich versunken baut er oft stundenlang an seinen Phantasiewelten, unter
Einbeziehung kleiner Soldaten. Gab es dazu warmen Kakao und lief eine M├Ąrchenkassette im Hintergrund, so war das f├╝r ihn das Sch├Ânste. War er mal besonders beeindruckt von einem Legobauwerk, so ging er hinunter zum Vater, der dann ins Kinderzimmer kommen musste, um sein Werk zu loben.
Zur Mutter ging er nicht so gern, denn das mochte dann sein Bruder
Peter nicht. Und der war st├Ąrker. Heimliche Repressalien w├Ąren zu bef├╝rchten gewesen.
Markus ist erst f├╝nf und dementsprechend kleiner. Er ist blond und hat blaue Augen.
Markus hat seine Geschenke schon fertig. Wie immer sind es Bilder, die er mit Tusche gemalt hat. Verpackt in zwei gro├čen Umschl├Ągen, die er vom Vater erbeten hatte. Markus wollte dem Vater nicht sagen wof├╝r er die Umschl├Ąge brauchte, er wollte die ├ťberraschung nicht verderben. Die Umschl├Ąge hatte er auch noch bemalt.
Und jetzt spielt er Lego. Aber nicht so vertieft wie sonst. Er ist aufgeregt. Denn heute ist Weihnachten.
Die Herzen der beiden Kinder sind erf├╝llt mit Freude, Spannung und Hoffnung. Weihnachten ist der absolute H├Âhepunkt des Jahres.
Und das nicht nur wegen des Weihnachtsfests an sich. Eine ganze Reihe anderer, bemerkenswerter Ereignisse waren mit Weihnachten verbunden: Der Vater war tagelang zu Hause, der Gro├če musste nicht
zur Schule. Und kurz nach dem Fest erfolgte die magische Silvester-
nacht, zu der man um Mitternacht geweckt wurde und Feuerwerke sah. Und nicht zuletzt die Tage, die man mit dem noch "frischem" Spielzeug verbrachte und die aufs Angenehmste die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ├╝berbr├╝ckten. Deswegen war Weihnachten durch nichts zu ├╝berbieten.

Die Familie lebt in einem sch├Ânen Haus am Stadtrand. Es war erst vor drei Jahren bezogen worden. Vor dem Haus, gleich ├╝ber der Stra├če, liegen Felder, die jetzt im Winter verschneit sind. Einige hundert Meter freies Feld. Und dann folgt ein Wald, den zu betreten den Kindern streng verboten ist. Denn erstens haben Kinder in diesem Alter sowieso nicht in den Wald zu gehen, und zweitens l├Ąuft eine Bahnstrecke am Wald entlang.
Die Mutter achtet sehr darauf, dass dieses Verbot eingehalten wird und sie ist immer darum bem├╝ht zu wissen wo die beiden Jungen sind. Was leider nicht immer gelingt: Einmal war Peter einen ganzen Tag verschwunden. Wie sich sp├Ąter herausstellte hatte er die Schule geschw├Ąnzt, und den Vormittag stattdessen mit ├Ąlteren "Rabauken" in der Stadt verbracht, um allerhand Unsinn anzustellen. Als ein Nachbarskind an der T├╝r klingelte um dem vermeintlich erkrankten die Hausaufgaben zu bringen, rief das gro├če Best├╝rzung bei der Mutter hervor. Sie telefonierte ├╝berall herum und informierte den Vater im B├╝ro. Der kam sofort. Zwar waren sie in gro├čer Sorge, wollten aber dennoch nicht so recht an ein Verbrechen, oder an einen Unfall glauben. Eher glaubte man es mit einer von Peters Mutwilligkeiten zu tun zu haben, die gelegentlich so unberechenbar aus ihm hervorbrachen.
Der Vater fand ihn damals schlie├člich im Wald, wo er einfach stumm auf einem umgest├╝rzten Baum sa├č. Neben ihm lag ein Kinderfahrrad, das ihm nicht geh├Ârte. Es wurde daraufhin viel mit ihm geschimpft, aber richtig bestraft wurde er nicht.
Markus war an diesem Tag besonders brav gewesen. Er erledigte kleine Pflichten im Haushalt und verhielt sich ansonsten still. Was aber unter dem Eindruck der gro├čen Sorgen, die man sich um Peter machte, keine gr├Â├čere Beachtung fand.

Heute morgen war der Vater wieder im Wald. Er hatte sich in den Kopf gesetzt den Weihnachtsbaum diesmal selbst zu schlagen. In einer
Schonung ganz in der N├Ąhe war das gegen eine geringe Geb├╝hr m├Âglich. Seine Fuchsschwanzs├Ąge hatte er dazu aus dem Schuppen geholt. Die Kinder durften trotz aller Bettelei nicht mitkommen. Schlie├člich sollten sie vom Anblick des fertig geschm├╝ckten Baumes ├╝berrascht werden. Deshalb durften sie auch ab dem fr├╝hen Nachmittag das Wohnzimmer nicht mehr betreten. Denn dann wurde dort der Baum geschm├╝ckt.

Das Fest ist ganz und gar auf die Kinder ausgerichtet. Es soll so sch├Ân sein wie nur m├Âglich. Die Gr├Â├če der Freude, welche die Eltern
ausl├Âsen wollen, soll einen Ausgleich bilden. Einen Ausgleich f├╝r eine
sehr schwierige Zeit, die nun mittlerweile schon zwei Jahre zur├╝ck liegt.
Die Erinnerungen an diese Zeit sind bei Markus schon sehr stark verblasst. Es ist nicht mehr als ein diffuses Gef├╝hl geblieben, ein dunkles. Peter wei├č noch, dass der Vater damals oft sehr sp├Ąt nach Hause kam. Dass viel geschrien wurde, der Vater dann tagelang nicht zu sehen war. Und daran, dass ein Krankenwagen kam, in den die Mutter auf einer Bahre geschoben wurde. Sie hatte Verb├Ąnde an den Unterarmen. Danach hatte die Oma im Haus gewohnt, bis die Mutter wiederkam. Dann war wieder alles in Ordnung gewesen, und auch der Vater kam wie gewohnt.
Da die Eltern durchaus wussten, dass diese Krisenzeit auch f├╝r die Kinder recht ersch├╝tternd war, waren sie sehr bem├╝ht um die Jungen.
Sie wollten nicht, dass die damaligen Dramen einen bleibenden, negativen Eindruck in den Kinderseelen hinterlie├čen.
Und deshalb wurde sich zu Weihnachten die allergr├Â├čte M├╝he gegeben und bewusst darauf verzichtet aus kleinen Unstimmigkeiten einen Streit entstehen zu lassen. Besonders wegen Peter. Seit damals war er anders, irgendwie dunkler.

