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Leselupe.de > ErzÀhlungen
impressionen aus gladbach
Eingestellt am 20. 07. 2002 13:00


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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
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in gladbach ist eine fußgĂ€ngerampel, die nicht so schnell auf grĂŒn
schaltet. die menschen warten brav. ich stehe dabei. die menschen
sind brav, wie sie da still warten, wenn es auch unsinnig erscheint
zu warten. es kommt kaum ein auto vorbei. in ihren gesichtern
spiegelt sich verlegenheit und ungeduld. der fußgĂ€ngerĂŒberweg ist
breit. die schon lange wartenden gucken nervös, die neu dazuge-
kommenen wirken ruhig. ich bin nervös. dann gehen zwei, drei ...
ich gehe. so was blödes, denke ich.
drĂŒben ist kirmes. ich laufe durch, fĂŒhle mich alleine, bleibe an
einem bierstand stehen. ein kölsch. gegenĂŒber eine tombola.
es gibt nur plĂŒschigel. kommen sie, kommen sie, kommen sie!
der junge, korpulente mann quakt in sein mikrophon. er macht das
stundenlang. er quakt eine bestimmte melodie – ich denke an den
zirkus: nur hereinspaziert! come over here to our circus!
es liegt an den plĂŒschigeln, daß die leute kommen. ich stehe an der
theke und starre hinĂŒber. was soll ich tun? ich schaue, wie die leute
punkte sammeln, wie sie die losröllchen aufreißen und zĂ€hlen und
die nieten fallen lassen. noch ein kölsch, nicke ich der bedienung zu.
ich kenne niemanden hier. dann erscheint die ablösung an dem
tombolastand. eine scharfe ablösung. sie hat etwas verdorbenes an
sich. sie ist jung. ich starre sie an und belÀchele die leute, die ihrem
ruf folgen. gewinnen sie! gewinnen sie! gewinnen sie! eine menschen-
traube bildet sich vor dem stand. alle wollen sie einen plĂŒschigel.
ich gucke mir an dem geschehen die augen aus. was soll ich machen?
ich bin alleine. alle möglichen gedanken gehen mir durch den kopf.
ich habe appetit. schrĂ€g gegenĂŒber ist ein großer fischstand. ich
hÀtte lust auf ein heringsbrötchen. kein mensch bleibt bei dem fisch-
stand stehen. vier bedienungen mit schĂŒrze und papierhĂŒtchen stehen
im licht und schauen belÀmmert. ich gehe nicht hin. noch ein kölsch,
nicke ich der frau hinter dem tresen zu. ich bin alleine, aber hier fÀllt
es nicht auf.
dann reiße ich mich los. komme am riesenrad vorbei. ich erinnere
mich. die erinnerung umklammert mein herz. das war in bad-wimpfen,
ja, wie im rausch, im rausch, in der nacht. wie lange ist das her?
die frau am bierstand hat riesengroße beulen im gesicht. ich traue mich
nicht hinzuschauen. vorbei. eine tombola mit blumen. keine plĂŒsch-
igel. ich laufe die straße hoch zu meinem hotel und lasse den rummel
hinter mir. ich laufe die straße hoch.



1986
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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