Der Vater kommt wieder, mit dem Christbaum auf dem Wagendach.
Die Kinder haben ihn kommen h├Âren und beobachten ihn aus dem
Fenster des Kinderzimmers, das im 1. Stock liegt. Ihr Vater ist recht
gro├č und kr├Ąftig. Sich konspirativ umblickend nimmt er die Tanne vom Wagendach um mit ihr hinter dem Haus zu verschwinden. Die Jungs lachen, da er nicht wei├č, dass er l├Ąngst entdeckt ist. Durch
den Hintereingang tr├Ągt er den Baum ins Wohnzimmer.
Es ist jetzt erst zwei Uhr nachmittags und traditionell wird erst um Punkt 18.00 Uhr zur Einbescherung gerufen.
Die vorfreudige Anspannung der Kinder findet seinen Ausdruck in
purer Albernheit. ├ťberm├╝tig vollf├╝hren sie Ringk├Ąmpfe, lachend und
wild. Tut einer dem anderen dabei weh, so ist das an diesem Tag vollkommen gleichg├╝ltig. Denn wie klein ist ein solcher Schmerz
im Vergleich zum freundlichen Giganten "Weihnachten"!
Jetzt haben sie die Idee nach unten zu schleichen, um einen verbotenen Blick durch das Schl├╝sselloch der Wohnzimmert├╝r zu erheischen. Eigentlich m├╝ssen sie gar nicht schleichen, denn sie k├Ânnen sich frei im Haus bewegen, nur eben ins Wohnzimmer d├╝rfen sie nicht. Aber schleichen ist interessanter! Wer erwischt wird hat verloren! Unten angekommen m├╝ssen sie leider feststellen, dass trotz intensivster Anstrengung der Augenmuskulatur nichts zu erkennen ist: die Eltern haben von innen ein Handtuch ├╝ber die T├╝rklinke geh├Ąngt. Auch der Versuch das Handtuch durch Pusten durch das Schl├╝sselloch zu entfernen
scheitert.
Sie h├Âren ein mysteri├Âses Rascheln aus dem verschlossenen Zimmer dringen. Der Vater hantiert wohl mit den Christbaumschmuckschachteln herum. Gleicherma├čen aufgeregt wie vorsichtig klopfen sie leise an der heiligen T├╝r, um sich dann blitzartig hinter dem Garderobenschrank zu verstecken. Dieses Spiel wiederholen sie mehrmals. Bis pl├Âtzlich mit einem schnellen Ruck die Wohnzimmert├╝r ge├Âffnet wird! Erschrocken eilen die Jungen, schrille Schreie von sich gebend, in ihr Versteck. Der Vater steht in der T├╝r. Er schiebt seinen Unterkiefer vor und imitiert die dumpfe Stimme eines Riesen: "Wo sind die beiden Strolche?! Ich will sie fressen!" Peter und Markus dr├╝cken sich in ihrem kleinen Versteck aneinander. Sie sind aufs Angenehmste gegruselt. Der Vater wei├č wo sie sich versteckt haben. Langsam und monsterartig geht er auf sie zu, tut so als ginge er vorbei und dreht sich abrupt zu ihnen um. "Aah! Jetzt hab' ich euch!" sagt er mit seiner Riesenstimme. Peter und Markus kreischen vor Schreck. Der Vater lacht. Und wird auf einmal still. Da sieht er sie sitzen, seine Beiden, mit vor Freude gl├Ąnzenden Augen und lachenden Gesichtern. Er ist ger├╝hrt und sp├╝rt so stark wie selten seine Liebe zu ihnen. Er kniet sich hin, nimmt das Gesicht von Peter in seine H├Ąnde und gibt ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. Dann folgt Markus. Der Vater geht wieder in das Wohnzimmer und schlie├čt leise die T├╝r.
Peter und Markus haben ein warmes Gef├╝hl, blicken einander an und freuen sich. Doch diese besinnliche Art der Freude h├Ąlt nicht lange an und weicht wieder bl├Âdelartigem ├ťbermut.

Das n├Ąchste Ziel ihres Spiels gilt der K├╝che. Die Mutter macht dort
den Abwasch vom Mittagessen. Es hatte Fischst├Ąbchen und Kar- toffelsalat gegeben, f├╝r die Kinder mit Ketchup. Zum Abendessen
gibt es traditionell einen wunderbaren Eintopf, der bereits am Vortag
zubereitet worden war. Jetzt beobachten die Jungen ihre Mutter durch die offene T├╝r und ├╝berlegen, welchen Streich sie spielen k├Ânnten.
Beide finden ihre Mutter sehr sch├Ân. Sie hat lange Haare und
ist recht gro├č. Sie finden die M├╝tter ihrer Freunde viel h├Ąsslicher.
Sie wollen versuchen unbemerkt unter den K├╝chentisch zu gelangen, um die Mutter dann pl├Âtzlich zu erschrecken. Die K├╝che ist im Landhausstil eingerichtet und sehr gro├č. Der Massivholztisch steht mitten im Raum. Auf allen Vieren n├Ąhern sie sich der offenen T├╝r. Die Mutter steht an der Sp├╝le am Fenster. Sie hat ihnen den R├╝cken zugewandt. Vorsichtig rutschen sie ├╝ber die Fliesen. Die wenigen Ger├Ąusche, die sie machen, werden vom Gedudel des K├╝chenradios ├╝berdeckt. Das letzte St├╝ck eiliger kriechend schaffen sie es unentdeckt unter den Tisch zu gelangen. Sie grinsen einander frech an. Sie sehen die Beine der Mutter. Der Gro├če greift pl├Âtzlich zu und sagt laut "Buh!" dazu. Die Mutter lacht und sagt:
"Ich hab' euch schon lange gesehen!"

Ja, das ist ein sch├Âner Tag! Bereits jetzt, vor dem eigentlichen heiligen
Abend. Alle sind guter Stimmung.
Die Eltern, Christine und Stephan, freuen sich besonders ├╝ber eines:
Peter und Markus sind heute ein ganz normales Br├╝derpaar. Sie haben Freude aneinander und scheinen gleichberechtigter zu sein als sonst. Denn f├╝r gew├Âhnlich achtete der Gro├če mit einem gewissen Anflug von befremdlichem Sadismus darauf, das Markus m├Âglichst wenig von der elterlichen Liebe und Aufmerksamkeit erhielt. Zumindest weniger als er.
Niemals h├Ątte er geduldet den Kleinen "hochkommen" zu lassen. Denn Peter wollte alles f├╝r sich. Seit damals. Und wurde er eifers├╝chtig, so kam es vor, dass er einfach irgendein Spielzeug von Markus zerst├Ârte. Je nach Stimmungslage gen├╝sslich, mit einem feinen Grinsen im Gesicht, oder aber aggressiv darauf herumtrampelnd.
Er hatte nicht viel zu bef├╝rchten, wenn er so grausam mit seinem Bruder umging. Au├čer vielleicht der rituell wiederholten, energisch
vorgetragenen Aufforderung das in Zukunft zu unterlassen. Das aber
st├Ârte ihn kaum. Denn ihm war viel wichtiger seine Macht zu demonstrieren, die Rangordnung wieder herzustellen.
Viel eher als Unmut l├Âste dieses Verhalten Sorge bei den Eltern aus.
Sorgen. Das war das Wort, das am h├Ąufigsten fiel wenn, abends im
elterlichen Schlafzimmer ├╝ber ihn gesprochen wurde. Und dazu bot
er Anlass genug. So stahl er beispielsweise. Aus der Geldb├Ârse der
Mutter, oder im Supermarkt, aber auch bei schw├Ącheren Mitsch├╝lern.
Hinzu kamen seine katastrophalen schulischen Leistungen, die dieses Jahr wohl dazu f├╝hren w├╝rden dass er sitzenblieb. Er konnte sich einfach nicht konzentrieren. Die Mutter versuchte sehr ihn bei den Hausaufgaben zu unterst├╝tzen. Versuchte seinen unb├Ąndigen Geist sacht auf das zu Erledigende hin zu konzentrieren. Das aber gelang selten. Seine Hausaufgaben endeten meistens in einer schlampigen Schmiererei. Manchmal auch in der w├╝tenden Zerst├Ârung des Heftes.

Es war als habe seine Seele seit damals, als die Familie zu zerbrechen drohte und das Leben der Mutter in Gefahr war, einen feinen Haarriss erhalten. Und daran gaben sich die Eltern schuld. Sie sp├╝rten, dass sich durch ihre damalige Krise irgendetwas in dem Jungen ver├Ąndert hatte und machten sich schwere Vorw├╝rfe.
Einer der Folgen dieser Vorw├╝rfe war, das sie ihn nicht ernsthaft strafen wollten. Das galt besonders f├╝r Christine. Sie bef├╝rchteten ihn dadurch weiter zu verletzen. Die subtil gef├╝hlte Ank├╝ndigung eines Ungl├╝cks weiter zu forcieren. Statt zu strafen, als er einmal seinem kleinen Bruder Urin aus einer Limonadenflasche zu trinken gab, wurden endlose Gespr├Ąche mit ihm gef├╝hrt. Positiv und liebevoll versuchte man auf ihn einzuwirken. Wobei er sich tats├Ąchlich oft verst├Ąndig gab. Aber leider nur f├╝r wenige Stunden. Dennoch genoss er die Aufmerksamkeit, die ihm bei diesen Gespr├Ąchen zu Teil wurde. Denn Aufmerksamkeit zu erregen war sehr wichtig f├╝r ihn. Im Zentrum zu stehen, sicher zu stellen nicht ├╝bersehen zu werden.

So war es vorgekommen, das die Eltern eines Sonntagnachmittags zusammen mit Markus im Wohnzimmer "Mensch ├Ąrgere dich nicht"
spielten. Man war gut gelaunt, entspannt und ein bisschen albern. Peter
war bei einem Freund und erschien erst eine halbe Stunde nachdem
das Spiel, der Familiennachmittag, begonnen hatte. Er betrat den
Raum. Und sah eine gl├╝ckliche Familie. Markus bemerkte als erster
das sein Bruder gekommen war. Sein Nacken verkrampfte sich. Er wusste, es w├╝rde nicht gut gehen, das er hier mit seinen Eltern im
Gl├╝ck sa├č. Verstohlen blickte er auf das Spielfeld, schuldbewusst dem Blick des Bruders ausweichend.
"Gr├╝├č dich Schatz!" sagte die Mutter.
"Willst du mitspielen?" fragte der Vater.
Die Atmosph├Ąre im Raum hatte sich ver├Ąndert. Unbefangenes Bei-
sammensein war einer Anspannung gewichen. Man tat so, als sei alles
in Ordnung, als sei man eine ganz normale Familie. Indem man ganz normale Dinge sagte, eine liebevolle Begr├╝├čung und eine Einladung zum Spiel. In der Hoffnung diese Normalit├Ąt w├╝rde sich in Form von
normalem Verhalten auf Peter ├╝bertragen. In Wahrheit jedoch f├╝hlten sich alle ertappt. Ertappt dabei ihn ├╝bergangen zu haben. Und genau
das war es, was die destruktivsten Energien in ihm freisetzen konnte.
Peter stand im Raum, stumm die Szene beobachtend. Er setzte sein
typisches, feines Grinsen auf. Ein machtbewusstes, zynische Grinsen. Das lie├č nichts Gutes ahnen. Es war als wolle er sagen:
"So habt ihr euch das also gedacht. Einfach mal spielen, ohne an mich
zu denken!" Wortlos drehte er sich um und verlie├č den Raum. Man blickte einander erwartungsvoll an. Was w├╝rde passieren?
Markus war mit dem w├╝rfeln an der Reihe. Was er lustlos tat, sich zur├╝cklehnte und seine Kegel nicht setzte. 'Es hat ja doch keinen Sinn!' dachte er. Der Vater blickte pl├Âtzlich auf, warf seinen Kopf in
den Nacken und schn├╝ffelte. "Da riecht es doch nach Verkokeltem!"
sagte er. Er erhob sich und folgte dem Geruch, der seinen Ursprung im
Garten hatte, w├Ąhrend Christine in der K├╝che eine Gie├čkanne mit Wasser f├╝llte. Stephan fand seinen Sohn auf dem Rasen sitzend. Er hielt ein Feuerzeug in H├Ąnden und versuchte eine bereits brennende "King Kong" Figur aus Vollkautschuk weiter anzufachen. Flockiger,
schwarzer Qualm stieg vom Spielzeug auf. Stephan hatte es ihm vor zwei Tagen aus der Stadt mitgebracht. Als Belohnung f├╝r eine relativ gute Note, eine vier, die er im Rechnen erhalten hatte. Die Pr├Ąsenz seines Vaters st├Ârte Peter in keinster Weise bei seinem Tun.
Die Mutter kam mit der Gie├čkanne und l├Âschte den Brand. Es wurde
kein Wort gesagt. Man war eher resigniert, sah den Ausflug in die Normalit├Ąt als gescheitert an. Er lie├č nicht zu, dass man Gras ├╝ber die Sache wachsen lie├č. Man sollte es sich immer wieder ansehen.

Nach solchen Ereignissen warf Christine ihrem Mann wieder und wieder vor, dass er die Hauptschuld an allem trage. Das er es war, der zu einer anderen Frau wollte, dass er es war, der aus Gr├╝nden der Triebhaftigkeit das Gl├╝ck der ganzen Familie aufs Spiel gesetzt habe. Er sei es gewesen, der sie fast in den Selbstmord getrieben habe. Und sei somit auch f├╝r die Wandlung seines Sohnes verantwortlich. Nur zaghaft wehrte er sich dann, unterstellte ihr, dass auch sie r├╝cksichtslos gewesen sei, und nicht an die Kinder gedacht habe, als sie versuchte ihrem Leben auf so dramatische Art ein Ende zu setzen.
Aber insgeheim gab er ihr recht. Er f├╝hlte sich schuldig. Fast stigmatisiert. Und das hatte dazu gef├╝hrt, dass er sehr schlechte Karten innerhalb der Beziehung hatte. Dass er in wichtigen Fragen nur allzu oft klein bei gab. Denn den Schlag der "Du-bist-an-allem-Schuld"-Keule
konnte er kaum ertragen.
Er war kein gl├╝cklicher Ehemann, kein gl├╝cklicher Familienvater. Und neidvoll blickte er auf Kollegen und Freunde bei denen es um einiges normaler zuging. Gelegentlich hatte er Fluchtgedanken. Tr├Ąumte davon einer jener M├Ąnner zu sein, die zum Zigarettenautomaten gingen und nie wieder kamen. Aber das war nur gelegentlich der Fall. Denn er liebte seine S├Âhne. Und auf eine gewisse Art auch Christine. Obwohl sie seit der Geburt des letzten Kindes scheinbar keine sexuellen Bed├╝rfnisse mehr hatte. Und darunter litt er manchmal qualvoll. Nur selten hatten sie Sex. Roboterartig und leidenschaftslos wurde ihm dieses Tun gew├Ąhrt. Besonders wenn er ernsthaft schlecht gelaunt war.

Das Verh├Ąltnis zu seinem ├ältesten war befangen zu nennen. Er ver-
stand ihn einfach nicht. Er konnte kaum begreifen , dass diese wenigen
Wochen der Krise noch immer so dauerhaft und fatal auf seinen Sohn
einwirkten. Und auch nicht, dass alle Versuche seinen Geist wieder zu erhellen einfach abprallten. Vollkommen wirkungslos verpufften.
Was wollte er eigentlich?

Einmal besuchte er seine S├Âhne im Kinderzimmer. Er ├Âffnete die T├╝r und sah wie Peter auf dem Kleinen sa├č, ihn an den H├Ąnden festhielt und eindringlich zu ihm sagte: "Das ist meine Mutter!" Worauf Markus versuchte sich zu befreien, was aber nicht gelang und weshalb er zu weinen begann. Jetzt reichte es dem Vater.
"Peter!" br├╝llte er. "Lass deinen Bruder los!"
Er ging auf Peter zu, fasste ihn am Ohr und zog ihn hoch.
"Das sag' ich dir, mein Freund, wenn du das noch mal machst, leg' ich dich ├╝bers Knie!" Jetzt war es an Peter zu weinen. Und das kannte man nicht vom ihm, denn er weinte nie. Markus war perplex. So etwas
hatte er noch nicht erlebt. Zwar wunderte er sich, dass der Vater das durfte, aber er f├╝hlte sich wohl. Geborgen.
Die Mutter, vom Gebr├╝ll alarmiert, betrat eilig den Raum, und sah:
Ihr Mann br├╝llte Peter an und hielt ihn am Ohr. Mit beiden H├Ąnden stie├č sie ihn w├╝tend von seinem Sohn.
"Du tust ihm nicht mehr weh!" schrie sie. "Du hast genug angerichtet!"
Stephan war noch erregt, atmete schwer. Dann sagte er leise:
"Ach, lasst mich doch in Ruhe." Und verlie├č den Raum.
Christine ging zu Peter und nahm in tr├Âstend in die Arme.
"Ich pass' schon auf dich auf mein Kleiner. Dir tut niemand mehr weh!" Peter wischte sich die Tr├Ąnen aus dem Gesicht und fand zur├╝ck zu seinem L├Ącheln.
Marcus f├╝hlte sich nicht sonderlich wohl in dieser Lage. Vielleicht
w├╝rde die Situation kippen und er der Schuld an diesem Streit bezichtigt.
Das Abendessen wurde dann in monotonem Schweigen eingenommen. Unterbrochen nur von feindseligen Blicken der Mutter auf den Vater.

Durch den Vorfall im Kinderzimmer war Peters Macht weiter gewach- sen. Die Macht sich noch z├╝gelloser auszuleben. Denn jetzt sah er sich offiziell als unantastbar an.
Ironischerweise war oft genug Christine die Leidtragende, der durch
sie noch weiter forcierten Hemmungslosigkeit in Peters Wesen.
Peter hatte von ihr zwei Mark verlangt, weil er sich zwei ganze Schokoladen kaufen wollte. Das wurde ihm verweigert, und darauf hingewiesen, dass er sich seinen Magen verderben k├Ânne, was schmerzhaft sei. Er aber lie├č nicht locker, und schlug seiner Mutter schlie├člich auf den Arm. Sie weinte, wehrte sich aber nicht.

Am schwierigsten jedoch war diese Situation f├╝r Markus. So hatte er sehr wohl gemerkt, dass seine Mutter ihn erst dann herzte oder kuschelte, nachdem ein kontrollierender Rundblick ergeben hatte, das Peter nicht in der n├Ąhe war. Vermeiden wollte sie dadurch, das der Grosse weiteren Schmerz in seiner merkw├╝rdig durcheinander gebrachten Seele erfahren musste. Denn f├╝r beide Eltern stand fest: Das B├Âse an ihm ist nur Ausdruck von Schmerz.
Auch war klar, dass wenn einer der Eltern Kleinigkeiten f├╝r die Kinder mitbrachte, das gr├Â├čere oder etwas teurere Geschenk an das Sorgenkind ging.

Einmal jedoch hatte der gro├če Bruder den Bogen ├╝berspannt. Damals war Markus auf dem Spielplatz, der sich ganz in der N├Ąhe des
Hauses befand. Peter sah ihn dort auf dem Heimweg von der Schule im Sand spielen. Er war mit zwei Klassenkameraden unterwegs, die er auf seinen Bruder aufmerksam machte. Auf eine ver├Ąchtliche Art, wie Markus an den Gesten erkannte. Die Worte verstand er nicht, da sie
zu weit abseits standen. Die drei kamen auf ihn zu. Markus sp├╝rte das
etwas nicht stimmt. Er verharrte, besorgt aufblickend, im Sand. Er dachte aber auch, das es so schlimm nicht werden k├Ânne, da sein Bruder ja dabei sei.
"Na, du Sack? Mal wieder flei├čig?" sagte Peter.
Sie begannen damit seine Sandbauwerke, Tunnel und H├╝gel, zu zerstampfen. Markus r├╝hrte sich nicht. Er wusste, dass Widerstand ihn nur noch weiter anstacheln w├╝rde. Die drei bildeten einen Kreis um ihn. Dann fing Peter an ihn in den Hintern zu treten. Woraufhin sich die anderen beteiligten. Zu dritt traten sie zu. Nicht allzu fest, da es nicht darum ging gro├če Schmerzen zuzuf├╝gen. Vielmehr darum jemanden zu qu├Ąlen, seine Wehrlosigkeit zu genie├čen und sich zu am├╝sieren. Und das gelang. Markus konnte nicht glauben das Peter tats├Ąchlich so weit gehen w├╝rde.
"Ich hab' doch gar nichts gemacht!" sagte er verunsichert.
Diese ├äu├čerung jedoch veranlasste seinen Bruder w├╝tend zu werden.
Er wollte sich von Markus keinen Fehler nachweisen lassen. Er holte zu einem kr├Ąftigen Tritt aus und traf ihn an der Schulter. Markus kippte auf die Seite. Die Jungen lachten h├Ąmisch und lie├čen von ihm ab. Peter ging nach Hause.
Markus lag im Sand und begann zu weinen. Er war traurig dar├╝ber dass allen gezeigt worden war, wie gering sein Bruder ihn achtete. Er sch├Ąmte sich.
Er suchte seine Sandformen zusammen, das Sieb, den Eimer, stand auf und ging nach Hause. Auf dem Heimweg wurde er w├╝tend. "Ich hab' doch gar nichts gemacht!" fl├╝sterte er emp├Ârt. Seine Wut wurde gr├Â├čer. Er sah zwar ein das Peter viel durfte, aber diesmal war es ihm zuviel. Seine Schritte wurden schneller. Schlie├člich lief er. Sein Sandspielzeug lie├č er fallen, und noch schneller lief er, mit geballten F├Ąusten.
"Ich hab' doch gar nichts gemacht!" schrie er. Zuhause angekommen klingelte er Sturm, zw├Ąngte sich an der erstaunten Mutter vorbei und rannte, vor Wut mittlerweile heulend, in das Haus. Bereits von der Haust├╝r aus hatte er gesehen, dass Peter im Wohnzimmer war. Er st├╝rzte in den Raum, mit verweintem Gesicht und gl├╝hend vor Zorn. Peter grinste. Er f├╝hlte sich sicher. Sie standen einander gegen├╝ber. Markus bebte. Blickte in das ├╝ber den entstandenen Schaden erfreute Gesicht seines Bruders. Angesichts der Unbeeindrucktheit des gro├čen Bruders wollte Markus' Wut schon resignierend in sich zusammenfallen. Entlud sich stattdessen aber am n├Ąchstbesten Gegenstand. Den Wohnzimmerschrank. Markus riss die Klappe des Barfachs auf, griff wahllos Gl├Ąser und Flaschen und schmiss alles, vor Wut schreiend, auf den Boden. Bis er, pl├Âtzlich erm├╝dend, weinend vor dem Schrank zusammensank. Die Mutter, die dem Kleinen wegen seines erregten Zustandes gleich gefolgt war, wurde Zeuge dieses Ausbruchs. Sie ging zu Markus, packte ihn am Kragen und fragte den noch immer Aufgew├╝hlten: "Was ist denn nur los mit dir!?" Als habe sie es mit einem Verr├╝ckten zu tun.
Sie brachte das Chaos im Wohnzimmer in Ordnung. Peter hatte den Raum verlassen. Markus sa├č auf der Lehne eines Sessels. Eisiges Schweigen. Er f├╝hlte sich b├Âse, schuldig. Er wartete darauf, dass die Mutter etwas Nettes sagte, darauf dass er nicht den Rest des Tages als
"b├Âse" verbringen musste. Die Mutter hatte alles wieder einger├Ąumt. Zu Bruch gegangen war nichts. Sie wandte sich wieder Markus zu.
"Und eins sage ich dir: Noch so ein Kind halte ich nicht aus!" Sie blickte Markus ernst an, fixierend geradezu. Noch nie hatte seine Mutter ihn so angesehen.

Das Begriff "seelisch krank" fiel in letzter Zeit immer h├Ąufiger, wenn die Eltern sich ├╝ber Peter unterhielten. Sie wollten der Unertr├Ąglichkeit der Situation einen Namen geben, das D├Ąmonische benennen, klassifizieren. Dem Mysteri├Âsen und Zerst├Ârerischem durch eine ausgesprochene Diagnose ein sachliches Fundament geben, etwas
Klares

Nat├╝rlich gab es auch in dieser Familie eine gewisse Normalit├Ąt. Ein fast regul├Ąres Zusammenleben. Aber dieses war niemals ungetr├╝bt. Immer, zu jeder Zeit, hing das Damoklesschwert Peters' unberechenbaren Geistes ├╝ber allem. So konnte er mitten in der sch├Ânsten Harmonie eine pl├Âtzliche Idee haben. Die Idee dass er jetzt unbedingt eine neues Skateboard haben will. Obwohl er erst vor einigen Wochen ein neues erhalten hatte. Aber jetzt wollte er ein neues, ein ganz bestimmtes, das er irgendwo gesehen hatte. Nun wurden die ├╝blichen Ma├čnahmen eingeleitet. Der Vater berichtete vom Wert des Geldes, davon wie lange er f├╝r ein Skateboard arbeiten m├╝sse, und wies auf die Qualit├Ąten des bereits vorhandenen hin. Die Mutter erz├Ąhlte von armen Menschen die sich so etwas ├╝berhaupt nicht leisten konnten. Es wurde versucht zu beschwichtigen, auf den irgendwann kommenden Geburtstag hingewiesen. Dieser Widerstand
der Eltern machte ihn nur noch ├Ąrgerlicher. Er drohte damit das n├Âtige Geld schon zusammenstehlen zu k├Ânnen, und die aktuellen Geldver-
stecke werde er schon finden. Am n├Ąchsten Tag weigerte er sich etwas zu essen. Die besorgte Mutter reagierte mit einem leider nur manchmal
wirksamen Mittel: Ein Sekund├Ąrgeschenk. Ein Geschenk das nicht den hohen Preis kostete wie das erw├╝nschte Prim├Ąrgeschenk. In diesem Fall war es ein Tachometer f├╝r das Fahrrad. Der Vater montierte den
Tacho bereits. Jetzt war die Frage: W├╝rde er das Geschenk annehmen?
Er be├Ąugte es neugierig, schien interessiert. Ja! Er nahm es an.
Nun galt es nur noch die folgenden Tage zu ├╝berstehen. Denn in solchen F├Ąllen war es durchaus m├Âglich das er sich pl├Âtzlich daran erinnerte, was er urspr├╝nglich wollte und sich betrogen f├╝hlte. Und sich dann erneut an seinem Wunsch festbiss. Um dieses mal mit anderen, wirksameren Mitteln vorzugehen. So war es vorgekommen das er in seiner Wut ins Wohnzimmer gegangen war und dort begann die Tapeten abzurei├čen. Bahn f├╝r Bahn. Die entsetzte Mutter wollte ihn davon abbringen und bezahlte daf├╝r mit einem Tritt gegen das Schienbein.

Aber heute ist Weihnachten! Und dieses Fest liebte Peter schon immer. Es war ein Garant daf├╝r, das er sich normal verhielt, eine rot gekennzeichnete Oase auf dem Kalender der Familie. Heute ist alles anders, so anders, das keiner Lust hat an das Damoklesschwert zu denken. Es ist einfach beiseite gelegt worden.
Zur ├ťberbr├╝ckung der letzten Stunden bis zur Einbescherung tr├Ągt der Vater sogar den Fernseher samt Videorecorder ins Kinderzimmer. Die Jungs d├╝rfen Zeichentrickfilme sehen, knabbern nebenbei Studentenfutter und trinken Limonade.
Stephan geht in die K├╝che und umarmt seine Christine.
"Mein Gott! K├Ânnte es doch immer so sein! W├Ąre das sch├Ân!" sagt sie schw├Ąrmend.
Die bereits vor Tagen gepackten Geschenke, die unter dem Ehebett
versteckt lagen, werden gemeinsam in das Wohnzimmer getragen und
vor dem geschm├╝ckten Baum abgelegt. Links die Geschenke f├╝r Markus, rechts die f├╝r Peter. Der rechte Haufen ist etwas umfangreicher, um auch ganz sicher zu gehen das keine Unstimmigkeiten auftreten.
Alles war perfekt vorbereitet. Auch die Weihnachtsteller sind bis
an die Grenze des Fassungsverm├Âgens mit S├╝├čigkeiten gef├╝llt. Der Vater z├╝ndet die Kerzen am Baum an, w├Ąhrend die Mutter eine Kassette mit Weihnachtsliedern einlegt. Sie schauen sich zufrieden ihr Werk an. Ja, es ist alles gut gelungen.
Es ist bereits viertel vor sechs. Sie setzen sich noch mal hin, um vor der kommenden Aufregung kurz auszuruhen. Sie trinken ein Glas Rotwein, Stephan raucht eine Zigarette dazu. Nach ein paar Minuten stehen sie auf, straffen sich. Ein kurzer Blick auf den anderen, ein L├Ącheln.
Das traditionelle Weihnachtsgl├Âckchen wird bedeutungsvoll ge-
schwungen. Im selben Moment springt oben eine T├╝r auf und mit gro├čem Gepolter trappeln vier Kinderf├╝├če die Treppe hinab, laufen den Flur entlang und bleiben abrupt in der Wohnzimmert├╝r stehen.
Mit offenen M├╝ndern betrachten sie den prachtvoll geschm├╝ckten Christbaum, das warme Licht das von seinen Kerzen ausgeht, sie riechen das Harz des Baumes, das zusammen mit den Nelkengespickten Orangen, die am Fenster h├Ąngen, den ganzen Raum festlich parf├╝miert. Und die sch├Âne Musik im Hintergrund scheint segnend ├╝ber allem zu schweben. All diesen Eindr├╝cken zusammen gelingt es die beiden Jungen schlagartig in ihrem Lauf zu stoppen und sie zu bezaubern.
Peter und Markus werden von den Eltern umarmt, es wird ihnen ein frohes Fest gew├╝nscht, das sich die Eltern auch gegenseitig w├╝nschen.
W├Ąhrend der Umarmung lugen sie neugierig an ihnen vorbei, denn sie haben die Geschenke entdeckt. Endlich, vom Griff der Eltern befreit, gehen sie zu den Geschenken. Jeder bekommt sein Revier zugewiesen.
Ungeduldig werden die Geschenke ausgepackt, eher unfestliche, raschelnde und rei├čende Ger├Ąusche gehen von den Kinderh├Ąnden aus. Markus erh├Ąlt alles was er sich gew├╝nscht hat:
Ein Kinderfernglas, eine Burg mit vielen Rittern, ein Feuerwehrauto, und Schlittschuhe.
Auch auf Peters Wunschliste wurde genau eingegangen: Eine Rennbahn, ein Cowboygewehr, eine Kinderuhr, ein Fernlenkauto.
Man war sehr gro├čz├╝gig an Weihnachten.
Die Kinder sind begeistert! Die Geschenke wollen kein Ende nehmen, und jedes P├Ąckchen enth├Ąlt eine weitere Sensation. Sie zeigen sich, noch immer baff vom pl├Âtzlich auf sie hereinbrechenden Reichtum, ihre neuen Sch├Ątze.
Die Eltern betrachten die Kleinen aufgeregten Menschen die sie in die Welt gesetzt haben. Und dieser Anblick ist einfach sch├Ân. Sie sind zufrieden mit sich. Die M├╝he hat sich gelohnt. Mag morgen sein was will. Heute ist es gut. Sie sitzen gemeinsam auf einem Sessel, Christine auf der Lehne, und haben ihre Arme umeinander gelegt. Die z├Ąrtlich, dankbare Art wie Christine ihren Mann ansieht bedeutet: Heute kannst du mich haben. Und das l├Ąsst sein Herz einen kleinen H├╝pfer machen. Er k├╝sst sie sanft auf den Mund.
Der Kleine kommt mit dem Fernglas zum Vater gelaufen.
"Guck mal! Das hat sogar eine Umh├Ąngeschnur!"
"Das ist ja toll! Dann kannst du es nicht verlieren!" sagt der Vater.
Er bemerkt im selben Augenblick, das die Kerzen des Adventskranzes auf dem Tisch nicht brennen. Sie hatten ihn ├╝bersehen. 'Wenn schon denn schon!' denkt er. Suchend blickt er sich um, kann sein Feuerzeug aber nicht finden.
"Markus, sei doch mal so lieb und hol' das Feuerzeug aus meiner Manteltasche!"
Markus rennt sofort zur Garderobe. Und kommt augenblicklich wieder.
"Wo ist denn der Mantel?" fragt er.
"Ach ja, der h├Ąngt in der K├╝che ├╝ber dem Stuhl!" erwidert der Vater. Markus rennt in die K├╝che, sieht den Wintermantel des Vaters und greift ungest├╝m zuerst in die linke Tasche. Kein Feuerzeug. Ungeduldig, denn er will zu seinem Spielzeug zur├╝ck, w├╝hlt seine Hand blind in der rechten Tasche und wird f├╝ndig. Er hastet ins Wohnzimmer.
"Ich hab's gefunden!"
Er ├Âffnet seine Hand ├╝ber dem Wohnzimmertisch. Aus ihr f├Ąllt ein Feuerzeug. Und eine hellgraues, kleines Etwas, wie Markus, der schon wieder beim davonflitzen ist, fl├╝chtig erkennt.
Das hellgraue Etwas ist eine Kondomverpackung. Sie ist bereits aufgerissen, leer. Ein gelber Aufdruck: "HT Spezial". Christine sieht
es sofort. Wie auch Stephan.
Die Art des Objektes und der Ort an dem er gefunden wurde erz├Ąhlen eine Geschichte. Eine Geschichte mit einer gro├čen Bedeutung f├╝r Christine. Sie wei├č nicht auf Anhieb dieses Objekt einzuordnen. Denn es wird von der Packung verlangt den bis jetzt gegebenen, angenehmen Gem├╝tszustand zu verlassen und einen vollkommen entgegengesetzten einzunehmen. Und deshalb dauert es eine Weile bis sie der Kondomverpackung erlaubt in das Gl├╝ck einzudringen, das dieser sch├Ânste Tag des Jahres bei ihr ausgel├Âst hat.

"Du dreckiges Schwein!" aufgesprungen ist sie und schrill klingt ihr
Kreischen.
Die Worte der Mutter rei├čen die Kinder wie eine Bombenexplosion aus ihrer Besch├Ąftigung. Sie sehen ihre Mutter vor dem Vater stehen, der im Sessel sitzt. Sie h├Ąlt ihm das graue Etwas entgegen. Christine nimmt ein Weinglas und sch├╝ttet den Inhalt in Stephans Gesicht. Er r├╝hrt sich nicht. Sitzt nur da. Verst├Ârt und verkrampft.
"War's denn wenigsten sch├Ân? Du Schwein! Du Drecksau!"
Sie wirft ihm die Verpackung vor die F├╝├če und gibt ihm eine schallende Ohrfeige.
Er wirkt ertappt, so wie er dort sitzt, begossen und gepr├╝gelt.
"Ob es sch├Ân war will ich wissen! Sag' mir ob es sch├Ân war!" kreischt sie weiter. Sie nimmt seine Zigarettenschachtel, wirft sie auf den Boden und zertritt sie, w├╝tende Laute dabei aussto├čend.
Erregung beginnt sich auf seinem Gesicht abzuzeichnen. Er steht auf. Sein Gesicht zittert, sein K├Ârper fliegt.
"Worauf soll ich denn noch alles Verzichten?!" br├╝llt er donnernd laut. Noch nie hatte ihn jemand so gewaltig br├╝llen h├Âren.
"Was kann ich daf├╝r das du nie willst? Soll ich denn alles in mir sterben lassen? Ich denke nicht daran!" f├Ąhrt er fort.
Die Kinder bekommen gro├če Angst. Die Heftigkeit des Streits ersch├╝ttert sie in ihrem ganzen Sein. Jetzt nimmt der Vater einen Aschenbecher und wirft ihn einfach gegen die Wand. Als sei das eine Machtdemonstration gewesen starrt er seine Frau jetzt kampfbereit an.
Die Kinder kennen das. Der eine kann sich noch erinnern, der andere nicht. Aber dennoch wei├č er dass es das schon mal gab. Peter hat einen panisch starren Gesichtsausdruck. Die Augen weit aufgerissen, die Lippen aufeinandergepresst, hockt er erstarrt zwischen seinem Wust aus Geschenken.
"Ich hasse dich!" schreit Christine. "Nur weil du ficken willst"!
"Ich bin ein Mensch! Ich brauche das! Und deswegen habe ich auch geheiratet! Du bist frigide! Du bist krank! Frigiideee!" B├Âsartig wirft er ihr die Worte entgegen, die er schon tausend mal gedacht hat und die er nun, versehen mit der Energie von tausend Gedanken, herausbr├╝llt.
"Du schei├č Egoist! Du machst die ganze Familie kaputt! Nur wegen deinem schei├č Schwanz! Du M├Ârder!" schreit Christine zur├╝ck.
"Ich bring' mich um!" setzt sie hinzu.
"Dann bring' dich doch endlich um! Ich habe es satt mich andauernd von dir erpressen zu lassen! Satt! Satt!"
Christine hat jetzt jede Kontrolle verloren. Sie schreit hysterisch und rei├čt sich an den Haaren, l├Ąuft erregt im Zimmer herum, taumelt, tritt gegen eine Kommode und st├╝rzt mit einem schnellen Griff den Christbaum um. Im letzten Moment weichen die Kinder dem fallenden Baum aus. Peter rennt unbemerkt aus dem Raum. Markus sucht neben der Couch Schutz.
Stephan, dessen Wut angesichts des wahnsinnigen Gebarens seiner Frau einer zunehmenden Sorge gewichen ist, l├Âscht den beginnenden Brand der Tanne mit einer Weinflasche. Sicherheitshalber tritt er au├čerdem auf einigen bereits glimmenden ├ästen herum, und somit leider auch auf den Geschenken.
Als er sich umdreht sieht er seine Frau apathisch schweigend im Sessel sitzen. Er bekommt Angst. Wie kann man nur so schnell von h├Âchster
Erregung in bewegungsloses schweigen abgleiten? Er bef├╝rchtet das
Christine wirklich krank ist. Er versteht das eine Ehefrau in eine
Ausnahmesituation ger├Ąt, wenn sie merkt das ihr Mann sie betr├╝gt.
Aber was sich hier abspielt empfindet er als sehr besorgniserregend. Sie sitzt einfach da und starrt ins Leere

Stephan steht da, mit der Weinflasche in der Hand, im Nebel der soeben gel├Âschten Kerzen. Er sieht sie an, wie sie dort sitzt, mit ihrem Geist in einer anderen Welt. Es tut ihm leid das er die Kontrolle verloren hat. Und er ist traurig. Was ist aus all den Hoffnungen, W├╝nschen und Tr├Ąumen geworden? Aus ihrer Liebe? Mit wie viel Optimismus und Kraft hatte man sich damals gemeinsam ins Leben aufgemacht! Und was war daraus geworden! Er begreift das sie gescheitert sind, an sich selbst.
Er kniet sich vor sie hin, ber├╝hrt ihre Hand die auf der Sessellehne ruht.
"Christine!" sagt er z├Ąrtlich. Er streichelt ihre Hand. Sie reagiert nicht. Sie starrt. Sie tut ihm unendlich Leid, er f├╝hlt Liebe zu ihr, das alte "Wir". Er k├╝sst ihre Hand, sieht sie an. Ihr sch├Ânes Profil. Ohne von ihrem verlorenen Blick abzulassen legt sie ihre Hand auf seinen Kopf. Fast segnend, eine Absolution erteilend. Also wolle sie sagen das es nicht seine Schuld ist, das er gut ist.

Markus wagt einen Blick ├╝ber die Sofalehne. Er sieht seinen Vater bei seiner Mutter knien. Er hat nasse Haare und einen roten Fleck auf dem Hemd. Die Blicke des Vater und des Sohnes treffen sich. "Da sind wir ja in einen sch├Ânen Schlamassel geraten!" sagen sie sich wortlos. Markus zieht seinen Kopf wieder ein. Stille im Raum.
Markus ist froh das sie wieder still sind. Er wartet darauf das einer der beiden etwas normales zum anderen sagt. Jetzt w├Ąre es langsam Zeit.
Markus hat gesehen das all das nur passiert ist weil er das graue Ding
auf den Tische gelegt hat. Weil er nicht aufgepasst hat als er zum Feuerzeug gegriffen hatte.
Markus will zu seinem Bruder. Hat aber Angst sich seinen Eltern zu zeigen. Von ihnen angeblickt und vielleicht doch noch der Schuld an diese Katastrophe bezichtig zu werden.
Schlie├člich nimmt er doch allen Mut zusammen. Er steht vorsichtig auf und setzt sich so ger├Ąuschlos wie m├Âglich, fast auf Zehenspitzen, in Bewegung. Sein K├Ârper ist halb geb├╝ckt, seine Augen sind scheu-
klappenartig auf die T├╝r gerichtet. Als er den Raum bereits zur H├Ąlfte durchquert hat, sieht seine Mutter ihn an und sagt:
"Oh Gott!"
Der Anblick des Kleinen hat sie an Peter erinnert und daran das er alles mitbekommen hat. Pl├Âtzlich hellwach, sehen sich die beiden erschrocken an. Sie sehen aus wie zwei Eltern denen bei einer Autobahnfahrt schlagartig einf├Ąllt, dass sie bei der letzten Rastst├Ątte vergessen haben ihr Kind einzuladen.
Die Mutter zu Markus:
"Wo ist dein Bruder, Markus?"
"Ich wei├č nicht, er ist vorhin rausgegangen!"
Ruckartig stehen die Eltern auf, laufen in den Flur. Der Vater ruft
nach Peter. Die Mutter st├╝rmt die Treppe hinauf, geht in das Kinder- zimmer. Der Vater steht am Treppenabsatz, und blickt seine aus dem Kinderzimmer tretende Frau fragend an. Sie sch├╝ttelt den Kopf. Als sei das ein geheimes Zeichen gewesen rasen, sie los um jedes Zimmer des Hauses zu durchsuchen. "Peter, Peter!"-Rufe begleiten ihr Tun. "Peter!"" h├Ârt man mal aus diesem, mal aus jenem Zimmer. Mal erklingt "Peter!" aus dem Munde der Mutter, mal aus dem des Vaters.
Gelegentlich begleitet von der Zusicherung "Es ist alle wieder in Ordnung!" oder von der Frage "Wo bist du denn?" Die Mutter sucht
jetzt im Keller, w├Ąhrend der Vater mit einer Taschenlampe im Garten
herumgeistert. Markus sucht die ganze Zeit mit. ├ťberfl├╝ssigerweise
sogar in den Zimmern , die von den Eltern bereits ├╝berpr├╝ft sind.
Nach erfolgloser Suche treffen sich alle im Flur wieder.
"Er ist weg!" sagt Stephan.
"Nein!" antwortet die Christine entsetzt. Sie hat eine G├Ąnsehaut bekommen.
"Was sollen wir nur tun?" fragt sie.
"Dieses mal m├╝ssen wir die Polizei rufen!" antwortet er.
"Es ist doch eiskalt drau├čen!" sagt Christine. Ihr Mutterherz
ist schwarz vor Sorge und entsetzlicher Ahnungen.
Markus bemerkt das die Haust├╝r nur angelehnt ist und deutet mit
ausgestreckter Hand auf sie.
Pl├Âtzlich h├Ârt man in der Ferne die Notbremsung eines Zuges. Ein hohes, unglaublich lautes, metallisches Ger├Ąusch, das scheinbar nicht enden will. Dieser infernalische Ton mischt sich mit dem hohen Schrei der Mutter zu einem Chor namenlosen Schmerzes. Als berichte der Zug von einem Ereignis, worauf Christine gleichartig antwortet das sie nicht einverstanden ist.

Der Vater ist es der mit seinem nassen Hemd durch den Schnee ├╝ber die nebeligen Felder rennt. Auf das Maschinenger├Ąusch des gestoppt stehenden Zuges, auf das helle Scheinwerferlicht zu. Er ist es der den zerschmetterten Leib seines Sohnes im Lichtkegel liegend findet.


Meinungen sind ausdr├╝cklich erbeten!



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majissa
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haarrisse

hallo bassimax,

mit feinsinniger beobachtungsgabe beschreibst du den verlauf eines einzigen tages und f├╝gst geschickt r├╝ckblicke in die vergangenheit ein. dein schreibstil ist angenehm und der inhalt trotz der l├Ąnge so gut, da├č man sich die m├╝he macht, bis zum ende weiterzulesen, das ja dann recht schockierend endet.

es ist mir aufgefallen, da├č du recht h├Ąufig dort in den zeiten wechselst, wo es nicht n├Âtig ist.
z.b. "gab es dazu warmen kakao und...denn das mochte dann sein bruder peter nicht"
der h├Ąufige wechsel in der zeit wirkt irritierend und hemmt den leseflu├č. teilweise empfand ich es geradezu nervend.

eine beschreibung im pr├Ąsens w├╝rde dann gut r├╝berkommen, wenn es sich um wichtige, emotional intensiv erlebte geschehnisse handelt, z. b. die szene auf dem spielplatz oder die beschreibung der ehekrise der eltern mit dem anschlie├čenden selbstmordversuch der mutter.

bei der bescherungsszene wendest du die gegenwartsform an und potenzierst damit erheblich die spannung, zumal die situation in einer katastrophe m├╝ndet.

die namen der eltern h├Ątte ich bereits fr├╝her erw├Ąhnt.

es gibt einige, zu ausf├╝hrliche stellen in deiner geschichte. dinge, die man weglassen k├Ânnte, damit der spannungsbogen nicht durchbrochen wird. nicht jeder wei├č, da├č du gut schreibst und k├Ânnte vielleicht genau an diesen stellen aufh├Âren zu lesen, was schade w├Ąre ;-)

liebe gr├╝├če
majissa

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bassimax
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hallo majissa,

danke das du dir die m├╝he gemacht hast diese lange geschichte zu lesen. ich habe jetzt schon mehrfach
geh├Ârt, das meine neigung oft in der zeit zu wechseln
irritiert. jetzt glaube ich langsam das es stimmt, und
werde mich zur├╝ckhalten. nochmals danke!
sebastian

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annabelle g.
Guest
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ja,

so langsam lese ich mich durch alles durch.
du schreibst ernste geschichten; also eher raymond carver als pirandello; obwohl an pirandellos kurzgeschichten das bemerkenswerte ist, dass er in ganz verschiedene menschen hineinsteigt und sie bis in die nebenfiguren hinein beherrscht. ciao a.g.

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